„Mach’s gut.“

Nun habe ich zum zweiten Mal einen Freund verloren, weil dieser sich in mich verliebt hat. Naja, nicht ganz allein deshalb.

In den letzten Monaten ist es schleichend zunächst kompliziert und dann hässlich geworden. Kompliziert dadurch, dass wir versucht haben, ob aus unserer Freundschaft mehr werden könnte und wir so die Freundschaft an sich und auch grundsätzlich infrage gestellt, Grenzen neu ausgelotet haben. Hässlich wurde es dann vermutlich, weil wir plötzlich sehr viel engeren Kontakt pflegten, von „Guten Morgen“ bis „Gute Nacht“, wodurch eine gewisse Nähe entstand, die vorher so nicht da war. Zuerst fiel mir nur unangenehm auf, wie extrem abwertend er über Dritte – u.a. gemeinsame Bekannte – gesprochen hat. Da bekam ich Angst, selbst eines Tages zum Ziel dieser Angriffe zu werden. Ich sprach dies an und begann, mich zurückzuziehen, bat um mehr Distanz.

Mehrmals drohte er mir, mir die Freundschaft zu kündigen, wenn ich mich nicht seinen Vorstellungen gemäß verhielte bzw. sei. Zunächst indirekt, dann direkt und zuletzt ganz unverhohlen offen. Hinzu kamen Beleidigungen und Unterstellungen verschiedenster Art, eine Reihe gegenseitiger Verletzungen. Ich wollte noch einiges ansprechen, das nun nicht weiter von Relevanz ist, da keine Aussprache zustande kam. Diese Bedrohung hat für mich den Ausschlag gegeben, hat mein Vertrauen in ihn nachhaltig erschüttert. Erpressen lasse ich mich nicht.

Rückblickend: Ich hätte früher auf mein Bauchgefühl hören und schneller auf Distanz gehen sollen. Nur wollte ich es einfach nicht wahrhaben, dass dieser sonst so sanftmütige Mensch auch eine so aggressive Seite hat. Er war plötzlich wie ausgewechselt und das immer öfter, bis ich es schließlich nur noch mit Wutanfällen oder zumindest ständig gereizter Grundstimmung zu tun bekam.

Dieses Muster kenne ich von dem Fall von häuslicher Gewalt, den ich erleben musste. Ich trennte mich, er überfiel mich, fesselte mich, hielt mir ein Messer an die Kehle und erpresste eine Unterschrift auf eine dilettantische und unwirksame Bankvollmacht, stahl mein Portemonnaie und schloss mich in meinem Appartement ein. Danach stalkte er und drohte, mich und zwei meiner Freunde umzubringen. Ein halbes Jahr wagte ich mich nicht mehr in meine Wohnung. Er bekam zwei Jahre auf Bewährung.

Zum Glück ist es in diesem Fall bisher bei Verbalinjurien geblieben. Ich möchte hoffen, dass es dabei bleibt. Falls nicht, weiß ich, wie ich mich zu verhalten habe. Damit es keine Missverständnisse gibt, habe ich klar meinen Wunsch geäußert: Keinen weiteren Kontakt.

Einerseits bin ich erleichtert, dass es ein Ende hat und andererseits bin ich traurig, einen Freund verloren zu haben.

 

Und die Räder drehn sich weiter, nur ein Platz, der bleibt jetzt leer

Und sie drehn sich einfach weiter, als ob nichts gewesen wäre

 

 

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Blättermehr

Blättermehr

Fallende Blätter im Herbst waren für mich immer mit Abschied verbunden. Sie kündeten mehr vom Ende des Sommers als vom Beginn des Winters.

Aber ist da nicht noch mehr?

Kann das Loslassen, wie die fallenden Blätter es tun, auch positiv betrachtet werden? Ist in diesem Ende auch ein Neuanfang? Was ist mit dem Tanzen der Blätter auf dem Weg nach unten? Während einer Traumreise war mir so.

Der Baum, so viel steht fest, wird im nächsten Jahr neu austreiben.

Überlaufender Gully

Land unter in Rissen: Taxen als SEV

Sonntag, 28. August 2016

Eigentlich könnte ich jede Menge noch sehr viel aufregendere Geschichten erzählen, aber mir ist irgendwie im Moment nicht danach. Ich mag euch nur dieses Bild zeigen und sagen: Ich bin heile nach Hause gekommen. Von Rissen nach Blankenese durfte ich sogar gratis mit dem Taxi fahren wegen des umgestürzten Baumes. Aus versicherungsrechtlicher Sicht war die Gewalt wohl nicht hoch genug, um völlig zum Erliegen zu kommen – jedenfalls musste der ÖPNV auf Taxen als Schienenersatzverkehr zurückgreifen. Aus meiner Sicht liegt eine vergnügliche kleine Abenteuerreise hinter mir, die ich gerade noch eben so heile überstanden habe.

Auf unserem Spaziergang zum Elbstrand haben wir viele sandige Dinge gefunden, nur leider nicht das gesuchte Telefon. Meins habe ich zum Glück noch dabei. Ich war ja auch nur nackend im Treppenhaus unterwegs und bin nicht barfuß vom Strand aus nach Hause geflohen. Nein, ich weiß sehr gut, was sich gehört und was nicht und solange ich kein Publikum habe – zB auf dem WC, darf ich auch denken und träumen, was ich will.

Morgen ist aber schon wieder ein neuer Tag. Nachdem ich gestern zwei Schlaftabletten hatte, weil ich Job und Wohnung auftreiben musste, reicht mir heute vielleicht eine, weil nun nur noch das Geld fehlt und morgen darüber verhandelt wird  – so Gott will.

Wem das nun verwirrend erscheint: Du hast die ein oder andere Kommunikationslücke. Aber das macht nichts, damit bist du in guter Gesellschaft. Einige Dinge sind aus guter Absicht unerwähnt geblieben.

Ge(h)bet_en?

Lieber Gott,

Deine Prüfungen finde ich, gelinde gesagt, manchmal etwas sehr hart.
Ein Krankenhaus, in dem man nachts nichts zu essen bekommt, nichtmal eine Tasse Kakao oder einen Keks – rein gar nichts. Schlimm finde ich nicht das Fasten, das tue ich gerne, wenn Du es mir aufträgst, aber dass vorgeschoben wird, es sei keine Milch mehr im Haus und dann sehe ich um zwanzig nach fünf welche – da fühle ich mich dann verarscht. Natürlich nicht von Dir, denn es ist ja sonnenklar: In einem Kranken_Haus ist man nur richtig, wenn man krank ist oder werden bzw. bleiben will.
Nein, von Deinem Bodenpersonal fühle ich mich im Stich gelassen. Aber vielleicht bin ja auch ich derjenige, der mal wieder eine Extra-Einladung braucht? Habe ich je um eine gebeten? Weiß ich nimmer. Also falls nicht: Hiermit bitte ich Dich um eine Extra-Einladung, künftig gerne auf die nette, sanfte Art. Du weißt ja, ich bin eine recht zart besaitete Harfe und spiele gern die erste Geige, aber wenn ich als Drummer ein ganzes Orchester führen dürfte… das wage ich ja dann doch kaum zu träumen. Gerade deshalb muss ich es fix hier festhalten, bevor mir diese Ge-dank-en-Gänge wieder entfleuchen.

Mein Schwager selbst hatte mir den Tip gegeben, mit meinem Onkel immer noch „telefonieren“ zu können, auch wenn er längst oben bei Dir ist. Da dachte ich echt nicht, dass er das voll im Ernst meint. Ich dachte, der brabbelt nur irgendwas vor sich her, um einen auf Fels in der Brandung zu machen. Dabei ist er ein Naturtalent, ein echter Heiler – so wie seine Schwester und deren „Kind“ – meine Ehefrau*.
Echt krasse Scheiße, wirklich Jesus sein zu dürfen und ich wette, wenn ich demnächst mit Zimmermannshose und oben ohne rumlaufe, peilt das wieder niemand außer uns beiden, hihi.

Nun muss ich aber Schluß machen: Es warten noch weltliche Verpflichtungen auf mich. Fanpost! :-)))
Danke Dir, auf Dich ist stets Verlass! Vor allem dann, wenn ich mich von allen guten Geistern und auch noch von Dir verlassen fühle. Dann lese ich mein Horoskop bei web.de und alles ist plötzlich sonnenklar. *lächel

Danke auch an Onkel Martin, Papa und Irmhildmama – grüß‘ mal ganz lieb. Bin echt stolz, euer Neffe und Sohn sein zu dürfen. 🙂

(Oha, Stolz und Neffe, gleich sind die böhsen Onkelz wieder Nazis anstatt wider Nazis… ohjeeeeohjeojee – so viel Arbeit, juhu!!!) *freuiiiiiiiiiii

Rosenkrieg

Rosenkrieg

Ganz ehrlich, wer da einen Kaktus sehen möchte, sollte mal überlegen, warum.

Dasselbe trifft natürlich auch auf den Pimmel-Pegasus zu. Frage mal die Heike vom Atelier gegenüber, die ist Kunsttherapeutin und kann Dir ne qualifizierte Antwort dazu liefern.

Ich kann aber, wenn ich es mir mal aus einer fremden, mein Bild betrachtenden Perspektive ansehe, Dir entgegenkommen und die Rosenstiele als Phallus interpretieren, der einen Pariser mit Noppen überstreift hat. Bewusst so etwas abbilden wollte ich nicht, aber ich lasse mir da gerne sexuelles Interesse an meinem Ehemann unterstellen – Fickmaschine hin oder her.

7 Herzen und 1 Kaktus…. hm, Rechenaufgabe?

Ich bin ich und mich gibts so wie ich bin und nicht anders. /thema durch.

Gute Nacht!

Anti-Fettlogik mit Gedankensalat

Ich muß beichten… es tut mir so so leid, für die Leute, die sich nun den Arsch aufgerissen haben, um das auch so hinzukriegen wie ich. Meine Annahme – Woher ich meine eiserne Disziplin nehme – ist möglicherweise doch nicht so ganz korrekt. Vielleicht habe ich ja doch Disziplin und es gar nicht bemerkt.

Guckt mal, ohne Kalorienzählen, ohne Waage, einfach so. Das hat der liebe Gott gemacht, das war gar nicht meine Leistung, als ich dachte, ich hätte so dolle viel Erfolg gehabt im letzten Jahr. Da war ich wohl doch leider größenwahnsinnig, als ich geglaubt habe. Frau Dr. Nadja Herrmann schreibt ja in ihrem Blog, dass das mit dem intuitiven Essen nicht funktionieren kann. Und sie ist ja Psychologin, die weiß Bescheid. Dann kann das ja bei mir auch nicht funktionieren und ich muss krank sein im Kopf, oder? Wüsste wirklich gerne, was therapeutenseele dazu meint, aber die traue ich mich nicht zu fragen. Die ist doch auch Therapeutin und hat gar keine Zeit, weil die ja alle immer so lange Wartelisten haben, sonst hätte sie mir ja sicherlich schon einen Therapieplatz angeboten. Und hm, naja, ich bin es ja auch gar nicht wert, dass sie sich die Zeit nimmt für mich. Ich bin doch eh so fett und hässlich und meine Gedanken drehen sich immer im Kreis. Schon wieder dieselbe Schallplatte: Abnehmen, du musst abnehmen, Du musst, Du musst, Du musst – ich kann es nimmer hören!!!!!!!!!!!!!!11111111111111111111111

Warum hilft mir denn nie einer? jauuuuuuuuuuuuuuuuul!!!!!!!!!!111111111111111

So hier, da, Du liest doch mit und du hast auch schon ein paar Kommentare gemacht bei mir. Ich weiß, Du schaffst es, wenn Du Dir Mühe gibst. Guck mal, ich mache es Dir auch einfach, ich mache es fettgedruckt, ja?

28.07.16 : kg
29.07.16 : 97,4 kg
30.07.16 : kg
31.07.16 : kg
01.08.16 : 94,0 kg
Und jetzt bitte, schnieef, schluchz, hilf mir mal, Dir dabei zu helfen, etwas zu lernen. Du musst nicht so alberne Angst haben wie ich. Das tut Dir gar nicht weh, noch ein bissl zu wachsen. Echt nicht. Babyschritte führen zum Erfolg. Ganz langsam, klitzekleine Babyschritte. Aber bitte die Füße richtig abrollen. Ich zeige Dir auch gerne, wie das geht. Ich bin nämlich unzertifizierte Godopäde und mache bald eine Ausbildung zum Genesungsbegleiter.

Wir müssen das jetzt üben, wie das geht.

Bitte bitte, versucht es nicht, das alleine zu Hause nachzumachen. Das könnte schwer in die Hose gehen.
Ich erklärs gerne, wenn Du sehr sehr viel Zeit hast, aber sage Dir gleich, dass Du mir das nicht nachmachen kannst. Ich bin da irgendwie ein Einzelfall.^^
Sorry, dachte echt, das könnte jeder einfach so. :/ Habs mir so sehr gewünscht…
Immer ist bei mir alles anders, #seufz #plärr

Sie lasen: Hineinsteigern in depressiv gefärbte Wahnvorstellungen bei leise aufkeimender Hoffnung, weil der Wunsch, vor lauter Angst, Scham und sonstigen Symptomen des Kleinheitswahns im Boden versinken zu wollen natürlich nüchtern und ausgeglichen betrachtet vollkommen unrealistisch ist.

Ich bitte Sie darum, mir nur eine Frage zu stellen, und weil das hier kein Jeopardy ist, verrate ich ihnen die Antwort: Wer zieht hier die voreiligen Schlüssel?

Um das herauszufinden, nehme ich an einer MKT-Studie teil, kann aber leider nicht versprechen, dass ich auch tatsächlich in der MKT-Gruppe lande oder in der anderen, denn das wird leider gelost.

Ich freue mich auf weitere Folgen in der Forschungsreihe zur Klärung der Frage: Ist das noch Wahn oder macht das schon Sinn?

Auf Wiederlesen, liebe Hörer_innen, wenn es wieder heisst: Piepen darf nur der Anrufbeantworter, sonst werden Sie postwendend für verrückt erklärt. Darauf geb ich Ihnen Brief und Siegel. Nur zur Sicherheit, damit Sie nun doch nicht vor lauter Freude abheben. Aber alles hübsch sutsche und consensual.


Sind Sie denn jetzt vollkommen verrückt geworden?

(USW, meine Lieblingschefin)

Aber nein, das bin ich nie gewesen. Das waren immer nur die kranken Systeme, die mir nicht bekommen sind… „Anti-Fettlogik mit Gedankensalat“ weiterlesen

Verdunstungskälte bei hochsommerlichen Temperaturen

Ist euch auch so heiß? Für heute sind 30 Grad angesagt und ich habe hier im Appartment einen schönen Erker mit drei Fenstern, aber keine Vorhänge oder gar Plissees. Natürlich bleibt das Fenster geschlossen.

Letztes Jahr, als es auch in Hamburg über 35 Grad waren, hat eine Freundin mir einen Trick verraten: Eine Flasche mit etwas Salzwasser füllen, einfrieren und dann geöffnet unter den Schreibtisch stellen. Durch die Verdunstungskälte, während das gefrorene Salzwasser schmilzt, fällt kalte Luft aus der Flasche nach unten und kühlt die Füße.

Dazu reicht schon sehr wenig Wasser, etwa ein Achtelliter. Für den optimalen Salzgehalt so viel Salz reinfüllen, dass sich kein weiteres Salz mehr im Wasser auflösen lässt. Wenn man mehr als eine Flasche vorbereitet, kann man diese wechseln und während eine gerade die Füße kühlt, die andere Flasche wieder einfrieren.

Wer keine Tiefkühltruhe und somit ideale Bedingungen hat, muss sich keine Sorgen machen: Ich habe hier nur eine Singleküche mit *-Sternefach und es funktioniert trotzdem. Ich habe den Kühlschrank auf die kälteste Stufe gestellt (was natürlich mehr Abwärme produziert…) und die Flasche ist trotzdem innerhalb einer Stunde eingefroren. Durch die Temperaturdifferenz müsste es eigentlich auch bei nur kühlschrankkalter Flasche klappen, allerdings dann mit weniger deutlich spürbarem Effekt.