Kunst im Baum

Kommunikation, Sprache und Denken

Donnerstag, 30. Juni 16

Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden!

(Mein Vater)

Ich sage: Kommunizierenden Menschen kann geholfen werden.

Nicht erst seit ich mich im letzten Jahrtausend – höhö, ich bin uralt! – im Rahmen des Pädagogik-LK mit Miteinander reden Band 1 und 2 von Friedemann Schulz von Thun auseinandergesetzt habe, fasziniert mich das Thema Kommunikation in höchstem Maße.

Sprechen gelernt habe ich wohl vergleichsweise früh. Lesen brachte ich mir im Alter von vier Jahren bei, da meine Mutter irgendwann keine Lust mehr hatte, mir Fragen dahingehend, was irgendwo stünde, zu beantworten. So erschloss ich mir den Rest kurzerhand selbst.

Da meine Mutter seinerzeit für eine spanische Airline tätig war, lernte ich zeitweise deutsch und spanisch parallel – sie wollte ihre Kinder bilingual aufziehen.

Bei mir klappte das auch ganz gut, ich erinnere nur einmal die Verwirrung des Italieners, der (wir waren frisch zurück aus dem Spanienurlaub) meine freudestrahlende Bestellung „Espinaca!“ leider nicht verstand und ihr auch auf deutsch wiederholt „Spinat!“ nicht direkt nachkommen wollte, zumal meine Mutter da noch ein Wörtchen mitzureden hatte. Wir einigten uns dann auf eine Pizza mit Ei und Spinat.

Bei meinem Bruder klappte das nicht, er brachte im Kindergarten deutsch und spanisch durcheinander, so dass das Experiment beendet wurde. Als wir dann später zu Hause eine (spanische) Putzfrau hatten, kam mir schon sehr vieles (etwa „die Auto“) sehr spanisch vor – ich verstand sie aber nicht immer.

Lesen beherrschte ich also bereits vor der Einschulung und auch die ersten Wörter konnte ich bereits schreiben. Weiter zu meiner Schulzeit bitte hier abbiegen: Bilder meiner Kindheit

Ich möchte darauf hinaus, welche Bedeutung Kommunikation für mich immer schon hatte und auch nach wie vor hat. „Kommunikation, Sprache und Denken“ weiterlesen

Bist Du noch krank oder schon verrentet?

Freitag, 24. Juni 16

Hallo ihr Lieben,

ich versuche, etwas mehr Transparenz zu schaffen (hinsichtlich Sonjas Frage, wie ich das alles schaffe) und jeweils den Tag dazuzuschreiben, an dem ich schreibe. Ich fange jetzt um elf Uhr abends an und habe mir ein Zeitfenster von drei Stunden gesetzt, nach dem mein Handy mich daran erinnert, auch mal eine Pause bzw. Feierabend zu machen.

Damit ich das dann auch höre – weil ich Kopfhörer aufsetzen und Musik hören muss, um mich hier (siehe )auf überhaupt irgendetwas konzentrieren zu können – höre ich die Musik vom Handy. Natürlich habe ich Ruhemodus eingeschaltet und zudem draußen an meine Bürotür das Bitte-nicht-stören-Schild (wie im Hotel rot, andere Seite grün: Bitte aufräumen) gehängt.

Übrigens habe ich jetzt drei Tabs auf, um dem neuen Konzept folgend zwischen gestern, heute und morgen springen zu können.

Soviel zur äußeren Ordnung. Los geht’s mit der Gegenwartsbewältigung.

Montag.

Nachdem wir am Wochenende zur Familienaufstellung für Schwule (Thema: Sexualität und Beziehung)  in der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen waren, fing die Woche eigentlich recht gechillt an. Ausschlafen, Bilder aufhängen, Belege für die Steuer zu Ende raussuchen. Meine 3 TO DOs für den Tag. Alle erledigt und den Rest erfolgreich vertagt.

An der Aufstellung selbst hatte ich absichtlich nicht teilgenommen, weil ich bereits total reizüberflutet war und einfach nur Ruhe und nach zwei schlaflosen Nächten einfach nur noch schlafen wollte. Ich habe es sehr genossen, durch die Nennung meiner Diagnose von dem Leiter der Veranstaltung davon befreit zu werden, in seinem Setting Klient sein zu müssen.

Davor war ich nie auf die Idee gekommen, dass diese Diagnose mich auch einmal schützen könnte – bisher hatte ich es nur als Bedrohung erlebt, weil ich davon ausging, wenn man erstmal weiß, dass ich offiziell für plem erklärt worden bin, sei dies ein Freifahrtschein dafür, mir Gewalt anzutun.

Der veranstaltungsleitende Therapeut bestätigte mir die Einschätzung meiner Begleiter bei der Integrierten Versorgung, dass das Risiko einer Retraumatisierung bei einer Teilnahme jetzt viel zu hoch wäre und er wollte das Risiko daher nicht übernehmen. Das deckte sich mit meiner eigenen Einschätzung meiner Verfassung. „Bist Du noch krank oder schon verrentet?“ weiterlesen

Familie: Mein Onkel

Samstag, 25. Juni 16

Meinen Onkel habe ich im Alter von 16 Jahren im Rahmen der Goldhochzeit meiner Großeltern kennengelernt weil jemand – ich glaube, es war meine Mutter – auf die Idee gekommen ist, uns beide einander gegenüberzusetzen, weil er sich von seiner Familie separiert hatte und daher an der Seite seiner in Trennung lebenden Frau nicht so recht in die Tischordnung passen wollte.

Ein Heidenglück für mich, eine göttliche Fügung, ein Zufall: Die Begegnung tat mir sehr gut. Natürlich kannte er mich auch schon als kleinen Hosenscheisser, aber ich konnte mich daran nicht mehr erinnern. So lernten wir uns ganz neu kennen, ein Halbstarker und ein gestandener Mann, den ich als Mentor akzeptieren konnte, eben gerade weil er sich nicht um diese Rolle bemühte.

Sich selbst bezeichnete er stets als das schwarze Schaf der Familie und ich hielt jedes Mal dagegen, dass er das einzige weiße sei. Nun denn: Ich bin irgendwie unbeabsichtigt in seine Fußstapfen getreten, obwohl ich stets meinem Vater nachgeeifert habe.

Mein Onkel hatte schweres Rheuma (chronische Polyarthritis), einen GdB von 100 und Merkzeichen aG und damals schon mehrere künstliche Gelenke. Dabei war er zu der Zeit noch vergleichsweise fix mit Krücken unterwegs. Am Ende war er auf den Rollstuhl angewiesen. „Familie: Mein Onkel“ weiterlesen

Skizze Ge-schlecht

Ge-schlecht

Den Beitrag Aktionswoche: Trans*Inter*-Tagung München habe ich aktualisiert und möchte unter dieses Thema erstmal einen Haken machen.

Ich würde mir wünschen, wenn mir meine Vergangenheit nicht immer wieder auf die Füsse fallen würde. In meiner Gegenwart tue ich alles dafür, meine Zukunft entsprechend zu gestalten.

Es gibt die Möglichkeit, bei der Akademie Waldschlösschen eine Qualifizierung als Trans*Berater_in zu erwerben. Die aktuelle Reihe hat gerade im Juni begonnen, eine weitere Reihe ist in Planung.

Das wäre etwas, das mich vielleicht nach der EX-IN-Ausbildung interessiert. Ich möchte aber nicht zu sehr in Zukunftsmusik schwelgen, um mich auch auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Ich wünsche mir eine trans*-Community, in der alle an einem Strang ziehen.

Ich wünsche mir eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen trans*- und inter* – Menschen.

Ich wünsche mir mehr gegenseitiges Verständnis zwischen Cisleuten und Transleuten.

Ich wünsche mir, ihr ahnt es… Weltfrieden. Darauf läuft es hinaus. Ich kann aber nur klein anfangen, mir an meine eigene Nase fassen und vor meiner eigenen Haustüre kehren. Wenn das wirklich jeder so machen würde, dann wäre an alle gedacht – theoretisch.

Es gibt noch andere Träumer, die möchte ich hier aber vorerst nicht verlinken. Die träumen auch vom Weltfrieden und wünschen sich – so hab ich das verstanden – dass keine Unterschiede mehr zwischen den Geschlechtern gemacht werden. So ein allumfassendes eines Ober-Geschlecht für alle sozusagen.

Weil so vom Ding her – so sehe ich es wiederum (auch) – jeder Mensch eine männliche und eine weibliche Seite hat. Animus und Anima. Und je nachdem, wie man dann damit umgeht, ob man die Differenzen betont oder die Gemeinsamkeiten betont, wirkt man dann androgyn oder bigender, dh geschlechtslos oder zweigeschlechtlich.

Oder man wirkt eben eindeutig m oder eindeutig w, obwohl man es so ganz streng genommen und mit der Genderlupe besehen eigentlich gar nicht ist.

Wenn ich mir einen Rock anziehe, dann kann ich den als Herrenrock verkaufen, ich kann mir aber auch ganz bewusst etwas anziehen, das als aus der Damenabteilung stammend erkenntlich ist. Dabei haben Textilien gar kein Geschlecht. Sachen gibts…

Mein neues Krafttier nach dem Pegasus (bzw. dem Pferd und dem Adler, welche für mich auch für den Kontakt zu Himmel und Erde standen) ist auf jeden Fall die Schnegge:

Weil die Schnegge ist ein Zwitter. Und die ist auch gar nicht beleidigt, wenn man sie so nennt. Hoff ich mal.

Und ganz im Notfall kann sie sich selbst befruchten, zieht es aber vor, sich mit einer anderen Schnegge zu verpaaren. Das kann ganz schön laaaaaaaaaaaange dauern, bis die sich dann geeinigt haben, wer m und wer w ist. Denk ich mal.

Schonmal Schneggensex beobachtet?

Ich wär ja neugierig, hab aber leider gar keine Zeit dazu. Sonst komme ich ja überhaupt nicht mehr zum Schreiben, also nicht nur nicht zum Buch-Schreiben, sondern auch nimmer zum Bloggen. Und das kann ich uns ja wohl nicht antun.

Die Schnegge ist mir am 17.6. dreimal begegnet. Für mich ganz eindeutig. Am 2. Mai, als ich in dem Zustand war, den die Psychiatrie „Psychose“ nennt, hatte ich bereits Kontakt mit Nacktschnecken, wie ich euch im Zusammenhang mit dem Thema Haut, die mich nochmal auf meine Dünnhäutigkeit hingewiesen hat, berichtete.

Und die Bedeutung (Krafttier Schnecke) hab ich erst hinterher bei meiner Recherche nachgeschlagen, um euch das zu verlinken und mir für den Kopf nochmal eine Bestätigung zu holen, dass ich meiner Intuition vertrauen darf.

Mein Totemtier ist sicherlich die Schildkröte mit dem Vogel, der auf ihr sitzt.

Schon als Kind habe ich mit Begeisterung Die gepanzerte Doris von Ruth Werner gelesen über eine Schildkröte namens Doris Achtermai. An ein 1973 in der DDR erschienenes Buch kann ich nur über unsere Verwandten von drüben gekommen sein – mal Mama fragen…

Und damit das ganze auch wie geplant, in Richtung Zukunft fährt ein schickes Meme mit double bind:

Schnegge volldampf voraus

Bunthäuser Spitze

Bunthäuser Spitze, Schwagerbesuch und wie die Psychiatrie (nicht) funktioniert

Auf diesem Bild ist zu sehen, wie sich die Elbe aufteilt in die Norderelbe und die Süderelbe. Das Wasser fließt zu beiden Seiten um die mitten in der Großstadt Hamburg gelegene Insel Wilhelmsburg. Diesen Ausblick hat man, wenn man den 1914 erbauten kleinen Leuchtturm namens Leuchtfeuer Bunthaus besteigt.

Das kann richtig Spaß machen und ein bisschen titanicmäßig aussehen:

 


Ja, wie war das? Letzte Woche war von Montag bis Mittwoch mein Schwager zu Besuch bei uns. Zum Glück hatten wir ihn davon überzeugen können, sich ein Hostel zu nehmen, weil die Wohnung schon für uns zwei allein zu eng ist.

Bereits im Vorfeld hatte ich Panik geschoben – und ich glaube, dass ich tatsächlich von einer Panikattacke sprechen kann, als ich nachts bei der Rufbereitschaft anrief – weil ich nicht wusste, was auf mich zukommen würde, abgesehen von drohendem Unheil durch das Chaotentum, was bei meinem Schwager deutlich stärker ausgeprägt ist als bei seinem Bruder.

Beide sind Freigeister, aber der eine schlägt den anderen in Unstrukturiertheit und Spontanität um Längen. Mein Mann ist wenigstens gewillt, sich meine Bedürfnis an Planung so weit anzupassen, wie er es eben kann. Bei seinem Bruder ist Hopfen und Malz verloren, ich habe es gleich vorsorglich aufgegeben, beide zusammen ordnen zu wollen.

Nun wusste ich zwar nicht, was im Einzelnen auf mich zukäme, aber ich wusste, dass mein Schwager einen großen Bewegungsdrang hat und wir sicherlich spazieren gehen würden. Das ist auch eine feine Sache und ich hatte einige Ideen, wo wir laufen könnten – nur hatte ich leider plötzlich überhaupt keine Ahnung, wo ich meine Pinkelhilfe hingelegt haben könnte und suchte sie am Montagmorgen ebenso fieberhaft wie vergebens. „Bunthäuser Spitze, Schwagerbesuch und wie die Psychiatrie (nicht) funktioniert“ weiterlesen

Die Diagnose F64.0 vs. Lebensrealität von trans*

Es wird Zeit, auch die „Altlasten“ aufzuarbeiten. Anfang Mai habe ich die Transtagung in München besucht und hatte aus diesem Anlass eine Aktionswoche gestartet. Nun habe ich euch noch einiges aus den von mir besuchten Workshops zu berichten.

Ich denke, dass viele Menschen, die sich niemals mit der Thematik auseinandersetzen mussten, überhaupt keine Vorstellung davon haben, welche Steine Transmenschen heute immer noch in den Weg gelegt werden.

Ähnlich dem Umstand, dass viele (zumeist heterosexuellen) Menschen nicht wissen, dass Schwule kein Blut spenden dürfen einfach aufgrund ihrer offen eingeräumten sexuellen Präferenz – ganz klarer Fall von Diskriminierung, aber nicht das Wichtigste auf der (schwulen) Agenda, da dies ja in erster Linie der (heterosexuellen) Mehrheit der Bevölkerung schadet und nicht den Schwulen selbst.

Als ich im Jahre 2008 dem inneren Druck nicht mehr standhalten konnte und mich zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen entschied, was auch immer damit auf mich zukommen würde, war das ganz klar eine Entscheidung für mein Leben. Die theoretische Alternative wäre für mich gewesen, mein Leben auf andere Weise zu beenden. Anders als für meinen Urgroßvater ist für mich der Freitod nie eine wirkliche Option gewesen.

Ausführlich kann mein gesamter Weg der Geschlechtsangleichung in allen Schattierungen mit Höhen und Tiefen in der Kategorie TransWeg nachgelesen werden.

Ganz kurz ein Überblick über meinen Weg für thematische Neueinsteiger:

  1. Therapeut suchen, da der Therapeut die Indikation für die Hormone ausstellt und somit dem Endokrinologen die Verantwortung abnimmt. Ohne 18 Monate Therapie keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse für OPs. Ohne Diagnose keine Hormone und keine OPs, mit F-Diagnose allerdings auch für die nächsten fünf Jahre keine Versicherung mit Gesundheitsfragen mehr. Therapeuten haben idR lange Wartelisten, was umso grausamer ist, wenn man sich erst dann zu einem Besuch durchringen kann, nachdem man seine Entscheidung zu einer Angleichung bereits getroffen hat.
  2. Selbsthilfegruppe (auf)suchen, da die Therapeuten idR nicht persönlich betroffen sind und daher manche Fragestellungen und Gedankengänge nicht nachvollziehen können. Zudem verweisen viele der Personen, die die sogenannte Begleittherapie übernehmen auch an die Selbsthilfegruppen. In den Gruppen erfährt man, welche Gutachter empfohlen werden, welche Ärzte trans*sensibel sind und trifft auf eine Peergroup, die sehr viel Halt für die Zeit der Transition und darüber hinaus geben kann.
  3. Antrag auf Vornamens- und Personenstandsänderung stellen und dem Gericht zwei Gutachter vorschlagen. Diese Gutachten wird später die Krankenkasse zur Vorlage beim MDK verlangen, obwohl sie darauf kein Anrecht haben – ist billiger, da das Gericht oder der Antragsteller die Kosten dafür trägt. Auf diese Weise verschränken sich die ursprünglich getrennten Angleichungsprozesse der rechtlichen und medizinischen Ebene. Die soziale Ebene geht ohnehin mit beiden einher. Den Antrag bei der Krankenkasse erst nach Ablauf der anderthalb Jahre Therapie stellen, weil sonst postwendend eine Ablehnung erfolgt.
  4. Warten. Auf den Therapieplatz, auf die Antwort des Gerichts, auf die Indikation für Testo, auf den ersten Termin beim Endo, auf das Wirken der Hormone, auf die Erstellung der Gutachten, auf die Kostenzusage der Krankenkasse, auf den OP-Termin. Warten, warten, warten. Ich hatte Glück; bei mir ging der Papierkram innerhalb von zwei Jahren über die Bühne und ich brauchte danach (auch dank der therapeutischen Begleitung infolge der Psychose) nur noch vier Jahre, um mich in der neuen Geschlechtsrolle zurechtzufinden. (Natürlich gibt es auch Menschen, die einfach nur trans* und nicht psychisch krank sind. Diese kommen ganz anders zurecht, wenn sie nicht wie ich durch den Prozess erkranken.)

In diesem Beitrag geht es mir rund um die Diagnose F 64.0 Transsexualismus mit ihrer Auswirkung auf den Lebensalltag auf Antragsteller_innen geschlechtsangleichender Maßnahmen (2009 bis heute) während der Transition und um die Frage der Treffsicherheit der zugrundeliegenden Diagnosekriterien.

2009 wurden ohne Teilhabe von Transleuten Behandlungs- und Begutachtungsrichtlinien für die Medizinischen Dienste der Krankenkassen erlassen. Diese wurden 2010 publiziert in „blickpunkt der mann Wissenschaftliches Journal für Männergesundheit“.

Die Folge – abgesehen von der Verschleppung sämtlicher in 2009 gestellter Anträge auf Kostenübernahme wegen geschlechtsangleichender Maßnahmen – sind starre Fristen, Therapiezwang und ein sogenannter „Alltagstest“ (nichts anders als ein erforderliches Zwangsouting u.a. beim Arbeitgeber, da man bei abweichenden Geschlechtsmerkmalen nicht testen kann, wie es denn wäre, wenn es denn anders wäre.)

„Die Diagnose F64.0 vs. Lebensrealität von trans*“ weiterlesen

Reinhard Mey gibt mir Musik

Von klein auf erinnere ich die Stimme von Reinhard Mey in meinem Ohr, wenn es ans Einschlafen ging. Diese Stimme war und ist mir vertrauter als die meines eigenen Vaters. Wenn ich sie heute höre, gibt sie mir das Gefühl von Geborgenheit und Trost bei Einsamkeit.

Ich kann mich da gar nicht auf ein besonderes Lieblingslied festlegen. Mich derzeit besonders berührende Lieder sind:

  • 51er Kapitän
  • Gib mir Musik!
  • Ich glaube, so ist sie
  • Frei

Dabei ist zugegebenermaßen der 51er Kapitän schon längere Zeit unter den Favoriten. Das liegt daran, dass ich mir seinerzeit vorstellte, dass mein zuerst verstorbener Onkel nach dessen Tod sicher meinen Vater in einem Rennwagen abgeholt habe, da mein Onkel eigentlich Rennfahrer hatte werden wollen und leidenschaftlich die Formel 1 verfolgte. „Reinhard Mey gibt mir Musik“ weiterlesen

Therapieabbruch – Strukturwechsel

Mittwoch, 25. Mai 2016

So ihr Lieben, Schluss mit lustig.

Ich habe an einer Ergotherapie teilgenommen (das dritte Mal insgesamt in den letzten drei Jahren, ich steh total auf Ergo) und hatte vom ersten Moment an das Gefühl, dort nicht gut aufgehoben zu sein. In Begleitung habe ich die Räumlichkeiten das erste Mal aufgesucht und fast schon über meinen Kopf hinweg wurde ein Termin vereinbart. In dem Moment war ich außer mir und nicht in der Lage, das abzulehnen oder anderweitig gestaltend einzugreifen.

Als ich dann dort im Wartebereich saß bestätigte sich noch vor der Bekanntschaft mit der Therapeutin mein Ersteindruck: Das geht gar nicht hier. Die Räume sind viel zu offen gestaltet und es ist grausam hellhörig. Glastüren sind eine nette Sache für Konferenzräume, aber wenn ich therapiert werde in einer Einzelsitzung, wünsche ich dabei keine unnötige Ablenkung.

Gegen Publikum habe ich nichts, solange es sich nicht bewegt. Aber eine im Flur vorbeihuschende Person ist nunmal ein visueller Reiz, der mich unnötig belastet, wenn ich meine volle Konzentration brauche. In diesem Raum habe ich nie sitzen müssen, aber dennoch fiel es mir auf.

Ich habe Verständnis dafür, dass die Türe zum Treppenhaus mit einem Keil blockiert werden muss, weil man zu faul ist, den Klient_innen die Türe einzeln zu öffnen. Trotzdem fände ich es angenehmer, wenn man etwas Geld in die Hand nehmen und eine technisch komfortablere Lösung suchen würde, damit der Schall aus dem Treppenhaus auch dort bleibt.

Was ich aber das allerschlimmste finde, und das habe ich mehrfach und erstmals gleich bei der ersten Begegnung mit der Therapeutin rückgemeldet: „Wenn ich da sitze und warte, dann möchte ich mir nicht anhören müssen, wie ihre Kollegin auf der Toilette strullert.“ „Therapieabbruch – Strukturwechsel“ weiterlesen

Zwischenbilanz

Menno, jetzt habe ich eben so hübsch bühnenreif gejammert, das kriege ich so nicht nochmal hin. Irgendwie ist der Entwurf flöten gegangen. Ja, ich wollte die Seite aktualisieren. Ja, ich habe auf „Ja“ geklickt.

Nein, ich wollte nicht, dass die Krone meiner schriftstellerischen Schöpfung im Datennirvana verschwindet. -.-

Nein, ich hatte diesen sooo wichtigen formvollendeten Text natürlich nicht im Zwischenspeicher oder anderweitig gesichert, bevor ich auf den Button geklickt habe und auf diese Weise mein Einverständnis mit dem danach folgenden Unheil gab.^^

Also: Mein letzter Wochenrückblick war vor einem Monat.So geht das natürlich nicht.

Das sind viel zu viele Seiten seitdem, die ich neu erstellt oder überarbeitet habe, das liest doch keine Sau. Gut, dass ich einiges auch zwischenzeitlich mal in Blogbeiträgen erwähnt hatte, damit es Beachtung findet und nicht ganz untergeht.

Heute mal chronologisch, das ist auch schick und zudem weniger Arbeit für mich:

„Zwischenbilanz“ weiterlesen

Elbstrand nahe Bushaltestelle Friedhof Finkenriek, Wilhelmsburg

Transmann am Elbstrand gesehen!

Sonntag, 22. Mai 2016

Ja, das ist eine Schlagzeile.

Warum?

Es ist doch nichts dabei.

Wenn ihr mir eure Nacktheit zumutet, eure blanken Bäuche der Sonne entgegenreckt, euch ungeplant in alltäglicher Unterwäsche präsentiert und sogar  – auch bebuste Menschen (!) – oben ohne zu sehen sind, dann schließe ich mich dem bunten Treiben einfach an.

Es ist Sommer!

Es ist Sommer und ich tu mal so als wenn das heute ein guter Tag werden soll_Lysander

Es sind 28 Grad und in der direkten Sonne ist es mir zu heiß, so dass ich mir einen Platz unweit der mich mit vorbeifahrenden Zügen beschallenden S-Bahnbrücke im Halbschatten gesucht habe, wo ich sowohl einen Blick auf das Wasser als auch auf eine Ansammlung von Bäumen habe, die sich vielleicht für ein Wäldchen hält.

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