Foto Queer Tango

Na, wer will mitkuscheln?

Jeden Mittwoch von 20 bis 22 Uhr im Studio TanzKunst (Jürgen Robisch) in Ottensen.

Jeden 3. Mittwoch im Monat sollte Milonga sein, wenn ich mich nicht irre. Besser mal selber auf unserer Seite bei Facebook nachlünkern, dann war ich es nicht. 😉

Lasst euch nicht irritieren, ursprünglich wollten wir unter uns bleiben, aber inzwischen sehen wir das nimmer so eng, wer Männlein und wer Weiblein is.

Seelensex rulez – Gruppenkuscheln, yeah! Tantramassage inkl.

Für Fortgeschrittene: (Hab vergessen wie das heisst, wo mehr als zwei Tango tanzen. Leider ist der Deppenschutz im Gesichtsbuch immer noch aktiv, sonst hätte ich mal geguckt, ob ich euch mit nem Link erfreuen kann. Fragt also pls mal Onkel Google für  mich, trau dem im Augenblick lieber nicht übern Weg, fühle mich irgendwie so beobachtet und sehe ständig Zeichen und Botschaften und sowas.

Kurz gesagt: Ihr müsst mal die Verantwortung für eure Daten selbst übernehmen, das kommt ja unterm Strich ja nachher doch aufs selbe raus. Mich könnt ihr nicht rankriegen für eure eigene Blödheit. Und immer dran denken: Big Brother is watching…

Freu mich schon, was morgen wieder in der Zeitung steht, was ich angeblich ausgefressen haben soll, aber nicht mit mir: Ich war Erster. Damit kommt ihr nicht durch. Das müsst ihr doch mal langsam einsehen.

Also mal so gesagt: Ordnungsfetischisten bitte hier entlang zum Figurenpauken: Queer Tango im el bajo (Das ist ne freundliche Einladung. Darf man ablehnen. Wär aber unhöflich, dann ist der Papa traurig…)

BTW: Queer Tango Festival Berlin 2016, Kuschel mal einer Lucas für mich, bin out of order, sry. Zu den Einzelheiten

Beeilt euch, sonst verschlaft ihr die tollsten Parties, das hier ist schon vorbei: Queer Tango Festival Hamburg 2011 (zur Geschichte: Die schwule Wiege Hamburgs)

Schnell anmelden zum Queertangomarathon 2016, 28.-30. Oktober 2016

Hier die Anleitung in der Ficki Wiki

  1. Gehirn einschalten
  2. siehe 1.

So und sicherheitshalber mal lieber aus Versehen ne Klammer zu viel zu als eine zu viel offen lassen – könnte bös ins Auge gehen, gell. ;)))

Dann doch lieber Dresche vom Maschinchen, dat meint et doch nich so, dat is doch die sanfte Tour…. uuiuiui, bevor mich doch noch einer für den Sündenbock hält, geht ich mal schnell in Garten, Gänseblümchen pflücken.

Also falls ich morgen an mehreren Orten zur selben Zeit sein sollte, einfach nicht weiter drüber nachdenken, dann is mir mal wieder der Kalender verrutscht. Ich gebs ja schon freiwillig vorher zu.^^

Ach, und einer geht noch: Save the date 5. November 2016

Wenn mir einer freiwillig den Gefallen tut, meinen Kalender zu vergewaltigen: Nee, Wolf, da is wohl mal ne Nachtschicht fällig, oder? Überleg Dir mal besser ganz genau, wer da nach her als Depp da steht. Siehste. Wusste ich doch. So isser brav. Ja, guter Junge. Wenn Du hübsch bitte-bitte machst und mich zum Tanz aufforderst, überlege ich mir das vielleicht nochmal, aber geh mir erstmal aus der Sonne – zu Deiner eigenen Sicherheit. Wenn ich mich vergesse, haben wir alle schlechte Karten. Wir schippern nämlich in derselben Arche, falls Dir das entgangen sein sollte Du Schaf.

Augenblick, Kalender sagt: Day of Remembrance bei Hein und Fiete

Gruselig, gell? Und das ist mein Papierkalender, der ist wirklich harmlos. Stellt euch mal vor, wenn Onkel Google den in die Finger kriegt, dann gnade euch Gott – ne besser gar nicht weiter drüber nachdenken. Trotzdem, noch ein kleiner Hinweis, sicherheitshalber: Auch beim Kreistanzen Obacht, ich warne euch.

 

Skizze Ge-schlecht

Ge-schlecht

Den Beitrag Aktionswoche: Trans*Inter*-Tagung München habe ich aktualisiert und möchte unter dieses Thema erstmal einen Haken machen.

Ich würde mir wünschen, wenn mir meine Vergangenheit nicht immer wieder auf die Füsse fallen würde. In meiner Gegenwart tue ich alles dafür, meine Zukunft entsprechend zu gestalten.

Es gibt die Möglichkeit, bei der Akademie Waldschlösschen eine Qualifizierung als Trans*Berater_in zu erwerben. Die aktuelle Reihe hat gerade im Juni begonnen, eine weitere Reihe ist in Planung.

Das wäre etwas, das mich vielleicht nach der EX-IN-Ausbildung interessiert. Ich möchte aber nicht zu sehr in Zukunftsmusik schwelgen, um mich auch auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Ich wünsche mir eine trans*-Community, in der alle an einem Strang ziehen.

Ich wünsche mir eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen trans*- und inter* – Menschen.

Ich wünsche mir mehr gegenseitiges Verständnis zwischen Cisleuten und Transleuten.

Ich wünsche mir, ihr ahnt es… Weltfrieden. Darauf läuft es hinaus. Ich kann aber nur klein anfangen, mir an meine eigene Nase fassen und vor meiner eigenen Haustüre kehren. Wenn das wirklich jeder so machen würde, dann wäre an alle gedacht – theoretisch.

Es gibt noch andere Träumer, die möchte ich hier aber vorerst nicht verlinken. Die träumen auch vom Weltfrieden und wünschen sich – so hab ich das verstanden – dass keine Unterschiede mehr zwischen den Geschlechtern gemacht werden. So ein allumfassendes eines Ober-Geschlecht für alle sozusagen.

Weil so vom Ding her – so sehe ich es wiederum (auch) – jeder Mensch eine männliche und eine weibliche Seite hat. Animus und Anima. Und je nachdem, wie man dann damit umgeht, ob man die Differenzen betont oder die Gemeinsamkeiten betont, wirkt man dann androgyn oder bigender, dh geschlechtslos oder zweigeschlechtlich.

Oder man wirkt eben eindeutig m oder eindeutig w, obwohl man es so ganz streng genommen und mit der Genderlupe besehen eigentlich gar nicht ist.

Wenn ich mir einen Rock anziehe, dann kann ich den als Herrenrock verkaufen, ich kann mir aber auch ganz bewusst etwas anziehen, das als aus der Damenabteilung stammend erkenntlich ist. Dabei haben Textilien gar kein Geschlecht. Sachen gibts…

Mein neues Krafttier nach dem Pegasus (bzw. dem Pferd und dem Adler, welche für mich auch für den Kontakt zu Himmel und Erde standen) ist auf jeden Fall die Schnegge:

Weil die Schnegge ist ein Zwitter. Und die ist auch gar nicht beleidigt, wenn man sie so nennt. Hoff ich mal.

Und ganz im Notfall kann sie sich selbst befruchten, zieht es aber vor, sich mit einer anderen Schnegge zu verpaaren. Das kann ganz schön laaaaaaaaaaaange dauern, bis die sich dann geeinigt haben, wer m und wer w ist. Denk ich mal.

Schonmal Schneggensex beobachtet?

Ich wär ja neugierig, hab aber leider gar keine Zeit dazu. Sonst komme ich ja überhaupt nicht mehr zum Schreiben, also nicht nur nicht zum Buch-Schreiben, sondern auch nimmer zum Bloggen. Und das kann ich uns ja wohl nicht antun.

Die Schnegge ist mir am 17.6. dreimal begegnet. Für mich ganz eindeutig. Am 2. Mai, als ich in dem Zustand war, den die Psychiatrie „Psychose“ nennt, hatte ich bereits Kontakt mit Nacktschnecken, wie ich euch im Zusammenhang mit dem Thema Haut, die mich nochmal auf meine Dünnhäutigkeit hingewiesen hat, berichtete.

Und die Bedeutung (Krafttier Schnecke) hab ich erst hinterher bei meiner Recherche nachgeschlagen, um euch das zu verlinken und mir für den Kopf nochmal eine Bestätigung zu holen, dass ich meiner Intuition vertrauen darf.

Mein Totemtier ist sicherlich die Schildkröte mit dem Vogel, der auf ihr sitzt.

Schon als Kind habe ich mit Begeisterung Die gepanzerte Doris von Ruth Werner gelesen über eine Schildkröte namens Doris Achtermai. An ein 1973 in der DDR erschienenes Buch kann ich nur über unsere Verwandten von drüben gekommen sein – mal Mama fragen…

Und damit das ganze auch wie geplant, in Richtung Zukunft fährt ein schickes Meme mit double bind:

Schnegge volldampf voraus

Geflüchtete erzählen

Der erste Workshop dieser von Manuel Ricardo Garcia geleiteten Tagung war ein spontan entwickelter, der einen Open Space (diese Lücken im Programm, die sich immer wieder ergeben, auch wenn man sie nicht einplant) besetzte.

Ibrahim Mokdad, der auch einen regulären Workshop anbot, und andere Queer Refugees erzählten aus ihrem Leben. Es war für mich nicht nur emotional, sondern auch kognitiv sehr anstrengend, da beschlossen wurde, das Gespräch auf Englisch zu führen, weil somit weniger übersetzt werden musste. Deshalb habe ich es leider nicht geschafft, wie gewohnt mitzuschreiben und ließ mich stattdessen voll auf seine sehr bewegende Geschichte ein.

Zunächst hatte ich mich gewundert, was für einen seltsamen Akzent dieser Mann mitbringt, bis mir anhand seiner Erzählung klar wurde, dass es sich um einen Sprachfehler handeln muss, der infolge der von ihm erlittenen Misshandlungen zurückgeblieben sein muss.

Er beschrieb, dass man bestraft wird, wenn man schwul ist, ohne irgendetwas getan zu haben. Das muss schlimmer sein als zu der Zeit des §175 bei uns – eher so wie zu der Zeit des 2. Weltkrieges, von der Lutz van Dijk in „Verdammt starke Liebe“ berichtete. (Ein Buch übrigens, das ich bisher nur zur Hälfte gelesen habe, da ich mich den dort beschriebenen Szenen der Folterung, die während der Lesung anklangen, nicht gewachsen fühlte.)

Ibrahim erzählte von seiner Flucht, die keine Sekunde von dem Gedanken an eine soziale Hängematte oder großen Reichtum in Deutschland geprägt war. Er wollte überhaupt nicht nach Deutschland. Er wollte in erster Linie eines: Überleben. Obwohl er schwul ist. Als Fluchtziel hatte er die Niederlande im Sinn, weil er wusste, dass man dort sehr tolerant und liberal ist.

Gestrandet in Köln wusste er gar nicht, was er daran hatte – bzw. was er davon gehabt hätte, wäre er nicht im Flüchtlingslager mit seinen heterosexuellen konservativen Landsleuten zusammengesperrt worden, die ebenfalls ihre ganz eigenen Gründe zu einer Flucht gehabt hatten.

So kam er denn eher vom Regen in die Traufe, denn diese Flüchtlingslager darf man nicht verlassen, solange die Papiere nicht fertig sind und wer je Hartz4 bezogen oder einen Antrag bei der Renten- oder Krankenkasse gestellt hat, weiß, wie scheußlich es sein kann, dem deutschen Behördenapparat ausgeliefert zu sein.

Der Amtsschimmel ist einfach kein Rennpferd und das sage ich als Verwaltungsfachangestellter (Fachrichtung Bundesverwaltung) mit aller Liebe, die mir zu Sachbearbeitern (von denen ich selbst einer war) nach dem Wechsel auf die andere Schreibtischseite noch geblieben ist.

Mittlerweile lebt Ibrahim nicht mehr im Lager und er darf sich – innerhalb Deutschlands – frei bewegen. Das würde sich für mich immer noch eingesperrt anfühlen und ich muss an die ostdeutschen Zweige meiner Familie denken, die noch „Bürger“ (oder „Inhaftierte“) der DDR gewesen sind.

Es sprachen verschiedene Menschen aus dem Libanon, aus der Ukraine, aus Syrien und aus Honduras.

Hier in Deutschland jammern wir wirklich mittlerweile auf sehr hohem Niveau, auch wenn dies berechtigt ist, da es im internationalen Vergleich auch Länder gibt, in denen es sich als nicht-binäre Person (zum Beispiel Schweden, das seit den 60er Jahren ein drittes Pronomen „herm“ für Inbetweens kennt) oder für die Zeit während oder nach der Geschlechtsangleichung angenehmer lebt oder wo bessere Operationen angeboten werden.

Da gruselt natürlich der Blick in ein Land, in dem Menschen aus dem Fenster geworfen werden, einfach weil sie schwul sind (Libanon).

Da schockiert es zu hören, dass junge Transfrauen sich aus Angst vor Missbrauch und anderen gewalttätigen Übergriffen zu Hause einschließen müssen, bis sie vollständiges Passing und dazu passende Papiere haben (Syrien).

Man möchte am liebsten in die Ukraine reisen, um den dortigen equality march zu unterstützen, aber wenn man am eigenen Leben hängt, lässt man es wohl doch lieber bleiben.

In Honduras wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten schon gute Fortschritte erreicht, auch wenn dort noch viel zu tun ist.

Da frage ich mich natürlich: Was kann ich tun? Wie kann ich Menschen in anderen Ländern helfen? Wie kann ich denen helfen, die hier bei uns bleiben – für unbestimmte Zeit oder auch nur vorübergehend?

Ibrahim hat uns gebeten, uns sichtbar zu machen, damit queere Flüchtlinge uns erkennen können. Das habe ich getan und eine Liste der Projekte, welche queeren Flüchtlingen helfen möchten, angehängt: Here I am

Zudem habe ich Ibrahim vorgeschlagen, gemeinsam ein Buch zu machen. Dafür suche ich schonmal Übersetzer_innen, weil mein Blog noch nicht sehr bekannt ist und ich davon ausgehe, dass es lange dauern wird, bis sich jemand meldet. (Bin sehr ungeduldig, Verzeihung.)

Ich denke, Übersetzer_innen zu sammeln kann nicht schaden. Die kann man immer mal gebrauchen, auch für andere Bücher. 😉

Auf der Seite TransMann findet ihr ab morgen eine Liste bisher erschienener Bücher zum Thema trans*, die natürlich nicht abschließend sein kann. Ich setze mich heute abend daran, sobald ich vom Tanzen zurück bin. Jetzt muss ich erstmal los, mich um meine Karriere als EX-IN-ler kümmern.

Lila Lisi und das Ding mit den Sternchen

Die beeindruckende Songwriterin* Lila Lisi hatte ich am Freitagabend leider nicht mehr live erleben können (da lag ich mit Brummschädel im Bett), aber glücklicherweise hat sie am Samstagabend erneut zu einem kleinen Konzert eingeladen. Sie* bezeichnete sich als „travelling Queery“ und sieht sich selbst mehr als storyteller als als musician.
Für euch, um euch einen Eindruck von Lisa Lisis Qualität zu verschaffen und weil mich dieser Text

She wanted to be a cowboy …

ganz besonders angesprochen hat:


(Lyrics „Falling in Love“ mit Tabs)
Als Kind war ich ja eine „sie“ und zu Karneval meistens Cowboy. 🙂
Auf ihrer* Webseite gibt es noch mehr zu hören: Lila Lisi

Exkurs: Das Ding mit dem Sternchen nach dem Pronomen oder Subjekt.

Lila Lisi hat sich selbst so erklärt: Ich bin keine Frau, aber ein Mann auch nicht.

Mein Ehemensch ist auch queer und auf die Frage „Bist Du m oder w?“ antwortet er* mit „Nein“, aber da er auf dem Papier ein Mann ist, bezeichne ich ihn auch entsprechend idR als meinen Ehemann* und mit männlichen Pronomen. Er* hat sich in dieser Rolle arrangiert, leidet aber sehr unter dem Sexismus in unserer Gesellschaft.

Das Sternchen fällt in der gesprochenen Alltagssprache nicht auf und stört somit niemanden, aber es zeigt im schriftlichen Ausdruck an: Ich weiß, dass Du mit „männlich“ nicht ausreichend beschrieben bist und nehme Dich über die Schublade hinaus wahr. Es macht diese Nicht-Binarität sichtbar.

Im Grunde ist es wie ein Hinweis auf eine Fußnote zu lesen und Menschen, die sich selbst (also ihren Namen) mit so einem Sternchen versehen, fordern damit dazu auf, einfach danach zu fragen, was es damit auf sich hat.

Nun habe ich Lila Lisi nicht gefragt, welches Schweinderl – Verzeihung, welche Pronomen – sie* denn gerne hätte. Vielleicht täte es auch ein herkömmliches „sie“ ohne Sternchen. Mit dem Sternchen bin ich gefühlt auf der sicheren Seite. Das sie ist meiner Empfindung und meinem Ordnungsverständnis nach eine Unterkategorie von sie*.

Um das alles korrekt abzubilden müsste ich nun bei den Geschlechtsrollen in der Hierarchie meiner Kategorien wieder großes Durcheinander machen und alle Links überarbeiten. Dazu bin ich ehrlich gesagt zu faul.

Denkt euch also bitte dieses:

  • Geschlechtsrollen
    • Frau*
      • Frau
    • Mann*
      • Mann
    • nicht-binär
      • Mensch

Später mehr über den Workshop zum Thema Unisexismus…

Neue Reihe: trans*

Eigentlich ist das hier die älteste Reihe in diesem Blog, da ich die Aufzeichnungen meines Transwegs von 2008 an, als ich mein Inting hatte, hierhin umgezogen habe.

Mit „Inting“ ist der Moment der Selbsterkenntnis gemeint, der zeitlich vor dem Outing liegt. Das Outing ist wie in anderen Kontexten der Moment, indem man Außenstehende in die inneren Prozesse einweiht; im engeren Sinne die Gelegenheit, bei der man sein Umfeld darum bittet, fortan den neuen Namen und die passenden Pronomen zu verwenden.

Zum Themeneinstieg:

Anfang Mai plane ich anlässlich der diesjährigen Transtagung in München, die ich besuchen werde, eine Aktionswoche hier im Blog. In dieser Zeit blogge ich live aus München und sammle hier meine Eindrücke, um evtl. später darauf zurückzukommen.

Auch wenn ich solche Begriffsdefinitionen immer unglaublich lästig finde, halte ich es doch auch für sinnvoll, spezifisches Vokabular, das längst in meinen ganz normalen Sprachschatz Eingang gefunden hat und von mir ganz selbstverständlich verwendet und als bekannt voraus gesetzt wird, einmal kurz zu erläutern:

  • transsexuell Klinischer Begriff der Diagnose F64.0, der den Umstand der Inkongruenz zwischen dem Zugehörigkeitsgefühl zu einem Geschlecht und den Geschlechtsmerkmalen des Körpers beschreiben und gegenüber Transvestitismus abgrenzen soll. Ein Transvestit behält seine ursprünglich zugeschriebene Geschlechtsrolle und wechselt nur zeitweise in eine andere, wohingegen die transsexuelle Person idR die bisher zugeschriebene Geschlechtsrolle gänzlich verlassen und künftig ausschließlich als einer anderen zugehörig wahrgenommen werden möchte.
  • transident Versuch, durch einen moderneren Begriff als „transsexuell“ das maßgebliche Thema, die Identität einer Person, auch begrifflich abzubilden, da die Sexualität zwar tangiert wird, es sich bei Transsexualität bzw. Transidentität aber nicht um eine sexuelle Spielart oder Orientierung – wie etwa Homosexualität – handelt.
  • Geschlechtsangleichung Sammelbegriff aller sozialer, rechtlicher und medizinischer Maßnahmen, die dazu dienen, damit eine Person als dem Geschlecht zugehörig erkannt werden kann, dem sie angehört. Ich beschreibe den Weg meiner geschlechtsangleichenden Maßnahmen als Transweg, oft wird auch der dem englischen entlehnte Begrif Transition verwendet, um den Zeitabschnitt der körperlichen Transformation zu benennen.
  • Geschlechtsumwandlung Beleidigender Begriff, der impliziert, man „wolle“ sein Geschlecht „wechseln“. Das einzige, das durch die Angleichung oder Anpassung des Körpers sowie der Papiere „umgewandelt“ wird, ist jedoch die Sicht von außen auf eine Person, der bisher das falsche Geschlecht zugeschrieben wurde.
  • Transmann Mann, dem bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugeschrieben wurde.
  • Transfrau Frau, der bei der Geburt das männliche Geschlecht zugeschrieben wurde
  • Cisleute Menschen, die sich mit dem bei der Geburt zugeschriebenen Geschlecht treffend bezeichnet fühlen.
  • Transleute Menschen, die sich mit dem bei der Geburt zugeschriebenen Geschlecht nicht oder nicht ausreichend beschrieben fühlen.
  • nicht-binäre Personen Menschen, die sich nicht eindeutig männlich oder weiblich zuordnen können oder wollen.
  • intersexuelle Menschen Menschen, die mit uneindeutigem Genital geboren wurden oder bei denen sich im Verlauf der Pubertät hormonelle Besonderheiten zeigen, die eine geschlechtliche Uneindeutigkeit bewirken können.
  • Transgender Menschen, die nicht ganz in einer Geschlechtsrolle leben, sondern zumindest zeitweise damit spielen.
  • inter* Abkürzung zu „intersexuell“, was den Begriff durch das Sternchen noch weiter fassen soll, um auch diejenigen mitzumeinen, die sich in der engeren Auslegung nicht wiederfinden.
  • trans* Abkürzung zu „trans…“, was den Begriff durch das Sternchen noch weiter fassen soll, um auch diejenigen mitzumeinen, die sich in der engeren Auslegung nicht wiederfinden. (Auch ich bezeichne mich nicht mehr als „transsexuell“, da ich die Geschlechtsangleichung bereits hinter mir habe. Würde ich jetzt davon sprechen, würde man zu Recht annehmen, ich wolle künftig als Frau leben. Dem ist nicht so.)
  • cis* entsprechende Abkürzung zu „Cisleute“.

Falls mir noch etwas Wichtiges und Grundlegendes einfällt, ergänze ich die Liste.

Für den Anfang ist es wahrscheinlich so umfassend, dass es einen unbedarften Cismenschen bereits erschlägt.^^

Ich gehe davon aus, dass das ohnehin nur diejenigen interessiert, die selbst auch trans* sind oder direkte Angehörige haben, die trans* sind.

90-Tage-Challenge Tag 26

Kein Vorgeplänkel heute. Warum hier die Schriftart im Editor plötzlich anders ist, weiß ich nicht. Es irritiert mich gerade maßlos. Das ganze Format ist dahin, aber das kann mich gerade mal.

 

HAMMER, Wiederholungen des jeweils letzten Satzes
 
Skorpion   24
Kreuzheben 16
Fallschirm 50
Lunges     16

Ich habe dreimal die Pause überzogen und einmal war ich so in der Bewegung versunken, dass ich die Belastungszeit überzogen habe. Zähle ich mit, ist es einfacher, den Fokus auf der Bewegung zu halten. Zähle ich nicht, driften die Gedanken weg und ich bleibe einfach liegen. In beiden Fällen verliere ich die Struktur und ich kann diesen verdammten Beobachter, der alles protokollieren will, nicht abschalten. Auch nicht bei den Sätzen, in denen ich nicht zählen muss. Da öffnet sich dann der Raum für die Verarbeitung: Das, was gestern war, kommt jetzt hoch.

Wahrscheinlich wäre es heute besser, wenn ich einfach auf dem Crosstrainer laufe und die Gedanken schweifen und die Gefühle brodeln lasse. Das plane ich mir für heute nachmittag ein. Sonst bin ich nicht fit genug, um den Chat zu moderieren. Dazu muss ich „leer“ genug sein, um aufnehmen zu können. Momentan ist mein Faß so 98% voll würde ich schätzen.

/edit:

Bei der letzten Übung war mir etwas schwindelig. Warum? Keine Ahnung.

/edit.


Off Topic – Geschwurbel:

Mir gehts im Moment gerade nicht gut, weil sehr vieles von gestern abend hochgekommen ist und sich mischt mit alten Gefühlen. Schön: Ich merke es. Ich kann darauf reagieren.

Ich will hier weniger rumschwurbeln. Ich will diese Gedanken beiseite schieben und in anderen, eigenen Beiträgen zur Sprache bringen. Es gelingt mir wieder nicht, das Skalpell hier anzusetzen und trennscharf zu sein. Ich schaffe es auch rein zeitlich nicht, alles ausführlich und gut ausformuliert darzustellen. Dann bin ich schon längst wieder weiter.

Da ist diese Scheissangst, mit Normalgewicht doch wieder für eine Frau gehalten zu werden. Ich weiß, dass das nicht rational ist. Trotzdem ist sie wieder aufgeflammt, nachdem ich sie auf eine Sorge hatte reduzieren zu können.

Ich will nicht wieder durch das Tal der Tränen. Es reicht.

Heute hat mich beim Aufwärmen ein Anruf gestört. Technisch war das möglich, weil die Klingelsperre zur Zeit nur von 22 bis 8 Uhr an ist. Das Gespräch war für 13 – 14 Uhr vereinbart. Sowas regt mich auf, maßlos. Ich war nicht vorbereitet.

Auch gestern war ich nicht darauf vorbereitet, dass das so wichtige von mir für das Psychoseseminar vorgeschlagene Thema Hochsensibilität gleich am zweiten Termin drankommt, weil es die Liste mit den Themen an ebendiesem zweiten Termin im Semester erst gibt. Ich hatte mir vorgenommen, das Protokoll zu führen, falls sich kein Student dazu bereiterklärt. Weil mir das Thema so wichtig ist. Dadurch hatte ich nun enorme Schwierigkeiten, mich selbst einzubringen. In der zweiten Hälfte habe ich es trotzdem versucht, was auf Kosten der Qualität des Protokolls ging. Besser ein schlechtes Protokoll als gar keins, dachte ich. Viel schlimmer aber finde ich, dass nun das Gespräch einen so ungünstigen Verlauf genommen hat, dass es auf Erstteilnehmer so wirkte, als sei hochsensibel und psychotisch zu sein gleichzusetzen. Das ist fatal – genau das Gegenteil von dem, was ich hatte erreichen wollen, schlimmer noch: Ein Imageschaden für die HSP- und nun fühle ich mich schuldig, das Thema überhaupt eingebracht zu haben und habe offensichtlich die Prioritäten falsch gesetzt. Wichtiger als ein Protokoll eines Gesprächs ist doch das Gespräch selbst und dieses habe ich nicht ausreichend aktiv mitgestaltet.

Damit fühle ich mich jetzt wieder sehr, sehr begrenzt und auch behindert durch mein Sosein. Wenn ich das jetzt hier so schreibe, macht das vielleicht den Eindruck, Hochsensibilität sei eine Behinderung – nein, das ist nicht der Fall. aber auf die Imagepflege kann ich jetzt im Augenblick keine Rücksicht nehmen. Ich muss gerade mal wieder an mich selbst denken und mich ausgleichen.

Jetzt bin ich wütend und traurig. Ich verstehe nicht, warum ich mich angegriffen und in meiner Identität bedroht fühle, nur weil jemand anders meine Wahrnehmung, mein Erleben und mein SoSein nicht nachvollziehen kann. Meine Geschlechtsidentität ist mit „männlich“ nur grob eingeordnet, treffender beschrieben wäre sie mit „Hotte“. Aber das mute ich nicht Fremden zu, auf den ersten Blick zu erfassen. Das kann ich selbst bei anderen ja auch nicht. Ich bin darauf angewiesen, dass man mir mitteilt, wie ich mich einer Person gegenüber verhalten sollte, damit diese sich mit mir wohl fühlt. Gedanken lesen kann ich nur, wenn man sie mir aufschreibt. Wo Worte für den Selbstausdruck fehlen, kann ich aus meinem Wortschatz heraus vielleicht Vorschläge machen – aber das sind natürlich nur Anregungen und keine Zwangsjacken.

Ich habe mir vorgenommen, mir meine Sicht auf die Welt und meine hart erarbeitete Selbstsicherheit und die Zufriedenheit mit mir selbst nicht nehmen zu lassen von Menschen, die sich lieber unwohl fühlen wollen als am Leben teilzunehmen. Ich mache doch nicht jahrelang Therapie, damit ich mir dann erklären lasse, dass ich so „normal“ und in die Gesellschaft integriert wie ich jetzt bin ein chauvinistisches Arschloch bin. Gesagt hat das so niemand – aber so fühlte es sich für mich an.

Und wenn ich die Wahl habe ein Chauvi-Arsch zu sein oder ein leidender Gutmensch, dann bin ich lieber ein Arschloch.

Guten Tag.

 

Noch was:

Nicht-binäre Identitäten habe ich für mich als Schublade einrichten müssen, um diese Unordnung derer aushalten zu können, die sich nicht als „Mann“ oder „Frau“ verorten wollen oder können. Ich werde sonst ver-rückt und ich habe großes Interesse, meinen gesunden Menschenverstand zu behalten und nicht schon wieder zu verlieren. Es ist normal (i.S. von sowohl häufig als auch gesund), auch Menschen in Schubladen einzuordnen. Ich darf das. So!