Geschichten

Im Web veröffentliche ich seit 2006 unter dem Pseudonym Fremde Angst. Seit 2014 trete ich auch unter dem Namen Ingo S. Anders bei Lesungen auf.

Ich freue mich, wenn meine Texte gelesen werden, bin im Falle einer Weiterverbreitung jedoch für die Nennung eines meiner Pseudonyme und einen Verweis auf meine Website dankbar.

Geschichte vorlesen lassen

Freunde

Früher dachte ich, „Freunde“ wären die Leute, mit denen man sich nachmittags nach der Schule zum Fußball trifft und man müsse möglichst viele davon haben. Wer weniger Freunde hat, der sei unbeliebt.

Nun ist es leider so, dass ich ein Mensch bin, der sehr darauf achten muss, ausgeglichen zu bleiben. Ich schaffe einfach nicht so viele Freunde auf einmal. Geburtstagsfeiern mit mehr als einem Dutzend Menschen auf einmal überforderten mich derart, dass ich sie meistens mied, auch wenn es mich innerlich zerriss, auf alle zu verzichten, weil ich es nicht schaffte, mich für einen, zwei oder drei entscheiden zu wollen, da ich sie doch alle gleich lieb hatte.

Heute bin ich aus dem Alter fürs Topfschlagen heraus und muss nicht mehr mit meiner Mutter die Qualen durchleiden, eine Liste für die Einladungen aus mir herauszuquetschen. Ich  bin alt genug, auch einfach mal gar nicht feiern zu dürfen, wenn ich mich nicht entscheiden will.

Freunde sind, so weiß ich jetzt, Menschen, die mich ein Stück des meines Weges begleiten. Und sie dürfen mich auch wieder verlassen, wenn sie genug von mir haben, weil sie gewachsen sind und nun woanders nach jemandem Ausschau halten, zu dem sie aufsehen.

Jedenfalls ist das meine Sicht der Dinge, so ein Freund bin ich. Ich sortiere von Zeit zu Zeit die Kontakte in meinem Telefonbuch aus, bei denen die Beziehung kalt ist. Ich kann es ohnehin nicht verhindern, von Zeit zu Zeit ein neues Umfeld zu suchen, weil ich mich weiterentwickeln will und das Gefühl, mit dem Kopf an die Decke zu stoßen oder auf der Stelle zu treten.

Beste Freunde sind dann diejenigen, denen es gelingt, mit mir Hand in Hand zu gehen, während wir beide unsere eigenen Lebenswege zu gehen. Es sind Menschen, die mich und die ich voller Liebe begleite. Und zwar bitte im ursprünglichen Sinne nach Platon, der für mich das ausdrückt, was ich unter „beste Freunde“ verstehe. Es ist eben die Qualität einer Freundschaft, was das „beste“ ausmacht nicht die Qualität, also die Häufigkeit der Begegnungen. Dies bringt eine gewisse Tiefe mit sich, die man erstmal aushalten lernen muss. Oberflächlichkeit musste ich auch erst langsam schätzen lernen, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Auch zu den Geschichten möchte ich weiterführende Links präsentieren. Es handelt sich um eine Auswahl der Webauftritte von Menschen, die mich tief berührt haben, die mir eine Kraftquelle sind oder waren und denen zu begegnen ich empfehlen möchte.

Weiterführende Links

  • Sonja ist eine Frau, in der ich mich ausruhen kann. Das in beziehe ich nicht auf die körperliche, sondern auf die seelische Ebene. Sie ist mir eine Schwester im Geiste, mich nennt sie ihren Blutsbruder. Wir begegneten uns bei einem Treffen der Schreibwerkstatt an dem Abend, als ich meine Fingerübung Tschüss. vorlas. Es war für beide Seiten so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Platonisch, versteht sich.
  • Micha Ela ist eine Frau mit Sti(e)l. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich sie für die HITT 2015 als Autorin gewinnen konnte (sogar damals noch ohne Honorar!) ; viel mehr freut es  mich aber, dass wir einander über dieses Zusammenarbeit so sehr ans Herz gewachsen sind, dass wir heute miteinander befreundet sind. Ich habe sie sogar schon einmal zu einem Fernsehauftritt begleitet. Ihr Buch bleibt natürlich hinter ihrem Liveauftritt etwas zurück.
Advertisements