Zweijahresrückblick

Als ich dieses Blog Anfang 2016 gründete, war ich bereits manisch und hatte einen unbändigen Mitteilungsdrang. Aber meine Beiträge waren, einzeln betrachtet, noch eine ganze Weile unauffällig.

Im Mai war ich für eine Nacht in der Klinik, weil ich Geschirr aus dem Fenster geworfen hatte. Ich lag fixiert im Flur in der Notaufnahme. Ab da waren meine Helfer nicht mehr auf meiner Seite, sondern meine Feinde. Meine Manie wurde ab diesem Zeitpunkt sehr anstrengend, weil sie nicht mehr euphorisch war, sondern dysphorisch.

Ich war ständig gereizt, erschöpft und äußerst misstrauisch. Dazu das typisch Getriebene und der Schlafmangel, weil ich vor lauter Anspannung nicht schlafen konnte. Es war eine Frage der Zeit, bis ich wieder psychotisch wurde und das war im August der Fall. Ein Taxifahrer schlug mir mit der Faust ins Gesicht, weil er mich nicht mitnehmen wollte, so irre wie ich war. Ich schenkte einem Bettler tausend Euro, einfach so. Warum ich soviel Geld überhaupt bei mir hatte, weiß ich nicht mehr.

Ich bedrohte einen anderen Taxifahrer, weil ich einfach mitten an einer Fussgängerinsel mit Gepäck einstieg und in einem fort plapperte, darunter faselte ich etwas davon, ich könnte mich nicht erinnern, ob dieser Koffer der mit der Bombe sei oder der andere. Das zog eine Anzeige nach sich, die allerdings fallen gelassen wurde, weil ich zu diesem Zeitpunkt krank war, sogar eine AU bei mir gehabt hatte.

Mein Ehemann brachte mich ins Krankenhaus. Ich verbrachte zwei Wochen gegen meinen Willen in Hamburg in der Klinik, setzte aber danach die Tabletten wieder ab, weil ich der Überzeugung war, sie nicht zu brauchen.

Etwa eine Woche später fand ich mich in Bonn in der Klinik wieder. Unterwegs hatte ich meine Habe an Tankstellentoiletten verteilt und war barfuß. Meinen Laptop und mein Portemonnaie sowie den Umschlag mit knapp 700,- Euro in bar hat die Polizei für mich in der Klinik abgegeben. Psychotisch wie ich war, hatte ich mich selbst in Gefahr gebracht. Diesmal musste ich drei Wochen bleiben und inzwischen war ich auch einsichtig. Meine Mutter stand mir dort zur Seite.

Dieses Jahr hat mir die Krankheitseinsicht überhaupt verschafft. Mich kann keine Hypomanie mehr verlocken, besonders tolle kreative Leistungen zu erbringen und diese Energie nutzen und diesen Zustand genießen zu wollen. Leider bestand ich damals noch auf Olanzapin, weil ich das kannte. Die Klinik hätte mich sonst auf Lithium eingestellt.

Und danach kam die Depression und kaum noch ein Beitrag von mir. Zu Hause verbrachte ich die meiste Zeit im Bett, gefolgt von vor dem Fernseher. Ich schlief über 15 Stunden. Fast alles, was ich abgenommen hatte seit 2014, nahm ich nun wieder zu. Hauptsächlich deshalb, weil ich mich aufgegeben hatte.

Viel mehr belastete mich aber die Spracharmut durch die Neuroleptika. Ich konnte mich an Gesprächen nicht beteiligen, saß nur daneben. Wenn man sich mit einem Gedanken ins Gespräch einklinken will und den richtigen Zeitpunkt nicht findet, dann ist das eine Sache, diesen Gedanken aber gar nicht erst zu haben, eine ganz andere.

Aber ich hatte noch die Erinnerung an denjenigen, der ich eigentlich bin. Sobald ich konnte, reduzierte ich das Olanzapin soweit es ging. Im September begann ich mit Lithium. Der Antriebsmangel war vom einen auf den anderen Tag weg und meine Stimmung fand sich endlich im Normalbereich.

Unsere Ehe hat auch diese große Krise überstanden – auch wenn ich hier schon geschrieben hatte, ich werde mich trennen. Es waren einige Netzwerkgespräche bei der Integrierten Versorgung notwendig, um etliches wieder ins rechte Bild zu rücken. Es gab vieles, das ich gesagt hatte, woran ich mich aber aufgrund der Manie aber nicht erinnern konnte und so habe ich dies auch nie richtigstellen können. Das habe ich dann nachholen können, so gut es ging.

Noch etwas passierte 2016/17: Ich nahm an der EX-IN-Ausbildung teil, was mich in eine gewisse Struktur zwang und an meine Grenzen brachte, aber leider nicht wie erhofft zurück ins Berufsleben. Dazu schaffte ich einfach noch zu wenig und traute mir zu wenig zu. Das bewies mir, dass ich meine Rente zu Recht bekomme.

Tatsächlich verhilft mir die Ausbildung zum Genesungsbegleiter immer noch dazu, gewisse Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich sage mir jedes Mal, dass ich jetzt Berufserfahrung sammle, wodurch ich mich als Patient weniger als Bittsteller fühle. Ehrlich gesagt sehe ich meine Zukunft aber nicht in diesem Beruf, weil ich mich in den Praktika beide Male sehr unwohl gefühlt habe ich meiner Rolle.

Für das kommende Jahr habe ich mir fest vorgenommen, den im November begonnenen Roman zu Ende zu bringen. Erstmal den ersten Entwurf, danach dann die erste Überarbeitung usw. Meine Krankheit tritt darüber hoffentlich etwas in den Hintergrund, zumal ich ja jetzt endlich medikamentös richtig eingestellt bin.

Daneben werde ich weiter abnehmen; ich bin schon fast zehn Kilo los, seit ich im Oktober der Gruppe beigetreten bin. Ich wiege jetzt etwa 125 kg. Mit Sport habe ich auch wieder angefangen. Ich laufe dreimal die Woche zwanzig Minuten auf dem Crosstrainer und zweimal die Woche mache ich Krankengymnastik für meine lädierten Knie. Das möchte ich erstmal so beibehalten, nur etwas aufs Tempo gehen und die Pumpe ein wenig mehr fordern.

Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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Wie erkenne ich, warum es hakt?

Ich habe mir jetzt vorgenommen, diesen Roman zu schreiben. Meinen ersten. Es ist nicht das erste Mal, dass ich einen solchen Versuch starte, aber diesmal wähne ich mich entschlossen genug, nicht wieder hinzuwerfen.

Nun sitze ich daran und es ist, als wenn ich um jede einzelne Zeile kämpfen muss. Ich muss immer an Andreas Eschbach denken, der meint, es reiche, wenn diejenigen schreiben, die man vom Computer wegzerren muss, weil sie sonst das Essen vergessen. Wenn ich danach gehe, kann ich es gleich sein lassen.

Nun frage ich mich: Ist die Szene doof oder gar überflüssig? Ist das der Grund, warum ich mit ihr nicht warm werde? Ist die Geschichte an sich etwa zu langweilig? Oder ist sie mir zu peinlich, stehe ich nicht dahinter? Habe ich nicht (gut) genug geplottet? Liegt es an den Figuren, haben sie ein Eigenleben?

Ich muss zugeben, dass ich zunächst begonnen hatte, schlecht zu schreiben und danach, als das Feuer versiegt war, noch einmal von vorne angefangen habe. Weil sich die Geschichte durch das Plotten grob verändert hatte. Und am Anfang ging es gut, ich kam sogar einmal richtig in einen Schreibfluss. Jetzt gibt es bestenfalls ein Tröpfeln.

Meine Ausbeute von gestern und heute sind 29 Wörter. Ist das normal? Ich meine, wie will man auf diese Weise – neben dem Brotberuf – 3000 Wörter pro Tag und mehr schaffen? Schlafen andere Autoren nicht?

Und immer wieder: Tauge ich nicht als Schriftsteller?

Wir feiern kein Weihnachten

Als ich gefragt wurde, wie wir Weihnachten verbringen, sagte ich, dass wir kein Weihnachten feiern. Es wird immer mit einer solchen Selbstverständlichkeit davon ausgegangen, dass alle Weihnachten feiern…

Wenn mir jemand „frohe Weihnachten“ wünscht, sage ich immer „schöne Tage“ und es hat sich noch nie jemand beschwert.

Es gibt keine Geschenke. Was wir brauchen oder uns wünschen, kaufen wir dann, wenn wir es haben wollen. Kein Grund, zu warten und kein Rätseln, was dem anderen gefallen könnte. Übrigens schenken wir uns auch zum Geburtstag nichts.

Wir gehen nicht in die Kirche. Wir sind konfessionslos.

Es gibt kein opulentes Mahl (bei uns gab es früher nie Würstchen mit Kartoffelsalat), denn wir wollen beide abnehmen.

Wir waren schon am Mittwoch einkaufen, um dem Getümmel möglichst zu entgehen. So wirklich kommt man um Weihnachten eben doch nicht drumherum.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine schöne Zeit, bis im nächsten Jahr wieder alles seinen geregelten Gang geht.

Blake Snyder’s Beat Sheet auf deutsch

Ich hatte einfach erstmal drauflosgeschrieben, weil ich einige Szenen gleich vor Augen hatte und auch das Bedürfnis, mich mehr an die Geschichte heranzutasten und in die Figuren einzufühlen. Wie das mit dem Plotten richtig geht, hatte ich nicht ganz verstanden und trotz Beschäftigung mit Heldenreise und Co verstand ich immer weniger je mehr ich mich damit befasste und verlor schon fast die Lust am Schreiben, weil ich mich für zu blöd hielt.

Bei Offen Schreiben bin ich auf eine sogenannte 15-Punkte-Struktur gestoßen. Das half mir schonmal deutlich weiter, aber so richtig schlau wurde ich daraus noch nicht. Ich fand schließlich das hier: Blake Snyder’s Beat Sheet – Explained vom NYC Screenwriters Collective. Hier meine Übertragung ins Deutsche:

1

(1)

Eröffnungsbild Ein Bild, dass den zentralen Konflikt und die Stimmung der Geschichte repräsentiert. Ein Schnappschuss des Hauptproblems der Hauptfigur, bevor das Abenteuer beginnt. Oft widergespiegelt im Schlussbild.
2

(1-10)

Das Set-Up Erweiterung des Eröffnungsbilds. Zeige die Welt der Hauptfigur so, wie sie ist und was in ihrem Leben fehlt.

Stasis = Tod

Wenn die Hauptfigur ihr Leben so weiterführt, stirbt sie – zumindest im übertragenen Sinne.

Zudem wird der Makel des Protagonisten aufgezeigt, sein Problem, das im Verlauf der Geschichte behoben werden sollte. (In vielen Geschichten ist es die Schwäche einer anderen zentralen Figur, die stattdessen aufgedeckt wird. Sie wird dem Hauptcharakter aufgezeigt, um sie im Verlauf der Geschichte zu lösen.)

3

(5)

Thema wird festgesetzt (innerhalb des Set-Up) Die Botschaft, die Wahrheit, die du am Ende deines Manuskripts aufdecken willst.

Worum es in deiner Geschichte geht in weiterem Sinne. Üblicherweise sagt eine Figur etwas zur Hauptfigur, aber diese versteht es nicht … nicht bevor sie auf die Reise geht, um es zu finden.

4

(12)

Auslöser In diesem Moment wird der Hauptfigur die Möglichkeit gezeigt, auf eine Reise zu gehen. Das Leben verändert sich jetzt. Es ist das Telegramm, deinen Liebsten beim Betrug erwischen, ein Monster an Bord des Schiffes erlauben, eine geheime holografische Nachricht von einer galaktischen Prinzessin etc. Die alte Welt von vorher gibt es nicht mehr, die Veränderung hat begonnen.

(Campbell nannte dies den Ruf des Abenteuers)

5

(12-25)

Debatte Veränderung macht Angst und für einen Moment oder Serie von Momenten zweifelt die Hauptfigur, ob sie die Reise bewältigen kann. Der Held ist sich unsicher. Sollte er den Ruf des Abenteuers annehmen? Kann ich die Herausforderung bewältigen? Oft lehnt der Held den Ruf des Abenteuers fürs erste ab.
6

(25)

Durchbruch in den zweiten Akt Die Hauptfigur trifft eine Entscheidung und geht auf die Reise und unser Abenteuer beginnt.

Im zweiten Akt steht die zuvor gekannte Welt (»Thesis«) auf dem Kopf (»Anti-Thesis«).

7

(30)

B Geschichte „Die Geschichte des Helfers“ Das ist ein Subplot der dem Helden hilft die Lektion zu lernen die er braucht um sich zu ändern.

Es ist in der Regel eine Liebesgeschichte und die Diskussion findet statt zwischen der Hauptfigur und der bzw. dem Angebeteten.

8

(30-55)

Spaß und Spiele »Das Versprechen der Prämisse«

Das ist der Teil der Geschichte, der Spaß macht. Dies ist die erste Hälfte des zweiten Aktes, in dem das Publikum unterhalten wird während die Hauptfigur die neue Welt entdeckt und die Art der Hindernisse überwindet, die von der Prämisse des Films, des Genres, sogar vom Kinoplakat versprochen wurden.

Das ist, wenn der Detektiv seine Hinweise findet und seine ersten Zeugen zu dem Mordfall verhört, wenn Indiana Jones den wahrscheinlichen Fundort der Bundeslade herausfindet, wenn Harry & Sally zusammengezwungen sind und anfangen, sich über und über zu nerven.

Spaß und Spiele sind der Grund, warum wir den Film sehen wollten

9

(55)

Mittelpunkt Der Mittelpunkt ist die größte Wendung der Handlung, es steht mehr auf dem Spiel, es kann das Ziel des Helden komplett verändern, oder zumindest erschwert es das Erreichen des Ziels.

Es kann sich anfühlen, als starte ein neuer Film als Ergebnis des Mittelpunkts.

Hier muss die Hauptfigur sich dem neuen Ziel verschreiben, so dass es kein Zurück gibt. Oft ist es die B-Geschichte, die die Wendung antreibt. Oft beginnt hier eine Uhr zu ticken, um das Ziel in vorgegebener Frist zu erreichen.

Hier gibt es entweder einen falschen Sieg oder eine falsche Niederlage.

Beide Geschichten, Plot A und B, sollten sich hier kreuzen.

10

(55-75)

Der Bösewicht Nun wird das Spiel ernst. Der Bösewicht ist in der zweiten Hälfte des zweiten Aktes, in dem das Publikum hocherfreut ist über eine viel komplexere und überwältigendere Zusammenstellung von Hindernissen. Hier sind die Gaben der Hauptfigur nicht zu gebrauchen, ihre Pläne sind vereitelt, ihr Team kann sich trennen oder ein vertrauter Freund verrät sie. Der Detektiv selbst wird nun gejagt und beschossen, Indiana Jones wird von den Nazis entdeckt und in eine Schlangengrube geworfen, Harry trifft seine erste Frau und lässt seinen Ärger an Sally raus. (In Sachen B-Geschichte sagt man »sex at 60«, das ist die Seite 60.)
11

(75)

Alles ist verloren Der Tiefpunkt in der Reise der Hauptfigur. Der Moment, in dem die Hauptfigur alles verliert, das sie bisher erreicht hat oder realisiert, dass alles, was sie jetzt hat, keine Bedeutung hat. Die Hauptfigur hat sogar mehr verloren als wenn sie gar nicht erst auf die Reise gegangen wäre. Als alles verloren ist, stirbt jemand oder etwas. Blake Snyder nennt das den »Whiff of Death«, den Hauch des Todes. Es kann physisch oder emotional sein, doch der Tod von etwas Altem macht den Weg frei für Neues. Der Partner des Detektivs wird getötet und er ist machtlos, weil der Polizeichef hinter dem ursprünglichen Verbrechen steckt. Indy hat die Bundeslade an die Nazis verloren und glaubt, Marion sei tot. Harry & Sally schlafen miteinander und könnten ihre gesamte Freundschaft weggeworfen haben.

Das ist der Moment an dem alle Mentoren sterben oder anders verschwinden. Ab hier muss der Held es alleine schaffen.

12

(75-85)

Die dunkle Nacht der Seele Die Hauptfigur kommt am absoluten Tiefpunkt an und ergibt sich in die Hoffnungslosigkeit. Der Gott, warum hast Du mich verlassen?-Moment. Das Trauern des Verlustes von dem, was gestorben ist, der Traum, das Ziel, der Mentor, die Liebe deines Lebens etc.

Du musst erst tief fallen, bevor du dich wieder aufrichten und es erneut versuchen kannst. Hier ist der Bogen der Hauptfigur vollständig, als sie nun endlich die Wahrheit erkennt, die sie am Anfang nicht verstehen konnte.

Die dunkle Nacht der Seele wird gefolgt von neuen Informationen, auch geliefert von der B-Geschichte. Diese Informationen fungieren als ein zweiter Auslöser. Es gibt der Hauptfigur erneut die Wahl, zusammenzupacken und nach Hause zu gehen oder es einmal mehr zu versuchen.

Die dunkle Nacht der Seele kann zwischen 10 Seiten und einer einzelnen Aktion oder einem Wort der Hauptfigur sein.

13

(85)

Durchbruch in Akt 3 Dank der neuen Idee, neuen Inspiration oder dem Last-Minute-Ratschlag der B-Geschichte entscheidet sich die Hauptfigur erneut. Die neue Information stellt das finale Ziel des Hauptcharakters dar.
14

(85-110)

Finale Die Hauptfigur konfrontiert den Gegenspieler oder die Gegenkraft mit neuer Stärke. Diesmal nutzt die Hauptfigur das Thema, den Kern der Wahrheit, die nun Sinn für ihn ergibt. Wegen der Erfahrung aus der A-Geschichte und dem Zusammenhang aus der B-Geschichte. Die Hauptfigur verlässt also die Anti-Thesis-Welt und betritt die Synthesis-Welt. Hier wird die Reise auf die ein oder andere Weise aufgelöst.
15

(110)

Finales Bild Das Gegenteil des Eröffnungsbildes und der bildliche Beweis, dass die Hauptfigur sich geändert hat.

Mir ist es gelungen, meinen Plot deutlich zu verbessern. Für mich ist es sehr hilfreich, dass ich kleine, überschaubare Textabschnitte für bestimmte Punkte der Handlung zur Verfügung habe. Jetzt erscheint mir das Mammutprojekt Roman nicht mehr so unbezwingbar, weil es in kleine gut verdauliche Häppchen zerlegt ist.

In der Schule hatten wir schon gelernt, dass man Geschichten in drei Akten erzählt: Einleitung, Hauptteil, Schluss. Nun ist die 15-Punkte-Struktur sehr viel detaillierter, geht aber auf die Drei-Akt-Struktur zurück. Die Seitenzahlen sind als Richtwert für ein Manuskript (oder ursprünglich Drehbuch) von 110 Seiten gedacht.

Viel Spaß beim Plotten!

Einsame Schokolade

Schokolade gegen Einsamkeit, sozialer Rückzug wegen Übergewicht. Klingt unlogisch? Fühlt sich aber sehr schlüssig an.

Heute ist mir erst aufgegangen, dass dieser Zusammenhang bei mir besteht. Bisher dachte ich nicht, dass ich einsam sei – ich dachte ich bin gerne alleine und vielleicht war das auch so und ändert sich eben jetzt. Tagsüber allein zu sein ist okay für mich aber die Abende setzen mir zu. Und heute habe ich wieder Schokolade gekauft, bin abends um acht nochmal losgezogen dafür. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die Gummibären und andere Süßigkeiten, wenn die Eltern abends ausgingen. Das soll jetzt keine Schuldzuweisung sein, mir ist einfach der Zusammenhang aufgefallen. Und jetzt habe ich auch eine Stelle, an der ich den Hebel ansetzen kann. 🙂

Ich bin jetzt seit zwei Monaten in einer Abnehmgruppe. Wir wiegen uns, wir reden über Ernährung und auch über Bewegung. Die Gruppenleiterin geht im Januar (eigentlich hatte sie es schon kommenden Montag vor) mit der Gruppe zu einer „… für Mollige“-Sporteinheit. Das geht für mich überhaupt nicht. Vor allem nicht abends nach Feierabend, wo ich danach Stunden brauche, um wieder runter zu kommen. Ich habe enorme Schwierigkeiten, mich Gruppen schwitzender Leiber anzuschließen und vor allem dann, wenn es überwiegend Frauen sind, am besten noch in einem verspiegelten Raum. Ich mag mich nicht zeigen, wie alles an mir wabbelt, deswegen habe ich meinen Crosstrainer zu Hause, auf dem ich morgens laufe. Und irgendwie sperrt sich auch alles in mir, mir andere Übergewichtige als Vorbild zu nehmen – ich will doch wieder schlank werden, nicht dick bleiben. Leider konnte ich meine Klappe nicht halten, als eine von der Zumbagruppe erzählte, die sie in dem Prospekt auch gesehen hatte und mir entfuhr ein „Das wollte ich auch schon immer mal ausprobieren!“ – jetzt bin ich quasi-verabredet für Januar zum Zumba mit dieser Dame. Ich weiß jetzt schon, dass mir die Lunge heraushängen wird, weil meine Kondition dafür lange nicht ausreicht, mit schlanken Menschen mitzuhalten. -.-

Und die Schokolade? Der Rest liegt mittlerweile einsam im Schrank. Soll sie doch verrecken da.

Ich kann schlecht schreiben

Meine bisherigen Romanschreibversuche sind meinem Inneren Kritiker bzw. Perfektionisten zum Opfer gefallen, bis ich dann erfüllt von Selbstzweifeln hingeschmissen habe, weil über die Hälfte gelöscht war. In Jackys Blog habe ich neben vielen anderen den Tipp gefunden, schlecht schreiben zu lernen. Das war für mich sehr hilfreich und mittlerweile schreibe ich seit drei Wochen an einer Geschichte und habe vor, es bis zum Ende durchzuziehen.

Ich schreibe zwar nicht jeden Tag, aber ich schreibe regelmäßig. Andere mögen über 3000 Wörter am Tag schreiben; ich habe diese Marke jetzt erst geknackt. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, bereits bestehende Textabschnitte nicht mehr anzurühren. Das werde ich beibehalten, bis ich mit dem ersten Entwurf fertig bin.

Was mich sehr fordert ist das Plotten, weil ich das bisher nur bei einer einzigen Kurzgeschichte mal ausprobiert habe. Auf der einen Seite mag ich Entscheidungen jetzt noch nicht treffen, auf der anderen Seite bräuchte ich sie aber dringend, weil sie mir einen Rahmen bieten würden für den zu produzierenden Text. Meine Szenenliste habe ich erst nach und nach zusammengestellt, nachdem ich die Szenen geschrieben hatte. Eigentlich hätte ich das nach der Schneeflocken-Methode andersherum machen müssen. 😉 Und ich habe keinen blassen Schimmer, welche noch dazukommen werden.

Lithium passt

Ich bin sehr zufrieden mit dem Lithium für den Anfang. Mit 675mg, was anderthalb Tabletten pro Tag entspricht, bin ich bei einer zwar noch geringen, aber bereits wirksamen Dosis.

Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, was meine Stimmung auch den Antrieb angeht. Ich habe nicht mehr diese depressiven Durchhänger. Dabei nehme ich noch das Olanzapin (5mg), welches mich ausbremst. Das macht sich bei verringertem Bewegungsdrang, dem vielen Schlafen und meiner Gedankenarmut bemerkbar.

Mein nächstes Ziel ist nun, das Olanzapin auszuschleichen. Sollte das gelingen, wird sich auch erst dann zeigen, ob das Lithium als alleinige Phasenprophylaxe wirkt.