Erfolgskurve

In der Abnehmgruppe habe ich vor 12 Wochen ein Teilnehmerbuch erhalten, in dem ich jede Woche mein Gewicht in eine langsam wachsende Grafik eingetragen habe. Die Kursleiterin klebt bei einer Abnahme jeweils Sticker ein. Das Ergebnis sieht so aus:

Erfolgskurve Abnehmgruppe
4. Quartal 2017

Knapp 10 Kilo habe ich geschafft, 9,6 kg genau. Mein ursprüngliches Ziel, fünf Kilo je Monat, war wohl doch zu ambitioniert.

Leider habe ich in dem Zeitraum auch zweimal gesagt bekommen, ich solle mehr essen und weniger schnell abnehmen. Milchkaffee trinken und ähnlicher Unsinn wurde mir vorgeschlagen, um die Kalorien aufzufüllen. Das hat mich beim ersten Mal sehr entsetzt, da sich in der Gruppe hauptsächlich Menschen befinden, die das erste Mal abnehmen und über keinerlei Kenntnisse gesunder Ernährung verfügen. Ich habe daher Fettlogik überwinden empfohlen.

Gestern wurde Käse verteufelt, weil er pro hundert Gramm sehr viel mehr Kalorien hat als anderer Aufschnitt wie beispielsweise die Putenbrust. Über die Möglichkeit, einfach weniger davon zu essen, weil man davon länger satt ist, hat niemand nachgedacht. Und ich habe es auf die Schnelle auch nicht geschafft, etwas zur Ehrenrettung von Käse einzubringen. Das gelang mir nur beim Körnerbrötchen mit dem Hinweis, dass es sich um gesundes Fett handelt. Es war eben die „Fettt ist böse“-Schiene, die die Leiterin da fuhr.

Das gemeinsame Abwiegen verschiedener Speisen (Brot, Brötchen, Belag) hat mich kognitiv sehr angestrengt, aber inhaltlich nicht weitergebracht, da ich das bereits 2014 durchexerziert habe. Zudem esse ich sowas wenn überhaupt mal am Wochenende, aber inzwischen sehr selten. Ich kann eben mittlerweile wirklich „essen, was ich will“, weil ich mir antrainiert habe, grundsätzlich recht wenig zu essen und so noch viel Spielraum nach oben bleibt.

Ich weiß nicht, ob ich das schon erwähnt hatte: Mittlerweile passt mir wieder eine engere Hose. Das ist immer so alle 10 kg der Fall, um den Fünfer herum. Ich habe mir also eine neue Jeans gegönnt und habe jetzt zwei zum Wechseln in der Größe. Und die Trainingshose, die Mama mir für meinen Klinikaufenthalt 2016 gekauft hat, passt mir wieder. So fühlt es sich an, als wenn ich bald das seitdem zugelegte Gewicht wieder los sei, aber es sind noch zwanzig Kilo bis dahin, was nach den bisherigen Erfahrungen ein gutes halbes Jahr dauern dürfte.

Und dann geht es zum zweiten Mal an die letzten zwanzig Kilo.

 

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