Ich habe fertig! (Tag 7)

 

@Sonja: Hömma Liebelein, wenn Du mit dem Lesen nicht hinterherkommst, dann lass Dir doch nicht von Ver-rückten vorschreiben, was Du zu lesen hast, Herzchen.

Pass ma uff, jetzt wirste zwangstherapiert, dann weisste auch, was ich damit meine. So und um Missverständnissen vorzubeugen: Die Welt ist mein Zeuge.

Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich. Lest mal die Zeit. Wirklich, die Zeit solltet ihr euch nehmen. (So macht man übrigens double bind, aber das könnt ihr ja schon.)

Und googlet selber, ihr faulen Luschen, ich bin nich eure Tippse!

Ich glaube, wir verstehen uns. Kontaktformular kennt ihr ja mittlerweile dann auch. Lieber Finger von, Kinners, der Papa muss dringend inne Heia und beim Schlafen darf er nicht gestört werden. Einen Tag die Woche werdet ihr ja wohl mal ohne mich auskommen können. Wenigstens am Sonntag. Der Sonntag ist nämlich der Tag des Herrn, oder deutlicher. SONNTAG IST RUHETAG, ALSO RUHE DA OBEN ODER MUSS ICH EUCH ERST ZWANGSTHERAPIEREN IHR SCHNITZELKLOPFER MIT EURER SCHEISSDAUERBAUSTELLE DA!!! WENN IHR IHR EUCH NICHT BALD BEI MIR ENTSCHULDIGT, IHR ARSCHGEIGEN, UND AUFHÖRT MICH ANZULÜGEN, DANN KANN ICH AUCH MAL MIMIMI BEI DER SAGE MACHEN. ICH LASSE MICH NICHT GERN FÜR DUMM VERKAUFEN. WISST IHR EIGENTLICH, DASS ICH EUCH BEIM FICKEN HÖREN KANN? SOLL ICH EUCH MAL NEN HANDWERKER HOCHSCHICKEN UND NE KAMERA INSTALLIEREN BEI EUCH? VERGESST ES EURE SCHEISSVANILLANUMMER KANN ICH NICHT GEBRAUCHEN UND MAL EHRLICH: Friedlich hatten wir ja schon versucht. Also nächstes mal gehe ich mit der ganzen Bagage einfach mal eins höher und erklär denen, warum ich nicht schlafen kann und wisst ihr was? Die sind dann alle auf meiner Seite. So!

Und jetzt hab ich ne schöne Wichsphantasie, da brauch ich nimmer Hand anlegen, da komm ich schon beim Schreiben und wenn ich mir dann vorstelle, dass wir es in aller Öffentlichkeit miteinander treiben und euch keiner glauben wird, dann wisst ihr auch mal endlich, wer hier wenn beobachtet und jetzt ist hoffentlich endlich Ruhe im Karton, sonst sehe ich mich gezwungen, noch ein Stockwerk höher zu eskalieren. Und was dann passiert, muss ich euch ja nun nicht wirklich noch erklären, oder? Falls euch das wirklich entgangen sein sollte: Ich bin nicht total bekloppt, das ist eure versaute Phantasie. Wenn ich mir in die Karten gucken lasse, dann mache ich das mit Absicht. Das ist nen freundlicher Wink mit dem Zaunpfahl. Aber wer nicht hören will, der muss dann eben gedankenvergewaltigt werden oder so ähnlich. Bastelt euch selber euer Happy End, dafür bin ich nicht zuständig.

So, Herr Jost, begreifst Du jetzt, was der Herr Kollege mir angetan hat mit seiner Tipperei? Aber für ausführlich habt ihr ja keine Zeit…. Tja, dann halt nicht. Dachte ihr wollt mir helfen. War ja nur ne Einladung. Wer nicht will, der hat schon. Dann lutscht eure Pillen selber und therapiert euch gegenseitig und ich penne wann ich will und so können wir dann mal zusammenkommen an irgendeinen Tisch, egal ob rund oder eckig, aber ihr wollt mich ja nicht mitspielen lassen oder warum sonst muss man sich bei euch um die Betten prügeln und erst Pillen fressen, damit man bei euch übernachten darf?

Einvernehmlich ist wohl nicht so eure Sache, was? Das kannst ja auch gleich sagen, dann wirste eben zwangstherapiert. Machen wir doch gerne…. Da hätteste aber auch einfach fragen können. Ich tu Dir doch nix, ich will doch nur spielen… Therapeutisches Rollenspiel halt. Meine Fresse, manche haben aber auch ne extralange Leitung. Naja, die glauben mir ja nicht, wenn ich mich zu erkennen gebe, dann kann ich nicht anders. Selber schuld, wenn ihr mich für verrückt halten wollt. Mir ist das nämlich egal, wer mir sonst noch so hinterherlatscht, ich kann auch auf mich selber aufpassen. Und zählt mal meine Follower, 12 ist doch ein Witz dagegen, oder? Den hab ich auf jeden Fall über, also kann ich ja nur noch Godfather himself sein.

Und morgen früh sag ich dann einfach, ich hatte einen feuchten Traum und diesmal versaut ihr mir den nicht, sonst werdet ihr zum Hauptdarsteller in der Opferrolle.

Und mit dem Gedanken kann ich jetzt auch ruhig einschlafen, da habe ich dann keine Angst mehr. So mache ich das, Herr Doktor, aber Du hast ja keine Lust, mehr als die ersten beiden Sätze zu lesen und ich Dir schon anbiete, ne Kopfkinofilmrolle auszusuchen, solltest Du eigentlich artig danke sagen und nicht so tun als wär ich ein kleines Kind, das alleine Angst im Dunkeln hat und bei Mama aufm Arm will, denn solange Du das nicht kapierst, bleibst Du in der Täter_innen-Rolle, aber vielleicht fragt Dich mal eines Tages ein Reporter, was Du so über mich denkst und dann ist mir das egal, was Du denen für Märchen erzählst, weil in meinem Abschiedsbrief ganz deutlich zu lesen ist, dass Du mir das so gesagt hast, dass ich das so machen soll und wenn Dein Chef ausm Urlaub wieder da ist, dann – ja dann… für den Fall überlege ich mir das doch noch mal und dann bleibe ich doch sicherheitshalber konfessionslos, sonst weiß ich nicht, wie die Geschichte weitergeht.

Und deshalb lasse ich das Ende der Geschichte nun an dieser Stelle, sicherlich im Interesse aller, ganz bewusst offen. Nur für den Fall, dass der Arzt das doch nicht böse meinte. Dann können wir nämlich alle gemeinsam zurückrudern in unserem gemeiinsamen Bötchen, gelle. Vielleicht geht ja mein Wunsch auch so in Erfüllung, ohne dass ich nochmal zum Arzt muss. Abwarten und Teetrinken. Baldriantee, sicherheitshalber. Nee, nix da. Ich geh selber in die Küche, sonst kann ich mich wieder nicht dran erinnern, wo ich war. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser.

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Garnelen, antidepressiv gewürzt

Rezept gegen Depression

Garnelenschwänze mit gedünstetem Chiccorée, gewürzt mit Rosmarin, Curry und Kurkuma. Zum Nachtisch Walnussquark.

Bei der Zubereitung von Chiccorée entferne ich bei jedem Blatt einzeln den Strunk und es bleibt nur ein etwa V-förmiger Rest übrig.

Garnelenschwänze 178 2,000 40,000 250,000
Chiccorree 50 0,500 6,000 3,000 250,000
Bärlauchöl 66 7,360 8,000
Magerquark mit Zucker 227 0,750 24,360 30,500 265,000
Walnussöl 3 0,012 0,624 0,028 4,000
523 10,622 30,984 73,528 777,000
Anteil Fett Anteil Kohlenhydrate Anteil Eiweiß
18,67% 24,27% 57,60%

Für mich ist diese Kombination aus proteinreicher Speise mit dem Gewürzen Rosmarin und Kurkuma dann gesund, wenn ich merke, dass ich sehr niedergeschlagen bin und sich die Tendenz zur depressiven Verstimmung abzeichnet. Bei ohnehin bereits gesteigertem Antrieb kann ich das dagegen gar nicht gebrauchen.

Auf die hirnchemischen Hintergründe hatte ich bereits vor 14 Tagen hingewiesen: Das serotonerge System…

Ich hatte euch das Rezept versprochen. Viel Spaß damit!

Nochmal: Die antidepressive Wirkung hat nichts mit dem Chiccorée zu tun, diese steht und fällt mit Rosmarin oder Kurkuma und ausreichend proteinhaltiger Nahrung. Letzteres können Fisch oder Fleisch sein, aber ebensogut Hülsenfrüchte.


90-Tage-Challenge Tag 43

Von der Challenge hatte ich mir erlaubt, anderthalb Wochen Urlaub zu nehmen. Mit dem Ernährungstagebuch habe ich noch keine Lust, wieder zu starten. In der Woche in München ohne Waage und ohne Protokoll habe ich über 2kg abgenommen, war also unter 88kg gekommen. Mit der Challenge ging es gestern wieder los:

EVAL, Level 1
Bodyrocks:                26 34 32 36
Türziehen:                17 17 19 18
Prisoner Back Lunges:     12 13 14 14
Enge 3-Punkt-Liegestütze: 11 09 08 08

Die Werte sind allesamt besser trotzdem ich ausgesetzt hatte. Sicherlich hatte ich deshalb keine großen Einbußen, weil ich das Mobility-Workout fortgeführt hatte.

Da ich meine analoge Stoppuhr nicht gefunden habe, habe ich mein Streichelfon als Timer und als Stoppuhr genutzt. Und was soll ich sagen: Ich suche das olle Ding gar nicht mehr. Durch den Timer, der von sich aus ein Geräusch macht, wenn die Zeit um ist, spare ich es mir, auf die Uhr zu schielen und zu prüfen, wie ob die Zeit schon rum ist. Ich hätte mich schon sehr viel früher nach einem geeigneten Hilfsmittel umsehen sollen.

Was das Problem der mangelnden Konzentration beim Zählen angeht, habe ich herausgefunden, dass ich bei den Lunges zum Aufwärmen auch einfach anders zählen kann: 1.1, 1.2, 1.3, 1.4., 1.5 und dann die fünf Sekunden auf der anderen Seite 2.1, 2.2, … usw. – viel entspannter. 🙂

Aber warum denn einfach, wenn es auch kompliziert geht. 😉

Wenn ich nun brav bin und nicht zu viel Eis esse etc. brauche ich auch erstmal kein (Ernährungstage)Buch zu führen.

90-Tage-Challenge Tag 44

Vorgestern hatte ich noch Gelüste und schlich abends um den Süßigkeitenautomaten herum. Zum Glück war mein Mann bei mir und hat mich davon überzeugt, dass es keinen Sinn macht, nun irgendetwas anderes haben zu wollen, nachdem der Automat, der das enthält, für das ich mich entschieden hatte, mein Geld nicht akzeptiert. So ist mir die Technik doch irgendwie zu Hilfe gekommen.

Wie damals, als der Zigarettenautomat mein Geld nicht annahm und ich so das Rauchen aufhörte. Es ist eigentlich mit jeder Sucht dasselbe, egal ob Nikotin, Alkohol, Zucker, Tabletten, … : Man muss bereit sein zu einer Veränderung und willens, für seine Freiheit vorübergehend durch die Scheiße zu gehen.

Natürlich ist es beim Essen bedeutend schwieriger, weil man zum einen nicht gänzlich aufs Essen an sich verzichten kann und zum anderen das anteilige Verzichten auf bestimmte Zutaten wie zB Zucker oder zumindest das verminderte Zuführen mit einem riesigen Mehraufwand an Zeit und Kosten verbunden ist. Das Rauchen aufzugeben oder die Finger von Drogen zu lassen wird einem sehr viel einfacher gemacht.

OPUS, Level 1, Wiederholungen der 4. Runde 
 Skorpion   26
 Zombie     27
 3Punkt     12
 Fallschirm 57

Heute merkte ich schon deutlicher, dass ich früher an meine Grenzen komme als mir lieb wäre. Beim letzten OPUS hatte ich höhere Zahlen da stehen. Allerdings hatte ich auch heute früh zuerst Matratzensport und dabei habe ich wohl schon meine Glykogenspeicher geleert…


Noch eine Anekdote zu Chiccorée

Meine Mutter probiert leidenschaftlich gern neue Kochrezepte aus. Ich glaube, es macht ihr genauso wie mir Spaß, Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu befolgen. Eines eigentlich schönen Tages, zu Ehren des Besuchs der Schwiegereltern in unserem Hause, hatte sie ein ganz besonderes Rezept ausgesucht: Gedünsteter Chiccorée.

Das war sicherlich nicht das einzige auf dem Teller und wahrscheinlich einfach nur die einen Fisch begleitende raffinierte Beilage, aber da es meine erste Bekanntschaft mit diesem Gemüse war, hinterließ es einen bleibenden Eindruck.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie es ihr ergangen sein muss. Zwei Kinder im nervigen vorpubertären Alter, die Schwiegereltern im Haus, der Gourmet himself, ihr Göttergatte, mitten am Tag daheim und ein neues Rezept mit einer Zutat, die sie bis dahin noch nie verarbeitet hatte.

Nun schrieb das Leben folgende Geschichte: Der gute pflanzliche Lebensmittel kam halb roh, halb angebrannt auf die Teller, ohne von der nichts ahnenden Köchin seines höchst bitteren Strunks beraubt worden zu sein. Das war nicht weiter wild; auch ich gebe gern mein Bestes und wenn das nicht gut genug ist, versuche ich immer noch das Beste daraus zu machen.

Grausam wurde es erst, als wir alle wussten, wie scheußlich es schmeckte und wir Kinder dann trotzdem oder gerade deshalb mit vereinten Kräften vonseiten der Erwachsenen am Tisch zum Herunterwürgen dieses misslungenen Gerichts genötigt wurden.

Mein Bruder hat sich mit 50 Pfennig, die meine Oma ihm dafür anbot, bestechen lassen. Ich weigerte mich standhaft und verzichtete dafür auf alle folgenden Gänge einschließlich Nachtisch sowie auf Fernsehkonsum in der nächsten Zeit, aber ich nahm mir davon mit, dass meine Geschmacksnerven bei Tisch genauso wenig zu sagen hatten wie ich und diesbezügliche Signale meines Gehirns genauso ignoriert zu werden hatten wie mein Sättigungsgefühl.

An jedem anderen Tag hätte der feine Geschmack meines Vaters mich alleine schon aus seinem eigenen Interesse heraus vor solchen Eskapaden beschützt – aber gegen seine eigene Mutter konnte er sich wohl auch nicht zur Wehr setzen.

Ich glaube, dieses Erlebnis hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich mich später für die Kochlehre entschied. In deren Verlauf lernte ich u.a. wie man Chiccorée verarbeitet und wagte mich auch an eine Rohverkostung. Es war – ohne Strunk – nichtssagend gewöhnlich, vielleicht etwas nussiger als andere Salatsorten.

Weil aber alle Salate irgendwie immer ein bisschen „nach Wiese“ schmecken, bin ich immer noch kein Freund von Rohkost.

Obiges Rezept habt ihr nun einer Mutprobe zu verdanken, die ich mir in diesem Jahr selbst gestellt habe: Iss etwas Gesundes, was du früher nicht mochtest!

Auf Anregung von Mark Lauren hatte ich mir vorgenommen, eine Speise zu essen, die ich in meiner Kindheit gar nicht mochte. Tatsächlich schmeckte der Chiccorée nun hervorragend und erinnerte mich am ehesten an gedünstete dünn geschnittene Gurkenscheiben. Ich habe mir zwar ein halbes Jahr Zeit gelassen, bis ich diese Herausforderung angenommen habe, aber ich habe es nicht bereut.

 

Rückblick + Teamarbeit

Als Betthupferl für meine fleißigen Leseratten gibt es im letzten Abschnitt dieses Beitrags noch ein Memo an mich, indem ich veranschauliche, wie mein inneres Team zusammenarbeitet. Abkürzung direkt dahin: Memo an mich – Teamarbeit


Ich denke, ein Ruhetag die Woche wird mir ganz gut tun. Ich muss nicht jeden Tag etwas veröffentlichen.

Das nehme ich mir mit für das neue Wochenprogramm für die Woche nach der Tagung. (Ja, das ist auch schon fertig, falls ich den Plan nicht zwischenzeitlich anpassen will.)

Seit ich vor einer Stunde beschlossen habe, noch etwas zu essen und dann ins Bett zu gehen, habe ich mich noch nicht loseisen können. Böser Junge, tztztz!

Los, Pause. Essen. Jetzt!

Ah, prima. Müde bin ich schonmal. In der Küche eben gegähnt. Und festgestellt: Mal aufs Klo ist auch wieder ganz nett nach nunja mittlerweile – OMG Kopfrechnen – siebeneinhalb (24-19 = 5 | + 5,5 = 10,5) 9 Stunden konzentrierter Arbeit, davon eine Stunde Pause vom Bildschirm macht einen handelsüblichen Arbeitstag in Vollzeit.

Falls da jetzt jemand von der Rentenversicherung mitliest: Bitte keine voreiligen Rückschlüsse hinsichtlich meiner Arbeitsfähigkeit ziehen. Den Fehler hatte der homöopathiegläubige Gutachter auch schon gemacht. (Die Geschichte erzähle ich ein andermal.)

Sicherheitshalber erinnere ich noch daran, dass mein letzter Arbeitsausfall sich gerade auf die gesamte vergangene Woche erstreckt. Vom 23.- 29. hätte ich mich krankmelden müssen und das bei recht engmaschiger Betreuung durch meine Genesungsbegleiter. Diese Woche drei Stunden und in der Vorwoche eine Stunde war ich bei der Integrierten Versorgung zum Gespräch.

„Rückblick + Teamarbeit“ weiterlesen

Frühstück am Samstag: Walnusskerne und Brötchen mit Schokoschmier

Was kcal Fett Kohlehydrate Eiweiß Gramm/ml
853 55,446 69,232 15,816 176,000
Brötchen (vom Bäcker) 141 0,504 29,008 5,040 56,000
Its my Life (Brinkers) 199 13,068 17,496 2,412 36,000
Chocolate Symphony No. 2 (Brinkers) 292 20,574 20,898 3,564 54,000
Walnusskerne (Nüsse selbst geknackt) 221 21,300 1,830 4,800 30,000
25%-30% Max. 50% – 55% Mind. 20%
Anteil Fett Anteil KH Anteil Eiweiß
59,81% 33,28% 7,60%

90-Tage-Challenge Tag 32

Donnerstag. Jetzt muss ich mal beichten. Auch wenn ich hier tolle Magerquark-Rezepte poste, hatte ich trotzdem gestern einen Mega-Fressanfall mit 2809kcal binnen zwei Stunden. Insgesamt kam ich so an dem Tag auf 4660kcal, was mir ein Plus von 2153kcal beschert. Ein so fettes Plus habe ich bisher nie verzeichnet, aber vermutlich liegt das daran, dass ich immer vorher schon das Aufzeichnen abgebrochen hatte.

Ursachenforschung? Die ganze letzte Woche habe ich mein Kreuz bei „gereizte Stimmung“ gesetzt. Irgendwas wurmt mich. Auch wenn ich Momente finde, in denen ich ausgeglichen bin, so ganz im Reinen mit mir bin ich zur Zeit nicht. Heute konnte ich nach langer Zeit wieder ausschlafen, die letzten Wochen schlafe ich überwiegend kurz, kürzer als mir lieb ist.

Eine meiner Vermutungen ist ein Zusammenhang mit dem am Anfang des 12-Wochen-Intervalls recht hohem Testosteronspiegel, weshalb ich auf Testogel wechseln will, um damit eine Tagesamplitude zu bekommen.

Mein Lieblingsworkout habe ich sehr genossen:

RUCKUS Anzahl Runden: 9

Meine Konzentration war tipptopp. Einmal habe ich mich verzählt beim Kreuzheben.

Die Lunges sind kein Problem, gerader Rücken, Arme in den Nacken gelegt und ganz bewusst das Gewicht auf der Ferse, Schritt nach hinten, kurz mit dem Knie den Boden berührt und wieder hoch.

Bei allen Übungen habe ich nur für die Liegestütze gelebt, um diese sechsmal nacheinander ohne die Zwischenpause absolvieren zu können. Mit ganz bewusstem Einatmen beim Runtergehen und Ausatmen beim Hochstemmen ist mir dies bis auf die letzte Runde auch gelungen. Bei den ersten beiden Runden bin ich mir nicht mehr ganz sicher, das ging irgendwie viel zu schnell. Bei der achten Runde hing das Kreuz einmal durch, daraufhin ging ich noch langsamer runter, so dass ich von den Armen her kaum die Wende schaffte, mich wieder hochzustemmen. Aber der Rücken war gerade.

Beim Kreuzheben wackelte ich ein paarmal etwas – das Kreuzheben ist eine härtere Prüfung auf Ausgeglichenheit als der Baum aus dem Yoga. Volle Konzentration auf den rechten Fuß, der mit sattem Kontakt auf dem Boden ruht und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf das linke Bein, das gerade ausgestreckt nach oben in die Waagerechte geht, während die Arme beim Ausatmen zum Boden heruntersinken und die Fingerspitzen dann die (rechte) Fußspitze berühren. Zweimal habe ich fast das Gleichgewicht verloren.

Das Türziehen wie von Anfang an ein Selbstgänger, eher zu hastig absolviert als dass die Haltung nicht korrekt wäre. Um die Klinke gelegtes Handtuch greifen, den Unterkörper mit rechtem Winkel in den Knien als Gewicht nutzend durch Armstreckung nach unten bewegen, Hochziehen, Schultern zusammen.

Und dann den Strich auf der Liste machen und wieder von vorne.


90-Tage-Challenge Tag 33

Freitag. Akute Fettlogiken: „Ich will jetzt nicht unhöflich sein und kann doch nicht als einziger Sekt und Kuchen ablehnen“ und  „Jetzt ist es ja eh egal“. Bilanz: Geschätzte 1000kcal alleine deshalb, weil ich der Einladung gestern abend spontan gefolgt bin.

Wieder ein Plus anstelle eines Defizits, wenn auch bei weitem nicht so drastisch wie am Vortag. Vom 16.03. – 15.04. habe ich ein Gesamtdefizit von 21166kcal erwirtschaftet im Schnitt über 700kcal/Tag. Und jetzt allein in den beiden letzten Tagen ein Plus, das mehr als zehn Prozent des Defizits eines ganzen Monats aufwiegt. Das ist nicht mehr wett zu machen. Muss mir erstmal egal sein, sonst mache ich mich nur unnötig fertig und dann wird es noch schlimmer.

Seit dem beknackten Proteinriegel habe ich Schwierigkeiten und muss mich ständig wieder zusammenreißen und manchmal gelingt mir das eben nicht. Jetzt ist vorbei mit easy am Süßigkeitenregal vorbeischlendern. Auch Umsteigen wird gefährlich, wegen der Süßigkeitenautomaten am Bahnhof.

TYRANT, Zeit: 17:23:25

Beim Aufwärmen habe ich total getrödelt und war mit den Gedanken sonstwo. Beim Workout bin ich wieder viel zu schnell reingegangen. Die Atmung hat mich tierisch durcheinandergebracht. Bei den ersten Kniebeugen habe ich versehentlich die Atemzüge gezählt anstatt der Kniebeugen. Beim Kreuzheben habe ich bis zur letzten Runde mehrmals das Gleichgewicht verloren.

Wenn ich das so lese, lässt es sich zusammenfassen mit: Alles doof, alles scheiße. Also mal gleich den Haken bei „Depression“ setzen.^^

Also weg mit der Aufmerksamkeit davon, wie viel ich esse und wieder dahin, was ich essen möchte und was nicht. Jetzt nach dem Workout Proteine und Kohlenhydrate, sprich Magerquark und Obst. Später als warme Mahlzeit die Pute. Dazu hole ich mir noch frisches Gemüse. Heute abend darf es auch wieder etwas mit Fett sein, z. B. die Walnusskerne. Bis dahin hatte mein Körper Gelegenheit, die beanspruchten Muskeln ungestört zu flicken.

Nochmal der Blick auf den Sport: Was bin ich froh, dass „Sport“ kein Reizwort mehr für mich ist. Geil, dass ich das Workout auch an Tag 33 der Challenge immer noch mit Freude und bis auf einzelne  Ausnahmen konsequent vor dem Frühstück mache. An den letzten Regenerationstagen habe ich das Laufen auf dem Crosstrainer so sehr vermisst, dass ich einfach gelaufen bin und habe es sehr genossen. In den ersten Wochen und Monaten, als das Gerät neu war, war es jedes Mal ein Kampf und kostete mich einiges an Überwindung.

Das heutige Workout war mir ein Ritual und ich habe es gerne absolviert.

Das Hüftheben ist mir nicht jedes Mal leicht gefallen, aber es hat mit dem Einatmen beim Absenken und Ausatmen beim Hochstemmen zunehmend besser geklappt.

Die Kniebeugen waren mir eine Freude und es erstaunt mich immer noch, dass sie mir so leicht fallen, da mir vor einem halben Jahr stets davor gruselte.

Bei den Bodyrocks habe ich sehr deutlich gespürt, wie der Muskel, der das Durchhängen des Beckens bei den Liegestützen vermeiden soll, arbeiten musste und manchmal etwas krampfte. Dagegen halfen mir leichte Dehnübungen sehr.

Das Kreuzheben konnte ich von Runde zu Runde sauberer durchführen.


Gestern habe ich übrigens einen Zettel geschenkt bekommen mit folgendem Spruch:

Ich höre meinen Gedanken aufmerksam zu und weiß, dass sie in jeder Sekunde meine Zukunft erschaffen.

Ich war sofort an depressive Denkmuster erinnert und dachte: Wie wahr.

Ich vor einem großen Baum, dem viele Äste abgesägt wurden.

Wanderung an der Oberalster

Männer, die gerne in der Natur sind, pinkeln in der Regel auch gerne in den Wald. Jedenfalls stelle ich mir das so vor – ich habe mich noch nicht getraut, direkt nachzufragen. Falls es sie gibt: Zu denen gehöre auch ich.

Ein beeindruckender Baum an der Oberalster.
Kastrierter Baum

Am Samstag vorvergangener Woche habe ich an einer Wanderung an der Oberalster mit Marc von der Outdoor-Gruppe von Startschuss teilgenommen. Für mich hat dieses Wochenende mit den sehr angenehmen Temperaturen (mit derselben dünnen Hose!) nun endgültig den Sommer eingeläutet.

Leider habe ich den beeindruckenden Kirschbaum* in voller Blüte nur mit meinem Hirn geknipst und ihr müsst jetzt mit dem kastrierten Baum vornehmen, der an dem Platz stand, an dem wir gerastet und gespiesen haben.

Bewusst für die anderen offen plauderte ich übers Abnehmen und Nichtrauchen und hörte von der Leidenschaft fürs Radfahren, die ich nicht teile, und tauschte Träume von Fernwanderungen.

Für mich war es das erste Mal, dass ich gut mir Kontakt und Rückzug gut haushalten und so die Wanderung sehr genießen konnte und auch die Gespräche mit vielen verschiedenen Menschen als angenehm erlebt habe.

Nur eine Situation war grenzwertig, als ich alleine ging, während sich vor mir zwei unterhielten und ich deren Gespräch sowie das der beiden hinter mir und der beiden dahinter verfolgte und nur dann, wenn sie sich gegenseitig übertönten, Satzfetzen nicht bei mir ankamen.

Ich nahm also gut 85% der Informationen dieser sechs Sprecher nebst Vogelgezwitscher und anderer Hintergrundgeräusche bewusst auf. Dazu kommen sämtliche visuell aufgenommenen Informationen und Empfindungen meines Körpers, wie Gerüche, Geschmack, Gluckern im Gedärm, brennende Muskeln, schmerzende Knochen,…

Unterm Strich betrachtet habe ich ein episodenhaftes Gedächtnis, dh ich erinnere Erlebnisse wie Filmszenen nebst all dem, was der Zuschauer eines Films – oft zum Glück – nicht mitbekommt. Ein bisschen fühle ich mich wie die Heldin in Unforgettable, die – künstlerisch überhöht – in ihrer Erinnerung zurückgehen kann als spule sie ein Video zurück.

Jetzt beim Schreiben kann ich in aller Ruhe sortieren und die Reize von Außen herauspflücken, in hübsche Worte kleiden und mit dem ein oder anderen Schuss Gedanken meiner damaligen oder jetzigen Innenwelt garnieren. Beispiel:

Dieser Kirschbaum erinnerte mich an die Sommer meiner Kindheit. 
Ich erblickte ihn am Ende einer Biegung des Weges vor einigen 
Häusern am Waldrand und schmeckte sofort die Luft auf meiner
Zunge, die baldigen Regen ankündigte. Es roch nach Elektrizität.
Ein Gewitter nahte.
Die Straße, in der ich aufgewachsen war, war von noch recht 
jungen japanischen Zierkirschen umsäumt - ganz hatte das Geld
für eine Allee nicht gereicht. Lange war ich nicht mehr dort.
Wie groß die Bäume wohl heute sind?
Dieser Baum hier erhebt sich majestätisch vor mir auf seiner
Anhöhe. Seine Blüten sind ein rosa Fest für die Sinne - 
es duftet nach Sommer und das leise Rauschen strahlt die Ruhe
und die Kraft aus, mit der er fest in der Erde verwurzelt ist.

(Naja ok, eigentlich erlebe ich die meisten Düfte als Gestank,
weil sie einfach zu intensiv sind, um angenehm zu sein.
Ich denke, der Detailreichtum ist trotz Weichzeichner und
kitschigem Geschwurbel deutlich geworden.
Dieselbe Erinnerung kann auch sehr viel technischer mit Fach-
wörtern beschrieben werden. Diese Genauigkeit ist sehr hilfreich
beim Erstellen von Bugreports oder bei der Definition von Kenn-
zahlen oder beim Schreiben von User Stories.)

Für Schriftsteller oder Journalisten und alle anderen, die beobachten und darüber berichten wollen ist das natürlich grandios. Für jemanden wie mich, der unterbezahlt in ein Großraumbüro gesetzt wird, dagegen Folter. Zum Glück blieb mir das bisher erspart.

Dies (und anderes, ich möchte hier nicht zu weit ausschweifen) ist eine Folge der sogenannten „Reizfilterstörung“ meiner schizo-affektiven Störung und oder, was ich konzeptionell vorziehe, die niedrigere Wahrnehmungsschwelle aufgrund meiner Hochsensibilität. Die psychische Minderbelastbarkeit bleibt, aber ich kann durch Optimierung meiner Work-Life-Balance so sehr dissimulieren, dass man mir meine Behinderung nicht anmerkt.

In einem Chat wäre es für mich kein Problem, diese Daten alle zu verarbeiten (ich habe auch schon, über Stunden hinweg und ohne Pausen, 15 oder 20 private Chatgespräche gleichzeitig geführt), weil dort 100% der

Ich klettere auf einen Baum.
Ich musste klettern, sonst gäbe es kein Foto.

Informationen von drei Gesprächen bei mir ankommen und ich allen parallel ohne Probleme folgen kann.

Die Aufnahme akustischer Informationen dagegen fällt mir sehr viel schwerer und das Ausblenden der Stimmen der anderen ist allerdings noch schwieriger, weil es erfordert, den Fokus meiner Aufmerksamkeit ganz bewusst auf etwas anderes zu lenken und damit viel Konzentration kostet.

Aus diesem Grund, und weil Menschen sich auch in der S-Bahn unterhalten, habe ich in den ÖPNV immer meine Kopfhörer bei mir und höre Musik, um die dortige Geräuschkulisse zu übertönen.

Zum Glück gab es aber auch Streckenabschnitte, wo wir schweigend neben- oder hintereinander hergingen und ich so die Gedanken in meiner Innenwelt schweifen lassen konnte. Das neben dem Weg verlaufende Gewässer tat sein Übriges zu meinem Ausgleich.

 

Mein persönliches Highlight war wie immer meine Pinkelpause:

Ich habe – und das ist eine andere Geschichte – endlich kein mentales Problem mehr, meine 7-EUR-Pinkelhilfe zu benutzen. Ich musste mich bei Harndrang also nur unauffällig zurückfallen lassen, eine geeignete Stelle ausgucken, am Rand stehen bleiben, die Hose aufmachen, in die Tasche greifen, um mein Hilfsmittel herauszuholen und damit mein Geschäft verrichten.

Der Pee Off von Laura Méritt machts möglich.

Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass aus der Wanderung an der Oberalster eine Wanderung durch meine Innenwelt geworden ist. Die Freiheit nehme ich mir einfach, da mich keiner für meine Arbeit bezahlt.

Als Entschädigung zeige ich euch noch meinen hart erarbeiteten Knackarsch:

Ich erklettere einen Baum.
Äffchen

 

Magerquark mit Weintrauben

Was kcal Fett Kohlehydrate Eiweiß Gramm/ml
246 1,020 27,040 30,400 355,000
Magerquark 170 0,750 10,000 29,500 250,000
Zucker 12 0,000 3,000 0,000 15,000
Weintrauben, weiss 64 0,270 14,040 0,900 90,000
25%-30% Max. 50% – 55% Mind. 20%
Anteil Fett Anteil KH Anteil Eiweiß
3,82% 45,08% 50,69%

90-Tage-Challenge Tag 29

Montag. Heute war ich beim Klamottenladen meines Vertrauens und versuchte mich mit der nächstkleineren Konfektionsgröße. Keine Chance. Die Hose, die ich zur Zeit trage, schlägt oben bereits Falten, während sie am Oberschenkel genau richtig sitzt und an den Waden viel zu eng ist. Die Tendenz zeichnete sich bereits vor zwei Wochen ab, aber ich bekam sie geschenkt – gekauft hätte ich die so nicht.

Danach besuchte ich ein Geschäft für Sportbekleidung. Größe M war viel zu weit und auch S ist etwas weit ausgefallen. XS führen sie nicht. Halten die Schweden ihre Zielgruppe innerhalb der Deutschen für dermaßen fett oder sind sie selbst so large? Vor allem obenrum ist zu viel Material, ähnlich wie bei der oben beschriebenen Jeans.

Ich habe die Klamotten trotzdem gekauft; alleine der Eitelkeit wegen, Sportkleidung in Größe S tragen zu können, die nicht so eng sitzt wie Funktionskleidung eigentlich sollte, sondern eben locker. Vielleicht ist ja auch das das bahnbrechende Konzept, was die neue Kette zu gewaltigen Umsätzen führen wird. Warten wir’s ab.

Von Proteinriegeln kann ich übrigens abraten: Heute habe ich einen probiert in einem Fachgeschäft für Sportler-Ernährung und bekam danach großen Durst und Heißhunger auf Süßigkeiten/Schokolade. Ich führe das auf die Zutaten zurück, die so benannt sind, dass es mir – abgesehen von den fettgedruckten Allergnen – überhaupt nichts sagt, aus welchem Tier oder welcher Pflanze es stammen könnte:

Protein Blend (Milk Protein Isolate, Whey Protein Isolate (Milk)),

Soluble Gluco Fibre,

Almonds,

Water,

Chocolate Flavour Cookies (10%) (Protein Blend (Whey Protein Isolate (Milk), Milk Protein Isolate)),

Dextrin Cocoa,

Cocoa Butter,

Flavouring,

Emulsifier (Sunflower Lecithin),

Coconut Oil,

Thickener (Xanthan Gum),

Raising Agent (Baking Soda), Sea Salt, Sweetener (Sucralose)),

White Chocolate Flower Chunks (5%) (Cocoa Butter, Milk Protein Isolate, Bulking Agent (Erythritol), Flavourings, Sea Salt, Sweeteners (Sucralose, Steviol Glycosides)),

Flavourings,

Bulking Agent (Erythritol),

Palm Oil,

Sea salt,

Colour (Calcium Carbonate),

Sweeteners (Sucralose, Steviol Gycosides)

Also, dieser war bis auf Weiteres mein letzter Proteinriegel. Und das nicht wegen des hohen Fettgehalts und 210kcal bei null Sättigung. Mir ist einfach nicht geheuer, was das Zeug in meinem Hirn anstellt.

Zum Sport:

EVAL, Level 1
Bodyrocks:                33 35 35 28
Türziehen:                15 15 16 16
Prisoner Back Lunges:     12 14 14 12
Enge 3-Punkt-Liegestütze: 09 09 06 06

Man sieht sehr schön, wie viel ausgeglichener ich heute bin im Vergleich zu den letzten Tagen. Es hat sich ausgezahlt, mich in der letzten Zeit zurückzuziehen.

Beim Türziehen merkte ich, wie sich die Atmung beschleunigte und atmete langsamer, um mir meine Kräfte einzuteilen und nicht zu schnell zu sein. Bei den Lunges ging mir dann schon ziemlich die Pumpe und ich bekam zusätzliches Herzklopfen beim Gedanken daran, was passieren würde, wenn ich nun das Levelup schaffen sollte.

Dann holte mich bei den Liegestützen die Realität wieder ein. Leider schaffte ich es nur kurz, die Liegestütze ohne die Zwischenpause auf der Matte zu machen – aber immerhin einige Male. Dabei find ich dann auch an zu schwitzen.

Die beiden letzten Sätze konnte ich nicht gescheit zählen (möglicherweise waren es auch 8 Wiederholungen), weil mir aufgefallen war, dass ich falsch atme und ich mich bemühte, dies zu korrigieren. Dabei atmete ich ganz richtig: Beim Hochdrücken aus und beim Absenken ein.

Faustregel: Bei der Anstrengung ausatmen und nach der Anstrengung einatmen. Bei den Kniebeugen ist es andersrum, da atme ich aus, wenn ich mit der Schwerkraft nach unten in die Hocke gehe und während ich mich gegen die Schwerkraft wieder hochdrücke atme ich ein. (Irgendwo hatte ich gelesen, beim Arbeiten gegen die Schwerkraft müsse man ausatmen. Diese Formulierung ist aber irreführend.)

 


90-Tage-Challenge Tag 30

Dienstag. Gestern abend habe ich mir einen Sonntagsquark genehmigt. Der Zucker und das Fett hat mich recht bald müde gemacht, so dass ich gut einschlafen konnte.

Kaloriendefizit hatte ich die beiden letzten Tage so gut wie keins (Montag 23, Dienstag -11).

Ab heute greife ich wieder an, da ich nun gut ausgeruht bin.

OPUS, Level 1, Wiederholungen der 4. Runde 
 Skorpion   29
 Zombie     25
 3Punkt     14
 Fallschirm 59

Alle Zahlen besser als beim letzten OPUS.  Meine Konzentration ist um Längen besser als in der letzten Zeit. Ich konnte alle Zeiten gut einhalten. Durch die kurzen Pausen (nur 15 Sek) kam ich recht bald ins Schwitzen und bekam (wahrscheinlich) einen roten Kopf.

Wieder hat mich die Atmung beschäftigt. Es fiel mir schwer, bei den Liegestütze beim Hochdrücken auszuatmen, aber als ich es mir ganz bewusst vornahm und darauf achtete, ging es dann.

Ohne Zwischenpause klappen die Liegestütze nur wenige Wiederholungen und manchmal hängt sogar das Becken durch. Daher habe ich in den Pausen einen Rundrücken gemacht, um das auszugleichen.

Die anderen Übungen fallen mir alle vergleichsweise leicht.

90-Tage-Challenge Tag 26

Kein Vorgeplänkel heute. Warum hier die Schriftart im Editor plötzlich anders ist, weiß ich nicht. Es irritiert mich gerade maßlos. Das ganze Format ist dahin, aber das kann mich gerade mal.

 

HAMMER, Wiederholungen des jeweils letzten Satzes
 
Skorpion   24
Kreuzheben 16
Fallschirm 50
Lunges     16

Ich habe dreimal die Pause überzogen und einmal war ich so in der Bewegung versunken, dass ich die Belastungszeit überzogen habe. Zähle ich mit, ist es einfacher, den Fokus auf der Bewegung zu halten. Zähle ich nicht, driften die Gedanken weg und ich bleibe einfach liegen. In beiden Fällen verliere ich die Struktur und ich kann diesen verdammten Beobachter, der alles protokollieren will, nicht abschalten. Auch nicht bei den Sätzen, in denen ich nicht zählen muss. Da öffnet sich dann der Raum für die Verarbeitung: Das, was gestern war, kommt jetzt hoch.

Wahrscheinlich wäre es heute besser, wenn ich einfach auf dem Crosstrainer laufe und die Gedanken schweifen und die Gefühle brodeln lasse. Das plane ich mir für heute nachmittag ein. Sonst bin ich nicht fit genug, um den Chat zu moderieren. Dazu muss ich „leer“ genug sein, um aufnehmen zu können. Momentan ist mein Faß so 98% voll würde ich schätzen.

/edit:

Bei der letzten Übung war mir etwas schwindelig. Warum? Keine Ahnung.

/edit.


Off Topic – Geschwurbel:

Mir gehts im Moment gerade nicht gut, weil sehr vieles von gestern abend hochgekommen ist und sich mischt mit alten Gefühlen. Schön: Ich merke es. Ich kann darauf reagieren.

Ich will hier weniger rumschwurbeln. Ich will diese Gedanken beiseite schieben und in anderen, eigenen Beiträgen zur Sprache bringen. Es gelingt mir wieder nicht, das Skalpell hier anzusetzen und trennscharf zu sein. Ich schaffe es auch rein zeitlich nicht, alles ausführlich und gut ausformuliert darzustellen. Dann bin ich schon längst wieder weiter.

Da ist diese Scheissangst, mit Normalgewicht doch wieder für eine Frau gehalten zu werden. Ich weiß, dass das nicht rational ist. Trotzdem ist sie wieder aufgeflammt, nachdem ich sie auf eine Sorge hatte reduzieren zu können.

Ich will nicht wieder durch das Tal der Tränen. Es reicht.

Heute hat mich beim Aufwärmen ein Anruf gestört. Technisch war das möglich, weil die Klingelsperre zur Zeit nur von 22 bis 8 Uhr an ist. Das Gespräch war für 13 – 14 Uhr vereinbart. Sowas regt mich auf, maßlos. Ich war nicht vorbereitet.

Auch gestern war ich nicht darauf vorbereitet, dass das so wichtige von mir für das Psychoseseminar vorgeschlagene Thema Hochsensibilität gleich am zweiten Termin drankommt, weil es die Liste mit den Themen an ebendiesem zweiten Termin im Semester erst gibt. Ich hatte mir vorgenommen, das Protokoll zu führen, falls sich kein Student dazu bereiterklärt. Weil mir das Thema so wichtig ist. Dadurch hatte ich nun enorme Schwierigkeiten, mich selbst einzubringen. In der zweiten Hälfte habe ich es trotzdem versucht, was auf Kosten der Qualität des Protokolls ging. Besser ein schlechtes Protokoll als gar keins, dachte ich. Viel schlimmer aber finde ich, dass nun das Gespräch einen so ungünstigen Verlauf genommen hat, dass es auf Erstteilnehmer so wirkte, als sei hochsensibel und psychotisch zu sein gleichzusetzen. Das ist fatal – genau das Gegenteil von dem, was ich hatte erreichen wollen, schlimmer noch: Ein Imageschaden für die HSP- und nun fühle ich mich schuldig, das Thema überhaupt eingebracht zu haben und habe offensichtlich die Prioritäten falsch gesetzt. Wichtiger als ein Protokoll eines Gesprächs ist doch das Gespräch selbst und dieses habe ich nicht ausreichend aktiv mitgestaltet.

Damit fühle ich mich jetzt wieder sehr, sehr begrenzt und auch behindert durch mein Sosein. Wenn ich das jetzt hier so schreibe, macht das vielleicht den Eindruck, Hochsensibilität sei eine Behinderung – nein, das ist nicht der Fall. aber auf die Imagepflege kann ich jetzt im Augenblick keine Rücksicht nehmen. Ich muss gerade mal wieder an mich selbst denken und mich ausgleichen.

Jetzt bin ich wütend und traurig. Ich verstehe nicht, warum ich mich angegriffen und in meiner Identität bedroht fühle, nur weil jemand anders meine Wahrnehmung, mein Erleben und mein SoSein nicht nachvollziehen kann. Meine Geschlechtsidentität ist mit „männlich“ nur grob eingeordnet, treffender beschrieben wäre sie mit „Hotte“. Aber das mute ich nicht Fremden zu, auf den ersten Blick zu erfassen. Das kann ich selbst bei anderen ja auch nicht. Ich bin darauf angewiesen, dass man mir mitteilt, wie ich mich einer Person gegenüber verhalten sollte, damit diese sich mit mir wohl fühlt. Gedanken lesen kann ich nur, wenn man sie mir aufschreibt. Wo Worte für den Selbstausdruck fehlen, kann ich aus meinem Wortschatz heraus vielleicht Vorschläge machen – aber das sind natürlich nur Anregungen und keine Zwangsjacken.

Ich habe mir vorgenommen, mir meine Sicht auf die Welt und meine hart erarbeitete Selbstsicherheit und die Zufriedenheit mit mir selbst nicht nehmen zu lassen von Menschen, die sich lieber unwohl fühlen wollen als am Leben teilzunehmen. Ich mache doch nicht jahrelang Therapie, damit ich mir dann erklären lasse, dass ich so „normal“ und in die Gesellschaft integriert wie ich jetzt bin ein chauvinistisches Arschloch bin. Gesagt hat das so niemand – aber so fühlte es sich für mich an.

Und wenn ich die Wahl habe ein Chauvi-Arsch zu sein oder ein leidender Gutmensch, dann bin ich lieber ein Arschloch.

Guten Tag.

 

Noch was:

Nicht-binäre Identitäten habe ich für mich als Schublade einrichten müssen, um diese Unordnung derer aushalten zu können, die sich nicht als „Mann“ oder „Frau“ verorten wollen oder können. Ich werde sonst ver-rückt und ich habe großes Interesse, meinen gesunden Menschenverstand zu behalten und nicht schon wieder zu verlieren. Es ist normal (i.S. von sowohl häufig als auch gesund), auch Menschen in Schubladen einzuordnen. Ich darf das. So!

90-Tage-Challenge Tag 22

Mein letztes EVAL im ersten Drittel. Diese Woche sind es noch drei Workouts, ab der kommenden Woche sind nur noch der Feiertag (jeden Mittwoch feiere ich die Teilung der Arbeitswoche) und das Wochenende der Regeneration vorbehalten.

Heute früh war ich wie auch gestern abend sehr aufgedreht und habe mich ganz bewusst gebremst und versucht, vor allem die Bodyrocks als erste Übung sehr langsam zu machen. Durch langsamere Bewegungen und langsames Atmen beruhigen sich auch die Neurotransmitter im Gehirn.* Deshalb ist das für mich sehr wichtig, wenn es mir besonders gut geht und ich einen sehr starken Antrieb habe, auch zur Ruhe zu kommen und an ausreichende Pausen zur Regeneration zu denken.

EVAL, Level 1
Bodyrocks:                37 34 32 35
Türziehen:                12 13 13 12
Prisoner Back Lunges:     12 12 12 12
Enge 3-Punkt-Liegestütze: 09 08 07 07

Heute war meine Konzentration relativ gut, auch wenn sie schonmal besser war. Bereits gestern beim Schwimmen war meine Koordinationsfähigkeit gefragt, weil ich mir die Abschlagsübung einprägen musste. (Das ist eine bestimmte Übung um die Technik beim Kraulen zu verbessern.)

Das Gehirn muss dabei dem einen Arm den Befehl geben, sich gerade zu strecken, während es dem anderen Arm sagt, dass dieser in angewinkelter Haltung durchgezogen werden soll. Dazu kommt noch der Kopf, der jeweils nur zu einer Seite atmen darf – die Beine steuer ich dann schon aus dem Rückenmark, wie mein Vater sagen würde.

Symmetrische Bewegungen fallen mir allesamt leichter als asymmetrische. Ich würde fast behaupten, das ginge jedem so.

Bei den 3-Punkt-Liegestütze ist es ähnlich: Das eine Bein bleibt gerade angespannt und trägt die gesamte Last, die auf den Unterkörper wirkt, während das andere Bein zwar auch gerade ausgestreckt ist, aber unbelastet bleibt und einen anderen Winkel zum Becken aufweist.

Das ist nicht so einfach, das alles im Kopf geregelt zu kriegen. Gerade dann, wenn ein Bewegungsablauf erst neu erlernt wird. Aber wie beim Auto fahren lernen, wo erst tausend verschiedenen ungewohnte Handgriffe und Blicke auf einen einstürmen, hat man es auch beim Sport irgendwann drauf und es läuft ganz fließend, ohne bewusst darüber nachdenken zu müssen, eben aus dem Rückenmark ab. Und dann trifft wohl auch der Satz, sowas wie Radfahren verlerne man nie – das ist vom Prinzip her eigentlich dasselbe. Eine ganzheitliche, sowohl geistige als auch körperliche Herausforderung.

Ich merke, ich schweife immer wieder ab.^^

Eigentlich gibt es nicht mehr viel zum heutigen Training zu sagen. Ich habe dreimal die Pausenzeit überschritten, weil meine Gedanken woanders waren. Ich finde, ich habe es sehr viel besser hingekriegt, meine Power auf die verschiedenen Übungen zu verteilen, auch wenn es keine besseren Zahlen für die Liegestütze gibt. Es hat sich insgesamt nicht so anstrengend angefühlt, ich war weniger aus der Puste und hatte auch nicht so einen roten Kopf wie neulich.

Ich überlege gerade, wo ich das am besten unterbringe, dass ich überhaupt mit Bewegung angefangen habe, weil das gut für mein Gehirn ist und nicht etwa, weil ich sooo unbedingt abnehmen wollte. -.-

Egal, Schluss jetzt. Gehen Sie bitte weiter, es gibt nichts zu sehen!


 

*) Es gibt ja diese Wechselwirkung zwischen dem Körper und der Seele, wovon psychosomatisch bedeutet, dass ein seelischer Konflikt sich auf der Körperbühne zeigt und somatopsychisch bedeutet, dass der Körper einen Einfluss auf die Seele hat. Jeder weiß, wie gut eine Massage oder ein angenehmes Wannenbad der Entspannung dienlich sein kann oder eben wie sehr es auch die Psyche belastet, wenn man körperliche Schmerzen leiden muss oder wenn man aufgrund von Körperform durch Über- oder Untergewicht, unpassenden Geschlechtsmerkmalen oder aus anderen Gründen mit seinem Körper nicht zufrieden ist.

90-Tage-Challenge Tag 19

It’s not about having time – it’s about making time.

(Mark Lauren)

Die morgige Bonusaufgabe lautet, sich diesen Satz an einem gut sichtbaren Ort aufzuhängen. Sich zu vergegenwärtigen, dass man sich nicht nur Zeit nehmen, sondern auch etwas daraus machen muss, kann sehr hilfreich sein im Kampf gegen den inneren Schweinehund. Die Hauptaufgabe für morgen ist nämlich: Eliminiere Deine Ausreden

Sobald der Schweinehund sich Ausreden ausdenkt, soll man sie aufschreiben und die stärksten Gegenargumente dazu notieren. Direkten Gebrauch in Form von Listen habe ich davon nie gemacht, aber es fließt sicherlich in meine Tagebücher mit ein.

Muskelkater habe ich keinen und müsste schon nachlesen, wann ich zuletzt welchen hatte, wenn ich es wissen wollte. Ich denke, auch die Tatsache, dass ich das Mobility-Workout (Aufwärmübungen und Dehnen hinterher) recht kontinuierlich beibehalten habe, erleichtert mir die Workouts bei diesem Durchgang der Challenge. So ging mir eine grundsätzliche Körperspannung, ebenso wie Beweglichkeit, nicht völlig verloren. Beim ersten Durchgang war ich viel zu erschöpft an den Regenerationstagen, um auch noch freiwillig die Muskeln zu beanspruchen, die ich an den anderen Tagen schon gequält hatte. Auch das kalte Abduschen genieße ich inzwischen sehr.

Was mich etwas ärgert, ist, dass das Gewicht derzeit stagniert. Also bleibt mir nur, mich daran zu erinnern, dass ich gerade die Konfektionsgröße 48 zurückerkämpft habe und Muskeln eben mehr wiegen als Fett.

Dabei muss ich der Ehrlichkeit halber erwähnen, dass mein Kaloriendefizit, das ich seit drei Wochen wieder erhebe, von Woche zu Woche kleiner geworden ist. Ich darf nicht wieder den Fehler machen, die Ernährung schleifen zu lassen, um die Challenge zu schaffen. Der Hauptaugenmerk gleich nach der Regeneration sollte auf der Gewichtsreduktion bleiben.

Wie war das noch? Das Sixpack wird zu 80% in der Küche gemacht.

So, noch den wöchentlichen Wohnungsputz erledigt und schon fühle ich mich wieder wohl auf der Matte auf dem Fußboden. Inzwischen spüre ich auch schon deutlich Hunger. Jetzt kann es losgehen mit meinem Lieblingsworkout!

RUCKUS Anzahl Runden: 9

Wow! Als die Eieruhr klingelte, dachte ich trotz Vorwarnung meines Zeitgefühls: Was, jetzt schon? So in der 7. Runde hatte ich zu meinem Tempo gefunden und merkte in der 10. dann, wie ich einen roten Kopf bekam. Es fehlten gerade noch 3x Türziehen zur Vollendung der 10. Runde. Trotzdem bin ich froh, dass die Uhr mich davon abgehalten hat, wie eine Maschine immer weiterzumachen. 10 Runden waren, glaube ich, beim letzten Durchgang meine persönliche Bestleistung.

Meine Konzentration reichte meiner Erinnerung nach kaum aus, um bei den Lunges beim Aufwärmen sowohl 5 Sekunden Dehnung abzuzählen als auch mir zu merken, die wievielte Wiederholung ich gerade machte. Also habe ich abwechselnd entweder immer die Zahl wiederholt, die die Wiederholungen zählte oder die Wiederholungen geraten und dafür die Dehnung gezählt.

Heute ist mir beides gelungen, auch wenn ich manchmal weiter als bis 5 gezählt habe. Das ein oder andere Mal habe ich auch zu viele Wiederholungen gemacht, weil ich ganz versunken weiterzählte, aber dafür habe ich einige unsaubere Wiederholungen gelten lassen.

Bei den Liegestütze ist mir aufgefallen, dass der Schwerpunkt meines Oberkörpers von der Mitte weg zu der Seite des belasteten Beins hin changierte. Erstaunlich, wie fein meine Körperwahrnehmung geworden ist, wenn ich bewusst darauf achte.

Jetzt genieße ich mein Frühstück, während ich dies hier schreibe und wandere dabei mit der Aufmerksamkeit zwischen dem Tippen hier und dem Geschmackserlebnis hin und her. Einfacher ist es, wenn ich mich ins Esszimmer setze und mich ganz aufs Essen einlasse. Das kostet aber sehr viel Zeit, und auf diese Weise des bewusst gewechselten Fokus kann ich Mikropausen sinnvoll nutzen. Ich glaube, das ist das, was als Multitasking bezeichnet wird. Computer bearbeiten ja auch nie wirklich mehrere Prozesse zur selben Zeit, sondern sie teilen die Ressourcen unterschiedlich zu – da spricht man dann von Multithreading, wenn ich das korrekt in Erinnerung habe.

Gegen die häufige Ausrede, ich müsse jetzt die andere Hälfte Quark auch noch essen, damit das nicht heute früh nach Kühlschrank schmeckt, habe ich übrigens eine Behältnis mit Deckel angeschafft und gestern Abend Gebrauch davon gemacht.

Durch das Regal mit der Schokolade kann ich im Supermarkt jetzt total easy schlendern und mir rein aus Neugierde die Auslagen ansehen, um mich über das Angebot zu informieren. Da ist kein Verlangen, kein Suchtdruck, Jieper oder Heißhunger, nichtmal Appetit. Und sollte ein Gedanke auftauchen, wird der beiseite geschoben mit dem Hinweis: Ich mache Diät bis ans Ende der 90 Tage und dann können wir nochmal schauen, ob was Leckeres dabei ist. Es ist nicht das Ende aller Süßigkeiten in meinem Leben, nur eine vorübergehende Maßnahme.

 

90-Tage-Challenge Tag 12

Am Mittwoch hatte ich vor dem Workout keinen Muskelkater und kein gar nix – während des Trainings begann ich, meine Muskeln zu spüren und gestern hatte ich einen herkömmlichen Muskelkater. Der war nicht von der so fiesen Sorte wie der erste während dieser Challenge. Laut Mark Lauren soll man nach drei Wochen damit durch sein.

Dieses Workout ist vom Prinzip her so ähnlich aufgebaut wie das OPUS von Tag 3, nur dass es diesmal 45 Sekunden Belastung gibt anstatt 40 und nur 15 Sekunden Pause anstatt 20. Und man macht wie beim EVAL alle Sätze einer Übung nacheinander, anstatt in Runden vorzugehen und jeweils die Übung zu wechseln.

Da glaube ich nicht, dass diese kurzen Pausen mir reichen werden, da ich damit bereits beim ersten Durchgang der Challenge die meisten Schwierigkeiten hatte. Wahrscheinlich hilft es aber, während der Belastungszeit ganz bewusst meine Kräfte besser einzuteilen.

HAMMER, Wiederholungen des jeweils letzten Satzes
Skorpion   
3-Punkt     7
Kreuzheben 15
Fallschirm 55
Lunges     12

Heute sind mir einige Themen durch den Kopf gegangen, einiges davon sind bereits angefangene Beiträge fürs Blog im Entwurfsstatus. Insgesamt ist meine Konzentration heute sehr gut, ich habe nur einmal in der Pause so viel notiert (von dem, das mir auffiel und was ich hier berichten wollte), dass ich die Pause unbeabsichtigt auf die dreifache Zeit verlängert habe.


 

Ich musste daran denken, wie schwer mir meine ersten Schritte in einen aktiven Alltag gefallen waren und welch große Unterstützung mir Alexander dabei war, Bewegung genießen zu lernen. Ich würde gerne das, was er mir durch seine Begleitung als Trainer über ein Jahr hinweg geschenkt hat, heute weitergeben und andere auf diese Weise begleiten.

Am Tag 1 der 90-Tage-Challenge bin ich zweimal gescheitert, beim ersten Mal mit sehr viel größerer Frustration als beim zweiten Mal. Vor allem deshalb, weil ich beim zweiten Mal schon gar nicht mehr so viel von mir erwartet hatte.

Was ich mir vorstellen könnte anzubieten, wäre eine Art Vorbereitungskurs auf die 90-Tage-Challenge, während dem man erstmal langsam in bewusste Körperwahrnehmung einsteigt und nach und nach zur korrekten Körperhaltung findet, die einnehmen zu können für viele der Übungen grundlegend ist.

Mit mehr als 120 Kilo Schlachtgewicht fiel mir das noch sehr schwer, aber nach einem Jahr regelmäßiger harter Arbeit (2 Stunden/Woche), die sehr gut angeleitet war, habe auch ich meine erste Liegestütze geschafft, ohne dass ich dabei ins Hohlkreuz kam.


 

Auch in den anderen Pausen kam ich nur gelegentlich mit den 15 Sekunden aus, fühlte mich aber sehr wohl dabei, mir bewusst so viel Zeit zu nehmen, wie ich brauche.

Beim Skorpion, fällt mir jetzt beim Abtippen der Werte siedendheiß auf, dass ich die falsche Übung gemacht habe. Stattdessen habe ich mich nämlich an der 3-Punkt-Liegestütze geübt. Nun, so sei es. Ich fange jetzt nicht von vorne an deswegen. Nobody is perfect.

Bei den Liegestützen also ist mir in leichter Ausprägung diese Welle aufgefallen, die entsteht, wenn die Körperspannung nicht ausreichend ist. Die Arme sind stark genug, das Gewicht des Oberkörpers hochzustemmen, aber die Muskeln am unteren Rücken schaffen es nicht, den Core so zu stabilisieren, dass man dabei in einer geraden Linie bleibt.

Mein Trainer hatte mir dazu mal gesagt, man macht besser gar keine Liegestütze, als solche unausgeglichenen mit dieser Welle – das ist schlecht für die Wirbelsäule. Nun habe ich lediglich Tendenzen in diese Richtung wahrgenommen und ich denke es ist grenzwertig, aber noch okay. Wäre es deutlicher, müsste ich auf vorbereitende Übungen zurückgreifen. Gut möglich, dass mir das überhaupt nur deshalb passiert ist, weil die Liegestütze heute gar nicht dran waren.

Beim Kreuzheben hatte ich anfangs nur sehr leichte Koordinationsprobleme, die  sich schnell gegeben haben. Inzwischen kann ich die Arme einzeln ausstrecken, ohne die Hände aneinander festzuhalten.

Beim Fallschirmspringer hat mir wieder das Schambein weh getan, auf dem sich das gesamte Körpergewicht während dieser Übung konzentriert. Ich glaube, auch das hängt damit zusammen, dass ich die Arme höher gehoben habe als die Beine. Da werde ich das nächste Mal darauf achten, mein Gewicht zu verlagern. Inzwischen bin ich wohl gelenkiger, als ich das für die Challenge sein müsste.

Bei den Lunges habe ich versucht, mich auf die Ferse zu konzentrieren, die das Gewicht beim Hochstemmen trägt. Davon haben mich die ausgestreckten Arme häufig abgelenkt, deren Muskeln zitterten.

Wenn ich daran denke, dass ich vor anderthalb Jahren, als ich mit dem Schwimmen anfing, die Arme – wegen der Weichteilhemmung – überhaupt nicht so strecken konnte, wie man es üblicherweise macht, um „in einen Pool zu springen“ (nämlich so, dass die Arme hinter dem Rücken gestreckt sind und der Kopf dazwischen durchpasst), dann ist das für mich nach wie vor erstaunlich, wie sehr sich das verändert hat.

Mit meinem heutigen Frühstück habe ich die Weintrauben alle gemacht und ich freue mich darauf, gleich einkaufen zu gehen. Die Sonne scheint so schön!