Wir helfen einander

Wer mir geholfen hat

 

Wir als Behandler können uns zu Ihnen ins Boot setzen, aber rudern müssen Sie selber.

(Dr. med. Hans-Peter Unger, Chefarzt  der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie in der Asklepios-Klinik Hamburg-Harburg)

Diese Aussage eines Arztes im Rahmen eines trialogischen Austausches hat mir mit am meisten geholfen, da sie mich an meine Eigenverantwortung erinnerte. Irgendwie hatte mir gefehlt, dass man mir diese wieder zurückgab, nachdem sie mir von der Psychiatrie in NRW mittels Zwangseinweisung, Fixierung nach Übergriff Behandlungsfehler durch einen Pfleger und Zwangsmedizierung gewaltsam entrissen worden war.

Ich durfte nun also nicht nur wieder Verantwortung für mich übernehmen und aktiv zu meiner Genesung beitragen, ich musste dies sogar. Dies stärkte sehr mein Selbstvertrauen und meinen Glauben an meine Selbstheilungskräfte.

Der gesamte viertägige Aufenthalt in der Asklepios Klinik Harburg war sehr heilsam für mich, weil man mir hier ganz unerwartet auf Augenhöhe begegnete, mich und meine Anliegen ernst nahm, mir zuhörte, mir die Wahl ließ, Medikamente zu nehmen oder nicht und mich auf meinen eigenen Wunsch wieder entließ. Natürlich trug auch mein eigenes Verhalten dazu bei, dass dies möglich war, aber hier wurde ich keinesfalls nur eingesperrt und verwahrt.

Alle anderen Erfahrenen, die mir von sich berichteten – sei es durch eigene Bücher, durch (Selbsthilfe)Gruppen oder im Austausch über das Internet oder auf anderem Wege, haben mir sehr geholfen. Sie zeigten mir zum einen mögliche Lösungswege auf und zum anderen durfte ich aus ihren Fehlern lernen.

Auch die Versorgung durch die Integrierte Versorgung Hamburg-Süd hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich langsam wieder Vertrauen und Behandlern fassen konnte. In Krisenzeiten finde ich dort nicht nur auch nachts Ansprechpartner am Telefon, sondern im Notfall auch eine Unterkunft außerhalb meiner eigenen vier Wände.

Mein Ehemann, der mir durch Höhen und Tiefen zur Seite steht, trägt in hohem Maß zu meiner psychischen Stabilisierung und damit auch zu meiner Genesung bei. Durch ihn habe ich die Möglichkeit, hauptberuflich als Hausmann tätig zu sein und mir keine Sorgen um mein finanzielles Auskommen machen zu müssen.

Meine Mutter, die auch in dieser so ver-rückten Zeit zu mir gestanden hat, obwohl ich ihre Nähe nicht ertragen konnte, danke ich sehr.

Auch meine Freunde sind Teil des sozialen Netzes, das mich zuweilen auffangen muss. Das machen sie alle sehr gut und dafür bin ich ihnen sehr dankbar.

Weiterhin sind mir die Gemeinschaften verschiedener Internetforen und Chats wichtige Anlaufstellen, oft auch mitten in einer schlaflosen Nacht.

Nicht zuletzt bin ich selbst derjenige, dem ich am kräftigsten auf die Schulter klopfen muss, da ich derjenige bin, der alle diese Angebote annimmt.

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