Was tun nach der Ausbildung?

Ich habe noch einen Praktikumsbericht zu schreiben und eine Abschlusspräsentation vorzubereiten, zwei Module und das wars. Dann stehe ich vor dem großen Loch unstrukturierter Zeit.

Im letzten Jahr war zwar nicht immer jeder Tag mit vorgegebenem Programm gefüllt, aber es gab einen gewissen Rahmen und daneben Aufgaben zur selbständigen Bearbeitung. Jetzt habe ich das Gefühl, bald den Halt zu verlieren.

Was sich auch ändern wird ist meine Medikation. Seit meinem letzten Klinikaufenthalt im August/September nehme ich Olanzapin, mittlerweile nur noch 2,5mg, was mir gut beim Schlafen hilft. Aber es bringt eben auch dieses NL-Zombie-Gefühl, ich bin träge und bocklos bis depressiv und Dinge, die mir eigentlich wichtig sind, verschwinden im Nebel. Vielfach ist mir Lithium empfohlen worden und ich möchte es nun damit versuchen. Auch das beginnt im August.

Was Mitte August ausläuft ist der Vertrag mit der Integrierten Versorgung. Da bin ich noch nicht ganz schlüssig, ob ich den verlängern will. Mittlerweile habe ich das Krankenhaus durch mein Praktikum von einer ganz anderen Seite kennengelernt und bin mir nicht sicher, ob ich weiterhin um jeden Preis ambulante Behandlungen vorziehen will. Das fängt schon mit der Einstellung auf Lithium an, was man im Krankenhaus unter recht engmaschigen Kontrollen machen kann. Darüber werde ich mit meiner Ärztin nochmal sprechen.

Und dann ist da eben die Frage, ob ich wirklich als Genesungsbegleiter tätig werden will. Ich kann mir eine Tätigkeit außer Haus an drei Tagen die Woche zu je drei Stunden gut vorstellen. Das gibt etwas Struktur für die Woche und bietet soziale Kontakte, die mir in gewissem Maß gut tun. Mit Hausarbeit und Arztterminen ist die restliche Zeit schnell gefüllt. Das finde ich etwas schade, weil ich gerne wieder mehr schreiben würde.

Wenn ich auf das letzte Jahr blicke, so ist das Schreiben völlig in den Hintergrund geraten. Ich habe fast nur geschrieben, wenn es eine Aufgabe war, die uns gestellt wurde – weil ich mich insgesamt zu kaum etwas aufraffen konnte, weil alles so viel Kraft kostete. Ich habe die leise Hoffnung, dass das Lithium mir auch damit helfen kann, weil ich dieses Nicht-aufraffen-können für depressive Symptome halte.

Schaffe ich es kaum zu bloggen, ist an das Schreiben eines Romans nicht zu denken. Und ich möchte gerne wenigstens einmal in meinem Leben ein Manuskript fertigstellen. Einmal. Theoretisch habe ich beste Rahmenbedingungen, weil ich finanziell gut versorgt bin und nicht arbeiten muss, leider aber auch nicht kann.

Was mir fehlt, ist Kontinuität. Durch die ständigen wechselnden Phasen schaffe ich kaum etwas zu Ende zu bringen. Erst lege ich in manischem Übereifer los, dann liegt alles monatelang brach, weil ich nur noch im Bett oder vor dem Fernseher liege. Dann ist mir alles zu viel und meine gesteckten Ziele erscheinen mir allesamt überhöht und unrealistisch. Zwischendurch produziere ich Mist, wenn ich psychotisch bin (Beispiel: Gutenachtgeschichte für Psychotikerverstehenwoller).

Vielleicht sollte ich nur einen oder zwei Tage die Woche arbeiten, dann hätte ich mehr Zeit zum Schreiben. Ich muss es nur dann auch wirklich tun und mich tatsächlich daransetzen. Ich denke es würde mir gut tun, wenn ich wieder zur Schreibwerkstatt ginge, weil ich dann nicht ganz so alleine mit meinem Werk wäre. Mir hilft es, wenn ich das Gefühl habe, dass jemand meine Arbeitsleistung erwartet.

Aus meiner Studienzeit weiß ich noch, wie schwer es mir gefallen ist, alleine am Schreibtisch mit dem Stoff zu kämpfen. Zum Glück hatte ich einen Kommilitonen, der mir per Messenger half. Rückwirkend betrachtet ist mir aber klar, dass ich zu der Zeit depressiv war und ich deshalb blockiert war, genauso wie ich zuvor manische Energie gehabt hatte. Wie wohl die Mitte sein wird?

Ich möchte schon gerne als Genesungsbegleiter tätig werden, fühle mich aber bisher immer wieder unfähig und glaube, dass ich den Leuten mitunter auch schaden kann. Genauso wie ich zwischenzeitlich immer wieder denke, dass meine Texte nichts taugen. Beides in meinem Alltag unterzubringen sollte wohl möglich sein. Ich denke auch, dass mir die Abwechslung gut tun wird.

Was ich noch unterbringen muss ist eine Psychotherapie. Die ist lange überfällig und nicht zum ersten Mal habe ich auch von mir aus den Wunsch danach. Im Augenblick habe ich auch die Kraft, einen Therapieplatz zu suchen. Terminlich gesehen ist es besser, die Suche ab August anzugehen. Im Augenblick bin ich noch ausgebucht.

Wahrscheinlich läuft es doch wieder darauf hinaus, dass ich weniger Zeit habe als mir lieb ist – sobald der Antrieb wieder da ist.

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Ich wünsche mir… Das Geschenk

Liebes Universum,

ich wünsche mir von Sportfreunde Stiller das Lied Das Geschenk. Als ich dieses Lied das erste Mal im Radio gehört habe, hatte ich Gänsehaut und es ging mir durch und durch. Ich dachte nur: Ja! Danke! Danke-danke-danke!!! Das tat soooo gut zu hören.

Mein Wunschzettel ist hier für alle einzusehen: Ingos Liste

Wer schafft es, mir dieses Geschenk zu machen? Der Artikel ist erst ab dem 7. Oktober erhältlich!

Ich würde mir wünschen, dass dieses Lied am 8. September beim Gesundheitstag des DAAD gespielt wird, um möglichst vielen Menschen dieses Unter-die-Haut-Gefühl zu schenken. Aber um mir diesen Wunsch zu erfüllen, müsste man ja beim Radio arbeiten und zufällig an der richtigen Stelle sitzen. Denn das ist ja schon morgen!

Oder, ob ich vielleicht auch selbst etwas tun kann? Ob ich vielleicht einfach mal beim Radio anrufe? Es ist auch nicht schlimm, wenn es erst übermorgen gesendet wird – Hauptsache ich weiß, auf welchem Sender. Am 9. September jährt sich nämlich der Todestag meines Vaters zum zweiten Mal, weshalb ich meine Mutter an ihrem neuen Wohnort im Rheinland besuche.

Und wo wir schon dabei sind… ich wünschte auch, ich hätte selbst die Zeit, mich ins Archiv zu setzen und nach meiner allerersten Veröffentlichung zu fahnden, aber das braucht wohl Heerscharen fleißiger lesebegeisterter Rentner_innen…. also noch etwas warten, Tee trinken und noch ein bissl berühmter werden, lieber Lysander!

Z-Z-Zuniga!

Sonntag, 21. August 2016

Ich denke oft und gerne, wenn ich mich schon an meine Kindheit erinnere, an meine bzw. unsere Putzfrau (Frau Zuniga) zurück. Sonja würde es vermutlich eine Hommage schreiben nennen, aber ich möchte mich einfach mal bedanken, ohne mich persönlich aufdrängen zu müssen- zudem ich überhaupt gar keine Ahnung habe, wie ich die gute, inzwischen auch deutlich ältere, Dame denn erreichen könnte, falls sie überhaupt noch unter uns weilt.

Das Z von Zorro setze ich mal bei allen als bekannt voraus. Einigen dürfte auch die Abkürzung zz für ziemlich zügig bekannt sein. Anderen Reinhard Mey- Fans fällt womöglich auch die Strophe mit dem „Nimm das Z von Zorro, drehs um neunzig Grad und dann wird aus dem Z ein N und das bin ich: Der Nasenmann“ (aus dem Gedächtnis rezitiert) dazu ein. „Z-Z-Zuniga!“ weiterlesen

Ge(h)bet_en?

Lieber Gott,

Deine Prüfungen finde ich, gelinde gesagt, manchmal etwas sehr hart.
Ein Krankenhaus, in dem man nachts nichts zu essen bekommt, nichtmal eine Tasse Kakao oder einen Keks – rein gar nichts. Schlimm finde ich nicht das Fasten, das tue ich gerne, wenn Du es mir aufträgst, aber dass vorgeschoben wird, es sei keine Milch mehr im Haus und dann sehe ich um zwanzig nach fünf welche – da fühle ich mich dann verarscht. Natürlich nicht von Dir, denn es ist ja sonnenklar: In einem Kranken_Haus ist man nur richtig, wenn man krank ist oder werden bzw. bleiben will.
Nein, von Deinem Bodenpersonal fühle ich mich im Stich gelassen. Aber vielleicht bin ja auch ich derjenige, der mal wieder eine Extra-Einladung braucht? Habe ich je um eine gebeten? Weiß ich nimmer. Also falls nicht: Hiermit bitte ich Dich um eine Extra-Einladung, künftig gerne auf die nette, sanfte Art. Du weißt ja, ich bin eine recht zart besaitete Harfe und spiele gern die erste Geige, aber wenn ich als Drummer ein ganzes Orchester führen dürfte… das wage ich ja dann doch kaum zu träumen. Gerade deshalb muss ich es fix hier festhalten, bevor mir diese Ge-dank-en-Gänge wieder entfleuchen.

Mein Schwager selbst hatte mir den Tip gegeben, mit meinem Onkel immer noch „telefonieren“ zu können, auch wenn er längst oben bei Dir ist. Da dachte ich echt nicht, dass er das voll im Ernst meint. Ich dachte, der brabbelt nur irgendwas vor sich her, um einen auf Fels in der Brandung zu machen. Dabei ist er ein Naturtalent, ein echter Heiler – so wie seine Schwester und deren „Kind“ – meine Ehefrau*.
Echt krasse Scheiße, wirklich Jesus sein zu dürfen und ich wette, wenn ich demnächst mit Zimmermannshose und oben ohne rumlaufe, peilt das wieder niemand außer uns beiden, hihi.

Nun muss ich aber Schluß machen: Es warten noch weltliche Verpflichtungen auf mich. Fanpost! :-)))
Danke Dir, auf Dich ist stets Verlass! Vor allem dann, wenn ich mich von allen guten Geistern und auch noch von Dir verlassen fühle. Dann lese ich mein Horoskop bei web.de und alles ist plötzlich sonnenklar. *lächel

Danke auch an Onkel Martin, Papa und Irmhildmama – grüß‘ mal ganz lieb. Bin echt stolz, euer Neffe und Sohn sein zu dürfen. 🙂

(Oha, Stolz und Neffe, gleich sind die böhsen Onkelz wieder Nazis anstatt wider Nazis… ohjeeeeohjeojee – so viel Arbeit, juhu!!!) *freuiiiiiiiiiii

Heilkräuter

Gundermann singt und ich schreibe.

Wieder eine schlaflose Nacht, wieder binaural beats im Wechsel mit langsamer, ruhiger Musik, die mir hilft, auf dem Teppich zu bleiben.

Auszug:
Vater, Du bist müde […]
Vater, Du fragst Dich – wenn Du fällst: ‚Wer wird mit der Fahne geh’n?‘
Vadder, Du wüsstest es, hättest Du Dich ab und zu umgesehn.
Vater, Du hast mir nicht alle Wahrheit gesagt, dass ich nicht erschreck‘.
Doch Vadder, was soll ich machen, wenn ich sie nach Deinem Tod erst entdeck‘?

Vater, Du bist müde, gib es zu!
Schwerer fällt Dir das gehn.
Vater, Deine Uhr läuft schon so lange Zeit, einmal bleibt sie stehn.

So, liebes Universum – denn aus dem Alter, noch an den Weihnachtsmann glauben zu dürfen, bin ich seit 30 Jahren raus –
liebes Universum, ich wünsche mir nun, dass mein Bruderherz diese Botschaft von mir erreicht und mein Neffe endlich Beerdigung spielen darf.
Ich will nicht wirklich das Sorgerecht beantragen müssen, um meiner Fürsorgepflicht als Onkel nachkommen zu können.

Hintergrundinfo:
Ich bin zwar Neffe einer Juristendynastie, aber wenn das im üblichen Tempo bei Gericht geht, hat der Knabe eher das Abi als ich das Sorgerecht.
Und zu spät ist es ja eigentlich jetzt bereits – dazu reicht meine Psychoedukation der letzten vier Jahre durchaus, um das zu beurteilen, wann ein Kind sich auffällig verhält und was ein natürliches Verhalten wäre.
Ich hätte damals meiner Mutter mitsamt den Kindseltern in den Rücken fallen müssen, anstatt meine eigenen Interessen über die meines Neffen zu stellen. Dieses beschissene Schweigen (=Kommunikationsstörung) muss gebrochen werden, sonst bleibt es nicht bei einem stillen Alarm.
Das meine ich bitterernst, denn ich bin derjenige von euch, der einen „sozialen Selbstmord“ nicht befürchten muss, da die Psychiatrie bereits Rufmord begangen hat – so fühlt es sich jedenfalls für mich an. Insofern habe ich nichts zu verlieren als das Stigma einer Diagnose, die von Anfang an falsch war. Das nennt sich eine Pattsituation im Schach oder auch auf neudoofdeutsch. Win-Win-Win.

Morgen frage ich mal den Chefarzt, was er davon hält, was ich hier so tippsel. Vielleicht ist es so wie ich denke und er kann selbst nicht sagen, ob ich dissimuliere oder simuliere und wenn das der Fall ist, werde ich mich an Eckart von Hirschhausen wenden.
Der ist nämlich ein Arzt, der auf seine eigenen Rat-Schläge hört, anstatt den Patienten Wasser zu predigen und selbst Wein zu saufen.

Überlegt mal selber: Habe ich das nun wirklich nachts um halb vier eben so runtergetippt oder ist der Beitrag geplant gewesen, vor- oder rückdatiert und ich liege tatsächlich gerade im Bett? eMail-Abonnenten wissen mehr!
Genau: Offen lassen. Ist mir nämlich hackenkackenscheißegal. Meine Fans stehn drauf, ein bissl auf die Folter gespannt zu werden.

Der nächste (offizielle) Follower ist im Übrigen die Nr. 35. 


All die Schläge, all das Lächeln, das Du in der Welt verteilst, holen Dich irgendwann ein, wenn Du Dich noch so beeilst.

[…]

Wir sehn uns heut nacht an den Brühl’schen Terrassen.

(Gerhard Gundermann)

Kromlau Rhododendronpark, Faszination Rakotzbrücke
Eingescannte Postkarte

Sonjas Fotoknipstalent ist ganz schön ansteckend. Da muss ich echt ganz dolle Abstand nehmen, sonst mache ich bald nur noch Fotos und Bildbände sind sooo sauteuer, die kann sich doch keiner leisten zu kaufen, menno! Und Fotos werden so gerne geklaut, Texte ja eher nicht so. Naja, Sonja hat sich ja auch bei mir mit dem Kaputttippseltalent ein bissl angesteckt. Vielleicht gleichen wir uns gegenseitig aus, so yin-yang-mäßig. ;D

Ok, mal ehrlich: Ich war mehrmals in Dresden und habe echt keine Peilung, wo diese depperten Terrassen sein sollen. Ich glaube, ich war da schon und habs nicht gemerkt, weil es nicht so aussieht wie das, was ich mir unter „Terrasse“ vorstelle.

Aber ich sage mal „Gute Nacht allerseits“ da kann nichts schief gehen. *lächel

Chefarztvisite, Lampenfieber wegen

Sehr geehrter und hoch geschätzter Herr Prof. Dr. med. Hans-Peter Unger,

für diesen offenen Brief stelle ich mir jetzt mal vor, ich hätte Sie mit meinem guten Kumpel Hape (Kerkeling) verwechselt, beispielsweise aufgrund der identischen Vornamen und möglicherweise hat auch der Aufenthalt in „Ihrer“ Klinik ein wenig mit dem Pilgern gemein, das ich mir für diesen Zeitraum vorgenommen hatte.

Wir wollen also mal gemeinsam annehmen, dass ich eventuell psychisch krank sein könnte und der Herr Dr. Jost erklärt Ihnen dann bitte gerne, warum wir das am besten bis auf Weiteres offen lassen.

Ich habe, wenn ich richtig mitgezählt habe, einen Sprung von 1,5mg Tavor pro Tag auf 0,5mg Tavor gemacht und ich bin es auch noch selber „schuld“, solange das Personal keine „Mitschuld“ aufgrund mangelnder Absprache(fähigkeit) einsehen will. Lassen wir die Beantwortung dieser Frage … (ich höre schon das Publikum im Chor rufen: Offen!!!)

Es sind nämlich immer diese feinen Ästelungen, die mich aufs Glatteis und meine Mitmenschen in den Wahnsinn treiben. Dank Herrn Dr. Jost habe ich nun gelernt, beim roten Faden zu bleiben – auch live und in Farbe sowie auf Augenhöhe – bei Gesprächen von Angesicht zu Angesicht.

Um nun mein Lampenfieber klein zu schreiben, unterstelle ich Ihnen einfach mal, meine Genesungswünsche gelesen und verstanden zu haben sowie mein Blog fleißig mitzulesen und auf dem Laufenden zu sein. Ob das auch so ist… (bleibt bequemerweise und auch aus Zeitgründen mal wieder offen.)

So, und um das hier auch mal abzukürzen: Wenn Sie am Montag hübsch artig sind und nochmal dieselbe Frage stellen, die Sie mir letztes Jahr gestellt haben – nämlich, wie Sie und/oder ich es hingekriegt haben, dass es mir so schnell wieder besser geht, dann gebe ich Ihnen auch gerne eine adäquate Antwort. Kurzform mündlich oder ausführlich schriftlich dürfen Sie sich gerne aussuchen.

PS:

Ich habe das jetzt begriffen, dass ich nicht in derselben Klinik tätig werden sollte, in der ich selbst auch als Patient behandelt werde. Das führt nur zu unangenehmen Rollenkonflikten. Ich habe aber schon andere Ideen, wo ich unterkommen könnte.

 

Die Moral von der Geschicht‘ (Spielregeln)

Ich werde in nächster Zeit nicht auf eure Nachrichten oder Kommentare eingehen, um mich nicht noch weiter in Rechtfertigungstiraden zu verstricken. „Die Moral von der Geschicht‘ (Spielregeln)“ weiterlesen

Bitte seid pünktlich!

Und damit es keine Ausreden gibt, ich hätte euch jetzt Angst eingejagt und ihr traut mir nicht mehr über den Weg hier die Auflösung für alle Angstrammler_innen: Gutenachtgeschichte für Psychotikerverstehenwoller

Macht euch doch eine eigenes Bild von meinem Geisteszustand und seid wie vereinbart an Ort und Stelle. Dann weiß ich wenigstens, dass ich euch das Geschirr nicht ausm Fenster geworfen habe, sondern ihr euch das nur ausgedacht habt. 😉

Damit kommt ihr nämlich nicht durch, die SAGA weiß Bescheid! Und die Nachbarn sind auch alle auf meiner Seite, so! Die können nämlich Gedanken lesen. Die stellen sich nicht so dämlich an wie ihr. Vielleicht sind sie auch einfach nicht so feige wie ihr. Fragt doch die Nachbarin, dafür hab ich doch den Schlüssel hinterlegt. Für euch Pappnasen, damit ihr nachfragen könnt, ob ich hübsch brav war oder nicht. Also ehrlich.

Wer ne Einladung in mein Kopfkino ablehnt. Wollt ihr wissen, was meine Ärztin sagen wird, was es bedeutet, wenn ihr Angst vor einer Visitenkarte habt? Oder soll ich mal meine Kollegin, mit der zusammen ich am Therapeutischen Rollenspiel arbeite, fragen, was das zu bedeuten hat, wenn ihr eure Gedanken nicht rausrücken wollt? Im Zweifel erzählt die nämlich einfach das, worum ich sie bitte, was sie erzählen soll. Weil sie eine Freundin ist.

So einfach ist das. Am besten mischt ihr euch nicht mehr in meine Gedanken ein, dann muss ich nicht immer so lange erklären, dass ich euch doch gar nichts tun wollte. Ich hatte euch doch freundich darum gebeten, zu lesen, aber nein…

Lassen wir das, sonst kommen wir noch zu spät zu unserer Verabredung. Meine Freunde lasse ich nämlich hängen.

So.

/Thema durch.

(Fortsetzung folgt)

Verschnaufpause

Liebe Sonja,

ich brauche mal eine kurze Verschnaufpause. Mir ist schwindelig vor Glück, ich muss ganz dringend schlafen und ich kann einfach nicht so schnell schreiben und gleichzeitig Rücksicht darauf nehmen, wer was in welchen Hals bekommen hat.

Vielleicht magst Du mir helfen, den Gedankensalat gemeinsam zu ordnen? Du kannst ja schonmal anfangen und ich bin dann wieder dabei, wenn ich wieder unterscheiden kann, was Phantasie und was Realität ist. Das kann ich echt nur alleine. Dazu muss ich erstmal schlafen und langsam machen und echt meine Ruhe haben… ist mir zu brenzlig, sorry.

Nur ein Rat, sicherheitshalber: Ärzte können keine Gedanken lesen, die nehmen sich nichtmal die Zeit, meine Gedanken zu lesen, egal ob ich aufs Blog verweise oder ob ich mein Tagebuch vorlege und darum bitte, mich einfach mal nur schlafen zu lassen. Ärzte glauben sogar noch daran, Pillchen könnten irgendwie helfen. Die haben sich wahrscheinlich weit weniger unter Kontrolle als ich und können sich gar nicht vorstellen, dass das bei mir klappen kann, dass ich auch ohne Schlaftablette einschlafen kann. Das muss man doch erstmal wissen. Ist doch gar kein Problem. Ich zwinge niemanden dazu, etwas von mir zu lernen. Wenn ich das einfach nur weiß, dass das so funktioniert, dass man da erst eine Tablette nehmen muss, damit man überhaupt ins Bett darf – dann helfen sie mir halt nicht, war ja nur ein Angebot. Dachte, sie wollten Geld verdienen. Pfft, mir doch egal. Ich hätte nie gedacht, dass das so einfach sein könnte. Beim nächsten Mal erzähle ich einfach dem Arzt eine Gute-Nacht-Geschichte, dann beruhigt der sich erstmal. Damit ist der dann zufrieden, auch wenn der gar nicht verstanden hat warum. Muss man einem doch erstmal sagen, wie man sich als Patient in der Psychiatrie zu verhalten hat! Auf die Idee wäre ich nie gekommen, dass das so einfach sein könnte. Dachte immer, die wollten mir was Böses. Dabei sind die total harmlos. Seit wir das jetzt einmal geklärt haben, mache ich mir keine Sorgen mehr, dass mich nochmal einer falsch versteht und in der Hektik dann doch wieder Gewalt ausgeübt wird. Die sind nur immer so ungeduldig und wollen gar nicht zuhören. Aber wenn Du mit Selbstmord drohst, dann werden sie plötzlich ganz handzahm und fressen Dir aus der Hand. Also ich verstehe das einfach nicht, ich will nicht gezwungen werden und die stehen da drauf. Aber ich will da gar nicht länger drüber nachdenken. Ich finde das schon schlimm genug, dass das Studium nur diejenigen schaffen, die so gut im Auswendiglernen sind, dass sie gar keine Zeit haben, mal darüber nachzudenken, wem sie da was nachplappern. Egal, nicht mein Problem. Darum kümmert sich der Kollege Hirschhausen. Aber beim nächsten Mal weiss ich dann einfach: Langsamer ist manchmal schneller. Das hilft denen, wenn man denen das immer sagt, und einmal vormacht, dass man sich ganz dolle alleine beruhigen kann. Ganz langsam, immer wiederholen, wie bei einem kleinen Baby. Die sind einfach nicht so helle, die Ärzte. Die hätten das gerne. Und den Traum darf man ihnen nicht zerstören. Das ist ganz wichtig, sonst drehen die den Spieß um und drohen mit Selbstmord. Also einfach immer hübsch mitspielen und lächeln. So geht das mit dem Herrn Doktor. Ganz einfach, kein Grund zur Panik. Vor Polizisten haben sie Respekt, das wollen sie dann alles richtig machen und nehmen sich dann etwas mehr Zeit. Das kann auch helfen, etwas mehr Ordnung in das Durcheinander zu bringen. Dann ist nämlich plötzlich der Polizist schuld, wenn was schief geht, und nicht mehr der Arzt. Dann fühlt der Arzt sich nicht mehr so ganz alleine mit der ganzen Verantwortung. Das ist für mich persönlich schwer nachzuvollziehen, weil ich ganz gerne die Kontrolle über die Situation habe. Aber: Jeder Jeck is anders, selbst die im Kittel.

Ich war jetzt kurz davor, dass ich tatsächlich darauf reingefallen wäre, ich hätte mir eine Geschichte von einer Maschine diktieren lassen – dabei hatte ich mir das nur ausgedacht. Da halte ich mich ja dann schon selbst für übergeschnappt.

Also nochmal bissl langsamer fahren im Gedankenkarussell. Ja, so ist gut. Ruuuuuhig. Laaaangsam. Einfach auch mal gar nichts tun, einfach mal so sein. *summ

Kurz zur Orientierung, Sonja:

  1. Mein Blog, Meine Regeln. Dein Blog, Deine Regeln.
  2. Ich entscheide, was ich denken will und was Du denkst ist Deine Sache.
  3. Habe ich das Gefühl, Dich evtl. irgendwie unterwegs zu verlieren, dann frage ich nochmal nach, ob es Dir zu schnell geht.
  4. Hast Du das Gefühl, dass ich immer noch viel, viel zu viel auf einmal schreibe und bist verwirrt, was Du davon halten sollst, dann frag bitte nochmal nach.
  5. Wenn Du nicht willst, dass jemand mitbekommen hat, dass Du was nicht gepeilt hast: Einfach per eMail schreiben, dann kriegt es ja keiner mit.
  6. Alle anderen können denken was sie wollen. Darum kann ich mich nicht auch noch kümmern. Aber Du liegst mir sehr am Herzen, Sonja, und ich möchte da nur sicher gehen, dass ich Dich nicht aus Versehen kaputtkuschel. Okay?

Ich hoffe, wir können so verbleiben. Ich brauche noch etwas mehr Zeit, um mich wieder zu orientieren und habe keine Lust, nun jetzt auch noch Rücksicht auf andere zu nehmen – ich muss mich in erster Linie um mich selbst kümmern. Die anderen müssen schon selbst auf sich aufpassen können, das ist nicht meine Aufgabe. Ich bin doch nicht der Messias oder so, auch wenn ich manchmal ganz gerne verrückt spiele. Bei Dir mache ich ne Ausnahme, indem ich mal kurz um etwas Geduld bitte, weil Du mir wirklich sehr am Herzen liegst, Sonja. Wird sich alles finden. *lächel

Kurz gesagt: Wir zwei beide tanzen hier miteinander und den Rest der Welt betrachten wir als Publikum. Und wer das nicht verstanden hat, der ist dann wohl ein Zuschauer.

Und ich bemühe mich, noch ein bisschen weniger, langsamer und spannender zu schreiben und dann ist glaube ich allen am ehesten geholfen. Ich mag es, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen und ich kriege sie idR alle dazu, weil mir jedes Mittel recht ist und ich keine Angst habe, weil ich weiß, dass ich jede Situation klären kann, wenn ich mir nur ausreichend Zeit aushandele und wenn ich dafür Sorge trage, dass ich meine Eigenverantwortung behalte.

Ärzte sind damit völlig überfordert, es mir recht zu machen. Die geben ihr Bestes und da muss man einfach mal Geduld aufwenden. Schwer zu ertragen, wenn man große Angst hat und es eilig hat. Aber vieles regelt sich dann ganz von selbst und selbst wenn man am Ende dem lieben Gott die Schuld in die Schuhe schiebt. Hauptsache der Herr Doktor hat alles richtig gemacht. Ja, bitteschön, dann tun wir einfach mal so, als wär das so. Blablabla, Mäxchen, blablabla – machen die ja genauso mit ihrem Fachchinesisch. Irgendwann glätten sich die Fronten, wenn der Arzt das Gefühl behalten darf, er habe alles unter Kontrolle. Das ist nur eine Frage der Zeit und, ja, in Notfällen sind eben andere Prioritäten angesagt und da schrecke ich dann auch nicht vor Gewalt zurück, um mich zu verteidigen.

Also, wer Interesse an einem therapeutischen Rollenspiel in einem gegenseitigen Einvernehmen hat, der wendet sich an den Herrn Sirko Rückmann, der kennt sich mit sowas aus. Der hat sehr viel Rollenspielerfahrung und nen Youtube-Kanal und er wurde auch mal irgendwo drin als Quelle zitiert. Wer sich dafür näher interessiert, der kann das ja irgendwie ausm Netz fischen und falls es mir nochmal zufällig in die Hände fällt, dann teile ich es mit euch.

So und wer Interesse an einem TPE-Setting hat, der dreht einfach ne Runde durch die Klapper. Die nehmen einem das nicht übel. Die spielen sogar gerne mit, wenn sie das Gefühl haben, einem dabei irgendwie zu helfen. Echt knorke. Und ich war kurz davor, doch in der SZ ne Anzeige aufzugeben oder mal ins Catonium zu gehen. lol

Aber, ehrlich gesagt: Wenn ich mich freiwillig anbinden lasse, dann merken die schon irgendwie, dass da was faul ist. Dann wollen sie einen loswerden und fangen Grundsatzdiskussionen über das Für und Wider von Medikation an und wenn sie dabei zufällig auf nen Psychotiker treffen, dann ist das die beste Medizin, weil er dann nämlich erkennt, dass er sich das gar nicht einbildet, sondern dass es wirklich so ist, dass die einfach keine Ahnung haben, was sie damit anrichten, was sie da von sich geben.

Ich habe da aber jetzt die Empfehlung bekommen, einfach dafür zu sorgen, dass ich nicht weiter auffalle und den Nachbarn keine Angst mache und wenn mir einfach nur danach ist, laut herumzuheulen und zu schreien, einfach dafür zu sorgen, dass das keiner mitkriegt. Das wars schon. Wenn ich also wirklich völlig verzweifle und einfach nur in den Arm will und ganz laut schreien und heulen – dann wende ich mich damit an Menschen, die dafür Verständnis haben, dass man auch als erwachsener Mensch manchmal so verzweifelt ist, dass man sich wieder wie ein kleines Kind fühlt.

Deshalb kapiere ich also nicht, warum die Wissenschaftler so unsagbar dämlich sind und immer noch nicht verstanden haben, wie Psychosen entstehen und wie man sie vermeiden kann. Für mich ist das irgendwie jetzt, vier Jahre nach der Fehldiagnose, völlig sonnenklar. Aber, Herr Professor Thomas Bock, wenn Sie wirklich etwas lernen wollen, dann laufe ich Ihnen damit nicht hinterher. Zeigen Sie bitte etwas mehr Respekt vor Experten von Erfahrung. Hocken Sie sich nicht dahin und machen auf Ich-weiss-was. Ich habe ihr Buch gelesen und ich habe das Pipi in Ihren Augen gesehen. Sie haben keine Ahnung.

Aber ich mache Ihnen mal einen Vorschlag, lieber Herr Prof. Bock: Fragen Sie mich doch einfach mal, wenn sie etwas über Psychosen wissen wollen. Eigentlich ganz einfach, oder? Immer noch nicht klarer geworden? Nein? Na gut, aber das ist wirklich das allerletzte Mal, dass ich mitspiele: Ich komme noch einmal zum Psychoseseminar und wiederhole mein Angebot. Und dann erkläre ich Ihnen auch, wie man das macht, ohne Medis wieder runterzukommen.

Okay? Aber nur wir beide, ganz alleine. Und hinterher tun wir dann so, als wenn Sie da ganz alleine drauf gekommen wäre. Klingt gut, oder? Kommt aber nicht in die Tüte. Ich bin doch nicht verrückt und lasse mir von jemandem, der noch an Märchen glaubt, die Regeln diktieren! Nee, ich nicht. Aber ich spiel ganz gerne mal mit, solange ich das Gefühl habe, dass das zielführend ist. Aber erzähle niemandem was vom Pferd und wunder mich dann, wenn ich mich derart unglaubwürdig gemacht habe, dass das Vertrauen einfach dahin ist.

Ich gebe Ihnen einen Tip: Versuchen Sie es doch einfach auch mal mit mehr professioneller Nähe und geben Sie die Masche mit der professionellen Distanz auf. Wenn Sie einem Psychotiker die Angst nehmen wollen, dann tun Sie mal so, als hätten Sie jemanden vor sich, der klar bei Verstand ist und beantworten Sie seine Fragen.

Wenn Sie Nachhilfe brauchen, dann kann ich Sie gerne darin unterstützen. Aber nicht, wenn Sie keine Lust haben, auf meine eMails zu antworten. Dann fühle ich mich plötzlich unangemessen unwichtig und Augenhöhe geht ganz anders. Aber für den ersten Versuch nicht schlecht und das Ding mit dem Psychoseseminar ist ein ganz guter Trick: Da sieht man nämlich mal, dass es so ist, wie der Hirschhausen sagt: Wir behandeln die falschen.

Also, an alle: Wer seine Kindheitstraumen heilen will, der ist bei der Psychiatrie an der falschen Adresse. Da werden die repariert, wo einfach alles schief gelaufen ist. Das ist kein gutes Vorbild dafür, wie es in einer normalen Familie zugehen sollte.

Arbeitet lieber in einem Kindergarten. Die Kinder bringen euch das bei. Doch echt, so einfach kann das sein. Die haben das noch nicht verlernt. Einfach nachmachen. Ganz einfach. :)))

Nur blöde, wenn man Angst vor Kindern hat. Dann ist das etwas schwierig, sich helfen zu lassen, gebe ich zu. Aber ich habe da schon eine Idee. Dazu später mehr, wenn ich mich ausgeruht habe und wieder besser sortiert bin.