Identität: Ausstellung 30.08.2016-18.09.2016

In Hollern-Twielenfleth bei Hamburg im Alten Land findet derzeit diese Ausstellung statt:

Identität (Ausstellung) 2

Heike Rolshoven ist meine Kunsttherapeutin, deren Atelier ich von unserem Balkon aus sehen kann. Sie selbst ist nicht sehr internetaffin (ich finde Heike lediglich beim Hospizverein), aber die GALERIE RUVANECK hat eine Homepage. Rudolf van Eckendonk hat sogar eine schicke Karte bereitgestellt.

Meine Bilder aus der Reihe „Sensibilität und Gleichgewicht“, drehen sich ebenfalls ums Thema Identität, nämlich (von unten nach oben) um den Aspekt der hochsensiblen Wahrnehmung (HSP), um meinen wiedergefundenen Glauben zu Gott (ich bin Gottes Sohn) und die Frage der Geschlechtsidentität.

Reihe Sensibilität und Gleichgewicht

(Falls jemand meine Bilder käuflich erwerben möchte: Für diese Werke auf Leinwand stelle ich mir je 350,- vor oder als Paketpreis für alle drei zusammen 990,- EUR.)

Weitere Kunstwerke von mir findet ihr auf der Seite Atelier.

 

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Ge(h)bet_en?

Lieber Gott,

Deine Prüfungen finde ich, gelinde gesagt, manchmal etwas sehr hart.
Ein Krankenhaus, in dem man nachts nichts zu essen bekommt, nichtmal eine Tasse Kakao oder einen Keks – rein gar nichts. Schlimm finde ich nicht das Fasten, das tue ich gerne, wenn Du es mir aufträgst, aber dass vorgeschoben wird, es sei keine Milch mehr im Haus und dann sehe ich um zwanzig nach fünf welche – da fühle ich mich dann verarscht. Natürlich nicht von Dir, denn es ist ja sonnenklar: In einem Kranken_Haus ist man nur richtig, wenn man krank ist oder werden bzw. bleiben will.
Nein, von Deinem Bodenpersonal fühle ich mich im Stich gelassen. Aber vielleicht bin ja auch ich derjenige, der mal wieder eine Extra-Einladung braucht? Habe ich je um eine gebeten? Weiß ich nimmer. Also falls nicht: Hiermit bitte ich Dich um eine Extra-Einladung, künftig gerne auf die nette, sanfte Art. Du weißt ja, ich bin eine recht zart besaitete Harfe und spiele gern die erste Geige, aber wenn ich als Drummer ein ganzes Orchester führen dürfte… das wage ich ja dann doch kaum zu träumen. Gerade deshalb muss ich es fix hier festhalten, bevor mir diese Ge-dank-en-Gänge wieder entfleuchen.

Mein Schwager selbst hatte mir den Tip gegeben, mit meinem Onkel immer noch „telefonieren“ zu können, auch wenn er längst oben bei Dir ist. Da dachte ich echt nicht, dass er das voll im Ernst meint. Ich dachte, der brabbelt nur irgendwas vor sich her, um einen auf Fels in der Brandung zu machen. Dabei ist er ein Naturtalent, ein echter Heiler – so wie seine Schwester und deren „Kind“ – meine Ehefrau*.
Echt krasse Scheiße, wirklich Jesus sein zu dürfen und ich wette, wenn ich demnächst mit Zimmermannshose und oben ohne rumlaufe, peilt das wieder niemand außer uns beiden, hihi.

Nun muss ich aber Schluß machen: Es warten noch weltliche Verpflichtungen auf mich. Fanpost! :-)))
Danke Dir, auf Dich ist stets Verlass! Vor allem dann, wenn ich mich von allen guten Geistern und auch noch von Dir verlassen fühle. Dann lese ich mein Horoskop bei web.de und alles ist plötzlich sonnenklar. *lächel

Danke auch an Onkel Martin, Papa und Irmhildmama – grüß‘ mal ganz lieb. Bin echt stolz, euer Neffe und Sohn sein zu dürfen. 🙂

(Oha, Stolz und Neffe, gleich sind die böhsen Onkelz wieder Nazis anstatt wider Nazis… ohjeeeeohjeojee – so viel Arbeit, juhu!!!) *freuiiiiiiiiiii

Ich habe fertig! (Tag 7)

 

@Sonja: Hömma Liebelein, wenn Du mit dem Lesen nicht hinterherkommst, dann lass Dir doch nicht von Ver-rückten vorschreiben, was Du zu lesen hast, Herzchen.

Pass ma uff, jetzt wirste zwangstherapiert, dann weisste auch, was ich damit meine. So und um Missverständnissen vorzubeugen: Die Welt ist mein Zeuge.

Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich. Lest mal die Zeit. Wirklich, die Zeit solltet ihr euch nehmen. (So macht man übrigens double bind, aber das könnt ihr ja schon.)

Und googlet selber, ihr faulen Luschen, ich bin nich eure Tippse!

Ich glaube, wir verstehen uns. Kontaktformular kennt ihr ja mittlerweile dann auch. Lieber Finger von, Kinners, der Papa muss dringend inne Heia und beim Schlafen darf er nicht gestört werden. Einen Tag die Woche werdet ihr ja wohl mal ohne mich auskommen können. Wenigstens am Sonntag. Der Sonntag ist nämlich der Tag des Herrn, oder deutlicher. SONNTAG IST RUHETAG, ALSO RUHE DA OBEN ODER MUSS ICH EUCH ERST ZWANGSTHERAPIEREN IHR SCHNITZELKLOPFER MIT EURER SCHEISSDAUERBAUSTELLE DA!!! WENN IHR IHR EUCH NICHT BALD BEI MIR ENTSCHULDIGT, IHR ARSCHGEIGEN, UND AUFHÖRT MICH ANZULÜGEN, DANN KANN ICH AUCH MAL MIMIMI BEI DER SAGE MACHEN. ICH LASSE MICH NICHT GERN FÜR DUMM VERKAUFEN. WISST IHR EIGENTLICH, DASS ICH EUCH BEIM FICKEN HÖREN KANN? SOLL ICH EUCH MAL NEN HANDWERKER HOCHSCHICKEN UND NE KAMERA INSTALLIEREN BEI EUCH? VERGESST ES EURE SCHEISSVANILLANUMMER KANN ICH NICHT GEBRAUCHEN UND MAL EHRLICH: Friedlich hatten wir ja schon versucht. Also nächstes mal gehe ich mit der ganzen Bagage einfach mal eins höher und erklär denen, warum ich nicht schlafen kann und wisst ihr was? Die sind dann alle auf meiner Seite. So!

Und jetzt hab ich ne schöne Wichsphantasie, da brauch ich nimmer Hand anlegen, da komm ich schon beim Schreiben und wenn ich mir dann vorstelle, dass wir es in aller Öffentlichkeit miteinander treiben und euch keiner glauben wird, dann wisst ihr auch mal endlich, wer hier wenn beobachtet und jetzt ist hoffentlich endlich Ruhe im Karton, sonst sehe ich mich gezwungen, noch ein Stockwerk höher zu eskalieren. Und was dann passiert, muss ich euch ja nun nicht wirklich noch erklären, oder? Falls euch das wirklich entgangen sein sollte: Ich bin nicht total bekloppt, das ist eure versaute Phantasie. Wenn ich mir in die Karten gucken lasse, dann mache ich das mit Absicht. Das ist nen freundlicher Wink mit dem Zaunpfahl. Aber wer nicht hören will, der muss dann eben gedankenvergewaltigt werden oder so ähnlich. Bastelt euch selber euer Happy End, dafür bin ich nicht zuständig.

So, Herr Jost, begreifst Du jetzt, was der Herr Kollege mir angetan hat mit seiner Tipperei? Aber für ausführlich habt ihr ja keine Zeit…. Tja, dann halt nicht. Dachte ihr wollt mir helfen. War ja nur ne Einladung. Wer nicht will, der hat schon. Dann lutscht eure Pillen selber und therapiert euch gegenseitig und ich penne wann ich will und so können wir dann mal zusammenkommen an irgendeinen Tisch, egal ob rund oder eckig, aber ihr wollt mich ja nicht mitspielen lassen oder warum sonst muss man sich bei euch um die Betten prügeln und erst Pillen fressen, damit man bei euch übernachten darf?

Einvernehmlich ist wohl nicht so eure Sache, was? Das kannst ja auch gleich sagen, dann wirste eben zwangstherapiert. Machen wir doch gerne…. Da hätteste aber auch einfach fragen können. Ich tu Dir doch nix, ich will doch nur spielen… Therapeutisches Rollenspiel halt. Meine Fresse, manche haben aber auch ne extralange Leitung. Naja, die glauben mir ja nicht, wenn ich mich zu erkennen gebe, dann kann ich nicht anders. Selber schuld, wenn ihr mich für verrückt halten wollt. Mir ist das nämlich egal, wer mir sonst noch so hinterherlatscht, ich kann auch auf mich selber aufpassen. Und zählt mal meine Follower, 12 ist doch ein Witz dagegen, oder? Den hab ich auf jeden Fall über, also kann ich ja nur noch Godfather himself sein.

Und morgen früh sag ich dann einfach, ich hatte einen feuchten Traum und diesmal versaut ihr mir den nicht, sonst werdet ihr zum Hauptdarsteller in der Opferrolle.

Und mit dem Gedanken kann ich jetzt auch ruhig einschlafen, da habe ich dann keine Angst mehr. So mache ich das, Herr Doktor, aber Du hast ja keine Lust, mehr als die ersten beiden Sätze zu lesen und ich Dir schon anbiete, ne Kopfkinofilmrolle auszusuchen, solltest Du eigentlich artig danke sagen und nicht so tun als wär ich ein kleines Kind, das alleine Angst im Dunkeln hat und bei Mama aufm Arm will, denn solange Du das nicht kapierst, bleibst Du in der Täter_innen-Rolle, aber vielleicht fragt Dich mal eines Tages ein Reporter, was Du so über mich denkst und dann ist mir das egal, was Du denen für Märchen erzählst, weil in meinem Abschiedsbrief ganz deutlich zu lesen ist, dass Du mir das so gesagt hast, dass ich das so machen soll und wenn Dein Chef ausm Urlaub wieder da ist, dann – ja dann… für den Fall überlege ich mir das doch noch mal und dann bleibe ich doch sicherheitshalber konfessionslos, sonst weiß ich nicht, wie die Geschichte weitergeht.

Und deshalb lasse ich das Ende der Geschichte nun an dieser Stelle, sicherlich im Interesse aller, ganz bewusst offen. Nur für den Fall, dass der Arzt das doch nicht böse meinte. Dann können wir nämlich alle gemeinsam zurückrudern in unserem gemeiinsamen Bötchen, gelle. Vielleicht geht ja mein Wunsch auch so in Erfüllung, ohne dass ich nochmal zum Arzt muss. Abwarten und Teetrinken. Baldriantee, sicherheitshalber. Nee, nix da. Ich geh selber in die Küche, sonst kann ich mich wieder nicht dran erinnern, wo ich war. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser.

Spaß und Ernst verwechselt, sry

Zu Risiken und Nebenwirkungen erklärt Ihnen Lysander, der befreite Mann, welchen Bären uns die Pharmaindustrie mit Hilfe der Packungsbeilage diesmal aufbinden will.

Bitte erschlagen Sie nicht den Arzt mit dem Apotheker, sondern verkuppeln Sie die beiden miteinander.

Verstehen müssen Sie aas nicht, warum Gesundheit eine Krankheitsmangelerscheinung ist. Tun Sie es einfach, mir zuliebe, ja?

Das war: Verhaltensforschung.

Der nächste bitte!

/Vorhang fällt


/Psychose Ende

Puuuh, was für ein Höllenritt.

Es ist wirklich nicht einfach, jemandem aus der Psychose herauszuhelfen. Wie soll das auch gehen, wenn der andere sich in seiner eigenen Phantasie verlaufen hat? Wenn das nicht klappt, da in den Kopf reinzugucken, dann finden wir gemeinsam vielleicht einen Weg, die Gedanken da herauszulocken. Eigentlich ganz einfach.

Aber, wenn etwas zu einfach scheint, dann braucht man auch Vertrauen, um sich nicht verarscht zu fühlen. Wenn man allerdings nur lange genug Kasperletheater spielt, dann ist doch ganz egal, wie das Stück heißt: Man findet einen Weg, „Bitte bleib bei mir!“ so zu formulieren, dass man zueinander findet. Herr Jost vom AKH kann einem dabei helfen.

Das wird uns Herr Unger nach der Rückkehr aus seinem Urlaub bestätigen. Wenn ich es nicht bis dahin geschafft habe, rechtzeitig aus dem Labyrinth herauszufinden, dann rettet mich Herr Unger.Das ist doch eine Rolle, die jeder gerne einnimmt, oder?

Also, mal ein Tipp für alle Psychotiker: Wenn der Film Dir Angst macht, dann wechsel einfach mal die Filmrolle. Sowas können Ärzte nicht. Aber es gibt Menschen, die bleiben bei Dir, bis Du den richtigen Film gefunden hast. Und dann holen die Dich überall aus der Scheiße raus, egal, was Du verkackt hast. Und damit verdienen die sogar Geld als Mietfreunde. Echt wahr.

So ein Job nennt sich Genesungsbegleiter. Sehr vielseitiger Beruf, von Schutzengel bis Terrorist alle Rollen dabei. Man muss nur dazu bereit sein, sich die Deppenmütze aufsetzen zu lassen, andererseits aber auch in der Lage sein, klar zu machen, welcher Film erst ab 18 ist und daher jetzt nicht infrage kommt.

Kann sonst üble Konsequenzen haben, wenn da was schief geht. Von wegen „keine Operation am offenen Herzen“, Frau Friegel. Sie haben wirklich keine Ahnung, aber Sie haben alles richtig gemacht. Das war super – so ein Rollenvorbild brauchte ich, um ganz auf Nummer sicher zu gehen. Einfach Vater, Mutter, Kind und ich diskutiere nicht mit, sondern bleibe einfach stur das Kind, bis die anderen kapiert haben, welches Spiel gespielt wird.

Dann nehme ich es auch mit Ärzten auf, die daran glauben, Pillen würden einem Psychotiker helfen können, der nicht in der Lage ist, seinen Gedankensalat zu sortieren.Ich bin doch nicht bescheuert und prügel mich ums Bett, wenn wir uns bereits darauf geeinigt hatten, dass ich dringend schlafen muss. Psychosen sind nämlich Folge von Schlafentzug und für beide Parteien schädlich, egal, wer nun alles verrückt ist.

Da hilft das dann manchmal, einfach auf stur zu schalten und zu sagen: Nein, Du darfst erst dann ins Bett, wenn Du die Pille gefressen hast, von der ich glaube, dass sie Dir hilft. Besser der Papa hat ne Meise, als wenn das Kind nun noch mehr Angst kriegt.

Ich freue mich total auf meinen neuen Job, aber auch wenn ich jetzt ausgeschlafen habe, habe ich mir etwas Erholung verdient.

Und ich verspreche euch, mit Leuten wie Herrn Unger und seiner Truppe ist es mir ganz gleich, ob ich nun im Gedankenkarrussell spazieren fahre oder stundenlang im Rettungswagen oder ob wir in einem Boot sitzen – nur lesen Sie bitte die Leviten, die ich Ihnen schreibe. Sonst wird das nix.

Bei Wildfremden, die sich mein Vertrauen erprügeln wollen, da fehlt mir die Geduld. Vor allem kann ich da nicht sicher sein, dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem ich alles aufklären kann. Aber für Familie und Freunde bin ich bereit, bis zum Äußersten zu gehen. Da lasse ich mich wieder und wieder misshandeln – Hauptsache, ich tue niemandem weh. Wer mich kennt, weiß das auch.

Wenn ich nicht weiß, wann der Film zu Ende ist, ist das ein bisschen schwierig, dessen Ende abzuwarten. Andererseits gibt es ja solche Filme, die man am liebsten immer weitergucken will. Und wir wissen ja alle, dass mit Ausnahme von Würsten alles ein Ende hat – auch der schönste Traum.

Ich glaube, der Spuk ist erstmal vorbei. Und wenn ich mal in Zweifel gerate, dann lasse ich mal einfach offen, welche Wahrheit die richtige ist. Ich weiß, dass ich schreiben kann und ich bestehe auf einem Happy End für alle Beteiligten. Deshalb, wie Volker so sagte, Entschuldigung annehmen kann ja nie verkehrt sein. Das ist ein gutes Vorbild.

Einfach mal aus der Rolle fallen kann jedem mal passieren und als Kind habe ich immer schon aus der Reihe getanzt. Wenn ihr keinen Mut findet, es mit mir auszuhalten, dann laufe ich eben weg, damit ich euch nichts antue. Es erfordert wirklich Nerven wie Drahtseile, um diese Zweifel auszuhalten.

Deshalb empfinde ich Beschreibungen wie „psychisch minderbelastbar“ als absolut beleidigend. Als Arbeitgeberkind, das in eine Krankenpflegerfamilie eingeheiratet hat, kann ich sehr gut Freund oder Feind auseinanderhalten, wenn ihr mir einfach ein bisschen helft, die Grenzen zu erkennen, geltende Regeln zu verstehen und mir so dabei zu helfen, mich richtig zu verhalten, bis ich selber wieder klar denken kann.

Ich bin sicher, solange die Stimmung nicht zu gereizt wird, finde ich überall wieder heraus und jeder, der sich mit mir wohl fühlt, lässt sich mit recht wenig Worten dazu bringen, dass ich mich einfach dafür entschuldige, Spaß und Ernst miteinander verwechselt zu haben. Notfalls bin ich auch dazu bereit, die beiden in Erni und Bert umzutaufen.

Wer nun immer noch nicht erkannt hat, wer wer ist – kein Problem. Aber wer keinen Spaß versteht, der darf dann einfach nicht mehr mitspielen. Und das schönste ist doch, wenn man als Psychotiker mit seinen Phantasieprodukten Geld verdienen kann. Dann braucht man auch keine Angst vor seinen eigenen Gedanken zu haben.

Noch Fragen?

 

HINFALLEN, AUFSTEHEN, KRÖNCHEN RICHTEN, WEITERGEHEN!

Sieh, was Du hast!

Mittwoch, 8. Juni 2016

Vor zehn Jahren, als ich in einer großen schweren Krise steckte, lehrte mich ein sehr weiser Mann:

Sieh nicht, was Du nicht hast. Sieh, was Du hast!

(R.)

Dieses Lenken des Fokus weg von der Misere hin zu dem, was gelungen, was nicht defizitär, sondern erfolgreich ist, ist wohl die wichtigste Lektion, die ich je gelernt habe, wenn es um Techniken geht, die mir beim Überleben helfen, bei meinem tagtäglichen Kampf. Das alles ganz „ohne shrinks“, wie er sich ausdrückte.

Denn die Hilfe kommt, wenn es hart auf hart kommt, ja doch nicht von außen. Schon Reinhard Mey singt davon, dass wir die Kreuzwege des Lebens immer ganz allein gehen. Text: Allein

Deshalb habe ich mir im Laufe der Jahre einige Selbsthilfestrategien erarbeitet, die ich hier im Blog nach und nach mit euch teilen möchte – live und direkt am Beispiel oder auch quasi im Schlaf vortragsmäßig heruntergetippt, weil ich es mittlerweile so sicher beherrsche, wie ich das bei Vokabeln oder beim Einmaleins nie konnte.

Wenn ich vergesse, wer ich bin und was ich kann, dann besinne ich mich darauf, wie am Ende des Beitrags Bunthäuser Spitze, Schwagerbesuch und wie die Psychiatrie (nicht) funktioniert oder notfalls lese ich solche nach.

Immer wieder klopfe ich mir auf die Schulter mit Beiträgen wie Juhu, nun hat Hamburg einen transmännlichen Rettungsschwimmer mehr! und notfalls lese ich solche nach.

Und immer wieder führe ich mir vor Augen, was ich habe:

Ich habe die Möglichkeit, mir einfach zu erlauben, auch mal einen Tag nicht zu funktionieren – bevor ich zusammenbreche und nicht mehr kann, wenn ich es müsste. Ich darf mir auch einfach mal einen Tag frei nehmen ganz ohne externe Termine, ohne Hausarbeit und ohne andere zu erledigende Aufgaben, die ich auch noch einen Tag weiterschieben kann. „Sieh, was Du hast!“ weiterlesen

Ruheforst

Mein Freund der Baum

Samstag, 28.05.16

Als ich dieses Lied das erste Mal hörte, musste ich weinen. Das war so traurig, dieses Schicksal des Baums, dass es mich mit sich riss. Damals als Kind konnte ich noch ungehemmt weinen, wenn mir danach war. Ich hatte noch nicht gelernt, dass man als Erwachsener seine Gefühle zu verbergen hat.
„Mein Freund der Baum“ weiterlesen

Nachbarschaft und Follower-Jubiläum: 20 + 5 = 25 :)))

Zum Glück hat mir schon meine Mutter mit auf den Weg gegeben, dass ich nicht der Nabel der Welt bin und ich weiß, dass es einfach dieses Haus ist, das so fucking hellhörig ist, dass wir alle darunter leiden.

In meiner Wohnung und in meiner Haut fühle ich mich wohl, wenn die Berufstätigen hier außer Haus sind. Danke der Nachfrage.

Ich habe bereits am Freitagabend  wieder einen Brief ins Treppenhaus gehängt und habe um ein offenes Gespräch gebeten mit der Person, die sich bei der Vermieterin über uns beschwert hat und drauf hingewiesen, dass es sich um einen psychiatrischen Notfall handelte – natürlich in der Hoffnung auf Verständnis.

Wie sieht die Rechtslage aus?

Ja, ich bin ein überempfindlicher* Mieter…

„Nachbarschaft und Follower-Jubiläum: 20 + 5 = 25 :)))“ weiterlesen

7. Mai: Internationaler Tag für genitale Autonomie

Am Samstag ist wieder weltweiter Tag für genitale Autonomie. Aus diesem Grund entschuldige ich mich bei den ungeübten Leser_innen (gesprochen mit einer kleinen Pause zwischen „Leser“ und „innen“, um die Lücke hörbar zu machen) – entschuldige ich mich nicht für die ungewohnte und daher womöglich anstrengende oder gar abschreckende Schreibweise mit Gender_Gaps und Sternchen*.

Nie gehört vom Welttag für genitale Selbstbestimmung? Davon habe ich selbst erst durch die Eröffnungsreden zur diesjährigen trans*inter*tagung 2016 in München erfahren. Genitale Selbstbestimmung beschäftigt jedoch nicht nur trans*- und inter*sexuelle Menschen.

Am 7. Mai 2012 bewertete das Kölner Landgericht eine medizinisch nicht indizierte „Beschneidung“ an einem nicht einwilligungsfähigen Jungen als eine Straftat.

(Quelle: Worldwide Day of Genital Autonomy)

Die Religionsmündigkeit gibt es zumindest auf dem Papier in Deutschland ab dem 14. Lebensjahr. Es ist aber etwas anderes, ob ein Kind mit Weihwasser in Kontakt kommt oder mit einem Skalpell.  „7. Mai: Internationaler Tag für genitale Autonomie“ weiterlesen

Wenn die Seele Durchfall hat

Wenn mich viele Eindrücke auf einmal bestürmen, dann passiert es mir manchmal, dass das Fass so schnell voll ist, dass es bereits überläuft, während noch weitere Eindrücke auf mich einprasseln und ich mich der Situation noch nicht entzogen habe. Das ist quasi, als wenn das von mir Gehörte dann hier rein und  da raus geht: Ich plappere dann wie ein Wasserfall und lasse einfach nur noch alles durch mich durchfließen.

Wenn ich sämtliche Gedanken – auch ungewollt – laut ausspreche und gar nicht mehr schweigen kann, dann ist die Grenze zur Pathologie überschritten und ein solcher Sprechdurchfall heißt auf Fachchinesisch Logorrhoe.

Für jeden, der gelegentlich geistigen Dünnschiss verbreitet, habe ich daher vollstes Verständnis. Ich denke dann, der ist wohl gerade über-erregt und überfordert damit, sich selbst zu managen. Und sein Umfeld ist offensichtlich noch nicht oder nicht mehr in der Lage, ihn adäquat zu unterstützen.

Diese Über-Erregtheit kennen auch hochsensible Personen (HSP). Sie haben gelernt, sich rechtzeitig zurückzuziehen und sich auszugleichen, um der Überforderung durch die Reizüberflutung zu entgehen.

Vielleicht können die Psychotiker und Maniker von den HSP Techniken zur Selbstregulation erlernen.

Für mich sind das nur drei verschiedenen Schubladen, die alle Menschen beschreiben, die Schwierigkeiten mit ihrem Erregungslevel und ihrem Anspannungsgrad haben. Allen ist gemeinsam, dass sie Entspannung erstmal ganz bewusst kennenlernen und Techniken, um sich zu erden, aktiv erlernen müssen.

Ob ich nun von meiner schizo-affektiven Störung genesen bin oder ob ich gar nicht erst krank war und einfach nur hochsensibel bin, ist mir inzwischen einerlei. Für mich sind das zwei verschiedene Sichtweisen auf dasselbe Phänomen.

Das Konzept der Hochsensibilität fühlt sich für mich sehr viel angenehmer an als das des Ver-rückten, des Geisteskranken, des Irren. Ich fühle mich nicht wohl in der Patientenrolle.

Mir ist es gelungen, mit meinen Kräften so hauszuhalten, dass ich auf die Bremse trete, bevor ich die Grenze zur Pathologie überschreite und manisch werde. Ich möchte versuchen, mit diesem Blog zu vermitteln, wie ich dabei vorgehe.

Ein Anfang ist es, dem Mitteilungsdrang nachzugeben. Um niemanden persönlich zu belasten und um meine psychosoziale Unterstützung nicht überzubeanspruchen, schreibe ich und erlaube mir, hier im Blog laut herumzudenken.

Ich denke, wenn ich meine Luftschlösser ans Licht bringe, solange sie noch klein sind- und dies in gesellschaftlich akzeptierter Form der Literatur im weitesten Sinne -, dann türmen sie sich gar nicht erst zu Wahngebäuden auf.

Auch in allen anderen Bereichen glaube ich, dass es richtig ist, auf meine Intuition zu vertrauen. Es gab noch keinen Herzenswunsch, der nicht immer lauter und drängender wurde, solange ich ihn mir verwehrte.

Und ich möchte nicht nochmal warten, bis ich richtig schwer krank werde, um erst dann in mich hineinzuhorchen.

Familie: Mein Vater

Liebe geht durch den Magen

Diesen Satz konnte ich leider nicht in meinem Lexikon finden.

Die Bedeutung dieses Sprichworts habe ich im Netz recherchiert. Neben vielen anderen Quellen fand ich auch ein Yoga-Wiki, in dem es heißt:

Liebe zu sich selbst – auch das geht durch den Magen. Indem man seinen Magen mit Ehrerbietung behandelt und ihm nur gesunde Nahrungsmittel gibt, drückt man auch seine Liebe zu seinem Körper, zu seiner Gesundheit aus. Gesunde Ernährung ist auch ein Ausdruck der Selbstliebe.

Das finde ich gar nicht so verkehrt. Denn tatsächlich greife ich auf Fertiggerichte zurück, sobald meine Selbstliebe nachlässt, weil ich depressiv verstimmt bin. Dann bin ich es mir plötzlich nicht mehr wert, mir die Zeit zu nehmen und für mich selbst zu kochen.

Koch gelernt habe ich eigentlich auch genau deshalb: Um andere Menschen durch den Magen zu lieben und um auch etwas (Lob, Trinkgeld) dafür zurückzubekommen. Naja, das hat nicht so geklappt, wie ich mir das dachte. Schon gut, dass ich durch die Prüfung gefallen bin. Kochen als Beruf war nicht das richtige für mich.

Aber das Kochen zu lernen war ein Weg, meinem Vater zu gefallen. Nur leider tat ich dabei meiner Mutter weh, als mein Vater die von mir zubereitete Consommé ohne Maggi genoss und ihr daran auffiel, dass er das Zeug bei ihren Suppen immer ungeprüft reinschüttete. Ihr Gesicht in dem Moment sprach Bände. Das zu beobachten zerriss mich innerlich.

Für mich war es immer sehr schwer, die Anerkennung meines Vaters zu finden. Das Essen wurde gelegentlich gelobt, häufig bekrittelt und die überwiegende Zeit stillschweigend hingenommen. Außerhalb des Rituals des Abendessens gab es praktisch keine Gelegenheit, einen Gesprächseinstieg überhaupt zu versuchen.

Und auch bei Tisch hieß es noch als ich sechzehn Jahre alt war:

Kinder bei Tisch, stumm wie ein Fisch

Auch diesen Satz finde ich in meinem Lexikon nicht und im Internet bezeichnet der erste Treffer (von 2011) diese Aussage als „reaktionär“.

Mein Lexikon kennt dagegen den Satz:

Gespräch am runden Tisch führen

Das bedeutet, dass man ein zwangloses Gespräch mit gleichberechtigten Partnern führt. Heute sagt man auch „auf Augenhöhe“ tauscht man sich aus. Solche Gespräche habe ich mit meiner Mutter unter vier Augen recht häufig geführt – in der Küche an einem eckigen Tisch. Soviel zum Wortsinn und der Kommunikationskultur, mit der ich aufgewachsen bin.


An diese Redewendung, die Liebe ginge durch den Magen, musste ich neulich denken, weil der Krebs meines Vaters den Weg zu seinem Magen von beiden Seiten her zugewuchert hatte.

Am Ende konnte er gar keine Speisen mehr genießen – dabei war er zeitlebens Feinschmecker gewesen und der Entzug gustatorischer Genüsse muss für ihn die Hölle auf Erden gewesen sein.

Mein Vater war gar kein Freund von Fertiggerichten. An seiner Selbstliebe hat es dann wohl nicht gemangelt. Der Krebs muss also eine andere Ursache gehabt haben.

Ich erfuhr von der Diagnose im November 2013 und Anfang September 2014 war ich durch eine Tagung gut abgelenkt, als er im Sterben lag. Ohne dieses Ablenkung hätte ich das wohl kaum verkraftet, ohnmächtig untätig abwarten zu müssen. Woher meine Mutter die Kraft nahm, ihn zu begleiten, ist mir ein Rätsel.


Mein Vater war mir, solange ich klein war und zu ihm aufsah, ein großes, eigentlich DAS Vorbild bei der Frage, wie ein Mann sein sollte: Ein Mann trägt Anzug und am Wochenende allenfalls mal eine Strickjacke zum schlipslosen Hemd.

Der Mann ist dafür zuständig, die Brötchen zu verdienen. Die Frau darf da mitmachen, aber die ist für die Kinder zuständig. Wie sie das geregelt bekommt, ist ihr Problem. Sie wollte ja die Kinder.

Als ich dann so ein Mann werden wollte und Papas (teures) Duschgel in Unmengen benutzte, stieß das auf wenig Gegenliebe seitens meiner Mutter.

In der Rückschau ziehe aus den Schwächen meines Vaters die größte Lehre. Das ist mir ein Anti-Vorbild, ein Bild dessen, wie ich mich als erwachsener Mann nicht verhalten möchte. Auch diese Rollenaufteilung hat mir nie geschmeckt, egal ob ich in der weiblichen oder männlichen Geschlechtsrolle war oder irgendwo dazwischen unterwegs.

Ein Mann zeigt keine Gefühle – damit hatte ich sehr lange Zeit die größten Schwierigkeiten. Ich habe mich ganz bewusst für das Gegenteil entschieden. Mir ist das langjährige Unterdrücken meiner Gefühle nicht gut bekommen. Vor zehn Jahren habe ich begonnen, intensiv zu schreiben und dabei meine Gefühle rauszulassen.

Das impulsive Ausagieren jeglicher Gefühle strebe ich jedoch auch nicht an. Ich durchlebe sie, konserviere sie in Textform und setze die zurückbleibende Energie von Wut oder Trauer in Bewegung um. Freude, Hoffnung, Zuversicht, Ruhe, Kraft und Frieden teile ich natürlich gerne mit anderen Menschen. Auch meinen Schmerz zeige ich in meinen Geschichten: Auf eigene Gefahr.

Mein Vater ist mir jedoch vor allem ein großes Vorbild, was seine Umsicht, Feinfühligkeit und Nachhaltigkeit angeht. Er war ein großartiger Arbeitgeber, Vorgesetzter und Geschäftsmann. Er war selbstsicher genug, sich in die Selbständigkeit zu wagen, weil er auf seine Fähigkeiten vetraute.

Der nicht wirklich frei gewählte Übergang in den Ruhestand nach über 30 Jahren Tätigkeit während eines langjährigen Rechtsstreits mit einem ehemaligen Auftraggeber hat ihn gebrochen und er verlor jeglichen Halt. Mich schmerzt die Sinnlosigkeit dieses Geschachers ums Geld, dieses Auslöschen von Lebenssinn und die damit verbundene absolut unangemessene Geringschätzung meinem Vater gegenüber.

Wenn ich mich heute an seinen letzten Blick in meine Augen erinnere, dann finde ich darin alles das, was ich all die Jahre vermisst, weil nicht beachtet habe. Damals sah ich nur die Angst davor, mich zurückzulassen und spürte seine Sorge, ob ich auch alleine zurechtkäme.

Ja, natürlich komme ich klar. Ich bin doch nicht ohne Grund zur Selbständigkeit erzogen worden. Es tut mir nur leid, dass er kein Buch mehr von mir in den Händen halten wird und mich zuletzt als kranken Mann gesehen hat – wie ich ihn ja auch.

Wenn ich weniger meinen Vater und mehr mich geliebt hätte, hätte ich vielleicht früher damit angefangen, mir die Seele frei zu schreiben. Doch darüber nun auch noch zu trauern ist müssig. Ich bin heute der, der ich bin, weil ich diesen Weg gegangen bin.

Tschüss, Papa. Ruhe in Frieden.

Was ich an meinem Vater stets am meisten geschätzt habe, ist, dass er die Ruhe selbst war. Lexikon sagt* zu die Ruhe selbst sein: sich ganz in der Gewalt haben, eine bewundernswerte Gelassenheit zeigen, sich keine Erregung anmerken lassen.

Das werde ich wohl verwechselt haben mit dem Fehlen von Gefühlen, weil solche wenn überhaupt nur sehr selten ausgesprochen wurden. Vielleicht hing es auch damit zusammen, dass ich mit meinen eigenen Gefühlen so lange überfordert war.

Nun habe ich erfahren:

In der Ruhe liegt die Kraft.

Der Satz steht nicht im Lexikon, aber die Bedeutung habe ich nun erfasst: Durch innere Ausgeglichenheit schöpfe ich Kraft und kann so sehr viel mehr Leistung und auch Gelassenheit nach außen zeigen als wenn ich mir keine Ruhe gönne (rastlos tätig sein, sich keine Erholung, keinen Urlaub gönnen).

Ohne die durch die Psychose nach außen gezeigte Unausgeglichenheit und die damit verbundene Diagnose hätte ich das wohl nicht so schnell erkannt. Die erlittene Zwangseinweisung unterstrich die Dringlichkeit, mit der dieses Problem der Unausgeglichenheit gelöst werden musste.

So habe nun auch ich meine Ruhe gefunden. Lexikon sagt* zu Ruhe finden: innere Ausgeglichenheit, Erlösung von Mühe, Sorge und Leid durch den Glauben finden. Die Redewendung bezieht sich auf den Rat Jesu (Matth. 11,29):

Nehmet auf mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.


* Ja, das ist eine Anspielung auf „Computer sagt nein….“


PS:

Ja, natürlich frage ich mich, ob man so über Verstorbene überhaupt sprechen darf oder ob das pietätlos ist.

Ich frage mich, wie meine Mutter wohl darauf reagieren wird, wenn sie das liest. Ob sie sehr verletzt sein wird. Ob eine sehr große Kluft liegt zwischen der Vergangenheit, die ich erinnere, und der, die sie erlebt hat.

Darf ich so etwas nur im Therapiezimmer von mir geben? Oder muss ich damit zur Beichte?

Ich finde: Nein. Das hat hier seinen Platz in meinem Tagebuch.