Wie erkenne ich, warum es hakt?

Ich habe mir jetzt vorgenommen, diesen Roman zu schreiben. Meinen ersten. Es ist nicht das erste Mal, dass ich einen solchen Versuch starte, aber diesmal wähne ich mich entschlossen genug, nicht wieder hinzuwerfen.

Nun sitze ich daran und es ist, als wenn ich um jede einzelne Zeile kämpfen muss. Ich muss immer an Andreas Eschbach denken, der meint, es reiche, wenn diejenigen schreiben, die man vom Computer wegzerren muss, weil sie sonst das Essen vergessen. Wenn ich danach gehe, kann ich es gleich sein lassen.

Nun frage ich mich: Ist die Szene doof oder gar überflüssig? Ist das der Grund, warum ich mit ihr nicht warm werde? Ist die Geschichte an sich etwa zu langweilig? Oder ist sie mir zu peinlich, stehe ich nicht dahinter? Habe ich nicht (gut) genug geplottet? Liegt es an den Figuren, haben sie ein Eigenleben?

Ich muss zugeben, dass ich zunächst begonnen hatte, schlecht zu schreiben und danach, als das Feuer versiegt war, noch einmal von vorne angefangen habe. Weil sich die Geschichte durch das Plotten grob verändert hatte. Und am Anfang ging es gut, ich kam sogar einmal richtig in einen Schreibfluss. Jetzt gibt es bestenfalls ein Tröpfeln.

Meine Ausbeute von gestern und heute sind 29 Wörter. Ist das normal? Ich meine, wie will man auf diese Weise – neben dem Brotberuf – 3000 Wörter pro Tag und mehr schaffen? Schlafen andere Autoren nicht?

Und immer wieder: Tauge ich nicht als Schriftsteller?

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4 Gedanken zu “Wie erkenne ich, warum es hakt?

  1. Es hakt am vielen Nachdenken, woran es hakt. Am Gefühl, der Deutschlehrer schaut einem über die Schulter und zückt schon das Notenbuch. Therapie: Jeden Tag eine halbe Stunde SCHNELL schreiben, tippen, tippen, tippen ohne innezuhalten, was einem grade einfällt und durch den Kopf geht, und sei es der größte Blödsinn. Einfach „das Schreibrohr durchpusten“. Wenn nachher der eine oder andere gute Satz dabei ist, OK, wenn nicht, auch OK. Mach das 3 Wochen lang und Dein Schreiben wird besser werden, versprochen.

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  2. Also,
    ich bin absolut nicht der Meinung, dass nur Leute schreiben sollten, die vor lauter Tipperei vorm Computer verhungern. Es sollen auch die Schreiben, die um jedes einzelne Wort kämpfen müssen. Zu denen gehöre ich nämlich auch. Ich bin eine von denen, die ihre Geschichte schon tausendmal im Kopf gedacht haben, aber die Gedanken einfach nicht aufs Papier bekommen. Oder eben neumodisch in die Tastatur eingehackt. Ich schreibe nunmehr seit 2008 an meiner Geschichte — wenn ich nicht aufhöre, wird sie wohl irgendwann fertig.
    Allerdings bin ich gerade ebenfalls wie blockiert. Ich habe eine längere Pause gemacht und finde nun einfach nicht mehr in den Text. Das Schreiben von anderen Sachen habe ich schon durch: Blog, Forum, Mails. Ich fürchte mich davor, ein leeres Word-Dokument aufzumachen und das nächste Kapitel anzufangen. Mein angestrebter Wordcount ist dabei nur 300 pro Tag. Nicht 3000! Für heute Abend werde ich mir 100 vornehmen. Vorher gehe ich nicht ins Bett!
    Dir auch viel Glück!

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    1. Hallo Karin, das ist eine sehr gute Idee, sich erreichbare Ziele zu setzen. Das ist ein alter Fehler von mir, mir zu hohe Ziele zu stecken und mich daran zu frustrieren. Es wird aber immer besser.

      Und ich habe mit einem Herrn Konzeptautor darüber gesprochen, der sagt, dass auch Recherche und auch das Planen/Plotten der Geschichte sowie der Austausch mit anderen darüber, die Kaffeepausen und auch das abwarten, bis man wieder mehr Abstand hat und einen frischen Blick auf den Text, alles zum schreiben dazugehört und somit unter Arbeitszeit fällt.

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