Das Bild zeigt eine Baustelle und vor dem Bauzaun einen Mann, der dagegenpinkelt.

Tschüss.

Er baut ein Haus für mich. Stein auf Stein. Er hat mich lieb. Ich weiß es. Ich bin sein Kind. Es ist schwer, denn er ist sehr kalt.

Und doch liebt er mich, stumm. Ich bin brav und still, les ein Buch. So mag er mich. Nicht laut. Laut ist bös. Lärm stört, schmerzt. Spiel ist laut und Spaß ist laut. Er hat viel Stress und braucht Ruh, viel Ruh. Ruh vor dem Kind, vor mir.

Nein, krank ist er nicht. Nur ein Mann, der den Kopf nicht aus kriegt und das Herz nicht an. Er weiß nicht, wie es geht, das Kind mal in den Arm – mal ein Kuss, die Hand ans Haar, nur ein Wort.

Er steht hier im Raum und scheint nah, ist aber doch fern. In sich drin. Tief drin und weit weg. So hört er nichts und sieht auch nichts. Nur sich und sein Haus. Es wächst. Für mich. Doch was soll ich da? Dort bin ich fremd.

Er sagt nichts und fragt nicht und ich auch nicht.

Nicht mehr.

Jetzt ist er tot. Krebs. Es ging sehr schnell. Ich wein gar nicht. Doof. Es ist still. So still.

Sein Haus steht noch da und es ist leer. So leer wie ich und so tot wie er.

Heut les ich nicht mehr, ich schreib. Das wird laut und macht Spaß. Glaub ich.

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