Ich habe fertig! (Tag 7)

 

@Sonja: Hömma Liebelein, wenn Du mit dem Lesen nicht hinterherkommst, dann lass Dir doch nicht von Ver-rückten vorschreiben, was Du zu lesen hast, Herzchen.

Pass ma uff, jetzt wirste zwangstherapiert, dann weisste auch, was ich damit meine. So und um Missverständnissen vorzubeugen: Die Welt ist mein Zeuge.

Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich. Lest mal die Zeit. Wirklich, die Zeit solltet ihr euch nehmen. (So macht man übrigens double bind, aber das könnt ihr ja schon.)

Und googlet selber, ihr faulen Luschen, ich bin nich eure Tippse!

Ich glaube, wir verstehen uns. Kontaktformular kennt ihr ja mittlerweile dann auch. Lieber Finger von, Kinners, der Papa muss dringend inne Heia und beim Schlafen darf er nicht gestört werden. Einen Tag die Woche werdet ihr ja wohl mal ohne mich auskommen können. Wenigstens am Sonntag. Der Sonntag ist nämlich der Tag des Herrn, oder deutlicher. SONNTAG IST RUHETAG, ALSO RUHE DA OBEN ODER MUSS ICH EUCH ERST ZWANGSTHERAPIEREN IHR SCHNITZELKLOPFER MIT EURER SCHEISSDAUERBAUSTELLE DA!!! WENN IHR IHR EUCH NICHT BALD BEI MIR ENTSCHULDIGT, IHR ARSCHGEIGEN, UND AUFHÖRT MICH ANZULÜGEN, DANN KANN ICH AUCH MAL MIMIMI BEI DER SAGE MACHEN. ICH LASSE MICH NICHT GERN FÜR DUMM VERKAUFEN. WISST IHR EIGENTLICH, DASS ICH EUCH BEIM FICKEN HÖREN KANN? SOLL ICH EUCH MAL NEN HANDWERKER HOCHSCHICKEN UND NE KAMERA INSTALLIEREN BEI EUCH? VERGESST ES EURE SCHEISSVANILLANUMMER KANN ICH NICHT GEBRAUCHEN UND MAL EHRLICH: Friedlich hatten wir ja schon versucht. Also nächstes mal gehe ich mit der ganzen Bagage einfach mal eins höher und erklär denen, warum ich nicht schlafen kann und wisst ihr was? Die sind dann alle auf meiner Seite. So!

Und jetzt hab ich ne schöne Wichsphantasie, da brauch ich nimmer Hand anlegen, da komm ich schon beim Schreiben und wenn ich mir dann vorstelle, dass wir es in aller Öffentlichkeit miteinander treiben und euch keiner glauben wird, dann wisst ihr auch mal endlich, wer hier wenn beobachtet und jetzt ist hoffentlich endlich Ruhe im Karton, sonst sehe ich mich gezwungen, noch ein Stockwerk höher zu eskalieren. Und was dann passiert, muss ich euch ja nun nicht wirklich noch erklären, oder? Falls euch das wirklich entgangen sein sollte: Ich bin nicht total bekloppt, das ist eure versaute Phantasie. Wenn ich mir in die Karten gucken lasse, dann mache ich das mit Absicht. Das ist nen freundlicher Wink mit dem Zaunpfahl. Aber wer nicht hören will, der muss dann eben gedankenvergewaltigt werden oder so ähnlich. Bastelt euch selber euer Happy End, dafür bin ich nicht zuständig.

So, Herr Jost, begreifst Du jetzt, was der Herr Kollege mir angetan hat mit seiner Tipperei? Aber für ausführlich habt ihr ja keine Zeit…. Tja, dann halt nicht. Dachte ihr wollt mir helfen. War ja nur ne Einladung. Wer nicht will, der hat schon. Dann lutscht eure Pillen selber und therapiert euch gegenseitig und ich penne wann ich will und so können wir dann mal zusammenkommen an irgendeinen Tisch, egal ob rund oder eckig, aber ihr wollt mich ja nicht mitspielen lassen oder warum sonst muss man sich bei euch um die Betten prügeln und erst Pillen fressen, damit man bei euch übernachten darf?

Einvernehmlich ist wohl nicht so eure Sache, was? Das kannst ja auch gleich sagen, dann wirste eben zwangstherapiert. Machen wir doch gerne…. Da hätteste aber auch einfach fragen können. Ich tu Dir doch nix, ich will doch nur spielen… Therapeutisches Rollenspiel halt. Meine Fresse, manche haben aber auch ne extralange Leitung. Naja, die glauben mir ja nicht, wenn ich mich zu erkennen gebe, dann kann ich nicht anders. Selber schuld, wenn ihr mich für verrückt halten wollt. Mir ist das nämlich egal, wer mir sonst noch so hinterherlatscht, ich kann auch auf mich selber aufpassen. Und zählt mal meine Follower, 12 ist doch ein Witz dagegen, oder? Den hab ich auf jeden Fall über, also kann ich ja nur noch Godfather himself sein.

Und morgen früh sag ich dann einfach, ich hatte einen feuchten Traum und diesmal versaut ihr mir den nicht, sonst werdet ihr zum Hauptdarsteller in der Opferrolle.

Und mit dem Gedanken kann ich jetzt auch ruhig einschlafen, da habe ich dann keine Angst mehr. So mache ich das, Herr Doktor, aber Du hast ja keine Lust, mehr als die ersten beiden Sätze zu lesen und ich Dir schon anbiete, ne Kopfkinofilmrolle auszusuchen, solltest Du eigentlich artig danke sagen und nicht so tun als wär ich ein kleines Kind, das alleine Angst im Dunkeln hat und bei Mama aufm Arm will, denn solange Du das nicht kapierst, bleibst Du in der Täter_innen-Rolle, aber vielleicht fragt Dich mal eines Tages ein Reporter, was Du so über mich denkst und dann ist mir das egal, was Du denen für Märchen erzählst, weil in meinem Abschiedsbrief ganz deutlich zu lesen ist, dass Du mir das so gesagt hast, dass ich das so machen soll und wenn Dein Chef ausm Urlaub wieder da ist, dann – ja dann… für den Fall überlege ich mir das doch noch mal und dann bleibe ich doch sicherheitshalber konfessionslos, sonst weiß ich nicht, wie die Geschichte weitergeht.

Und deshalb lasse ich das Ende der Geschichte nun an dieser Stelle, sicherlich im Interesse aller, ganz bewusst offen. Nur für den Fall, dass der Arzt das doch nicht böse meinte. Dann können wir nämlich alle gemeinsam zurückrudern in unserem gemeiinsamen Bötchen, gelle. Vielleicht geht ja mein Wunsch auch so in Erfüllung, ohne dass ich nochmal zum Arzt muss. Abwarten und Teetrinken. Baldriantee, sicherheitshalber. Nee, nix da. Ich geh selber in die Küche, sonst kann ich mich wieder nicht dran erinnern, wo ich war. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser.

Garnelen, antidepressiv gewürzt

Rezept gegen Depression

Garnelenschwänze mit gedünstetem Chiccorée, gewürzt mit Rosmarin, Curry und Kurkuma. Zum Nachtisch Walnussquark.

Bei der Zubereitung von Chiccorée entferne ich bei jedem Blatt einzeln den Strunk und es bleibt nur ein etwa V-förmiger Rest übrig.

Garnelenschwänze 178 2,000 40,000 250,000
Chiccorree 50 0,500 6,000 3,000 250,000
Bärlauchöl 66 7,360 8,000
Magerquark mit Zucker 227 0,750 24,360 30,500 265,000
Walnussöl 3 0,012 0,624 0,028 4,000
523 10,622 30,984 73,528 777,000
Anteil Fett Anteil Kohlenhydrate Anteil Eiweiß
18,67% 24,27% 57,60%

Für mich ist diese Kombination aus proteinreicher Speise mit dem Gewürzen Rosmarin und Kurkuma dann gesund, wenn ich merke, dass ich sehr niedergeschlagen bin und sich die Tendenz zur depressiven Verstimmung abzeichnet. Bei ohnehin bereits gesteigertem Antrieb kann ich das dagegen gar nicht gebrauchen.

Auf die hirnchemischen Hintergründe hatte ich bereits vor 14 Tagen hingewiesen: Das serotonerge System…

Ich hatte euch das Rezept versprochen. Viel Spaß damit!

Nochmal: Die antidepressive Wirkung hat nichts mit dem Chiccorée zu tun, diese steht und fällt mit Rosmarin oder Kurkuma und ausreichend proteinhaltiger Nahrung. Letzteres können Fisch oder Fleisch sein, aber ebensogut Hülsenfrüchte.


90-Tage-Challenge Tag 43

Von der Challenge hatte ich mir erlaubt, anderthalb Wochen Urlaub zu nehmen. Mit dem Ernährungstagebuch habe ich noch keine Lust, wieder zu starten. In der Woche in München ohne Waage und ohne Protokoll habe ich über 2kg abgenommen, war also unter 88kg gekommen. Mit der Challenge ging es gestern wieder los:

EVAL, Level 1
Bodyrocks:                26 34 32 36
Türziehen:                17 17 19 18
Prisoner Back Lunges:     12 13 14 14
Enge 3-Punkt-Liegestütze: 11 09 08 08

Die Werte sind allesamt besser trotzdem ich ausgesetzt hatte. Sicherlich hatte ich deshalb keine großen Einbußen, weil ich das Mobility-Workout fortgeführt hatte.

Da ich meine analoge Stoppuhr nicht gefunden habe, habe ich mein Streichelfon als Timer und als Stoppuhr genutzt. Und was soll ich sagen: Ich suche das olle Ding gar nicht mehr. Durch den Timer, der von sich aus ein Geräusch macht, wenn die Zeit um ist, spare ich es mir, auf die Uhr zu schielen und zu prüfen, wie ob die Zeit schon rum ist. Ich hätte mich schon sehr viel früher nach einem geeigneten Hilfsmittel umsehen sollen.

Was das Problem der mangelnden Konzentration beim Zählen angeht, habe ich herausgefunden, dass ich bei den Lunges zum Aufwärmen auch einfach anders zählen kann: 1.1, 1.2, 1.3, 1.4., 1.5 und dann die fünf Sekunden auf der anderen Seite 2.1, 2.2, … usw. – viel entspannter. 🙂

Aber warum denn einfach, wenn es auch kompliziert geht. 😉

Wenn ich nun brav bin und nicht zu viel Eis esse etc. brauche ich auch erstmal kein (Ernährungstage)Buch zu führen.

90-Tage-Challenge Tag 44

Vorgestern hatte ich noch Gelüste und schlich abends um den Süßigkeitenautomaten herum. Zum Glück war mein Mann bei mir und hat mich davon überzeugt, dass es keinen Sinn macht, nun irgendetwas anderes haben zu wollen, nachdem der Automat, der das enthält, für das ich mich entschieden hatte, mein Geld nicht akzeptiert. So ist mir die Technik doch irgendwie zu Hilfe gekommen.

Wie damals, als der Zigarettenautomat mein Geld nicht annahm und ich so das Rauchen aufhörte. Es ist eigentlich mit jeder Sucht dasselbe, egal ob Nikotin, Alkohol, Zucker, Tabletten, … : Man muss bereit sein zu einer Veränderung und willens, für seine Freiheit vorübergehend durch die Scheiße zu gehen.

Natürlich ist es beim Essen bedeutend schwieriger, weil man zum einen nicht gänzlich aufs Essen an sich verzichten kann und zum anderen das anteilige Verzichten auf bestimmte Zutaten wie zB Zucker oder zumindest das verminderte Zuführen mit einem riesigen Mehraufwand an Zeit und Kosten verbunden ist. Das Rauchen aufzugeben oder die Finger von Drogen zu lassen wird einem sehr viel einfacher gemacht.

OPUS, Level 1, Wiederholungen der 4. Runde 
 Skorpion   26
 Zombie     27
 3Punkt     12
 Fallschirm 57

Heute merkte ich schon deutlicher, dass ich früher an meine Grenzen komme als mir lieb wäre. Beim letzten OPUS hatte ich höhere Zahlen da stehen. Allerdings hatte ich auch heute früh zuerst Matratzensport und dabei habe ich wohl schon meine Glykogenspeicher geleert…


Noch eine Anekdote zu Chiccorée

Meine Mutter probiert leidenschaftlich gern neue Kochrezepte aus. Ich glaube, es macht ihr genauso wie mir Spaß, Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu befolgen. Eines eigentlich schönen Tages, zu Ehren des Besuchs der Schwiegereltern in unserem Hause, hatte sie ein ganz besonderes Rezept ausgesucht: Gedünsteter Chiccorée.

Das war sicherlich nicht das einzige auf dem Teller und wahrscheinlich einfach nur die einen Fisch begleitende raffinierte Beilage, aber da es meine erste Bekanntschaft mit diesem Gemüse war, hinterließ es einen bleibenden Eindruck.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie es ihr ergangen sein muss. Zwei Kinder im nervigen vorpubertären Alter, die Schwiegereltern im Haus, der Gourmet himself, ihr Göttergatte, mitten am Tag daheim und ein neues Rezept mit einer Zutat, die sie bis dahin noch nie verarbeitet hatte.

Nun schrieb das Leben folgende Geschichte: Der gute pflanzliche Lebensmittel kam halb roh, halb angebrannt auf die Teller, ohne von der nichts ahnenden Köchin seines höchst bitteren Strunks beraubt worden zu sein. Das war nicht weiter wild; auch ich gebe gern mein Bestes und wenn das nicht gut genug ist, versuche ich immer noch das Beste daraus zu machen.

Grausam wurde es erst, als wir alle wussten, wie scheußlich es schmeckte und wir Kinder dann trotzdem oder gerade deshalb mit vereinten Kräften vonseiten der Erwachsenen am Tisch zum Herunterwürgen dieses misslungenen Gerichts genötigt wurden.

Mein Bruder hat sich mit 50 Pfennig, die meine Oma ihm dafür anbot, bestechen lassen. Ich weigerte mich standhaft und verzichtete dafür auf alle folgenden Gänge einschließlich Nachtisch sowie auf Fernsehkonsum in der nächsten Zeit, aber ich nahm mir davon mit, dass meine Geschmacksnerven bei Tisch genauso wenig zu sagen hatten wie ich und diesbezügliche Signale meines Gehirns genauso ignoriert zu werden hatten wie mein Sättigungsgefühl.

An jedem anderen Tag hätte der feine Geschmack meines Vaters mich alleine schon aus seinem eigenen Interesse heraus vor solchen Eskapaden beschützt – aber gegen seine eigene Mutter konnte er sich wohl auch nicht zur Wehr setzen.

Ich glaube, dieses Erlebnis hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich mich später für die Kochlehre entschied. In deren Verlauf lernte ich u.a. wie man Chiccorée verarbeitet und wagte mich auch an eine Rohverkostung. Es war – ohne Strunk – nichtssagend gewöhnlich, vielleicht etwas nussiger als andere Salatsorten.

Weil aber alle Salate irgendwie immer ein bisschen „nach Wiese“ schmecken, bin ich immer noch kein Freund von Rohkost.

Obiges Rezept habt ihr nun einer Mutprobe zu verdanken, die ich mir in diesem Jahr selbst gestellt habe: Iss etwas Gesundes, was du früher nicht mochtest!

Auf Anregung von Mark Lauren hatte ich mir vorgenommen, eine Speise zu essen, die ich in meiner Kindheit gar nicht mochte. Tatsächlich schmeckte der Chiccorée nun hervorragend und erinnerte mich am ehesten an gedünstete dünn geschnittene Gurkenscheiben. Ich habe mir zwar ein halbes Jahr Zeit gelassen, bis ich diese Herausforderung angenommen habe, aber ich habe es nicht bereut.

 

Das serotonerge System und wie es durch Nahrung beeinflusst wird

Gerald Hüther erklärt u.a. die Hintergründe, warum mir das Schokoladefressen abends nach einem stressigen Tag bei innerer Unruhe zum Einschlafen geholfen hat.

Das Fasten, erklärt er weiter, wirkt wie ein Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.

Die Wirkung ist, dass der Serotoninspiegel steigt und das Wohlgefühl zunimmt. Das ist der Hintergrund, warum ich mich phasenweise mit dem Abnehmen und intermittierendem Fasten sehr wohl fühle und warum auch Pro-Ana-Fans tun, was sie tun.

Ich faste nur vorübergehend – von der letzten Mahlzeit vor dem Schlafengehen bis ich am nächsten Tag Hunger bekomme oder mein Workout absolviert habe – und mit dem Ziel, Normalgewicht zu erreichen.


Im folgenden Video einer Ernährungsberaterin wird sehr schön erklärt, was der Körper benötigt, um Serotonin herzustellen:

  • Tryptophan (eine Aminosäure aus Proteinen)
  • Eisen
  • Folsäure
  • Magnesium
  • Vitamin B6

(Anfänglich sehr lange blabla, interessantes Schaubild bei 22:06.)
Fehlt das Licht, wird das Serotonin in Melatonin umgewandelt. Melatonin ist das, was müde macht.
Um Infekten vorzubeugen, kann man mehr Curcuma (in Curry oder direkt Kurkuma) oder Rosmarinsäure (zB in Rosmarin) zu sich nehmen.

Bei mir hat das auch einen stimmungssteigernden Effekt, wenn ich meine Garnelen damit würze. Mein Rezept gegen Depression ist für eine Veröffentlichung in 14 Tagen, am Freitag, den 13. Mai geplant.

Wenn man nun zwar genug Serotonin im Körper hat, sich aber nicht ausreichend bewegt, kommt es nicht im Gehirn an, weil es die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann. Deshalb wird auch immer wieder Sport oder alternative Bewegung gleich welcher Form (Spaziergang, Gartenarbeit, Tätigkeiten im Haushalt, …) gepredigt.

Dem Appell zu mehr Bewegung schließe ich mich inhaltlich an, will aber auch nicht die Sportmuffel unter meinen Lesern vergraulen, zu denen ich selbst über die Hälfte meines Lebens zählte. Ich habe mich nur meinem Gehirn zuliebe zu bewegen begonnen und nicht aus Spaß an der Freud‘.

Der Anfang war wirklich überaus hart und damit meine ich nicht den sanften Einstieg über Bewegungstherapie zweimal wöchentlich 30 Minuten bis hin zu 2 Std/Woche Badminton, gefolgt von Entspannungs- und Körperwahrnehmungen auf der Matte.

Übel war der Beginn auf dem Crosstrainer mit dreimal die Woche je 20 Minuten auf Herzfrequenz 120. Für kürzere Einheiten lohnte es sich nicht wirklich, sich überhaupt umzuziehen. Ich schaffte es jedoch kaum, das richtige Tempo zu finden, ständig schimpfte die Maschine „Herzfrequenz zu hoch – Geschwindigkeit verringern!“ oder es wurde unweigerlich der Widerstand immer mehr und immer mehr erhöht, weil ich einfach verzweifelt nach Luft japste und deshalb so langsam lief, dass der Puls schon wieder unter die geforderte Frequenz gefallen war. Nach vier Monaten wog fing es an, mir zu gefallen.

Heute sind natürlich 20 Minuten gar nichts, da bin ich nichtmal richtig warm – ja selbst ein Sprint nach dem Bus bringt mich nicht ins Schwitzen. Und die Herzfrequenz 120 laufe ich zur Entspannung, einfach weil ich mich so wohl fühle bei monotoner Bewegung: Es beruhigt und erdet mich.

Meine „Geistes“krankheit hat mich dazu gezwungen, meinen Körper dazu zu benutzen, mein Gehirn in seiner Regeneration zu unterstützen. Und auch um meine Affektlabilität in den Griff zu bekommen, habe ich mich angefangen, mit dem Thema Ernährung tiefer auseinanderzusetzen.


Hier geht es bei einem sehr ausführlichen Vortrag noch weiter in die Tiefe um Tryptophan und Co und man lernt, was man alles bei der Ernährung beachten kann hinsichtlich Depressionen.

Da habe ich erfahren, dass Fisch auch gut ist, um Depressionen vorzubeugen, ebenfalls Walnusskerne. Die sind zudem noch prima fürs Bindegewebe (Stichwort Hautüberschuss). Intuitiv hatte ich also schon sehr viel richtig gemacht, bevor ich das erfuhr. Ich mag das Zeug einfach seit meiner Kindheit.

In meinen Quark mache ich seitdem abends und an Regenerationstagen auch zum Frühstück Leinöl (Omega 3) oder Olivenöl (Omega 3 und antientzündlich).


90-Tage-Challenge Tag 39

Donnerstag. Tag 1 ohne Schokolade/Süßkram. Guter Tag.

Eine gemeinsame Reflexion mit Bingedine auf ihr SOS hin hat mir sehr dabei geholfen, zum Abnehmen-Wollen zurückzufinden. Noch bin ich nicht dazu gekommen, die verlinkte Seite auch mit Leben zu füllen.

(Es fühlt sich für mich – wie auch schon neulich bei der Seite über Ernährung – mehr nach einer Verpflichtung euch Lesern gegenüber an als dass ich das Gefühl hätte, mich darüber jetzt unbedingt mitteilen zu müssen. Da ich heute meinen freien Tag habe, werde ich das nachliefern, sobald es aus mir herauswill.)

Meine heutige Antwort auf das Warum: Dieser enorme Kalorienüberschuss in Form von vornehmlich Zucker versorgt das Gehirn schlichtweg mit einer Energie, die es offenbar dazu benötigt, damit ich wieder Antrieb bekomme. Das mit der depressiven Verstimmung verbundene Gefühl von Antriebsmangel hat sich jetzt wieder gelegt. Jedenfalls finde ich auch die Fresslust aus einem Gefühl der Energie-und Kraftlosigkeit heraus sehr plausibel.

Laut einer Studie gibt es einen Zusammenhang zwischen Depressionen und hohem Schokoladenkonsum. Die Kausalität konnte dort nicht geklärt werden. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ich mich durch Schokoladenkonsum noch depressiver fühle – allerdings nicht aus Selbstvorwürfen heraus.

Neues Workout mit neuer Übung:

BURNER Anzahl Runden: 7

Neuer Rekord! Bei meinem ersten BURNER während des ersten Durchgangs der Challenge waren es nur 6 Runden.


90-Tage-Challenge Tag 40

Wow, da erkenne auch ich als Milchmädchen ohne Taschenrechner, dass das deutlich mehr als ein Drittel und schon fast die Hälfte von 90 Tagen sind.

Freitag. Tag 2 ohne Schokolade, aber mit sehr süß angemachtem Magerquark.

Neues Workout mit bekannten Übungen:

JOKER, Zeit: 12:17:79

Neuer Rekord! Mein erstes JOKER während des ersten Durchgangs der Challenge dauerte 16 Minuten und 09 Sekunden.

Ich habe mich nun zu einer Protokollpause entschieden. Dh ich setze mit dem Ernährungstagebuch und dem Kalorienzählen aus bis nach meiner Rückkehr aus München.


Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, woher depressive Symptome kommen können und die auch mit der Ernährung im Zusammenhang steht:

(Der letzte Teil mit der blonden Dame ist nicht zu empfehlen, aber den Erfahrungsbericht der ersten Frau fand ich sehr beeindruckend.)

Auf der anderen Seite sind Zink und Eisen Gegenspieler und auch ein Zinkmangel kann Depressionen auslösen (Runow).  Zinkmangel-Test
Ein Zuviel von Fruktose (aus Obst, aber auch Fertiggerichte) kann ebenfalls Depressionen zur Folge haben (Runow).

Ein Mangel von Vitamin B12 kann zu Halluzinationen führen (Quelle).
Mit Schizophrenie in Verbindung steht die Zöliakie, weil bei manchen Menschen das Gluten die Symptome auslösen kann. (Runow)

Bei mir hatte ich eine Histapenie vermutet und einfach mal ausprobiert, ob mir eine zusätzliche Zufuhr von Zink helfen könnte und ich fühle mich damit einfach besser. Als nächsten Schritt will ich von den Nahrungsergänzungsmitteln weg und diese Nährstoffe in den Lebensmitteln direkt finden.

Bei der nächsten Gelegenheit werde ich mal sachte ausprobieren, ob ich mich mit Obst von der Tendenz zur Manie zurück zur Mitte bewegen kann. Zucker wie er in Schokolade und anderen Süßigkeiten enthalten ist, hat bei mir einen antriebssteigernden Effekt (dh das beschleunigt die Gedanken, auch wenn ich mich in eine Grübel-Karussell befinde). In der Kombination mit Fett kommt es jedoch zu dem von Gerald Hüther beschriebenen „Betthupferl-Effekt“ – dieser wird der Grund für meine Fressanfälle bei depressiver Verstimmung sein. Eine aus dem Ruder gelaufene Selbstheilungsstrategie.

Frühstück am Samstag: Walnusskerne und Brötchen mit Schokoschmier

Was kcal Fett Kohlehydrate Eiweiß Gramm/ml
853 55,446 69,232 15,816 176,000
Brötchen (vom Bäcker) 141 0,504 29,008 5,040 56,000
Its my Life (Brinkers) 199 13,068 17,496 2,412 36,000
Chocolate Symphony No. 2 (Brinkers) 292 20,574 20,898 3,564 54,000
Walnusskerne (Nüsse selbst geknackt) 221 21,300 1,830 4,800 30,000
25%-30% Max. 50% – 55% Mind. 20%
Anteil Fett Anteil KH Anteil Eiweiß
59,81% 33,28% 7,60%

90-Tage-Challenge Tag 32

Donnerstag. Jetzt muss ich mal beichten. Auch wenn ich hier tolle Magerquark-Rezepte poste, hatte ich trotzdem gestern einen Mega-Fressanfall mit 2809kcal binnen zwei Stunden. Insgesamt kam ich so an dem Tag auf 4660kcal, was mir ein Plus von 2153kcal beschert. Ein so fettes Plus habe ich bisher nie verzeichnet, aber vermutlich liegt das daran, dass ich immer vorher schon das Aufzeichnen abgebrochen hatte.

Ursachenforschung? Die ganze letzte Woche habe ich mein Kreuz bei „gereizte Stimmung“ gesetzt. Irgendwas wurmt mich. Auch wenn ich Momente finde, in denen ich ausgeglichen bin, so ganz im Reinen mit mir bin ich zur Zeit nicht. Heute konnte ich nach langer Zeit wieder ausschlafen, die letzten Wochen schlafe ich überwiegend kurz, kürzer als mir lieb ist.

Eine meiner Vermutungen ist ein Zusammenhang mit dem am Anfang des 12-Wochen-Intervalls recht hohem Testosteronspiegel, weshalb ich auf Testogel wechseln will, um damit eine Tagesamplitude zu bekommen.

Mein Lieblingsworkout habe ich sehr genossen:

RUCKUS Anzahl Runden: 9

Meine Konzentration war tipptopp. Einmal habe ich mich verzählt beim Kreuzheben.

Die Lunges sind kein Problem, gerader Rücken, Arme in den Nacken gelegt und ganz bewusst das Gewicht auf der Ferse, Schritt nach hinten, kurz mit dem Knie den Boden berührt und wieder hoch.

Bei allen Übungen habe ich nur für die Liegestütze gelebt, um diese sechsmal nacheinander ohne die Zwischenpause absolvieren zu können. Mit ganz bewusstem Einatmen beim Runtergehen und Ausatmen beim Hochstemmen ist mir dies bis auf die letzte Runde auch gelungen. Bei den ersten beiden Runden bin ich mir nicht mehr ganz sicher, das ging irgendwie viel zu schnell. Bei der achten Runde hing das Kreuz einmal durch, daraufhin ging ich noch langsamer runter, so dass ich von den Armen her kaum die Wende schaffte, mich wieder hochzustemmen. Aber der Rücken war gerade.

Beim Kreuzheben wackelte ich ein paarmal etwas – das Kreuzheben ist eine härtere Prüfung auf Ausgeglichenheit als der Baum aus dem Yoga. Volle Konzentration auf den rechten Fuß, der mit sattem Kontakt auf dem Boden ruht und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf das linke Bein, das gerade ausgestreckt nach oben in die Waagerechte geht, während die Arme beim Ausatmen zum Boden heruntersinken und die Fingerspitzen dann die (rechte) Fußspitze berühren. Zweimal habe ich fast das Gleichgewicht verloren.

Das Türziehen wie von Anfang an ein Selbstgänger, eher zu hastig absolviert als dass die Haltung nicht korrekt wäre. Um die Klinke gelegtes Handtuch greifen, den Unterkörper mit rechtem Winkel in den Knien als Gewicht nutzend durch Armstreckung nach unten bewegen, Hochziehen, Schultern zusammen.

Und dann den Strich auf der Liste machen und wieder von vorne.


90-Tage-Challenge Tag 33

Freitag. Akute Fettlogiken: „Ich will jetzt nicht unhöflich sein und kann doch nicht als einziger Sekt und Kuchen ablehnen“ und  „Jetzt ist es ja eh egal“. Bilanz: Geschätzte 1000kcal alleine deshalb, weil ich der Einladung gestern abend spontan gefolgt bin.

Wieder ein Plus anstelle eines Defizits, wenn auch bei weitem nicht so drastisch wie am Vortag. Vom 16.03. – 15.04. habe ich ein Gesamtdefizit von 21166kcal erwirtschaftet im Schnitt über 700kcal/Tag. Und jetzt allein in den beiden letzten Tagen ein Plus, das mehr als zehn Prozent des Defizits eines ganzen Monats aufwiegt. Das ist nicht mehr wett zu machen. Muss mir erstmal egal sein, sonst mache ich mich nur unnötig fertig und dann wird es noch schlimmer.

Seit dem beknackten Proteinriegel habe ich Schwierigkeiten und muss mich ständig wieder zusammenreißen und manchmal gelingt mir das eben nicht. Jetzt ist vorbei mit easy am Süßigkeitenregal vorbeischlendern. Auch Umsteigen wird gefährlich, wegen der Süßigkeitenautomaten am Bahnhof.

TYRANT, Zeit: 17:23:25

Beim Aufwärmen habe ich total getrödelt und war mit den Gedanken sonstwo. Beim Workout bin ich wieder viel zu schnell reingegangen. Die Atmung hat mich tierisch durcheinandergebracht. Bei den ersten Kniebeugen habe ich versehentlich die Atemzüge gezählt anstatt der Kniebeugen. Beim Kreuzheben habe ich bis zur letzten Runde mehrmals das Gleichgewicht verloren.

Wenn ich das so lese, lässt es sich zusammenfassen mit: Alles doof, alles scheiße. Also mal gleich den Haken bei „Depression“ setzen.^^

Also weg mit der Aufmerksamkeit davon, wie viel ich esse und wieder dahin, was ich essen möchte und was nicht. Jetzt nach dem Workout Proteine und Kohlenhydrate, sprich Magerquark und Obst. Später als warme Mahlzeit die Pute. Dazu hole ich mir noch frisches Gemüse. Heute abend darf es auch wieder etwas mit Fett sein, z. B. die Walnusskerne. Bis dahin hatte mein Körper Gelegenheit, die beanspruchten Muskeln ungestört zu flicken.

Nochmal der Blick auf den Sport: Was bin ich froh, dass „Sport“ kein Reizwort mehr für mich ist. Geil, dass ich das Workout auch an Tag 33 der Challenge immer noch mit Freude und bis auf einzelne  Ausnahmen konsequent vor dem Frühstück mache. An den letzten Regenerationstagen habe ich das Laufen auf dem Crosstrainer so sehr vermisst, dass ich einfach gelaufen bin und habe es sehr genossen. In den ersten Wochen und Monaten, als das Gerät neu war, war es jedes Mal ein Kampf und kostete mich einiges an Überwindung.

Das heutige Workout war mir ein Ritual und ich habe es gerne absolviert.

Das Hüftheben ist mir nicht jedes Mal leicht gefallen, aber es hat mit dem Einatmen beim Absenken und Ausatmen beim Hochstemmen zunehmend besser geklappt.

Die Kniebeugen waren mir eine Freude und es erstaunt mich immer noch, dass sie mir so leicht fallen, da mir vor einem halben Jahr stets davor gruselte.

Bei den Bodyrocks habe ich sehr deutlich gespürt, wie der Muskel, der das Durchhängen des Beckens bei den Liegestützen vermeiden soll, arbeiten musste und manchmal etwas krampfte. Dagegen halfen mir leichte Dehnübungen sehr.

Das Kreuzheben konnte ich von Runde zu Runde sauberer durchführen.


Gestern habe ich übrigens einen Zettel geschenkt bekommen mit folgendem Spruch:

Ich höre meinen Gedanken aufmerksam zu und weiß, dass sie in jeder Sekunde meine Zukunft erschaffen.

Ich war sofort an depressive Denkmuster erinnert und dachte: Wie wahr.

Magerquark mit Weintrauben

Was kcal Fett Kohlehydrate Eiweiß Gramm/ml
246 1,020 27,040 30,400 355,000
Magerquark 170 0,750 10,000 29,500 250,000
Zucker 12 0,000 3,000 0,000 15,000
Weintrauben, weiss 64 0,270 14,040 0,900 90,000
25%-30% Max. 50% – 55% Mind. 20%
Anteil Fett Anteil KH Anteil Eiweiß
3,82% 45,08% 50,69%

90-Tage-Challenge Tag 29

Montag. Heute war ich beim Klamottenladen meines Vertrauens und versuchte mich mit der nächstkleineren Konfektionsgröße. Keine Chance. Die Hose, die ich zur Zeit trage, schlägt oben bereits Falten, während sie am Oberschenkel genau richtig sitzt und an den Waden viel zu eng ist. Die Tendenz zeichnete sich bereits vor zwei Wochen ab, aber ich bekam sie geschenkt – gekauft hätte ich die so nicht.

Danach besuchte ich ein Geschäft für Sportbekleidung. Größe M war viel zu weit und auch S ist etwas weit ausgefallen. XS führen sie nicht. Halten die Schweden ihre Zielgruppe innerhalb der Deutschen für dermaßen fett oder sind sie selbst so large? Vor allem obenrum ist zu viel Material, ähnlich wie bei der oben beschriebenen Jeans.

Ich habe die Klamotten trotzdem gekauft; alleine der Eitelkeit wegen, Sportkleidung in Größe S tragen zu können, die nicht so eng sitzt wie Funktionskleidung eigentlich sollte, sondern eben locker. Vielleicht ist ja auch das das bahnbrechende Konzept, was die neue Kette zu gewaltigen Umsätzen führen wird. Warten wir’s ab.

Von Proteinriegeln kann ich übrigens abraten: Heute habe ich einen probiert in einem Fachgeschäft für Sportler-Ernährung und bekam danach großen Durst und Heißhunger auf Süßigkeiten/Schokolade. Ich führe das auf die Zutaten zurück, die so benannt sind, dass es mir – abgesehen von den fettgedruckten Allergnen – überhaupt nichts sagt, aus welchem Tier oder welcher Pflanze es stammen könnte:

Protein Blend (Milk Protein Isolate, Whey Protein Isolate (Milk)),

Soluble Gluco Fibre,

Almonds,

Water,

Chocolate Flavour Cookies (10%) (Protein Blend (Whey Protein Isolate (Milk), Milk Protein Isolate)),

Dextrin Cocoa,

Cocoa Butter,

Flavouring,

Emulsifier (Sunflower Lecithin),

Coconut Oil,

Thickener (Xanthan Gum),

Raising Agent (Baking Soda), Sea Salt, Sweetener (Sucralose)),

White Chocolate Flower Chunks (5%) (Cocoa Butter, Milk Protein Isolate, Bulking Agent (Erythritol), Flavourings, Sea Salt, Sweeteners (Sucralose, Steviol Glycosides)),

Flavourings,

Bulking Agent (Erythritol),

Palm Oil,

Sea salt,

Colour (Calcium Carbonate),

Sweeteners (Sucralose, Steviol Gycosides)

Also, dieser war bis auf Weiteres mein letzter Proteinriegel. Und das nicht wegen des hohen Fettgehalts und 210kcal bei null Sättigung. Mir ist einfach nicht geheuer, was das Zeug in meinem Hirn anstellt.

Zum Sport:

EVAL, Level 1
Bodyrocks:                33 35 35 28
Türziehen:                15 15 16 16
Prisoner Back Lunges:     12 14 14 12
Enge 3-Punkt-Liegestütze: 09 09 06 06

Man sieht sehr schön, wie viel ausgeglichener ich heute bin im Vergleich zu den letzten Tagen. Es hat sich ausgezahlt, mich in der letzten Zeit zurückzuziehen.

Beim Türziehen merkte ich, wie sich die Atmung beschleunigte und atmete langsamer, um mir meine Kräfte einzuteilen und nicht zu schnell zu sein. Bei den Lunges ging mir dann schon ziemlich die Pumpe und ich bekam zusätzliches Herzklopfen beim Gedanken daran, was passieren würde, wenn ich nun das Levelup schaffen sollte.

Dann holte mich bei den Liegestützen die Realität wieder ein. Leider schaffte ich es nur kurz, die Liegestütze ohne die Zwischenpause auf der Matte zu machen – aber immerhin einige Male. Dabei find ich dann auch an zu schwitzen.

Die beiden letzten Sätze konnte ich nicht gescheit zählen (möglicherweise waren es auch 8 Wiederholungen), weil mir aufgefallen war, dass ich falsch atme und ich mich bemühte, dies zu korrigieren. Dabei atmete ich ganz richtig: Beim Hochdrücken aus und beim Absenken ein.

Faustregel: Bei der Anstrengung ausatmen und nach der Anstrengung einatmen. Bei den Kniebeugen ist es andersrum, da atme ich aus, wenn ich mit der Schwerkraft nach unten in die Hocke gehe und während ich mich gegen die Schwerkraft wieder hochdrücke atme ich ein. (Irgendwo hatte ich gelesen, beim Arbeiten gegen die Schwerkraft müsse man ausatmen. Diese Formulierung ist aber irreführend.)

 


90-Tage-Challenge Tag 30

Dienstag. Gestern abend habe ich mir einen Sonntagsquark genehmigt. Der Zucker und das Fett hat mich recht bald müde gemacht, so dass ich gut einschlafen konnte.

Kaloriendefizit hatte ich die beiden letzten Tage so gut wie keins (Montag 23, Dienstag -11).

Ab heute greife ich wieder an, da ich nun gut ausgeruht bin.

OPUS, Level 1, Wiederholungen der 4. Runde 
 Skorpion   29
 Zombie     25
 3Punkt     14
 Fallschirm 59

Alle Zahlen besser als beim letzten OPUS.  Meine Konzentration ist um Längen besser als in der letzten Zeit. Ich konnte alle Zeiten gut einhalten. Durch die kurzen Pausen (nur 15 Sek) kam ich recht bald ins Schwitzen und bekam (wahrscheinlich) einen roten Kopf.

Wieder hat mich die Atmung beschäftigt. Es fiel mir schwer, bei den Liegestütze beim Hochdrücken auszuatmen, aber als ich es mir ganz bewusst vornahm und darauf achtete, ging es dann.

Ohne Zwischenpause klappen die Liegestütze nur wenige Wiederholungen und manchmal hängt sogar das Becken durch. Daher habe ich in den Pausen einen Rundrücken gemacht, um das auszugleichen.

Die anderen Übungen fallen mir alle vergleichsweise leicht.

90-Tage-Challenge Tag 19

It’s not about having time – it’s about making time.

(Mark Lauren)

Die morgige Bonusaufgabe lautet, sich diesen Satz an einem gut sichtbaren Ort aufzuhängen. Sich zu vergegenwärtigen, dass man sich nicht nur Zeit nehmen, sondern auch etwas daraus machen muss, kann sehr hilfreich sein im Kampf gegen den inneren Schweinehund. Die Hauptaufgabe für morgen ist nämlich: Eliminiere Deine Ausreden

Sobald der Schweinehund sich Ausreden ausdenkt, soll man sie aufschreiben und die stärksten Gegenargumente dazu notieren. Direkten Gebrauch in Form von Listen habe ich davon nie gemacht, aber es fließt sicherlich in meine Tagebücher mit ein.

Muskelkater habe ich keinen und müsste schon nachlesen, wann ich zuletzt welchen hatte, wenn ich es wissen wollte. Ich denke, auch die Tatsache, dass ich das Mobility-Workout (Aufwärmübungen und Dehnen hinterher) recht kontinuierlich beibehalten habe, erleichtert mir die Workouts bei diesem Durchgang der Challenge. So ging mir eine grundsätzliche Körperspannung, ebenso wie Beweglichkeit, nicht völlig verloren. Beim ersten Durchgang war ich viel zu erschöpft an den Regenerationstagen, um auch noch freiwillig die Muskeln zu beanspruchen, die ich an den anderen Tagen schon gequält hatte. Auch das kalte Abduschen genieße ich inzwischen sehr.

Was mich etwas ärgert, ist, dass das Gewicht derzeit stagniert. Also bleibt mir nur, mich daran zu erinnern, dass ich gerade die Konfektionsgröße 48 zurückerkämpft habe und Muskeln eben mehr wiegen als Fett.

Dabei muss ich der Ehrlichkeit halber erwähnen, dass mein Kaloriendefizit, das ich seit drei Wochen wieder erhebe, von Woche zu Woche kleiner geworden ist. Ich darf nicht wieder den Fehler machen, die Ernährung schleifen zu lassen, um die Challenge zu schaffen. Der Hauptaugenmerk gleich nach der Regeneration sollte auf der Gewichtsreduktion bleiben.

Wie war das noch? Das Sixpack wird zu 80% in der Küche gemacht.

So, noch den wöchentlichen Wohnungsputz erledigt und schon fühle ich mich wieder wohl auf der Matte auf dem Fußboden. Inzwischen spüre ich auch schon deutlich Hunger. Jetzt kann es losgehen mit meinem Lieblingsworkout!

RUCKUS Anzahl Runden: 9

Wow! Als die Eieruhr klingelte, dachte ich trotz Vorwarnung meines Zeitgefühls: Was, jetzt schon? So in der 7. Runde hatte ich zu meinem Tempo gefunden und merkte in der 10. dann, wie ich einen roten Kopf bekam. Es fehlten gerade noch 3x Türziehen zur Vollendung der 10. Runde. Trotzdem bin ich froh, dass die Uhr mich davon abgehalten hat, wie eine Maschine immer weiterzumachen. 10 Runden waren, glaube ich, beim letzten Durchgang meine persönliche Bestleistung.

Meine Konzentration reichte meiner Erinnerung nach kaum aus, um bei den Lunges beim Aufwärmen sowohl 5 Sekunden Dehnung abzuzählen als auch mir zu merken, die wievielte Wiederholung ich gerade machte. Also habe ich abwechselnd entweder immer die Zahl wiederholt, die die Wiederholungen zählte oder die Wiederholungen geraten und dafür die Dehnung gezählt.

Heute ist mir beides gelungen, auch wenn ich manchmal weiter als bis 5 gezählt habe. Das ein oder andere Mal habe ich auch zu viele Wiederholungen gemacht, weil ich ganz versunken weiterzählte, aber dafür habe ich einige unsaubere Wiederholungen gelten lassen.

Bei den Liegestütze ist mir aufgefallen, dass der Schwerpunkt meines Oberkörpers von der Mitte weg zu der Seite des belasteten Beins hin changierte. Erstaunlich, wie fein meine Körperwahrnehmung geworden ist, wenn ich bewusst darauf achte.

Jetzt genieße ich mein Frühstück, während ich dies hier schreibe und wandere dabei mit der Aufmerksamkeit zwischen dem Tippen hier und dem Geschmackserlebnis hin und her. Einfacher ist es, wenn ich mich ins Esszimmer setze und mich ganz aufs Essen einlasse. Das kostet aber sehr viel Zeit, und auf diese Weise des bewusst gewechselten Fokus kann ich Mikropausen sinnvoll nutzen. Ich glaube, das ist das, was als Multitasking bezeichnet wird. Computer bearbeiten ja auch nie wirklich mehrere Prozesse zur selben Zeit, sondern sie teilen die Ressourcen unterschiedlich zu – da spricht man dann von Multithreading, wenn ich das korrekt in Erinnerung habe.

Gegen die häufige Ausrede, ich müsse jetzt die andere Hälfte Quark auch noch essen, damit das nicht heute früh nach Kühlschrank schmeckt, habe ich übrigens eine Behältnis mit Deckel angeschafft und gestern Abend Gebrauch davon gemacht.

Durch das Regal mit der Schokolade kann ich im Supermarkt jetzt total easy schlendern und mir rein aus Neugierde die Auslagen ansehen, um mich über das Angebot zu informieren. Da ist kein Verlangen, kein Suchtdruck, Jieper oder Heißhunger, nichtmal Appetit. Und sollte ein Gedanke auftauchen, wird der beiseite geschoben mit dem Hinweis: Ich mache Diät bis ans Ende der 90 Tage und dann können wir nochmal schauen, ob was Leckeres dabei ist. Es ist nicht das Ende aller Süßigkeiten in meinem Leben, nur eine vorübergehende Maßnahme.

 

Ein Mann sitzt zu Tisch. Text: Ohne mich! Ich lasse mir nicht alles auftischen. Ich entscheide selbst.

Mein Foodstyle

Essen habe ich als das soziale Ereignis schlechthin kennengelernt. Ich möchte an dieser Stelle nicht in meine Kindheit ausschweifen, nur darauf hinweisen, dass eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten früher oder später zu Konflikten führen kann – je radikaler, desto gravierender.

Ich habe daher bereits wenn ich hier über meine Ernährungsgewohnheiten blogge, Sorgen um die möglichen Reaktionen darauf. Dabei ist das eigentlich albern, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Follower noch nicht einmal den zweistelligen Bereich erreicht hat, jetzt bereits vor einem möglichen Shitstorm in Deckung gehen zu wollen.

Gegen diese Angst kann nur vorbeugend helfen, so früh wie möglich offenzulegen, was alles den Weg durch meinen Mund hinein durch meinen Körper hinaus und hinten wieder heraus findet und was draußen bleiben muss. Wem das nicht passt, der braucht mir ja gar nicht erst zu folgen.

Ich befinde mich in einer Gewichtsreduktionsphase und werde das nicht bis an mein Lebensende so fortführen. Ich darf das!

So, nachdem wir das geklärt haben: Quark. In allererster Linie esse ich Quark und zwar Magerquark mit derzeit pro 250g-Portion 15g braunem Zucker und einem Schluck Zitronensaft. Nach dem Workout fettfrei und an Regenerationstagen gerne mit  zwei bis drei Gramm Leinöl oder Olivenöl. Dazu gerne frisches Obst wie Bananen oder Weintrauben.

Mein Frühstück gibt es entweder direkt nach dem Workout oder, an den anderen Tagen, sobald ich Hunger habe. Das hilft mir auch, den Sport nicht unnötig lange herauszuschieben und gibt mir zudem das Gefühl, mir mein Essen verdient zu haben und jetzt bewusst genießen zu dürfen.

Warm esse ich gerne einmal am Tag, idealerweise Garnelenschwänze oder Geflügel und dazu frisches Gemüse. Wichtig ist für mich in dieser Muskelaufbauphase (wegen der 90-Tage-Challenge),  sehr viel Protein aufzunehmen und zwar das anderthalbfache bis doppelte Idealgewicht in Gramm. Bei meinen 175cm entspricht das 150 Gramm.

Die Zeit meiner Hauptmahlzeit liegt am Nachmittag so gegen 17 Uhr. Es kann also durchaus passieren, dass ich um zehn Uhr aufstehe und um 15 Uhr oder auch erst um halb fünf die erste Mahlzeit überhaupt zu mir nehme. Mit diesem intermittierenden Fasten habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. (Bereits zu der Verteilung meiner Mahlzeiten über den Tag habe ich die Rückmeldung „Das ist ja total unausgewogen!“ erhalten.)

Das sieht dann häufig so aus, dass ich morgens Quark, mittags Tier und abends Quark esse. Damit fühle ich mich wohl und verzichte auf nichts, weil ich mich auf die von mir bevorzugten Speisen beschränke. Nie wieder werde ich mir irgendetwas reinzwingen, nur damit ich mir damit den Nachtisch verdiene oder Ähnliches.

Dabei habe ich die Beobachtung gemacht, dass ich mit vergleichsweise kohlehydratarmer Ernährung (etwa zwischen 150 und 200 Gramm pro Tag) keine Heißhungerattacken mehr habe. Die eiweißreichen Speisen sättigen mich gut und ich werde nicht mehr ständig von meinem Appetit in meiner Zielerreichung behindert.

Durch das Mitschreiben fällt es mir leichter, nicht dem Appetit nachzugeben, weil ich ja etwas Schickes aufschreiben will. In meinem ersten Dreivierteljahr fiel mir das sehr schwer, weil ich oft Höllenqualen litt, während ich vor dem Ernährungstagebuch saß und mein Ichwillichwillichwill!!! mit dem Istaberdochsooooooooooolecker!!!!! rang. Stets musste ich mich dazu zwingen, auf bestimmte Speisen zu verzichten – dies hat sich inzwischen gründlich gewandelt. Das Kalorienzählen ist mir einfach ein hilfreiches Werkzeug geworden, das ich zur Hand nehmen oder im Koffer lassen kann.

Und ich werde auch nicht nochmal so blöd sein und mein restliches Kalorienbudget mit leeren Kalorien durch Süßigkeiten auffüllen, nur weil ich das Budget noch nicht voll ausgeschöpft habe – ich plane jetzt langfristiger mit der Gesamtkaloriensumme von 140.000 kcal, die in 20kg Körperfett gebunkert sind,und nicht mehr pro Tag anhand eines zu erreichenden Defizits. Vom Ding her esse ich weiterhin intuitiv, schreibe aber dabei mit.

Da durch die Reduktion der Kalorienmenge pro Tag insgesamt und meine Faulheit, mir jeden Tag was Neues einfallen zu lassen, meine Ernährung unterm Strich recht einseitig ausfällt, nehme ich Nahrungsergänzungsmittel zu mir, um nicht doch irgendwo zu kurz zu kommen. (Spätestens jetzt schreit bestimmt der ein oder andere Zeter und Mordio. So einseitig und dann auch noch Nahrungsergänzungsmittel – wie uuuuuuuungesund!)

Wenn ich nun in einem Restaurant essen gehen möchte, dann finde ich vielleicht noch Scampis oder Fisch und Gemüse auf der Karte. Spätestens bei einem Hotelfrühstück hat es sich jedoch erledigt: Kohlehydrate und Zucker bis zum Abwinken. Mit Glück finde ich da einen Quark der Vollfettstufe mit Früchten aus der Dose.

Die Vorstellung aber, nun bei beliebigen sozialen Anlässen gemeinsam zu kochen und zu essen, ist für mich zur Zeit der totale Horror. Das fängt ja schon bei einer Grillparty an, dass man nicht einfach nur Fleisch essen darf, sondern auch mindestens noch einen Muffin aufgequatscht bekommt, damit ich auch ja nicht vom Fleisch falle. Mit dem Verzicht darauf falle ich höchstens vom Fett und genau das will ich ja.

Deshalb scheint es für mich der geringste Weg des Widerstands, einfach Einladungen mit Verweis auf die zur Zeit laufende 90-Tage-Challenge und damit vorübergehende Muskelaufbauphase abzulehnen und mich so aus der Affäre zu ziehen. Problem sind nur spontane Einladungen, denn da bin ich unvorbereitet und kann schlecht Nein sagen.

Mitwochabend in der Bar habe ich den Fehler gemacht und anstatt Wasser etwas Alkoholisches  bestellt. Deshalb habe ich danach in der Nacht dann noch zwei Burger gegessen, denen eine Tafel Schokolade folgte. Das ist jetzt allerdings ein einmaliger Einbruch in zwei Wochen und damit tatsächlich eine Ausnahme.

Im nüchternen Zustand ziehe ich es mittlerweile tatsächlich vor, der Bequemlichkeit halber einfach zu fasten, wenn ich unterwegs bin. Denn zu Hause finde ich auf jeden Fall etwas, das mir schmeckt und dort kann ich es auch bequem in mein Ernährungstagebuch eintragen. Und eigentlich ist diese Regel für mich eine prima Generalantwort auf sämtliche Verlockungen  und Verführungen außer Haus: Gegessen wird zu Hause.

Ich müsste sie nur einhalten. 😉

Solltest Du mich also in der nächsten Zeit fragen wollen:

GEHST DU MIT MIR ESSEN?
Postkarte, Konzept und Design: DASHOCHHAUS.DE, Köln

Dann ist meine Antwort: Danke für Deine Einladung, aber jetzt nicht!

Ein Mann sitzt zu Tisch. Text: Ohne mich! Ich lasse mir nicht alles auftischen. Ich entscheide selbst.
Postkarte von Hein und Fiete http://www.heinfiete.de http://www.playsafe.de