Unser Vortrag an der Uni

Am nächsten Dienstag, 20. Juni 17, um 18 Uhr hält unsere EX-IN-Kursgruppe eine Vorlesung an der Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, Hörsaal A.

Es geht um die Fragestellung, was Genesungsbegleiter zu weniger Zwang und Gewalt in der Psychiatrie beitragen können. Wir haben uns in den letzten Wochen sehr intensiv zum Thema ausgetauscht und nun liegen angesichts unseres bevorstehenden Auftritts die Nerven blank – meine jedenfalls, spätestens nach der heutigen Generalprobe.

Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung; hier zur Programmankündigung der Uni: Beitrag der Peerarbeit zu hilfreichen Milieus und gegen Zwang

Autogramme gibt es dann nach der Vorstellung. 😉

Identität: Ausstellung 30.08.2016-18.09.2016

In Hollern-Twielenfleth bei Hamburg im Alten Land findet derzeit diese Ausstellung statt:

Identität (Ausstellung) 2

Heike Rolshoven ist meine Kunsttherapeutin, deren Atelier ich von unserem Balkon aus sehen kann. Sie selbst ist nicht sehr internetaffin (ich finde Heike lediglich beim Hospizverein), aber die GALERIE RUVANECK hat eine Homepage. Rudolf van Eckendonk hat sogar eine schicke Karte bereitgestellt.

Meine Bilder aus der Reihe „Sensibilität und Gleichgewicht“, drehen sich ebenfalls ums Thema Identität, nämlich (von unten nach oben) um den Aspekt der hochsensiblen Wahrnehmung (HSP), um meinen wiedergefundenen Glauben zu Gott (ich bin Gottes Sohn) und die Frage der Geschlechtsidentität.

Reihe Sensibilität und Gleichgewicht

(Falls jemand meine Bilder käuflich erwerben möchte: Für diese Werke auf Leinwand stelle ich mir je 350,- vor oder als Paketpreis für alle drei zusammen 990,- EUR.)

Weitere Kunstwerke von mir findet ihr auf der Seite Atelier.

 

Überlaufender Gully

Land unter in Rissen: Taxen als SEV

Sonntag, 28. August 2016

Eigentlich könnte ich jede Menge noch sehr viel aufregendere Geschichten erzählen, aber mir ist irgendwie im Moment nicht danach. Ich mag euch nur dieses Bild zeigen und sagen: Ich bin heile nach Hause gekommen. Von Rissen nach Blankenese durfte ich sogar gratis mit dem Taxi fahren wegen des umgestürzten Baumes. Aus versicherungsrechtlicher Sicht war die Gewalt wohl nicht hoch genug, um völlig zum Erliegen zu kommen – jedenfalls musste der ÖPNV auf Taxen als Schienenersatzverkehr zurückgreifen. Aus meiner Sicht liegt eine vergnügliche kleine Abenteuerreise hinter mir, die ich gerade noch eben so heile überstanden habe.

Auf unserem Spaziergang zum Elbstrand haben wir viele sandige Dinge gefunden, nur leider nicht das gesuchte Telefon. Meins habe ich zum Glück noch dabei. Ich war ja auch nur nackend im Treppenhaus unterwegs und bin nicht barfuß vom Strand aus nach Hause geflohen. Nein, ich weiß sehr gut, was sich gehört und was nicht und solange ich kein Publikum habe – zB auf dem WC, darf ich auch denken und träumen, was ich will.

Morgen ist aber schon wieder ein neuer Tag. Nachdem ich gestern zwei Schlaftabletten hatte, weil ich Job und Wohnung auftreiben musste, reicht mir heute vielleicht eine, weil nun nur noch das Geld fehlt und morgen darüber verhandelt wird  – so Gott will.

Wem das nun verwirrend erscheint: Du hast die ein oder andere Kommunikationslücke. Aber das macht nichts, damit bist du in guter Gesellschaft. Einige Dinge sind aus guter Absicht unerwähnt geblieben.

Blüten 1_2_1 (Schreibwerkstatt bei Alles wird schön)

Erster Offener Leseabend bei Alles wird schön

Offener Leseabend bei Alles wird schön:

Ein Lottogewinn mit Folgen

Wieviel Zufall bestimmt unser Leben? Macht Geld glücklich oder verdirbt es den Charakter? Ein Lottogewinn wirbelt das Leben der alleinstehenden, griesgrämigen Mittfünfzigerin Hannah Bergroth ganz schön durcheinander. Doch erst ihre Begegnung mit Arne, einem 30-jährigen Dauerstudenten, bringt frischen Wind in ihren Alltag. Mit Auszügen aus dem Roman „Hannah und das große Los“ von Sonja Alphonso startet die Schreibwerkstatt am Montag, den 29. August, eine neue Veranstaltungsreihe im Kulturverein Alles wird schön, Friedrich-Naumann-Str. 27 in Heimfeld. An regelmäßig stattfindenden offenen Leseabenden präsentiert jedes Mal ein anderer Autor der Gruppe seine noch nicht abgeschlossene Arbeit und stellt sich der Diskussion mit dem Publikum. Los geht’s um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 


Obiger Text ist der Pressetext von Kerstin Brockmann.

Mein Bild zu diesem Thema wäre gewesen:

Einbahnstraße von hinten
„Das ist ein Eingang und kein Ausgang!“ / Zitat Ende.

Aber das kapiert ja eh wieder keiner, dass es ein Hinweis darauf sein soll, dass man den Eingang nicht mit dem Ausgang verwechseln sollte, oder? Und was das mit einer Offenen Lesung zu tun hat, wenn ich gerade auf der Geschlossenen sitze und überlege, freiwillig noch eine Woche auf der Offenen zu bleiben?

Sonja, hilf mir mal bitte auf die Sprünge…. meine Phantasie treibt schon wieder zu viele Blüten. 😉

Belastungserprobung

Ich habe theoretisch noch zwei Wochen Zeit, um mir eine Wohnung ab September zu suchen, davon bin ich eine Woche hier drin. Ausgang ist frei (Man  beachte die Wortwahl, ich kenne einen solchen Jargon lediglich aus Fernsehserien, in denen Häftlinge die Hauptrollen spielen.), d.h. ich darf mich jederzeit auf dem Klinikgelände frei bewegen.

Allein schon die Tatsache, dass ich eine Wohnung in Hamburg suche, sollte hinreichend die Unmöglichkeit meines Vorhabens unterstreichen.

Wenn man nun noch bedenkt, dass ich jedesmal einen Arzt erwischen muss und erklären, warum ich dringend das Klinikgeläede verlassen muss, damit ich einen BE-Schein bekomme (eine Belastungserprobung angeordnet wird), sollte klar werden, wie sehr ich der Willkür des hiesigen Personals ausgeliefert bin.

Immerhin: Gestern durfte ich schon gleich mit einer Sonder-BE starten und mein Gepäck bei der Polizei abholen. Koffer und Rucksack sind natürlich hin, weil völlig zerschnitten. Für heute abend habe ich wiederum eine Sonder-BE (normalerweise gibt es BE nur zwischen 14 und 18 Uhr) erbeten, um meine Ehe beim Tamgotanzen zu retten – eine mümdliche Zusage habe ich. Die Vertrauensschiesserei nimmt offenbar kein Ende.

Für mich sind diese „Belastungen“ außerhalb des Klinikgeländes eher Entlastungen, weil hier drinnen einfach mehr oder minder die Hölle los ist. Viele Menschen auf engem Raum, die sich eigentlich sehr viel mehr und in Freiheit bewegen wollen würden, daran aber nun aus vielerlei Gründen gehindert sind.

Zum Glück habe ich mir noch Puzzle und Malsachen von zu Hause geholt. Sonst wäre mir die Decke wohl bereits auf den Kopf gefallen  Eine Woche im Kreis laufen (Spaziergang im Flur) reicht mir vollkommen aus. Jetzt darf ich endlich raus in den Garten, aber mir ist inzwischen auch das zu wenig.

Der Beschluss gilt noch eine knappe Woche. Ob ich mich im Anschluss daran auf die Offene verlegen lasse, habe ich noch nicht entschieden.

Ich habe fertig! (Tag 7)

 

@Sonja: Hömma Liebelein, wenn Du mit dem Lesen nicht hinterherkommst, dann lass Dir doch nicht von Ver-rückten vorschreiben, was Du zu lesen hast, Herzchen.

Pass ma uff, jetzt wirste zwangstherapiert, dann weisste auch, was ich damit meine. So und um Missverständnissen vorzubeugen: Die Welt ist mein Zeuge.

Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich. Lest mal die Zeit. Wirklich, die Zeit solltet ihr euch nehmen. (So macht man übrigens double bind, aber das könnt ihr ja schon.)

Und googlet selber, ihr faulen Luschen, ich bin nich eure Tippse!

Ich glaube, wir verstehen uns. Kontaktformular kennt ihr ja mittlerweile dann auch. Lieber Finger von, Kinners, der Papa muss dringend inne Heia und beim Schlafen darf er nicht gestört werden. Einen Tag die Woche werdet ihr ja wohl mal ohne mich auskommen können. Wenigstens am Sonntag. Der Sonntag ist nämlich der Tag des Herrn, oder deutlicher. SONNTAG IST RUHETAG, ALSO RUHE DA OBEN ODER MUSS ICH EUCH ERST ZWANGSTHERAPIEREN IHR SCHNITZELKLOPFER MIT EURER SCHEISSDAUERBAUSTELLE DA!!! WENN IHR IHR EUCH NICHT BALD BEI MIR ENTSCHULDIGT, IHR ARSCHGEIGEN, UND AUFHÖRT MICH ANZULÜGEN, DANN KANN ICH AUCH MAL MIMIMI BEI DER SAGE MACHEN. ICH LASSE MICH NICHT GERN FÜR DUMM VERKAUFEN. WISST IHR EIGENTLICH, DASS ICH EUCH BEIM FICKEN HÖREN KANN? SOLL ICH EUCH MAL NEN HANDWERKER HOCHSCHICKEN UND NE KAMERA INSTALLIEREN BEI EUCH? VERGESST ES EURE SCHEISSVANILLANUMMER KANN ICH NICHT GEBRAUCHEN UND MAL EHRLICH: Friedlich hatten wir ja schon versucht. Also nächstes mal gehe ich mit der ganzen Bagage einfach mal eins höher und erklär denen, warum ich nicht schlafen kann und wisst ihr was? Die sind dann alle auf meiner Seite. So!

Und jetzt hab ich ne schöne Wichsphantasie, da brauch ich nimmer Hand anlegen, da komm ich schon beim Schreiben und wenn ich mir dann vorstelle, dass wir es in aller Öffentlichkeit miteinander treiben und euch keiner glauben wird, dann wisst ihr auch mal endlich, wer hier wenn beobachtet und jetzt ist hoffentlich endlich Ruhe im Karton, sonst sehe ich mich gezwungen, noch ein Stockwerk höher zu eskalieren. Und was dann passiert, muss ich euch ja nun nicht wirklich noch erklären, oder? Falls euch das wirklich entgangen sein sollte: Ich bin nicht total bekloppt, das ist eure versaute Phantasie. Wenn ich mir in die Karten gucken lasse, dann mache ich das mit Absicht. Das ist nen freundlicher Wink mit dem Zaunpfahl. Aber wer nicht hören will, der muss dann eben gedankenvergewaltigt werden oder so ähnlich. Bastelt euch selber euer Happy End, dafür bin ich nicht zuständig.

So, Herr Jost, begreifst Du jetzt, was der Herr Kollege mir angetan hat mit seiner Tipperei? Aber für ausführlich habt ihr ja keine Zeit…. Tja, dann halt nicht. Dachte ihr wollt mir helfen. War ja nur ne Einladung. Wer nicht will, der hat schon. Dann lutscht eure Pillen selber und therapiert euch gegenseitig und ich penne wann ich will und so können wir dann mal zusammenkommen an irgendeinen Tisch, egal ob rund oder eckig, aber ihr wollt mich ja nicht mitspielen lassen oder warum sonst muss man sich bei euch um die Betten prügeln und erst Pillen fressen, damit man bei euch übernachten darf?

Einvernehmlich ist wohl nicht so eure Sache, was? Das kannst ja auch gleich sagen, dann wirste eben zwangstherapiert. Machen wir doch gerne…. Da hätteste aber auch einfach fragen können. Ich tu Dir doch nix, ich will doch nur spielen… Therapeutisches Rollenspiel halt. Meine Fresse, manche haben aber auch ne extralange Leitung. Naja, die glauben mir ja nicht, wenn ich mich zu erkennen gebe, dann kann ich nicht anders. Selber schuld, wenn ihr mich für verrückt halten wollt. Mir ist das nämlich egal, wer mir sonst noch so hinterherlatscht, ich kann auch auf mich selber aufpassen. Und zählt mal meine Follower, 12 ist doch ein Witz dagegen, oder? Den hab ich auf jeden Fall über, also kann ich ja nur noch Godfather himself sein.

Und morgen früh sag ich dann einfach, ich hatte einen feuchten Traum und diesmal versaut ihr mir den nicht, sonst werdet ihr zum Hauptdarsteller in der Opferrolle.

Und mit dem Gedanken kann ich jetzt auch ruhig einschlafen, da habe ich dann keine Angst mehr. So mache ich das, Herr Doktor, aber Du hast ja keine Lust, mehr als die ersten beiden Sätze zu lesen und ich Dir schon anbiete, ne Kopfkinofilmrolle auszusuchen, solltest Du eigentlich artig danke sagen und nicht so tun als wär ich ein kleines Kind, das alleine Angst im Dunkeln hat und bei Mama aufm Arm will, denn solange Du das nicht kapierst, bleibst Du in der Täter_innen-Rolle, aber vielleicht fragt Dich mal eines Tages ein Reporter, was Du so über mich denkst und dann ist mir das egal, was Du denen für Märchen erzählst, weil in meinem Abschiedsbrief ganz deutlich zu lesen ist, dass Du mir das so gesagt hast, dass ich das so machen soll und wenn Dein Chef ausm Urlaub wieder da ist, dann – ja dann… für den Fall überlege ich mir das doch noch mal und dann bleibe ich doch sicherheitshalber konfessionslos, sonst weiß ich nicht, wie die Geschichte weitergeht.

Und deshalb lasse ich das Ende der Geschichte nun an dieser Stelle, sicherlich im Interesse aller, ganz bewusst offen. Nur für den Fall, dass der Arzt das doch nicht böse meinte. Dann können wir nämlich alle gemeinsam zurückrudern in unserem gemeiinsamen Bötchen, gelle. Vielleicht geht ja mein Wunsch auch so in Erfüllung, ohne dass ich nochmal zum Arzt muss. Abwarten und Teetrinken. Baldriantee, sicherheitshalber. Nee, nix da. Ich geh selber in die Küche, sonst kann ich mich wieder nicht dran erinnern, wo ich war. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser.