Memo an mich – Teamarbeit

Also. Jetzt mal hübsch geordnet: Memo an mich – Rundbrief bzw. Arbeitsablaufplanung nächste 12 Stunden

  1. @ Planung: Für morgen geplante Aufgaben verschieben. Nein, das muss nicht sofort umgesetzt werden. Das Eintragen im Kalender kann auch morgen nachgeholt werden. Wir schließen in wenigen Minuten.
  2. @ Beschützer: Seite mit dem Genesungsblog schließen. Nicht die neuen Nachrichten da lesen. @ Hund: Hübsch brav sein, gell. Ja, so machst Du das fein. Braver Hund.
  3. @ Körperkontrolle: Zähne putzen. Du brauchst Bewegung. Und Ritual.
  4. @ Controlling + Sicherheitsdienst: Nochmal nachlesen, was auf Dich zukommt. Alles Roger. Alles gut.
  5. @ Sekretariat Herr Anders: Beitrag absenden. Der Herr Schriftsteller ist bereits im Feierabend.
  6. @ Spielkind: Ernten. Nur ernten!
  7. @ Spielkind: Computer aus.
  8. @ Spielkind. Ab in die Heia. Denk dran, Horst-Ludoka, es wird Zeit.
  9. @ Spielkind: Du kannst noch ein bissl lesen – aber nur was langweiliges!
  10. @ Spielkind: Und das Licht kannst Du ausmachen, draußen ist bereits hell.
  11. @ Sicherheitsdienst: Bitte die Klingelsperre einschalten bis 15 Uhr.
  12. @ Ehemann: Dann kannst Du Deinen Mann aus dem Bett werfen, der hat inzwischen genug geschlafen. Du brauchst übertriebene Rücksicht auf ihn zu nehmen. Bitte eine Nachricht für Ihren Ehemann ans Brett notieren, dass die Klingelsperre bis 15 Uhr aktiv ist.
  13. @ Controlling: Keinen Wecker stellen.
  14. @ an alle: Schön ausschlafen. Du hast morgen frei.
  15. @ an alle: Wenn Du morgen früh aufwachst, dann kannst Du schauen, wie es Dir geht und
  16. @ PR-Abteilung: Weniger ist manchmal mehr. Beim nächsten Mal bitte weniger Schlagwörter verwenden. Zu viele Schlagwörter sollen sich ungünstig auf die Auffindbarkeit der Beiträge auswirken.
  17. @ Kritiker: Bei allem gebührendem Respekt: Auch Sie haben Feierabend. Wie schließen in wenigen Minuten das Gebäude.
  18. @ Körperkontrolle: Arsch huh, Zäng ussenand (hochdeutsch: Arsch hoch, Zähne auseinander) und dieselben putzen!
  19. @ Papa: Danach nur noch das Kind spielen lassen – nicht länger als bis um sieben. Eine halbe Stunde ist wirklich das Allerhöchste der Gefühle. Danach umgehend Computer ausschalten. Wenn der Kleine das nicht selbst machen will, dann helfen Sie ihm bitte. Danach muss er umgehend den Schlafanzug anziehen. Sie sind mit Abläufen vertraut. Sie machen das schon.
  20. @ all: Gute nacht allerseits. Wir wünschen Ihnen allen noch eine angenehme Nachtruhe.
  21. @ Schriftsteller: Herr Anders, jetzt machen Sie doch bitte Feierabend. Sie haben schon wieder fast eine Viertelstunde überzogen.
  22. @ all: Und jetzt ist endlich Ruhe im Karton! Ich will auch endlich nach Hause. @ Hund: Ja, guter Hund. Gleich gehn wir hübsch Gassi und Du darfst toben und rumspielen wie Du willst. *tätschel
  23. @ all + @Betriebsrat: Ich weiß ja nicht, wie die von der Nachtschicht sich das gedacht haben. Aber ich brauche nachts meinen Schlaf. Und der Ehemann ist zur Zeit krank und braucht daher jetzt auch mehr Schlaf. Außerdem ist nirgendwo verzeichnet, wie lange der jetzt schon schläft. Daher mal besser nicht unnötig stören und aufwecken, gell. Schlaf ist wichtig. Ich sitze ja nicht umsonst im Gesundheitsmanagement. Allen eine wunderschönen Tag. :)))
  24. @ all: Denken Sie dran, es ist Sonntag. Genießen Sie den Tag. Nur weil der 1. Mai der Tag der Arbeit ist, muss nicht zwangsläufig gearbeitet werden und falls doch, dann muss es sich nicht nach Arbeit anfühlen. Ihrer Gesundheit zuliebe. :)))
  25. @ Team Kinderbetreuung + @ Schlafforschung: Moin Kollegen, ich möchte kurz meine neuesten Erkenntnisse von meinem Einsatz für die Akten festhalten. Ich mache den Job ja noch nicht lange, weil ich das Sorgerecht erst vor kurzem erhalten habe (@ Ex-Frau: Nein, dieser Seitenhieb ging ausnahmsweise mal nicht an Dich! @ weibliche_Seite: Auch für Dich ist dieser Schuh nicht gedacht. Ich rege mich immer noch darüber auf, dass ich mit Vater_Staat so lange um das Recht um meine Selbstfürsorge ringen musste, weil er mir in Gestalt der Psychiatrie meine Eigenverantwortung geraubt hat. Ja, geraubt! Das war ein gewaltsamer Akt, der mich zutiefst traumatisiert hat. Ja, ich rege mich auf und ich schweife ab, aber ich darf das! So. Klammer zu.), – ich mache den Job noch nicht sehr lange und arbeite mich daher noch ein. (@ Technik: Entwarnung: Der Lütte hat ganz alleine rausgefunden, wie das mit der Wiederholung mit dem Streichelfon funktioniert. Ich wäre da ja nie drauf gekommen, aber Kinder haben ja immer noch diese Offenheit und Unbefangenheit gegenüber allem Neuen – ja, die Neugierde eben – und wollen verstehen, wie die Welt funktioniert. Ich ziehe meine diesbezügliche Frage daher zurück.) Also. Einsatzbericht: (@ Protokollant (@ Beobachter + @ Sekretariat ?): Ganz herzlichen Dank für eure Unterstützung! Eine Runde Schulterklopfen für alle! Einsatz prima gelaufen!) Dank des arbeitsgeilen Herrn Anders – Verzeihung, ich ordne mich noch – Weil der Herr Schriftsteller nach seiner schöpferischen Pause so außerordentlich ehrgeizig und fleißig sowie voller Tatendrang ist…. konnte Horst-Ludoka leider erst mit einer Verzögerung von zwanzig Minuten den Computer benutzen. Das ist aber zum Glück nicht weiter wild. Sein Lieblingsspielzeug ist nämlich mittlerweile das Streichelfon. (Das ist nämlich auch ein Computer, wie ich feststellen musste. Nur kinderleicht zu bedienen.^^) Zähneputzen klappt mittlerweile einwandfrei. Das kann er schon alleine, wenn er will. Zum Einschlafen hört er immer noch am liebsten Dominik Beseler. Das klappt auch normalerweise ganz gut. Aber heute ist mir etwas ungewöhnliches aufgefallen. Er war nämlich – heute morgen um sieben! – so müde, dass er das gar nicht mehr brauchte, um einzuschlafen. Er war quasi sofort weg. Dann ist er aber nach ca. anderthalb Stunden wieder aufgewacht, weil – es ist mal wieder Sonntag – die Nachbarn (@ Nachbarn: Liebe Nachbarn – es ist mal wieder so weit: Ruhe bitte! ) einen Höllenlärm machen. Hm naja, sie sind halt wach da oben und laufen hin und her. Eigentlich nicht verwerflich um halb zehn Uhr morgens in Deutschland. Aber verglichen damit, dass heute Sonntag ist, ist das gefühlt ein Höllenlärm. Und der Kleine ist sehr geräuschempfindlich. Also ist er aufgewacht – zudem dann auch noch der Ehemann aufgewacht ist und beschlossen hat, nun aufzustehen. (@ Ehemann: No offense! (oder offece? my english is worse)). Dann war er kurz Pipi, Hände waschen und hat sich von sich aus wieder hingelegt. Großer, großer Fortschritt! (@ Horst-Ludoka: Der Papa ist sehr stolz auf Dich!) Dann wollte er Musik hören (weil es eben laut war) – natürlich seinen Dominik Beseler. (@ Dominik Beseler: Hut ab! Klasse Stimme, super Texte!) Das ist superangenehm, dass ich jetzt nicht mehr jedes Lied einzeln anspielen muss, weil er mit dem Gerät inzwischen besser umgehen kann als ich. So, nun das, was mir so aufgefallen war. Er hat, wie auch aus dem Protokoll (@ Protokollant: Nochmals vielen Dank für ihre saubere und gründliche Arbeit!) hervorgeht, nicht wie sonst ein Lied immer wieder und wieder und wieder gehört, sondern: Er hat zwischen zwei Lieder gewechselt. Und zwar hatte er erst einmal – ich lese das hier aus dem Protokoll ab – Titel 1 gehört, dann war er auf dem Klo, im Bad und dann hat er Titel 12 gehört. Daraufhin hat er 3x hintereinander Titel 12 gehört, wechselte dann zurück zu Titel 1 und hörte diesen ebenfalls exakt 3x. Seitdem läuft Titel 12 ununterbrochen. Da mich das neugierig gemacht hatte, habe ich Nachforschungen dazu angehört. Dh ich habe mir die Songs selbst auch mal ganz bewusst angehört. Wow! (@all: Wenn Sie das auch mal anhören wollen: Hörproben des Albums „fliegen“ gratis auf dem Blog von Dominik Beseler. Leider werden die Songs nur angespielt, aber der gute Mann möchte wohl sein Geld damit verdienen.) Kurz, weil ich annehme, dass Sie die Zeit nicht finden werden: Titel 1 ist der erste Song dieses Albums und heißt „Bleib steh’n“ und Titel 12 ist der letzte Song aus diesem Album und heißt „Perfekt“. Alleine diese Tatsache, dass es sich um das erste und letzte Lied handelt, was mein Bauchgefühl, dass beide Lieder miteinander im Zusammenhang stehen – was  BTW ja selbst unser Zweijähriger erkannt hat – bestätigte, hat mich aufhorchen lassen. So, und jetzt halten Sie sich fest: In beiden Liedern geht es um Veränderung. „Bleib steh’n“ thematisiert den Alltag und skizziert eine Tagesstruktur und Wochenstruktur, Monatsstruktur, Jahresstruktur, … Zielsuche, Selbstsuche und Identiät sowie das Leben im Hier und Jetzt – zusammengenommen geht es um das Ankommen in dieser Welt (Zwei Jahre sind ja auch noch keine lange Zeit, um sich darin zurechtzufinden.) und , dann folgt aber die Warnung – ich zitiere: „Du lebst nur einmal. Aber wenn Dus richtig tust – ja, wenn Dus richtig tust, dann ist einmal genug. „, während „Perfekt“ u.a. von einem Gedanken-Karussell handelt. Ich zitiere: „Gedanken – sie kreisen in der Leere und suchen nach – suchen nach dem Sinn. Es ist, als ob ich ganz woanders wäre. Und ich komm‘ nicht weg, weil ich dort gefangen bin. “ Und weiter: Und die Räder drehn sich weiter, nur ein Platz, der bleibt jetzt leer. Und die Räder drehn sich weiter, als wenn nichts gewesen wär.“ (@ Jura-Abteilung + @ Sicherheitsdienst: Kleinzitate!) Und da ist es mir dann unheimlich geworden – das liegt sicherlich darin, dass ich Herrn Anders den Gefallen getan habe, seinen noch in der Bearbeitung befindlichen, ursprünglich für gestern geplanten Beitrag gegenzulesen. Deshalb weiß ich, was da schon drin steht. Aber wie diese Information nun an meinen Sohn gelangt sein kann, das kann ich mir nicht erklären. Deshalb meine Bitte an die Psychologie, mir meine Annahme zu bestätigen oder ggf. zu widerlegen: Ich habe den Eindruck, dass mein Sohnemann sehr an der Trennung von seiner Mutter leidet und sie schmerzlich vermisst. Weiterhin scheint er noch an der Umstellung durch den Wechsel des Sorgerechts  und den damit verbundenen Umzug zu knabbern. Soweit schätze ich das als normal ein. Auch, dass er sich für strukturelle Abläufe des Alltags (Wie funktioniert die Welt?) interessiert ist, ganz normal für das Alter. Aber, was mir Sorge bereitet ist diese Sache mit dem Thema Tod. Ist das überhaupt schon angemessen, ihn in diesem Alter damit zu konfrontieren? Oder sollte ich ihn lieber davor beschützen? Weiterhin bin ich mir unsicher, was es mit dem Thema des Karussells auf sich hat und ob ich da nicht etwas hineininterpretiere. (@ Psychologe: Ich bin leider nicht vom Fach und bitte Sie daher um Ihre Expertise. Bitte lesen Sie meinen Einsatzbericht und geben mir möglichst zeitnah eine Rückmeldung zu meinen Vermutungen. Dafür wäre ich Ihnen sehr verbunden, da mir die psychologischen Hintergründe (Übertragung, Gegenübertragung, wie Traumen verarbeitet werden usw. etc. pp.) nicht bekannt sind.  … Haben Sie einen konkreten Lösungsvorschlag? Ich bitte um einen Termin zwecks Supervision. Vielen Dank!), Horst-Ludokas Lieblingsspiel ist übrigens zur Zeit „Papa, Schreiben!“. Das lasse ich am besten mal unkommentiert so stehen, um mich nicht versehentlich in weitere Fettnäpfchen zu setzen. (Wer weiß, welche Schlipse hier alle so ausliegen.) Ich bin ja noch neu hier im Laden und kenne euch alle noch nicht so lange. Und weil ich nicht weiß, wer alles diesen Verteiler kriegt zur Sicherheit noch eine Kopie @ Babysitter: Es gibt Neuigkeiten. Bitte Einsatzbericht lesen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (@ Horst-Ludoka: So, und jetzt will der Papa auch mal das Lied wechseln, damit er da oben die Lücke im Text noch füllen kann. Das finde ich ganz ganz toll von Dir, dass Du so gut weißt, was gut für Dich ist und dass Du ganz alleine herausgefunden hast, wie man mit dem Streichelfon umgeht. Aber vor allem bin ich stolz auf Dich, weil Du selbst gemerkt hast, dass Dich das beruhigt, immer und immer und immer wieder dasselbe Lied anzuhören. Das beruhigt den Papa nämlich auch, hab ich gemerkt. Trotzdem will ich das jetzt mal wechseln, damit ich das, was Du mir diktiert hast noch ein ganz klein bissl vervollständigen kann. Den Text von dem anderen Lied hat der Papa nämlich schon längst wieder vergessen. Immerhin ist der Papa schon ein alter Mann, gell, mein Schatz. Dankeschön.) Ich sage es ihnen: Kinder kriegen so viel mehr mit, als man immer meint. Das sagt auch Gerald Hüther. Und der hat einen akademischen Hintergrund vom Feinsten. Das spür ich und da ist mir so langsam piepegal, ob er irgendwann mal irgendwo irgendwas von jemandem abgeschrieben hat.

Sie lasen: Ein Beispiel zur positiven Selbstverbalisation sowie -regulation und -reflektion. Es ist ebenso eine Demonstration dessen, was ich persönlich mir unter Open Dialogue – eben einer offenen, klaren (gewaltfreien) Kommunikation vorstelle.


Mit freundlichen Grüßen
Horst L. Médo Mein Blog: Der befreite Mann.

PS: Ich bin für euch da, auch wenn ich im Augenblick keine Zeit für euch habe.

Besucht mich im Internet, wenn ihr mich vermisst.

Der Beitrag, der diese Geschichte enthält, ist hier zu finden:

Nein – Stop – das gäbe eine Rekursion. Den Link zu dieser Seite, auf der der Leser sich befindet, füge ich hier jetzt nicht ein.

Entstanden am 01. Mai 2016, dem Tag der Arbeit, einem Sonntag, also auch einem Ruhetag, im Zusammenhang mit dem Verfassen dieses Beitrags:

Rückblick und Teamarbeit (erscheint am 1. Mai um 17 Uhr)

Status: 1. Iteration. In zwei Rutschen hintereinanderweg mit einer Pause dazwischen


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