Ich kann schlecht schreiben

Meine bisherigen Romanschreibversuche sind meinem Inneren Kritiker bzw. Perfektionisten zum Opfer gefallen, bis ich dann erfüllt von Selbstzweifeln hingeschmissen habe, weil über die Hälfte gelöscht war. In Jackys Blog habe ich neben vielen anderen den Tipp gefunden, schlecht schreiben zu lernen. Das war für mich sehr hilfreich und mittlerweile schreibe ich seit drei Wochen an einer Geschichte und habe vor, es bis zum Ende durchzuziehen.

Ich schreibe zwar nicht jeden Tag, aber ich schreibe regelmäßig. Andere mögen über 3000 Wörter am Tag schreiben; ich habe diese Marke jetzt erst geknackt. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, bereits bestehende Textabschnitte nicht mehr anzurühren. Das werde ich beibehalten, bis ich mit dem ersten Entwurf fertig bin.

Was mich sehr fordert ist das Plotten, weil ich das bisher nur bei einer einzigen Kurzgeschichte mal ausprobiert habe. Auf der einen Seite mag ich Entscheidungen jetzt noch nicht treffen, auf der anderen Seite bräuchte ich sie aber dringend, weil sie mir einen Rahmen bieten würden für den zu produzierenden Text. Meine Szenenliste habe ich erst nach und nach zusammengestellt, nachdem ich die Szenen geschrieben hatte. Eigentlich hätte ich das nach der Schneeflocken-Methode andersherum machen müssen. 😉 Und ich habe keinen blassen Schimmer, welche noch dazukommen werden.

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Was tun nach der Ausbildung?

Ich habe noch einen Praktikumsbericht zu schreiben und eine Abschlusspräsentation vorzubereiten, zwei Module und das wars. Dann stehe ich vor dem großen Loch unstrukturierter Zeit.

Im letzten Jahr war zwar nicht immer jeder Tag mit vorgegebenem Programm gefüllt, aber es gab einen gewissen Rahmen und daneben Aufgaben zur selbständigen Bearbeitung. Jetzt habe ich das Gefühl, bald den Halt zu verlieren.

Was sich auch ändern wird ist meine Medikation. Seit meinem letzten Klinikaufenthalt im August/September nehme ich Olanzapin, mittlerweile nur noch 2,5mg, was mir gut beim Schlafen hilft. Aber es bringt eben auch dieses NL-Zombie-Gefühl, ich bin träge und bocklos bis depressiv und Dinge, die mir eigentlich wichtig sind, verschwinden im Nebel. Vielfach ist mir Lithium empfohlen worden und ich möchte es nun damit versuchen. Auch das beginnt im August.

Was Mitte August ausläuft ist der Vertrag mit der Integrierten Versorgung. Da bin ich noch nicht ganz schlüssig, ob ich den verlängern will. Mittlerweile habe ich das Krankenhaus durch mein Praktikum von einer ganz anderen Seite kennengelernt und bin mir nicht sicher, ob ich weiterhin um jeden Preis ambulante Behandlungen vorziehen will. Das fängt schon mit der Einstellung auf Lithium an, was man im Krankenhaus unter recht engmaschigen Kontrollen machen kann. Darüber werde ich mit meiner Ärztin nochmal sprechen.

Und dann ist da eben die Frage, ob ich wirklich als Genesungsbegleiter tätig werden will. Ich kann mir eine Tätigkeit außer Haus an drei Tagen die Woche zu je drei Stunden gut vorstellen. Das gibt etwas Struktur für die Woche und bietet soziale Kontakte, die mir in gewissem Maß gut tun. Mit Hausarbeit und Arztterminen ist die restliche Zeit schnell gefüllt. Das finde ich etwas schade, weil ich gerne wieder mehr schreiben würde.

Wenn ich auf das letzte Jahr blicke, so ist das Schreiben völlig in den Hintergrund geraten. Ich habe fast nur geschrieben, wenn es eine Aufgabe war, die uns gestellt wurde – weil ich mich insgesamt zu kaum etwas aufraffen konnte, weil alles so viel Kraft kostete. Ich habe die leise Hoffnung, dass das Lithium mir auch damit helfen kann, weil ich dieses Nicht-aufraffen-können für depressive Symptome halte.

Schaffe ich es kaum zu bloggen, ist an das Schreiben eines Romans nicht zu denken. Und ich möchte gerne wenigstens einmal in meinem Leben ein Manuskript fertigstellen. Einmal. Theoretisch habe ich beste Rahmenbedingungen, weil ich finanziell gut versorgt bin und nicht arbeiten muss, leider aber auch nicht kann.

Was mir fehlt, ist Kontinuität. Durch die ständigen wechselnden Phasen schaffe ich kaum etwas zu Ende zu bringen. Erst lege ich in manischem Übereifer los, dann liegt alles monatelang brach, weil ich nur noch im Bett oder vor dem Fernseher liege. Dann ist mir alles zu viel und meine gesteckten Ziele erscheinen mir allesamt überhöht und unrealistisch. Zwischendurch produziere ich Mist, wenn ich psychotisch bin (Beispiel: Gutenachtgeschichte für Psychotikerverstehenwoller).

Vielleicht sollte ich nur einen oder zwei Tage die Woche arbeiten, dann hätte ich mehr Zeit zum Schreiben. Ich muss es nur dann auch wirklich tun und mich tatsächlich daransetzen. Ich denke es würde mir gut tun, wenn ich wieder zur Schreibwerkstatt ginge, weil ich dann nicht ganz so alleine mit meinem Werk wäre. Mir hilft es, wenn ich das Gefühl habe, dass jemand meine Arbeitsleistung erwartet.

Aus meiner Studienzeit weiß ich noch, wie schwer es mir gefallen ist, alleine am Schreibtisch mit dem Stoff zu kämpfen. Zum Glück hatte ich einen Kommilitonen, der mir per Messenger half. Rückwirkend betrachtet ist mir aber klar, dass ich zu der Zeit depressiv war und ich deshalb blockiert war, genauso wie ich zuvor manische Energie gehabt hatte. Wie wohl die Mitte sein wird?

Ich möchte schon gerne als Genesungsbegleiter tätig werden, fühle mich aber bisher immer wieder unfähig und glaube, dass ich den Leuten mitunter auch schaden kann. Genauso wie ich zwischenzeitlich immer wieder denke, dass meine Texte nichts taugen. Beides in meinem Alltag unterzubringen sollte wohl möglich sein. Ich denke auch, dass mir die Abwechslung gut tun wird.

Was ich noch unterbringen muss ist eine Psychotherapie. Die ist lange überfällig und nicht zum ersten Mal habe ich auch von mir aus den Wunsch danach. Im Augenblick habe ich auch die Kraft, einen Therapieplatz zu suchen. Terminlich gesehen ist es besser, die Suche ab August anzugehen. Im Augenblick bin ich noch ausgebucht.

Wahrscheinlich läuft es doch wieder darauf hinaus, dass ich weniger Zeit habe als mir lieb ist – sobald der Antrieb wieder da ist.

Unser Vortrag an der Uni

Am nächsten Dienstag, 20. Juni 17, um 18 Uhr hält unsere EX-IN-Kursgruppe eine Vorlesung an der Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, Hörsaal A.

Es geht um die Fragestellung, was Genesungsbegleiter zu weniger Zwang und Gewalt in der Psychiatrie beitragen können. Wir haben uns in den letzten Wochen sehr intensiv zum Thema ausgetauscht und nun liegen angesichts unseres bevorstehenden Auftritts die Nerven blank – meine jedenfalls, spätestens nach der heutigen Generalprobe.

Es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung; hier zur Programmankündigung der Uni: Beitrag der Peerarbeit zu hilfreichen Milieus und gegen Zwang

Autogramme gibt es dann nach der Vorstellung. 😉

Ich wünsche mir… Das Geschenk

Liebes Universum,

ich wünsche mir von Sportfreunde Stiller das Lied Das Geschenk. Als ich dieses Lied das erste Mal im Radio gehört habe, hatte ich Gänsehaut und es ging mir durch und durch. Ich dachte nur: Ja! Danke! Danke-danke-danke!!! Das tat soooo gut zu hören.

Mein Wunschzettel ist hier für alle einzusehen: Ingos Liste

Wer schafft es, mir dieses Geschenk zu machen? Der Artikel ist erst ab dem 7. Oktober erhältlich!

Ich würde mir wünschen, dass dieses Lied am 8. September beim Gesundheitstag des DAAD gespielt wird, um möglichst vielen Menschen dieses Unter-die-Haut-Gefühl zu schenken. Aber um mir diesen Wunsch zu erfüllen, müsste man ja beim Radio arbeiten und zufällig an der richtigen Stelle sitzen. Denn das ist ja schon morgen!

Oder, ob ich vielleicht auch selbst etwas tun kann? Ob ich vielleicht einfach mal beim Radio anrufe? Es ist auch nicht schlimm, wenn es erst übermorgen gesendet wird – Hauptsache ich weiß, auf welchem Sender. Am 9. September jährt sich nämlich der Todestag meines Vaters zum zweiten Mal, weshalb ich meine Mutter an ihrem neuen Wohnort im Rheinland besuche.

Und wo wir schon dabei sind… ich wünschte auch, ich hätte selbst die Zeit, mich ins Archiv zu setzen und nach meiner allerersten Veröffentlichung zu fahnden, aber das braucht wohl Heerscharen fleißiger lesebegeisterter Rentner_innen…. also noch etwas warten, Tee trinken und noch ein bissl berühmter werden, lieber Lysander!

Neue Reihe: Video-Projekt mit Micha Ela

Lange lange haben wir davon geträumt und nun nimmt es Stück für Stück Gestalt an. Hände habe ich schon gesehen, Füße bisher nicht.

Ursprünglich angedacht war es meinerseits mal so ungefähr:

Nach etlichen konspirativen Sitzungen und Telefonaniererei sowie dazwischen beiderseits viel viel Alleinzeit, während der etliche Massen Wasser sowohl Elbe als auch Rhein runtergeflossen sind…. sind wir zunächst bis hierher gekommen:

Merkt ihr was? Meine Frage(n) war(en) gewesen:

Was ist Deine Motivation für das Youtube-Projekt? Was verpassen die Leute, wenn sie Deinen Kanal nicht abonnieren?

Meine Frage ist nicht beantwortet worden. Möglicherweise steht das im Zusammenhang damit, dass mein erstes Video so leise ist? 😉

Nein, das ganze Konzept hat sich total verändert. Madame möchte nicht planen. Madame möchte wie die Queen, die sie ist, von ihrem Pascha hofiert werden. Nix mit Schminkspiegel-Cam-Pingpong.

Für mich bedeutet das, dass ich mich tatsächlich gezwungen sehe, Elas Kanal bei Youtube zu abonnieren, weil ich ja  sonst überhaupt nicht mitkriege, wann es etwas Neues dort gibt. Es gibt kein regelmäßiges Erscheinen, keine festen Termine. Es gibt sicherlich immer sehr viel zu erzählen, aber niemand weiß, wann was und wieso, weshalb warum –  ich kann mich nicht auf einmal im Monat oder sowas einstellen… ich muss improvisieren.

Meine Prinzessin will kein Korsettchen auf den Leib geschneidert bekommen. Tja… wer nicht will… dann entscheide eben ich, was gesendet wird und was nicht. Könnte ich ja fast so geplant haben, oder? 😉

Ob es im nächsten Video eine Antwort geben wird? Mal sehen, was ich aus dem Material noch basteln kann…

Lesung „Nur eine Minute“

Text zum Mitlesen: Nur eine Minute

Hello Kristoffer, this is a free lesson for you and other refugees!

You want to learn German – so read my stories and listen to my voice at the same time. Perhaps you can find my little mistake when I stop myself and read a part of the sentence again.

This is the way we learned English at school. If you wish to, you may give me a ring or we skype for a while. 🙂

My username at skype is: fliege_hotte

BTW: Yes, Angie, we can! Wir schaffen das.

Nochmal kurz Neuigkeiten sammeln

Also icke bipolar jetzt. Nicht mehr schizo-affektiv offiziell. Also Psychosen ab jetzt nur noch heimlich und in Blogbeiträgen oder Geschichten chiffriert.

Die Gay-X-Men treffen sich künftig jeden 2. Samstag und nicht mehr jeden 3. Samstag! Der Termin wurde bewusst auf den selben Tag gelegt, an dem sich abends die Hanse-X-Men treffen.

Beim QRS bin ich bis auf Weiteres ausgestiegen. Das wird mir einfach zu viel mit den Ehrenämtern. Die Seite Queer Refugees bleibt natürlich erhalten.

Seiten überarbeitet: 

 

  1. Diagnose = Störung?
  2. Manie
  3. Depression
  4. Zur Mitte finden
  5. Das Gleichgewicht halten

 

 

Neue Geschichten:

Z-Z-Zuniga!

Sonntag, 21. August 2016

Ich denke oft und gerne, wenn ich mich schon an meine Kindheit erinnere, an meine bzw. unsere Putzfrau (Frau Zuniga) zurück. Sonja würde es vermutlich eine Hommage schreiben nennen, aber ich möchte mich einfach mal bedanken, ohne mich persönlich aufdrängen zu müssen- zudem ich überhaupt gar keine Ahnung habe, wie ich die gute, inzwischen auch deutlich ältere, Dame denn erreichen könnte, falls sie überhaupt noch unter uns weilt.

Das Z von Zorro setze ich mal bei allen als bekannt voraus. Einigen dürfte auch die Abkürzung zz für ziemlich zügig bekannt sein. Anderen Reinhard Mey- Fans fällt womöglich auch die Strophe mit dem „Nimm das Z von Zorro, drehs um neunzig Grad und dann wird aus dem Z ein N und das bin ich: Der Nasenmann“ (aus dem Gedächtnis rezitiert) dazu ein. „Z-Z-Zuniga!“ weiterlesen

Ge(h)bet_en?

Lieber Gott,

Deine Prüfungen finde ich, gelinde gesagt, manchmal etwas sehr hart.
Ein Krankenhaus, in dem man nachts nichts zu essen bekommt, nichtmal eine Tasse Kakao oder einen Keks – rein gar nichts. Schlimm finde ich nicht das Fasten, das tue ich gerne, wenn Du es mir aufträgst, aber dass vorgeschoben wird, es sei keine Milch mehr im Haus und dann sehe ich um zwanzig nach fünf welche – da fühle ich mich dann verarscht. Natürlich nicht von Dir, denn es ist ja sonnenklar: In einem Kranken_Haus ist man nur richtig, wenn man krank ist oder werden bzw. bleiben will.
Nein, von Deinem Bodenpersonal fühle ich mich im Stich gelassen. Aber vielleicht bin ja auch ich derjenige, der mal wieder eine Extra-Einladung braucht? Habe ich je um eine gebeten? Weiß ich nimmer. Also falls nicht: Hiermit bitte ich Dich um eine Extra-Einladung, künftig gerne auf die nette, sanfte Art. Du weißt ja, ich bin eine recht zart besaitete Harfe und spiele gern die erste Geige, aber wenn ich als Drummer ein ganzes Orchester führen dürfte… das wage ich ja dann doch kaum zu träumen. Gerade deshalb muss ich es fix hier festhalten, bevor mir diese Ge-dank-en-Gänge wieder entfleuchen.

Mein Schwager selbst hatte mir den Tip gegeben, mit meinem Onkel immer noch „telefonieren“ zu können, auch wenn er längst oben bei Dir ist. Da dachte ich echt nicht, dass er das voll im Ernst meint. Ich dachte, der brabbelt nur irgendwas vor sich her, um einen auf Fels in der Brandung zu machen. Dabei ist er ein Naturtalent, ein echter Heiler – so wie seine Schwester und deren „Kind“ – meine Ehefrau*.
Echt krasse Scheiße, wirklich Jesus sein zu dürfen und ich wette, wenn ich demnächst mit Zimmermannshose und oben ohne rumlaufe, peilt das wieder niemand außer uns beiden, hihi.

Nun muss ich aber Schluß machen: Es warten noch weltliche Verpflichtungen auf mich. Fanpost! :-)))
Danke Dir, auf Dich ist stets Verlass! Vor allem dann, wenn ich mich von allen guten Geistern und auch noch von Dir verlassen fühle. Dann lese ich mein Horoskop bei web.de und alles ist plötzlich sonnenklar. *lächel

Danke auch an Onkel Martin, Papa und Irmhildmama – grüß‘ mal ganz lieb. Bin echt stolz, euer Neffe und Sohn sein zu dürfen. 🙂

(Oha, Stolz und Neffe, gleich sind die böhsen Onkelz wieder Nazis anstatt wider Nazis… ohjeeeeohjeojee – so viel Arbeit, juhu!!!) *freuiiiiiiiiiii