Anleitung Therapeutisches Rollenspiel (1. Entwurf)

Liebe Lesenden, der Herr Rollenspieltherapeut erklärt euch heute, wie man ein therapeutisches Rollenspiel spielt.

Für den Einstieg geht es zunächst um die von mir noch nicht getestete Variante des einvernehmlichen Rollenspiels. (Die TPE-Variante ist nur für Fortgeschrittene, funktioniert aber auf jeden Falle und erzeugt zuverlässig eine Verhaltensänderung aller Beteiligten.)

Man nehme einen runden Tisch und für alle beteiligten hinreichend Sitzgelegenheiten. Eine Person – in diesem Falle: ich – übernimmt die Spielleitung. Die Spielleitung achtet darauf, dass die Spielregeln eingehalten werden.

Eine (andere) Person übernimmt die Verantwortung für die Kommunikation und sorgt moderierend dafür, dass bei Bedarf auf die Meta-Ebene (hier: Spieler-Ebene) zurückgekehrt wird. Meta-Kommunikation, also hier die (Feedback-)Gespräche von Spieler zu Spieler sind wichtig zur Beziehungspflege und damit zur Erhaltung tragfähiger Beziehungen (im Übrigen auch: Ehen).

Eine (weitere) Person ist zuständig dafür, dass die Rollen innerhalb des Spiels nicht durcheinander gebracht werden. Das entspricht also einem ingame-Rollenspieltherapeuten. Ein Spielleiter, der das Spiel zu leiten spielt – ich bin ja der Rollenspieltherapeut, der auf Spielerebene die Karten mischt und Rollen zuteilt und somit der outgame-Spielleiter. Der ingame-Spielleiter kontrolliert lediglich die Charaktere und nicht die Spieler.

Vielleicht kann der Herr Rückmann sich einmal hierzu äußern, da er sehr viel Erfahrung mit dem Meistern von RPGs hat. Natürlich freue ich mich auch über die Sichtweise der Psychologiestudentin Miriam Goerke.

Die vierte Person ist schließlich dafür zuständig, dass die Kommunikation zwischen den Charakteren stimmt. Das wäre die ingame-Beziehungspflege.

Alle anderen Spieler_innen sind nur Teilnehmer_innen oder Publikum.

Die Form des Rollenspiels richtet sich nach dem Zweck.

Sitzt man tatsächlich gemeinsam in einem Raum an einem Tisch, so bietet sich an, die verschiedenen Rollen auf Moderationskarten zu notieren. Dies hilft allen, in ihrer Rolle zu bleiben und nicht zu vergessen, welchen Platz in der Geschichte sie haben – der Stuhl, auf dem man sitzt, gerät höchstens bei einem Toilettengang (ob nun mit der ohne Stuhlgang) in Vergessenheit.

Diese Situation lässt sich in einer zusätzlichen Ebene auch einfach nur be-schreiben und so wären wir nicht mehr beim persönlichen Gespräch, sondern bei einer Schreibtherapie gelandet. Diese kann zB online stattfinden über in einem Chat, bei einer Skype-Konferenz oder eben über ein Blog.

Das Schreiben lässt sich wiederum einsparen, wenn man seine Gedanken einfach nur denkt. Das kann allerdings gefährlich werden, weil diese Gedanken nicht von allen Mitspielern lesbar und somit nicht nachweisbar sind – und schon hat man mir eine Psychose angehängt. Und das mir als Ober-Gedankenkontrolleur!

Daher bestehe ich auf der Schriftform. Würde ich an der Line arbeiten, würde ich mir das Geschichtenerzählen bezahlen lassen. Aber dann würde mein Image arg darunter leiden, was im Zusammenhang mit der schmutzigen Phantasie gewisser Saubermänner und Gutmenschen zusammenhängt, die mir so peinliche Fragen nach meiner Berufstätigkeit stellen, weil ihnen nichts bekloppteres für SmallTalk einfällt als DeepThroat – eben die Frage nach meinem Gelderwerb.

Vielleicht gibt es ja irgendwo eine Telefonseelsorge für einfallslose Schriftsteller_innen? Da könnte ich mir gut vorstellen, ein bisschen auszuhelfen und Nachhilfe gleichermaßen in Diktat zu geben. Aber auch damit lande ich wieder beim Telefonsex: Herr Lehrer liest dem faulen Schüler die Leviten – rohrstockfrei!

Zwangstherapie: Do-it-yourself-Psychosethriller (nach einer wahren Begebenheit)

Vorwort

So, und jetzt mal hübsch langsam auf Video übersetzt für die Hektiker vor der Flimmerkiste, das hier ist dann das Ergebnis, wenn man mit Medikamentengewalt aus nem feuchten Traum rausgerissen wird: So fühlt sich der Morgen danach an, wenn man lauter Löcher in der Schüssel hat und sein Puzzle nicht mehr sortiert kriegt.

Ihr habt nur ein paar Erinnerungsfetzen (netterweise habt ihr der Fairness halber auch die ganze Welt als Zeuge, aber die Beweise hab ich natürlich, damit ihr die Ver-rückten seid.)

Und wenn ihr nicht so blöde wärt, ewig darüber zu debattieren, wer wer ist und was krank und gesund und wer Angehöriger und Patient, Täter, Opfer, Polizist, Weihnachtsmann und Kasperletheatermarionettenstrippenzieherich is – ja dann könnt ihr euch mal vllt ne Ahnung davon haben, wie sich das in meinen Kinderschühchen anfühlt und was glaubt ihr wohl, womit das ganze hier angefangen hat?

Egal, sortieren wir mal, der Märchenonkel erfindet einfach mal was dazu. Das nennen wir dann der Einfachheit halber einfach mal Halluzinationen, damit wir klare Verhältnisse schreiben und sich keiner für das Ende der Geschichte interessiert. Könnte ja noch die Wahrheit rauskommen und dann wirds richtig unangenehm.

Kapitel 1 – 1. Einladung

Kapitel 2 – Nachweis der Einvernehmlichkeit

Diese Stelle hier, die wollen wir zu Lehrzwecken – ja genau, einfach mal offen lassen. Ich seh schon, Du lernst schnell. Da sprechen wir dann von Erinnerungslücken.

Kapitel 3 – Glaubst Du an Reinkarnation?

Erzähl mir mal bitte ne Gutenachtgeschichte in Deinem Tagebuch zum Thema Wiedergeburt. Nur als Zeichen, ob Du mir noch folgen kannst.

Kapitel 4-9 – Lange Leitung

[Diese Videos werden später hier eingebaut, die laden noch hoch. Bitte etwas langsamer beeilen.]

Biste selber schuld, hast Du so gewollt. Hättest Du mir beim Gedankensalat sortieren geholfen, dann hätte ich Dir auch beim Videosalat – aber nein… ist ne Frage der Zeit, dann sortiert sich das von selber.

Kapitel 10 – Compliance

Nochmal die Frage: Glaubst Du an Wiedergeburt?

 

Na, haben wir schon einen Behandlungserfolg? Biste jetzt schon hilfsfähigkeitsuneinsichtig oder willste weiterspielen? Nochmal Tagebuchgeschichte und bei der Gelegenheit die Frage: Sehe ich doppelt, bin ich besoffen oder wer halluziniert hier eigentlich und warum zum Henker hängt an der Wand ein Zettel, auf dem steht:

Willst Du Löcher in die Luft gucken oder schreiben?

(Ingo S. Anders, Schriftsteller)

Aber – in Deinem eigenen Interesse – einfach mal offen lassen. Und? Was macht die Krankheitsuneinsichtigkeit? Gehts uns schon besser Frau Therapeutin? Will ich gar nicht schuld sein, sach mal besser nix, da reg ich mich nur auf.

Kapitel 11 – Augenhöhe vs. Ausgeliefertsein

Das Video erinnert mich an meinen Bruder, ich bin aber gar nicht so sicher, ob ich überhaupt einen Bruder habe und andererseits: Warum verkleidet der sich als Frau?

Da komme ich Dir mal bissl entgegen und frage Dich gar nicht erst, weil ich weiß, dass Du davon keine Ahnung hast. Na, was macht die Compliance? Schon krankheitsuneinsichtiger? Wie war das nochmal mit der nervigen Debatte, die mich auf die Palme bringt?

Kapitel 12 – Covern

Noch mal zur Erinnerung: Ich weiß, wer ich bin. Falls ich das mal vergessen sollte, kann ich das auf meinem Ausweis nachlesen. Mehr kann der Polizist eh nicht prüfen. Aber ich brauche den Ausweis nicht in der Hand halten, weil ich ich bin. Ich kann mich daran erinnern, was auf meinem Ausweis draufsteht. Aber wenn das mit dem Vertrauen eher etwas zwiespältig ist, dann im Zweifel lieber einmal zu viel kontrolliert als einmal zu wenig. Doppelt gemoppelt hält eben besser und Polizisten sind und bleiben die besten Angsttherapeuten.

Kapitel 13 – Akteneinsicht

Ich sag mal nix dazu. Inzwischen haste schon in etwa ne Vorstellung davon, was ich mit Gedankenlesen meine. Wenn ich da aus Versehen Therapie statt Telepathie war, ja mein Gott ich hätt gesagt, das wär nen Freudscher gewesen, aber dann einigen wir uns darauf, das einen Flüchtigkeitsfehler zu nennen, dann fühlen wir uns beide miteinander wohl.

Kapitel 14 – Supervision

Ich denke mal, inzwischen weißt Du, dass ich mit blablabla, Mäxchen, blablabla einfach nur meine, dass wir eben aneinander vorbeireden, obwohl wir eigentlich dasselbe Ziel im Auge haben. Und Supervision ist eben das, was ich meine mit aneinander überweisen oder wie ich das bezeichnet habe, habe ich selbst schon wieder vergessen. Augenhöhe halt. Bei uns heisst das Peerberatung.

Kapitel 17 – Der Morgen danach: Amnesie nach dem Diktat

Alles dreht sich.

Wo war ich nur in der Nacht von Freitag auf Montag?
Postkarte, (c) Design: http://www.fine-art-panorama.com | (c) Photo: Voller Ernst

Das Karussell dreht sich zusehends langsamer, man ist zwar wieder in der Realität, aber immer noch nicht ganz klar, wer wer ist, ob man geträumt hat, .aber das lassen wir jetzt erstmal….

Kapitel 16 – Flashbacks

Jetzt tauchen so langsam die ersten Erinnerungsfetzen auf, die völlig aus dem Kontext gerissen sind. Damit haste ne Traumafolgestörung.

Denk Du Dir mal aus, was ich denken soll und meine Mama weiß schon gleich instinktiv , dass sie besser keine Fragen stellt. Denn solange man nicht geklärt hat, was nun wirklich passiert ist, ist man geneigt, die Geschichte immer weiterzuerzählen, um sich zu beruhigen. Deshalb kann das das ziemlich kontraproduktiv sein, wenn man dann immer zwischen der Angst vor der Mama und der Angst um die Tochter hin- und herpendelt. Da nimmt man dann in der Hektik den Handlungsfaden, mit dem man sich gerade wohler fühlt. Und schwupps, schon biste mitten im Wahn, weil Du in der Eile die Realität mit der Wirklichkeit verwechselt hast und die Möglichkeit besteht, dass Du Dir die ganze verworrene Geschichte selbst erzählt hast, um Dich zu beruhigen.

Um das abzukürzen: Deshalb hilft mir das ganz gut, wenn ich mir einfach vorstelle, der Arzt bekommt die Tablette angeboten.

Kapitel 17 – Rollenwechsel

Betrachten wir also mal den nächsten Schnipsel aus Behandler_innen-Sicht. Da fühlt man sich doch gleich viel sicherer, oder? Da braucht man nämlich keine Angst haben, für verrückt erklärt zu werden und das finde ich immer unheimlich beruhigend.

Und jetzt habe ich es auch plötzlich gar nicht mehr so eilig mit dem langsamer werden, weil mir klar geworden ist was Du mit dem „offen lassen“ eigentlich meintest: Dass das eigentlich ganz egal ist, was nun wichtig ist, wenn wir alle nur gemeinsam runterkommen. Dann kann man nämlich hinterher in Ruhe über alles reden. Leider haben wir, und ich möchte das jetzt gar nicht näher ausführen, jedoch eine Vereinbarung darüber getroffen, dass wir uns zum Spaziergang am Friedhof treffen möchten. Wenn ich nun auf die Uhr gucke ist es schon nach elf und ich will Dich doch nicht enttäuschen und Dich versetzen oder sowas. Ich will gerne alles in Ruhe vorbereiten und sicherheitshalber ne Viertelstunde früher da sein, und mich auf den Ort eingrooven und so – alles nur zu Deinem Besten? Und Du? Was machst Du? Du setzt mir die Pistole auf die Brust, stellst ein Ultimatum und spielst mit mir ungefragt Geiselnehmerdrama? Im Ernst? Frisch retraumatisiertes Inzestopfer, 36jähriger Ehemann, der sich für ein zehnjähriges von der eigenen Mutter misshandeltes Mädchen hält – behandelt ihr eure Kundschaft immer so zuvorkommend?

Zieh mal Deinen eigenen Schluss aus der Tatsache, dass ich einfach nur den Kopf schüttel und Deinen Kollegen hinter meinem Rücken Lügen über mich verbreiten lasse, anstatt meine eigene Mutter zu erwürgen. Die brauche ich nichtmal nett bitten, mich einvernehmlich anzubinden in Verbindung mit dem Versprechen, mich nicht zu vergiften, bei Mama kann ich immer in den Arm genommen werden, wenn ich alleine Angst im Dunkeln habe und tränenüberströmt vor ihrer Haustüre stehe, ganz egal, was ich ausgefressen habe. Die weiß nämlich, wovon sie keine Ahnung hat.

Kapitel 18 – Blinder Farbiger

Raus aus meinen Gedanken, ab ins Bett!

Überleg doch mal selber, wie unlogisch sich das anhört, wenn einer steif und fest behauptet, ich könnte meinen Gedankensalat nicht alleine sortieren, andererseits aber auch rumerzählt, er könne gar keine Gedanken lesen.

Um das abzukürzen, verbleiben wir dann einfach so, dass Du die Geschichte weitererzählst, dann bin ich aus dem Schneider. Das Kapitel mit der Einvernehmlichkeit habe ich für Dich schonmal vorbereitet, das findest Du bei Youtube, sobald das eben hochgeladen ist oder vielleicht schlafe ich noch ne Nacht drüber, oder vielleicht kommt das auch nie, das lassen wir – richtig – einfach mal als Erinnerungslücke da, die dann mit der Phantasie des Publikums gefüllt wird und simsalabim haben wir ne Fortsetzungskurzgeschichte im Videoformat als Psychose zum Nacherzählen für Anfänger oder auch anders formuliert: Ein Therapeutisches Rollenspiel.

Und jetzt, nachdem ich Dich nun zwangstherapiert habe und Dich ohne Happy End im Nirvana verrecken lasse, jetzt sind wir quitt bitteschön, weil mir nämlich wichtig ist, ist Freund und Feind auseinanderhalten zu können, wenn ich auf der Flucht bin.

Aber ich kann Dich beruhigen: Das ist egal, wer die Pillen nimmt oder ob gar keine im Spiel sind, das funktioniert trotzdem. An Wiedergeburt glaubst Du doch inzwischen auch schon, oder? Oder haperts noch mit der Krankheitsuneinsichtigkeit? Noch ne Runde Karussell? Oder rückste freiwillig die Patientenrolle wieder raus? Sonst kann ich Dir nämlich gar nicht mehr versprechen, dass ich mich nicht mit mit Dir verwechsel, denn das bringt mich dermaßen auf der Palme, dass ich, wenn mir noch eine Viertelstunde bleibt, bis ich ins Bett muss, nun echt nicht darüber streiten will, ….

Mach einfach die blöde Tür auf und nimm mich endlich in den Arm. Ich hab nämlich noch ein Date. Heute ist übrigens mein zweiter Geburtstag. Und ich bin schwanger. Und ich will jetzt sofort auf die Wöchnerinnenstation verlegt werden, sonst komme ich mit dem

Und bevor Du fragst: Ich habe mich am 08.08.08. im FTM-Portal angemeldet. Lies den Rest selbst nach und nachdem wir eine Nacht darüber geschlafen, darfst Du dann auch in Ruhe erklärten, was ich gemeint habe, weil ich nämlich immer noch nicht verstanden habe, wie man derart hilfsfähigkeitsuneinsichtig sein kann, weil mir ich so viel Dummheit einfach nicht nachvollziehen kann. Dazu fehlt mir wohl das Einfühlungsvermögen. Noch 7 Minuten.

Kapitel 19 – Ursachenforschung

 

Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber leider muss man es vorher leben…. Nen Film dagegen kann man auch zurückspulen und dann geht das plötzlich ganz schnell.

Drei Minuten.

Noch zwei Minuten.

Die Wehen werden häufiger und ich glaube Du verstehst langsam, dass dieses Fristende einfach nur die Abbruchbedingung ist, damit ich pünktlich ins Bett komme. Und hier wird dann langsam ausgeblendet….

Fortsetzung folgt. Keine Fragen. Das ist nicht verhandelbar. Ich will jetzt endlich Ficken verdammt! Jetzt haste deine einvernehmliche TPE-Rapesession und dann fragste noch so blöde, warum ich so viel so schnell schreibe und merkst gar nicht, wie Du mit dem Hinweis auf den Fristablauf selbst verraten hast, wer Du bist? Du wolltest Geiselnehmerdrama spielen, nicht ich. Weisste was, dann erklär Du das doch auch den Fritzen von der Presse, die hat wohl der Himmel geschickt. Und alle in Zimmermannshose sind meine Freunde und die haben es verdammt eilig!

Und ich klebe hier stundenlang am Computer fest und habe immer noch nichts gegessen, weil Du zu feige bist, hier anzurufen.

Das ist dann, zur Sicherheit dann auch schon die Antwort auf die Frage, wie ich in einer Woche 5kg abnehmen kann. Einigen wir uns auf „Schlank im Schlaf“.

Kapitel 20 – Einvernehmlichkeitsbeweis

Kapitel 21 – Offene Fragen

Happy End.

Dann einigen wir uns einfach auf „Missverständnis“, wenn durch fehlende Informationen ein falscher Eindruck entsteht. Hätt ich „Bildungslücken“ genannt, aber egal. Ich will jetzt nicht steiten. Ich bin auf der Flucht und suche einen Zufluchtsort.

Jetzt habe ich leider eine Zeit mehr, die Viertelstunde ist rum. Ich habe auch noch was anderes zu tun. Wann der fehlende Schnipsel wieder auftaucht, kann ich echt nicht sagen, aber so gut Dreiviertel davon sind wieder da, wenn ich Ihnen mal meine Beobachtungen schildern darf. Jetzt haben wir den Termin schon überzogen, tut mir leid, irgendwo müssen wir jetzt mal nen Punkt machen und  morgen früh sieht die Welt schon wieder anders aus. Ich hab auch noch andere Patienten, denen ich eine Gutenachtgeschichte erzählen will.

Entschuldigung angenommen?

Kapitel 22 – Spurensicherung

Vor dem Betrachten der Beweisbilder bitte schriftlich (auf Papier!) ihr Einverständnis unterzeichnen und Hinz und Kunz von der Schweigepflicht entbinden. Solange Sie mir nicht vertrauen wollen, können wir uns nicht gemeinsam beruhigen. Ich bin nicht nur damit einverstanden, dass Sie das Feuer eröffnen, sondern, ganz im Gegenteil, ich bitte Sie sogar darum. Ihn unser aller Interesse. Das ist wichtig, um das nachher erklären zu können, wie das mit der Schiesserei gemeint war, wer warum mit dem Schusswechsel angefangen hat und ob das alles einvernehmlich war und warum wir hier überhaupt von einem Geiselnehmerdrama sprechen, obwohl wir gemütlich im Kino sitzen. Der Film war wohl einfach zu gut, was? Das hat sich so echt angefühlt, dass Du ganz vergessen hast, dass du nur im Kino sitzt oder? Jetzt verstehe ich, dass Du deshalb das Wort „Ultimatum“ verwendet hast. Wolltest mir ein Kompliment machen, wie toll Du das findest, dass ich ganz klar bei Verstand bin und so gut alles unter Kontrolle habe, damit Dir ganz klar erkenntlich bleibt, dass Du im Kino sitzt. Dann kann ich nämlich bei Dir anrufen oder den Publikumsjoker nehmen oder einfach die Beweisfotos vorlegen. Also noch einmal ganz langsam: Bitte auf OK klicken, dass Sie damit einverstanden sind, dass ich Ihnen einen Keks zum gemeinsamen Baldrianteetrinken anbieten darf. Von den schmutzigen Phantasien des Publikums und dadurch ausgelöster Konsequenzen distanziere ich mich hiermit ausdrücklich. Dieser Kopfkinofilm unterliegt der Freiwiligen Selbstkontrolle. FSK 18+. Film ab! Zu den Beweisfotos

Kapitel 22 – Beweisführung

Kein Kommentar.

Kapitel 23 – Abspann

Ein KopfkinoFilm von Ingo S. Anders. Angucken auf eigene Gefahr. Alle Rechte vorbehalten. Raubkopieren verboten, Verlinkung erwünscht.

Jetzt, wo allen klar sein sollte, was auf dem Spiel steht:

Warum werden Raubkopierer härter bestraft als Kinderficker? Na, bevor sich noch einer traut, das Gehirn wieder einzuschalten sag ichs euch mal eben: Damit die Sache im möglichst kleinen Kreis bleibt und die Opfer sich nicht noch mehr schämen müssen.Es geht nicht um die Musikvideos. Wenn die Künstler zu doof sind, ihre Produkte besser abzusichern, sind sie selber schuld. Die sollen nicht son mimmi machen. Aber wir dürfen nicht riskieren, dass noch mehr Leute den Film gucken, sonst gibt es mehr und mehr Mitwisser und je mehr Pub, warum likum, desto mehr Zeugen für die falsche Seite. Wenn die Kreise immer weiter gezogen werden, ist nachher noch die ganze Welt von einem Kinderpornoring umspannt. Und wenn Kinderfickerei erstmal normal wird, ja dann ist das halt so. Dann haben die Kinder auch nicht mehr so ne Angst. Die kriegen die erst dann, wenn Du ihnen erklärst, dass sie missbraucht worden sind.

So jedenfalls fühlte ich mich dann, als mein Schwager, der zugleich mein Schwiegervater ist (gefühlt, bitte Ebenen sortiert, dass sind Gedanken – meine Phantasie -, nicht die Realität), warum erschreckst Du Dich so, wenn ich meine Frau vor Deinen Augen schlage? Warum erzählst Du mir, Du hättest mich missbraucht? Also ich meine, diese Geschichte da: Irre gesund habe ich Dir gegeben und Dich gefragt, wie wie sie auf die wirkt. Ich hatte Dir gesagt: Das ist eine Geschichte. Klar und deutlich. Eine Geschichte ist eine Geschichte ist eine Geschichte. Kannst Du Dir vorstellen, was für einen Streifen Du in meinem Hirn ausgelöst hast damit, dass Du Deinen Kopfkinofilm bewertet hast anstatt meine Geschichte? Wolltest Du das wirklich oder war das aus Versehen? Ich nehms Dir nicht übel, möchte nur Deine Bildungslücken füllen: Schieb nicht mir die Schuld für Deine Angst in die Schuhe, sonst steckst Du Dich an. Das ist so. Glaub mir einfach, ich weiß, wovon ich rede. Ich bin Kinderpornostar, wenn ich das will. Aber da gibts kein Publikum in meinem Kinosaal, damit mich keiner dabei erwischt.

Beim nächsten Mal, lieber Micha, machen wir das dann einfach so: Du fragst mich einfach vorher ganz lieb, ob ich Lust habe, mit Dir klettern zu gehen und Du mir eine Geschichte erzählen darfst. Ich sag jetzt schonmal, dass ich da total Bock drauf hätte. Dann darfst Du auch mit mir spazieren gehen und mir in aller Ruhe erklären, wie ich Dich dazu bewegen kann, mich anzubinden, wenn ich mal Angst davor habe, irgendwem was anzutun, weil ich nicht mehr klar trennen kann, was Film und was Fiktion ist, wenn du die Nerven verlierst und mir einen solchen Schrecken einjagst. Das tut mir leid, ich wollte Dir keine Angst machen. Aber werden doch einfach mal ein besserer Kopfkinofilmrollensortierer anstatt mit mir darüber streiten zu wollen, wer wessen Gedanken kontrolliert. Solange ich Grund zur Annahme habe, dass Du vor Gericht aussagen wirst, Gedankenkontrolle sei nicht möglich und Gedankenlesen auch nicht, bleibe ich bei meiner Aussage: Ich bin klar bei Verstand. Ich habe meine Gedanken unter Kontrolle. Denn überlege doch mal: Du kannst ja nie in Erfahrung bringen, was in meinem Kopf vorgeht, wenn Du mich nie ausreden lässt, damit ich Dir erklären kann, dass ich extra meine Gedanken für Dich aufgeschrieben habe, damit Du mir beim Sortieren hilfst. Das war doch nur ein Angebot. Ich dachte, Du warst derjenige, der mir helfen wollte. Ich rede die ganze Zeit davon, dass ich ohne Deine Hilfswut besser klar komme, weil ich nicht so blöd bin, mir Dein Vertrauen erprügeln zu wollen.

Na? Wie war ich, Baby?

Kapitel 24 – Zeugen

So, ihr zwangstherapiertes Publikum, alle weiteren Fragen lasse ich jetzt mal offen, die Antworten kriegt ihr erst, wenn ihr sie hören wollt.

Was denkst Du dazu, liebe therapeutenseele? Schafft Nadja das, mir das auf deutsch zu verklickern, ohne dass ich nen Termin machen muss oder kannste das alleine? Mir egal, habe schon alleine alles sortiert. Jetzt, da ich kühlen Kopf bewahren kann, darfste versuchen, mich nochmal durcheinanderzubringen. Haste Lust?

Kapitel 25 – Reizüberflutung

Sonja, dann lies doch einfach langsamer, wenn Du wirklich alles lesen willst. Ich kann nix dafür, wenn Du Dich reizüberflutest und dann nicht mehr weißt, welche Botschaften überhaupt an Dich gerichtet sind.

Kapitel 26 – Beziehungsgedanken

Jeder macht sich doch mal Gedanken um seine Beziehung, um Ehekrisen vorzubeugen. Oder haste schon wieder nen falschen Schuh erwischt? Damit landeste bei mir in der falschen Schubslade, Vorsicht.

Kapitel 27 – Diagnose

So und jetzt reiß Dich bitte mal zusammen und quassel mir nicht beim Sortieren dazwischen, in Deinen blöden Hilfsversuchen. Ich hab keine Lust, Dich bei der Arbeit stören zu müssen, damit ich endlich schlafen darf. Gib einfach zu, dass die Pillen Dir auch nicht helfen, mich ins Bett zu kriegen und fertig. Da glaubste doch selber nicht dran, dass Du mir helfen kannst, meine Gedanken zu sortieren. Warum versuchste das dann immer wieder?

Nun mal ein Experiment, bitte anschnallen.

Diagnosen

rechts: isolierte Vena-accessoria-anterior-Insuffizienz mit Seitenastvarikosis bei intakter Crosse, Cockett-II-perforansveneninsuffizienz Bakerzyste.

links: isolierte Vena-accessoria-anterior-Insuffizienz mit Seitenastvarikosis bei intakter Crosse, Cockett-II-perforansveneninsuffizienz

(Auszug aus Kopie des Arztbriefes an mich, Krankenhaus Tabea Hamburg)

Glaubt ihr echt jetzt fang ich auch noch an, Fachchinesisch zu pauken? Ich habe einen sehr guten Freund, den ich euch empfehlen kann, als Chefdiagnostiker einzustellen. Der ist nämlich so nett, für mich die Tippse zu spielen und Medizin zu studieren und wenn ihr nen Übersetzer braucht, dann teile ich den gerne mit euch. Und weil ihr so gerne euer Wissen aus der Beobachtung von Verhalten zusammenbastelt, habe ich da mal was zurechtgebastelt.

Sil ist nämlich ein Freund und tut mir den Gefalllen, eine kleine Nebenrolle in meinem Kopfkino zu übernehmen, damit er mir damit helfen kann zu erkennen, dass er auf der Spielerebene betrachtet die ganze Zeit an meiner Seite war, auch wenn ich ihn nicht mehr wiedererkannt habe, weil er im Kino plötzlich ganz anders aussieht. Bei ihm ist mir das aber ganz egal, da gucke ich mir jeden Film an, solange er neben mir im Kinosessel sitzen bleibt und seine Nerven behalten kann. Denn wenn der vergisst, dass wir im Kino sitzen, wer soll mir denn dann noch helfen können, meinen Verstand zu behalten?

Über die Gedankensalatsortierunfähigkeit will ich jetzt mal nicht streiten und Ordnungsfetischismus erkläre ich auch nicht, einigen wir uns einfach mal darauf, dass ihr mich gerne zum Orthopäden begleiten dürft, wenn ihr euch dann wohler mit mir fühlt, dann geht bitte erstmal zum Godopäden, sonst wird das nie was mit dem Spaziergang heute!

Kapitel 28 – Bleib bei mir, hör mir zu, rede mit mir

[Dialog einsetzen]

Kapitel – 2. Einladung

 

Ende

Alles gut.

Nachwort

Hier ist Platz für eure eigenen Gedanken. Bitte mit Copy Paste unten ins Kommentarfeld oder bei Über-Ausführlichkeit auch gerne als eigener Blogbeitrag und kurz hier unten verlinken. Dankeschön!

Bis auf Wiederlesen, ihr Lieben.

 

Latest News: Auch Maschinen irren sich, nicht nur Menschen!

Rezept für eine Erfolgsstory: Man füttere ein Feedbackformular mit folgender Anfrage, die nur ein Mensch verstehen kann. Maschinen sind mit sowas überfordert, man programmiert ja nur die Regelfälle, die die DAUs oder jene, auf die im IT-Sprech mit Anspielungen wie Fehler 40  herabgesehen wird. Ich meine die Menschen, die vor Computern sitzen, um Probleme zu lösen, die sie ohne diese Vollidioten, die nicht daran interessiert sind, ihren Anwender_innen zu helfen, gar nicht hätten. Die …  – lange Geschichte. *abwink

Also irgendeinen maschinenunverdaulichen Text schreiben. Eigentlich reicht auch ein Satz mit ein paar Reizworten. Die Bedeutung sollte ein klar denkender Mensch verstehen können, aber eben nicht vom Administrator durch automatisch generierte Nachrichten abgefangen werden können. Das ist wichtig, um zu prüfen, ob man mit einer Maschine kommuniziert oder mit einem Menschen. Denn die Maschine hat ja keine Gefühle, der kann man nicht weh tun. Die kann man ruhig kaputtmachen. Die werden doch eh so gebaut, dass die nach Ablauf der Gewährleistungsfrist den Geist aufgeben, wenn sie nicht schon vorher durch ein neueres Modell an Wert verloren haben. Also bitte: Nur keine Hemmungen. Das ist schon kaputt.

Beispieltext zum besseren Verständnis: 

Ich war im ersten Augenblick verwirrt und fragte mich, ob der spinnt oder ich, aber ich habe einen Screenshot gemacht.

Ich bekam 1 Rosengeschenk, freute mich, klickte oben auf den Link.
 Dann öffnete sich ein Fenster: (Screenshot kann ich hier nicht anhängen)
 Da hat der Gärtner mir ein Blümchen gepflückt, das ganz offensichtlich für eine andere Person bestimmt war. Es handelte sich um eine Geschichte von "Naschkatze" mit dem Titel "Sommernachtstraum" - ein +18-Inhalt.
 Da ich Freeuser bin, erinnere ich nicht, einen solchen eingestellt zu haben und schon gar nicht ein fremdes Werk unter falschem Namen - daher habe ich die Rosen zertreten, weil ich mich nicht mit fremden Lorbeeren schmücken wollte.
 Oder war der Fehler etwa, dass der Link auf eine andere als die beabsichtige Datei führte?
 Wenn ich wirklich einen 1. Platz gewonnen habe, möchte ich die Rosen natürlich öffentlich annehmen und nicht zertreten. Bin unschlüssig, ob ich mich richtig entschieden habe.
 Wäre lieb, wenn ihr das mal prüfen mögt.
 Danke!

Lysander / Fremde Angst

Mit so einem Quatsch mit Soße die Maschine füttern. Das ist dann einfacher, weil man sich vorstellen kann, man tut dem Spielzeug was gutes und meint es gar nicht böse. Man möchte ja nur sehen, wie das Ding reagiert. Mir persönlich fällt es leichter, wenn ich mir vorstelle, dass ich mir die Maschine zum Untertan mache und sie benutze und quäle, aber jeder Jeck is ja anders.

Also simsalabim im Handumdrehen haben wir eine Kurzgeschichte im Stil des Dialogromans.

[Hier wird die Geschichte verlinkt]

Der Kollege Karl Olsberg war so freundlich, mich darüber aufzuklären, wie der Markt heute funktioniert – Kurzgeschichten sind in, zum Lesen dicker Schinken fehlt heute einfach die Zeit. Er ist wirklich vom Fach, lest von ihm gerne „Das System“ – das hat mich sehr beeindruckt und mir dabei geholfen, die Welt zu verstehen. Aber natürlich nur dann, wenn ihr euch dafür interessiert. Ganz freiwillig. Ich quatsche zwar Opern, aber niemandem was auf. Ich möchte mich nur für seine Unterstützung bedanken, weil er mir eine Frage schenkte, die ich nicht beantworten konnte: Warum …

Nein, nicht, warum die Banane krumm ist, Hasi.

Warum ist nur das eine Buch, das ich geschrieben habe, ein Bestseller geworden? *kopfkratz

Dabei habe ich mir doch mit allen so viel Mühe gegeben und so. Versteh ich gar nicht. Was hab ich denn falsch gemacht?

So sinngemäß. Das wusste ich zwar in dem Moment auch nicht, aber ich wusste, dass ich andere Bücher von ihm natürlich nicht lesen werde. Warum? Weil er mir höchstselbst davon abgeraten hat. Ich wollte ja lernen, wie man gelesen wird und nicht nur, wie man schreibt. Letzteres war eher Mittel zum Zweck. Ich dachte, man müsste schreiben können und hab mir jahrelang die Ohren gebrochen. Tja, bis er mir das erklärt hat.

Mei, ist das lange her: So roundabout vier Jahre. Ich weiß gar nicht, ob es sein Projekt noch gibt von damals? Müsste ich mal suchen, aber er müsste ja derjenige sein, der an der Antwort auf seine Frage ist. Folglich muss er zu mir kommen und ich ihm nicht hinterherlaufen. Also Karl, auch wenn Du mein damaliges Angebot, geschäftlich zusammenzukommen, abgelehnt hast, zweite Chance: Frag mich einfach. Ich hab die Antwort und will sie doch sooo gerne loswerden… Na komm, gooogle Dich mal schnell, ist doch ganz einfach!

Bis bald!

Fortsetzung folgt, sobald ich die Geschichte formatiert habe, deren erster Entwurf gefühlte 15 Minuten gedauert hat. Dann zu finden auf einer neuen Seite, die ich kurz ankündige, aber auch nur für die ganz ganz faulen Socken, die gar keine Lust haben, sich in meine hübsch aufgebaute Ordnung einzukuscheln.

Das war die Stelle mit dem Berg und dem Propheten. Kann man ja mal verwechseln, nicht schlimm…

Achso ja und dann gibts auch gleich das Beispielbild dazu, das eigentlich (AIDA-Prinzip) für Aufmerksamkeit sorgen sollte, aber das dauert mir zu lange gerade. Will das erstmal loswerden.

 

Anti-Fettlogik mit Gedankensalat

Ich muß beichten… es tut mir so so leid, für die Leute, die sich nun den Arsch aufgerissen haben, um das auch so hinzukriegen wie ich. Meine Annahme – Woher ich meine eiserne Disziplin nehme – ist möglicherweise doch nicht so ganz korrekt. Vielleicht habe ich ja doch Disziplin und es gar nicht bemerkt.

Guckt mal, ohne Kalorienzählen, ohne Waage, einfach so. Das hat der liebe Gott gemacht, das war gar nicht meine Leistung, als ich dachte, ich hätte so dolle viel Erfolg gehabt im letzten Jahr. Da war ich wohl doch leider größenwahnsinnig, als ich geglaubt habe. Frau Dr. Nadja Herrmann schreibt ja in ihrem Blog, dass das mit dem intuitiven Essen nicht funktionieren kann. Und sie ist ja Psychologin, die weiß Bescheid. Dann kann das ja bei mir auch nicht funktionieren und ich muss krank sein im Kopf, oder? Wüsste wirklich gerne, was therapeutenseele dazu meint, aber die traue ich mich nicht zu fragen. Die ist doch auch Therapeutin und hat gar keine Zeit, weil die ja alle immer so lange Wartelisten haben, sonst hätte sie mir ja sicherlich schon einen Therapieplatz angeboten. Und hm, naja, ich bin es ja auch gar nicht wert, dass sie sich die Zeit nimmt für mich. Ich bin doch eh so fett und hässlich und meine Gedanken drehen sich immer im Kreis. Schon wieder dieselbe Schallplatte: Abnehmen, du musst abnehmen, Du musst, Du musst, Du musst – ich kann es nimmer hören!!!!!!!!!!!!!!11111111111111111111111

Warum hilft mir denn nie einer? jauuuuuuuuuuuuuuuuul!!!!!!!!!!111111111111111

So hier, da, Du liest doch mit und du hast auch schon ein paar Kommentare gemacht bei mir. Ich weiß, Du schaffst es, wenn Du Dir Mühe gibst. Guck mal, ich mache es Dir auch einfach, ich mache es fettgedruckt, ja?

28.07.16 : kg
29.07.16 : 97,4 kg
30.07.16 : kg
31.07.16 : kg
01.08.16 : 94,0 kg
Und jetzt bitte, schnieef, schluchz, hilf mir mal, Dir dabei zu helfen, etwas zu lernen. Du musst nicht so alberne Angst haben wie ich. Das tut Dir gar nicht weh, noch ein bissl zu wachsen. Echt nicht. Babyschritte führen zum Erfolg. Ganz langsam, klitzekleine Babyschritte. Aber bitte die Füße richtig abrollen. Ich zeige Dir auch gerne, wie das geht. Ich bin nämlich unzertifizierte Godopäde und mache bald eine Ausbildung zum Genesungsbegleiter.

Wir müssen das jetzt üben, wie das geht.

Bitte bitte, versucht es nicht, das alleine zu Hause nachzumachen. Das könnte schwer in die Hose gehen.
Ich erklärs gerne, wenn Du sehr sehr viel Zeit hast, aber sage Dir gleich, dass Du mir das nicht nachmachen kannst. Ich bin da irgendwie ein Einzelfall.^^
Sorry, dachte echt, das könnte jeder einfach so. :/ Habs mir so sehr gewünscht…
Immer ist bei mir alles anders, #seufz #plärr

Sie lasen: Hineinsteigern in depressiv gefärbte Wahnvorstellungen bei leise aufkeimender Hoffnung, weil der Wunsch, vor lauter Angst, Scham und sonstigen Symptomen des Kleinheitswahns im Boden versinken zu wollen natürlich nüchtern und ausgeglichen betrachtet vollkommen unrealistisch ist.

Ich bitte Sie darum, mir nur eine Frage zu stellen, und weil das hier kein Jeopardy ist, verrate ich ihnen die Antwort: Wer zieht hier die voreiligen Schlüssel?

Um das herauszufinden, nehme ich an einer MKT-Studie teil, kann aber leider nicht versprechen, dass ich auch tatsächlich in der MKT-Gruppe lande oder in der anderen, denn das wird leider gelost.

Ich freue mich auf weitere Folgen in der Forschungsreihe zur Klärung der Frage: Ist das noch Wahn oder macht das schon Sinn?

Auf Wiederlesen, liebe Hörer_innen, wenn es wieder heisst: Piepen darf nur der Anrufbeantworter, sonst werden Sie postwendend für verrückt erklärt. Darauf geb ich Ihnen Brief und Siegel. Nur zur Sicherheit, damit Sie nun doch nicht vor lauter Freude abheben. Aber alles hübsch sutsche und consensual.


Sind Sie denn jetzt vollkommen verrückt geworden?

(USW, meine Lieblingschefin)

Aber nein, das bin ich nie gewesen. Das waren immer nur die kranken Systeme, die mir nicht bekommen sind… „Anti-Fettlogik mit Gedankensalat“ weiterlesen

Zwischenschritt

Schweinemedaillons mit Bacon umwickelt auf Champignons in Paprikasosse

Zubereitungszeit: Kommt auf Dein Arbeitstempo an, solche Angaben stimmen ja eh nie.^^

Garzeit: ca. 45-50 min.

Zutaten für 2 Personen:

  • 1 Schweinefilet
  • 7 Scheiben Bacon (1 Pckg. von Tulip)
  • 250g Champignons
  • 1 Zwiebel
  • 4g Leichte Butter (Du darfst)
  • 250ml Rama Cremefine 7%
  • 2 Knoblauchzehen
  • Paprikamark (ca. 30g)
  • weißer Pfeffer
  • Kerbel
  • Paprikapulver
  • ggf. Sossenbinder
  • 1/2  bis 3/4 -Liter Wasser aus der Leitung

Wenn Du zunehmen / Gewicht halten möchtest: Als Beilage passen dazu Kartoffeln, Kroketten, …  oder Baguette.

Essen ist fertig.
Guten Appetit!

Nährwerte pro Portion:

Was kcal Fett Kohlehydrate Eiweiß Gramm/ml
642 32,928 8,561 75,093 636,500
Schweinefleisch 297 5,560 0,000 61,160 278,000
Bacon 193 17,500 0,000 8,750 62,500
Champignons 20 0,250 0,750 3,375 125,000
Zwiebeln 12 0,088 2,156 0,528 44,000
Butter 7 0,780 0,030 0,030 2,000
Rama Cremefine 113 8,750 5,625 1,250 125,000
25%-30% Max. 50% – 55% Mind. 20%
Anteil Fett Anteil KH Anteil Eiweiß
47,17% 5,47% 47,94%

Zubereitung:

  1. Backofen vorheizen: 180°C (Umluft).
  2. Champignons in Scheiben schneiden.
  3. Schweinefilet ggf. parieren, in 7 Medaillons portionieren., mit Speckstreifen umwickeln. (Wenn es bei Dir 6 Medaillons werden lässt es sich glatt aufteilen und Du kannst den Speck später zu einem Spiegelei essen.)
  4. Den Boden einer Auflaufform gut mit Pilzen bedecken, Medaillons draufsetzen.
  5. In einem Topf Zwiebeln und Knoblauch in der Butter anschwitzen, etwas Wasser hinzufügen (damit es nicht anbrennt).
  6. Paprikamark und Pfeffer etwas mitschwitzen lassen (Röststoffe geben Aroma, zuviel davon schmeckt angebrannt.).
  7. Mit Rama Cremefine aufgießen, zweimal mit Wasser auffüllen und dieses in den Topf mit der Soße gießen. Alternativ: Milch anstelle von Rama + Wasser verwenden.
  8. Mit Paprikamark, Paprikapulver, Pfeffer und Kerbel abschmecken. Salz habe ich weggelassen, da der Bacon sehr salzig ist. Raucher könnten es ganz ohne zugegebenes Salz zu fade finden.
  9. Wenn Dir auch die Hand mit dem Soßenbinder ausrutscht: Weiteres Wasser zugeben. Es ist jedoch gut, wenn die Soße so zähflüssig ist, dass Du sie so eigentlich nicht essen möchtest. Das austretende Wasser aus dem Gargut wird sich damit verbinden und nachher ist die Soße flüssiger als vor dem Schmoren.
  10. Für 45 Minuten in den Ofen schieben. Falls es nach einer Dreiviertelstunde noch nicht gar ist, nochmal 5 Minuten in den Ofen.

Bitte langsam und gründlich kauen, bewusst genießen und Sättigung wahrnehmen. Nimm Dir mindestens zwanzig Minuten Zeit dazu, denn so lange braucht der Körper, bis die Information, dass der Magen ausreichend befüllt wurde, im Gehirn ankommt. Wenn ein Stück übrig bleibt, lass es Dir nicht aufquatschen, sondern hebe es auf für später als Zwischenmahlzeit.

Guten Appetit!

 

Garnelen, antidepressiv gewürzt

Rezept gegen Depression

Garnelenschwänze mit gedünstetem Chiccorée, gewürzt mit Rosmarin, Curry und Kurkuma. Zum Nachtisch Walnussquark.

Bei der Zubereitung von Chiccorée entferne ich bei jedem Blatt einzeln den Strunk und es bleibt nur ein etwa V-förmiger Rest übrig.

Garnelenschwänze 178 2,000 40,000 250,000
Chiccorree 50 0,500 6,000 3,000 250,000
Bärlauchöl 66 7,360 8,000
Magerquark mit Zucker 227 0,750 24,360 30,500 265,000
Walnussöl 3 0,012 0,624 0,028 4,000
523 10,622 30,984 73,528 777,000
Anteil Fett Anteil Kohlenhydrate Anteil Eiweiß
18,67% 24,27% 57,60%

Für mich ist diese Kombination aus proteinreicher Speise mit dem Gewürzen Rosmarin und Kurkuma dann gesund, wenn ich merke, dass ich sehr niedergeschlagen bin und sich die Tendenz zur depressiven Verstimmung abzeichnet. Bei ohnehin bereits gesteigertem Antrieb kann ich das dagegen gar nicht gebrauchen.

Auf die hirnchemischen Hintergründe hatte ich bereits vor 14 Tagen hingewiesen: Das serotonerge System…

Ich hatte euch das Rezept versprochen. Viel Spaß damit!

Nochmal: Die antidepressive Wirkung hat nichts mit dem Chiccorée zu tun, diese steht und fällt mit Rosmarin oder Kurkuma und ausreichend proteinhaltiger Nahrung. Letzteres können Fisch oder Fleisch sein, aber ebensogut Hülsenfrüchte.


90-Tage-Challenge Tag 43

Von der Challenge hatte ich mir erlaubt, anderthalb Wochen Urlaub zu nehmen. Mit dem Ernährungstagebuch habe ich noch keine Lust, wieder zu starten. In der Woche in München ohne Waage und ohne Protokoll habe ich über 2kg abgenommen, war also unter 88kg gekommen. Mit der Challenge ging es gestern wieder los:

EVAL, Level 1
Bodyrocks:                26 34 32 36
Türziehen:                17 17 19 18
Prisoner Back Lunges:     12 13 14 14
Enge 3-Punkt-Liegestütze: 11 09 08 08

Die Werte sind allesamt besser trotzdem ich ausgesetzt hatte. Sicherlich hatte ich deshalb keine großen Einbußen, weil ich das Mobility-Workout fortgeführt hatte.

Da ich meine analoge Stoppuhr nicht gefunden habe, habe ich mein Streichelfon als Timer und als Stoppuhr genutzt. Und was soll ich sagen: Ich suche das olle Ding gar nicht mehr. Durch den Timer, der von sich aus ein Geräusch macht, wenn die Zeit um ist, spare ich es mir, auf die Uhr zu schielen und zu prüfen, wie ob die Zeit schon rum ist. Ich hätte mich schon sehr viel früher nach einem geeigneten Hilfsmittel umsehen sollen.

Was das Problem der mangelnden Konzentration beim Zählen angeht, habe ich herausgefunden, dass ich bei den Lunges zum Aufwärmen auch einfach anders zählen kann: 1.1, 1.2, 1.3, 1.4., 1.5 und dann die fünf Sekunden auf der anderen Seite 2.1, 2.2, … usw. – viel entspannter. 🙂

Aber warum denn einfach, wenn es auch kompliziert geht. 😉

Wenn ich nun brav bin und nicht zu viel Eis esse etc. brauche ich auch erstmal kein (Ernährungstage)Buch zu führen.

90-Tage-Challenge Tag 44

Vorgestern hatte ich noch Gelüste und schlich abends um den Süßigkeitenautomaten herum. Zum Glück war mein Mann bei mir und hat mich davon überzeugt, dass es keinen Sinn macht, nun irgendetwas anderes haben zu wollen, nachdem der Automat, der das enthält, für das ich mich entschieden hatte, mein Geld nicht akzeptiert. So ist mir die Technik doch irgendwie zu Hilfe gekommen.

Wie damals, als der Zigarettenautomat mein Geld nicht annahm und ich so das Rauchen aufhörte. Es ist eigentlich mit jeder Sucht dasselbe, egal ob Nikotin, Alkohol, Zucker, Tabletten, … : Man muss bereit sein zu einer Veränderung und willens, für seine Freiheit vorübergehend durch die Scheiße zu gehen.

Natürlich ist es beim Essen bedeutend schwieriger, weil man zum einen nicht gänzlich aufs Essen an sich verzichten kann und zum anderen das anteilige Verzichten auf bestimmte Zutaten wie zB Zucker oder zumindest das verminderte Zuführen mit einem riesigen Mehraufwand an Zeit und Kosten verbunden ist. Das Rauchen aufzugeben oder die Finger von Drogen zu lassen wird einem sehr viel einfacher gemacht.

OPUS, Level 1, Wiederholungen der 4. Runde 
 Skorpion   26
 Zombie     27
 3Punkt     12
 Fallschirm 57

Heute merkte ich schon deutlicher, dass ich früher an meine Grenzen komme als mir lieb wäre. Beim letzten OPUS hatte ich höhere Zahlen da stehen. Allerdings hatte ich auch heute früh zuerst Matratzensport und dabei habe ich wohl schon meine Glykogenspeicher geleert…


Noch eine Anekdote zu Chiccorée

Meine Mutter probiert leidenschaftlich gern neue Kochrezepte aus. Ich glaube, es macht ihr genauso wie mir Spaß, Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu befolgen. Eines eigentlich schönen Tages, zu Ehren des Besuchs der Schwiegereltern in unserem Hause, hatte sie ein ganz besonderes Rezept ausgesucht: Gedünsteter Chiccorée.

Das war sicherlich nicht das einzige auf dem Teller und wahrscheinlich einfach nur die einen Fisch begleitende raffinierte Beilage, aber da es meine erste Bekanntschaft mit diesem Gemüse war, hinterließ es einen bleibenden Eindruck.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie es ihr ergangen sein muss. Zwei Kinder im nervigen vorpubertären Alter, die Schwiegereltern im Haus, der Gourmet himself, ihr Göttergatte, mitten am Tag daheim und ein neues Rezept mit einer Zutat, die sie bis dahin noch nie verarbeitet hatte.

Nun schrieb das Leben folgende Geschichte: Der gute pflanzliche Lebensmittel kam halb roh, halb angebrannt auf die Teller, ohne von der nichts ahnenden Köchin seines höchst bitteren Strunks beraubt worden zu sein. Das war nicht weiter wild; auch ich gebe gern mein Bestes und wenn das nicht gut genug ist, versuche ich immer noch das Beste daraus zu machen.

Grausam wurde es erst, als wir alle wussten, wie scheußlich es schmeckte und wir Kinder dann trotzdem oder gerade deshalb mit vereinten Kräften vonseiten der Erwachsenen am Tisch zum Herunterwürgen dieses misslungenen Gerichts genötigt wurden.

Mein Bruder hat sich mit 50 Pfennig, die meine Oma ihm dafür anbot, bestechen lassen. Ich weigerte mich standhaft und verzichtete dafür auf alle folgenden Gänge einschließlich Nachtisch sowie auf Fernsehkonsum in der nächsten Zeit, aber ich nahm mir davon mit, dass meine Geschmacksnerven bei Tisch genauso wenig zu sagen hatten wie ich und diesbezügliche Signale meines Gehirns genauso ignoriert zu werden hatten wie mein Sättigungsgefühl.

An jedem anderen Tag hätte der feine Geschmack meines Vaters mich alleine schon aus seinem eigenen Interesse heraus vor solchen Eskapaden beschützt – aber gegen seine eigene Mutter konnte er sich wohl auch nicht zur Wehr setzen.

Ich glaube, dieses Erlebnis hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich mich später für die Kochlehre entschied. In deren Verlauf lernte ich u.a. wie man Chiccorée verarbeitet und wagte mich auch an eine Rohverkostung. Es war – ohne Strunk – nichtssagend gewöhnlich, vielleicht etwas nussiger als andere Salatsorten.

Weil aber alle Salate irgendwie immer ein bisschen „nach Wiese“ schmecken, bin ich immer noch kein Freund von Rohkost.

Obiges Rezept habt ihr nun einer Mutprobe zu verdanken, die ich mir in diesem Jahr selbst gestellt habe: Iss etwas Gesundes, was du früher nicht mochtest!

Auf Anregung von Mark Lauren hatte ich mir vorgenommen, eine Speise zu essen, die ich in meiner Kindheit gar nicht mochte. Tatsächlich schmeckte der Chiccorée nun hervorragend und erinnerte mich am ehesten an gedünstete dünn geschnittene Gurkenscheiben. Ich habe mir zwar ein halbes Jahr Zeit gelassen, bis ich diese Herausforderung angenommen habe, aber ich habe es nicht bereut.

 

Frühstück am Samstag: Walnusskerne und Brötchen mit Schokoschmier

Was kcal Fett Kohlehydrate Eiweiß Gramm/ml
853 55,446 69,232 15,816 176,000
Brötchen (vom Bäcker) 141 0,504 29,008 5,040 56,000
Its my Life (Brinkers) 199 13,068 17,496 2,412 36,000
Chocolate Symphony No. 2 (Brinkers) 292 20,574 20,898 3,564 54,000
Walnusskerne (Nüsse selbst geknackt) 221 21,300 1,830 4,800 30,000
25%-30% Max. 50% – 55% Mind. 20%
Anteil Fett Anteil KH Anteil Eiweiß
59,81% 33,28% 7,60%

90-Tage-Challenge Tag 32

Donnerstag. Jetzt muss ich mal beichten. Auch wenn ich hier tolle Magerquark-Rezepte poste, hatte ich trotzdem gestern einen Mega-Fressanfall mit 2809kcal binnen zwei Stunden. Insgesamt kam ich so an dem Tag auf 4660kcal, was mir ein Plus von 2153kcal beschert. Ein so fettes Plus habe ich bisher nie verzeichnet, aber vermutlich liegt das daran, dass ich immer vorher schon das Aufzeichnen abgebrochen hatte.

Ursachenforschung? Die ganze letzte Woche habe ich mein Kreuz bei „gereizte Stimmung“ gesetzt. Irgendwas wurmt mich. Auch wenn ich Momente finde, in denen ich ausgeglichen bin, so ganz im Reinen mit mir bin ich zur Zeit nicht. Heute konnte ich nach langer Zeit wieder ausschlafen, die letzten Wochen schlafe ich überwiegend kurz, kürzer als mir lieb ist.

Eine meiner Vermutungen ist ein Zusammenhang mit dem am Anfang des 12-Wochen-Intervalls recht hohem Testosteronspiegel, weshalb ich auf Testogel wechseln will, um damit eine Tagesamplitude zu bekommen.

Mein Lieblingsworkout habe ich sehr genossen:

RUCKUS Anzahl Runden: 9

Meine Konzentration war tipptopp. Einmal habe ich mich verzählt beim Kreuzheben.

Die Lunges sind kein Problem, gerader Rücken, Arme in den Nacken gelegt und ganz bewusst das Gewicht auf der Ferse, Schritt nach hinten, kurz mit dem Knie den Boden berührt und wieder hoch.

Bei allen Übungen habe ich nur für die Liegestütze gelebt, um diese sechsmal nacheinander ohne die Zwischenpause absolvieren zu können. Mit ganz bewusstem Einatmen beim Runtergehen und Ausatmen beim Hochstemmen ist mir dies bis auf die letzte Runde auch gelungen. Bei den ersten beiden Runden bin ich mir nicht mehr ganz sicher, das ging irgendwie viel zu schnell. Bei der achten Runde hing das Kreuz einmal durch, daraufhin ging ich noch langsamer runter, so dass ich von den Armen her kaum die Wende schaffte, mich wieder hochzustemmen. Aber der Rücken war gerade.

Beim Kreuzheben wackelte ich ein paarmal etwas – das Kreuzheben ist eine härtere Prüfung auf Ausgeglichenheit als der Baum aus dem Yoga. Volle Konzentration auf den rechten Fuß, der mit sattem Kontakt auf dem Boden ruht und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf das linke Bein, das gerade ausgestreckt nach oben in die Waagerechte geht, während die Arme beim Ausatmen zum Boden heruntersinken und die Fingerspitzen dann die (rechte) Fußspitze berühren. Zweimal habe ich fast das Gleichgewicht verloren.

Das Türziehen wie von Anfang an ein Selbstgänger, eher zu hastig absolviert als dass die Haltung nicht korrekt wäre. Um die Klinke gelegtes Handtuch greifen, den Unterkörper mit rechtem Winkel in den Knien als Gewicht nutzend durch Armstreckung nach unten bewegen, Hochziehen, Schultern zusammen.

Und dann den Strich auf der Liste machen und wieder von vorne.


90-Tage-Challenge Tag 33

Freitag. Akute Fettlogiken: „Ich will jetzt nicht unhöflich sein und kann doch nicht als einziger Sekt und Kuchen ablehnen“ und  „Jetzt ist es ja eh egal“. Bilanz: Geschätzte 1000kcal alleine deshalb, weil ich der Einladung gestern abend spontan gefolgt bin.

Wieder ein Plus anstelle eines Defizits, wenn auch bei weitem nicht so drastisch wie am Vortag. Vom 16.03. – 15.04. habe ich ein Gesamtdefizit von 21166kcal erwirtschaftet im Schnitt über 700kcal/Tag. Und jetzt allein in den beiden letzten Tagen ein Plus, das mehr als zehn Prozent des Defizits eines ganzen Monats aufwiegt. Das ist nicht mehr wett zu machen. Muss mir erstmal egal sein, sonst mache ich mich nur unnötig fertig und dann wird es noch schlimmer.

Seit dem beknackten Proteinriegel habe ich Schwierigkeiten und muss mich ständig wieder zusammenreißen und manchmal gelingt mir das eben nicht. Jetzt ist vorbei mit easy am Süßigkeitenregal vorbeischlendern. Auch Umsteigen wird gefährlich, wegen der Süßigkeitenautomaten am Bahnhof.

TYRANT, Zeit: 17:23:25

Beim Aufwärmen habe ich total getrödelt und war mit den Gedanken sonstwo. Beim Workout bin ich wieder viel zu schnell reingegangen. Die Atmung hat mich tierisch durcheinandergebracht. Bei den ersten Kniebeugen habe ich versehentlich die Atemzüge gezählt anstatt der Kniebeugen. Beim Kreuzheben habe ich bis zur letzten Runde mehrmals das Gleichgewicht verloren.

Wenn ich das so lese, lässt es sich zusammenfassen mit: Alles doof, alles scheiße. Also mal gleich den Haken bei „Depression“ setzen.^^

Also weg mit der Aufmerksamkeit davon, wie viel ich esse und wieder dahin, was ich essen möchte und was nicht. Jetzt nach dem Workout Proteine und Kohlenhydrate, sprich Magerquark und Obst. Später als warme Mahlzeit die Pute. Dazu hole ich mir noch frisches Gemüse. Heute abend darf es auch wieder etwas mit Fett sein, z. B. die Walnusskerne. Bis dahin hatte mein Körper Gelegenheit, die beanspruchten Muskeln ungestört zu flicken.

Nochmal der Blick auf den Sport: Was bin ich froh, dass „Sport“ kein Reizwort mehr für mich ist. Geil, dass ich das Workout auch an Tag 33 der Challenge immer noch mit Freude und bis auf einzelne  Ausnahmen konsequent vor dem Frühstück mache. An den letzten Regenerationstagen habe ich das Laufen auf dem Crosstrainer so sehr vermisst, dass ich einfach gelaufen bin und habe es sehr genossen. In den ersten Wochen und Monaten, als das Gerät neu war, war es jedes Mal ein Kampf und kostete mich einiges an Überwindung.

Das heutige Workout war mir ein Ritual und ich habe es gerne absolviert.

Das Hüftheben ist mir nicht jedes Mal leicht gefallen, aber es hat mit dem Einatmen beim Absenken und Ausatmen beim Hochstemmen zunehmend besser geklappt.

Die Kniebeugen waren mir eine Freude und es erstaunt mich immer noch, dass sie mir so leicht fallen, da mir vor einem halben Jahr stets davor gruselte.

Bei den Bodyrocks habe ich sehr deutlich gespürt, wie der Muskel, der das Durchhängen des Beckens bei den Liegestützen vermeiden soll, arbeiten musste und manchmal etwas krampfte. Dagegen halfen mir leichte Dehnübungen sehr.

Das Kreuzheben konnte ich von Runde zu Runde sauberer durchführen.


Gestern habe ich übrigens einen Zettel geschenkt bekommen mit folgendem Spruch:

Ich höre meinen Gedanken aufmerksam zu und weiß, dass sie in jeder Sekunde meine Zukunft erschaffen.

Ich war sofort an depressive Denkmuster erinnert und dachte: Wie wahr.

Magerquark mit Weintrauben

Was kcal Fett Kohlehydrate Eiweiß Gramm/ml
246 1,020 27,040 30,400 355,000
Magerquark 170 0,750 10,000 29,500 250,000
Zucker 12 0,000 3,000 0,000 15,000
Weintrauben, weiss 64 0,270 14,040 0,900 90,000
25%-30% Max. 50% – 55% Mind. 20%
Anteil Fett Anteil KH Anteil Eiweiß
3,82% 45,08% 50,69%

90-Tage-Challenge Tag 29

Montag. Heute war ich beim Klamottenladen meines Vertrauens und versuchte mich mit der nächstkleineren Konfektionsgröße. Keine Chance. Die Hose, die ich zur Zeit trage, schlägt oben bereits Falten, während sie am Oberschenkel genau richtig sitzt und an den Waden viel zu eng ist. Die Tendenz zeichnete sich bereits vor zwei Wochen ab, aber ich bekam sie geschenkt – gekauft hätte ich die so nicht.

Danach besuchte ich ein Geschäft für Sportbekleidung. Größe M war viel zu weit und auch S ist etwas weit ausgefallen. XS führen sie nicht. Halten die Schweden ihre Zielgruppe innerhalb der Deutschen für dermaßen fett oder sind sie selbst so large? Vor allem obenrum ist zu viel Material, ähnlich wie bei der oben beschriebenen Jeans.

Ich habe die Klamotten trotzdem gekauft; alleine der Eitelkeit wegen, Sportkleidung in Größe S tragen zu können, die nicht so eng sitzt wie Funktionskleidung eigentlich sollte, sondern eben locker. Vielleicht ist ja auch das das bahnbrechende Konzept, was die neue Kette zu gewaltigen Umsätzen führen wird. Warten wir’s ab.

Von Proteinriegeln kann ich übrigens abraten: Heute habe ich einen probiert in einem Fachgeschäft für Sportler-Ernährung und bekam danach großen Durst und Heißhunger auf Süßigkeiten/Schokolade. Ich führe das auf die Zutaten zurück, die so benannt sind, dass es mir – abgesehen von den fettgedruckten Allergnen – überhaupt nichts sagt, aus welchem Tier oder welcher Pflanze es stammen könnte:

Protein Blend (Milk Protein Isolate, Whey Protein Isolate (Milk)),

Soluble Gluco Fibre,

Almonds,

Water,

Chocolate Flavour Cookies (10%) (Protein Blend (Whey Protein Isolate (Milk), Milk Protein Isolate)),

Dextrin Cocoa,

Cocoa Butter,

Flavouring,

Emulsifier (Sunflower Lecithin),

Coconut Oil,

Thickener (Xanthan Gum),

Raising Agent (Baking Soda), Sea Salt, Sweetener (Sucralose)),

White Chocolate Flower Chunks (5%) (Cocoa Butter, Milk Protein Isolate, Bulking Agent (Erythritol), Flavourings, Sea Salt, Sweeteners (Sucralose, Steviol Glycosides)),

Flavourings,

Bulking Agent (Erythritol),

Palm Oil,

Sea salt,

Colour (Calcium Carbonate),

Sweeteners (Sucralose, Steviol Gycosides)

Also, dieser war bis auf Weiteres mein letzter Proteinriegel. Und das nicht wegen des hohen Fettgehalts und 210kcal bei null Sättigung. Mir ist einfach nicht geheuer, was das Zeug in meinem Hirn anstellt.

Zum Sport:

EVAL, Level 1
Bodyrocks:                33 35 35 28
Türziehen:                15 15 16 16
Prisoner Back Lunges:     12 14 14 12
Enge 3-Punkt-Liegestütze: 09 09 06 06

Man sieht sehr schön, wie viel ausgeglichener ich heute bin im Vergleich zu den letzten Tagen. Es hat sich ausgezahlt, mich in der letzten Zeit zurückzuziehen.

Beim Türziehen merkte ich, wie sich die Atmung beschleunigte und atmete langsamer, um mir meine Kräfte einzuteilen und nicht zu schnell zu sein. Bei den Lunges ging mir dann schon ziemlich die Pumpe und ich bekam zusätzliches Herzklopfen beim Gedanken daran, was passieren würde, wenn ich nun das Levelup schaffen sollte.

Dann holte mich bei den Liegestützen die Realität wieder ein. Leider schaffte ich es nur kurz, die Liegestütze ohne die Zwischenpause auf der Matte zu machen – aber immerhin einige Male. Dabei find ich dann auch an zu schwitzen.

Die beiden letzten Sätze konnte ich nicht gescheit zählen (möglicherweise waren es auch 8 Wiederholungen), weil mir aufgefallen war, dass ich falsch atme und ich mich bemühte, dies zu korrigieren. Dabei atmete ich ganz richtig: Beim Hochdrücken aus und beim Absenken ein.

Faustregel: Bei der Anstrengung ausatmen und nach der Anstrengung einatmen. Bei den Kniebeugen ist es andersrum, da atme ich aus, wenn ich mit der Schwerkraft nach unten in die Hocke gehe und während ich mich gegen die Schwerkraft wieder hochdrücke atme ich ein. (Irgendwo hatte ich gelesen, beim Arbeiten gegen die Schwerkraft müsse man ausatmen. Diese Formulierung ist aber irreführend.)

 


90-Tage-Challenge Tag 30

Dienstag. Gestern abend habe ich mir einen Sonntagsquark genehmigt. Der Zucker und das Fett hat mich recht bald müde gemacht, so dass ich gut einschlafen konnte.

Kaloriendefizit hatte ich die beiden letzten Tage so gut wie keins (Montag 23, Dienstag -11).

Ab heute greife ich wieder an, da ich nun gut ausgeruht bin.

OPUS, Level 1, Wiederholungen der 4. Runde 
 Skorpion   29
 Zombie     25
 3Punkt     14
 Fallschirm 59

Alle Zahlen besser als beim letzten OPUS.  Meine Konzentration ist um Längen besser als in der letzten Zeit. Ich konnte alle Zeiten gut einhalten. Durch die kurzen Pausen (nur 15 Sek) kam ich recht bald ins Schwitzen und bekam (wahrscheinlich) einen roten Kopf.

Wieder hat mich die Atmung beschäftigt. Es fiel mir schwer, bei den Liegestütze beim Hochdrücken auszuatmen, aber als ich es mir ganz bewusst vornahm und darauf achtete, ging es dann.

Ohne Zwischenpause klappen die Liegestütze nur wenige Wiederholungen und manchmal hängt sogar das Becken durch. Daher habe ich in den Pausen einen Rundrücken gemacht, um das auszugleichen.

Die anderen Übungen fallen mir alle vergleichsweise leicht.

Sonntagsfrühstück: Bananenquark

/edit: Einen Schluck Zitronensaft habe ich vergessen! Vielleicht ein EL, wenn man es messen möchte. /edit

Was kcal Fett Kohlehydrate Eiweiß Gramm/ml Anteil Fett Anteil KH Anteil Eiweiß
1 Portion Bananenquark 350 2,812 47,976 30,832 379,000 7,40% 56,28% 36,17%
Magerquark 170 0,750 10,000 29,500 250,000 4,06% 24,12% 71,15%
Vanillinzucker 63 0,000 15,776 0,000 16,000 0,00% 102,60% 0,00%
Leinöl 17 1,840 0,000 0,000 2,000 102,22% 0,00% 0,00%
Banane 100 0,222 22,200 1,332 111,000 2,04% 91,11% 5,47%

Kalorien sparen ganz lecker: Krabben-Spinat-Lasagne mit Bananen-Topping

Dauer:
Vorbereitungszeit ungefähr eine Dreiviertelstunde, hinzu eine halbe Stunde Garzeit im Ofen.
 
Zutaten für 4 Portionen:
1kg TK-Blattspinat
5 g Butter (halb so viel, wie man sonst fürs Brot schmieren aufs Messer machen würde)
Prise Salz, Pfeffer, Knoblauchpulver
200g Nordseekrabben
6 Lasagne-Platten
2 Bananen
700ml Wasser aus der Leitung
300ml fettarme Milch (1,5%)
1 Brühwürfel Gemüsebrühe
Gewürze/Kräuter:
Sossenbinder
Prise Salz, Pfeffer aus der Mühle, Knoblauchpulver
eine Handvoll frischen Dill (getrockneter Dill hat weniger Volumen)
eine Handvoll Schnittlauch (getrockneter Schnittlauch hat weniger Volumen)
einige Spritzer Zitronensaft
etwas flüssigen Honig
1 Prise Currypulver
 
Zubereitung:
1. Wasser im Topf zum Kochen bringen und derweil den Spinat in der Mikrowelle auftauen lassen. (Dill zupfen, hacken, Schnittlauch in kleine Röllchen schneiden.)
2. Den Brühwürfel im kochenden Wasser auflösen, dann die Milch zugeben. Die Sosse sämig abbinden.
3. Den Spinat gut abtropfen und mit Salz, Pfeffer und Knoblauch kurz in der Butter in einer Pfanne anschwitzen.
4. Die Sosse mit den restlichen Gewürzen und Kräutern abschmecken.
5. Die Bananen schälen und in Scheiben schneiden.
6. Den Spinat in die Auflaufform zuunterst geben, darauf 3 Lasagne-Platten legen (nicht überlappen lassen). Krabben mit reichlich Sosse darauf verteilen. Obenauf wieder 3 Lasagne-Platten legen, zuletzt die restliche Sosse darauf giessen. Die Bananenscheiben müssen nicht in der Sosse untergehen.
7. Die Lasagne für eine halbe Stunde bei ca. 220°C (Ober-/Unterhitze) in den ofen schieben.
8. Guten Appetit!
 
Kalorien pro Portion: ca. 220 kcal