Ein Mann sitzt zu Tisch. Text: Ohne mich! Ich lasse mir nicht alles auftischen. Ich entscheide selbst.

Mein Foodstyle

Essen habe ich als das soziale Ereignis schlechthin kennengelernt. Ich möchte an dieser Stelle nicht in meine Kindheit ausschweifen, nur darauf hinweisen, dass eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten früher oder später zu Konflikten führen kann – je radikaler, desto gravierender.

Ich habe daher bereits wenn ich hier über meine Ernährungsgewohnheiten blogge, Sorgen um die möglichen Reaktionen darauf. Dabei ist das eigentlich albern, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Follower noch nicht einmal den zweistelligen Bereich erreicht hat, jetzt bereits vor einem möglichen Shitstorm in Deckung gehen zu wollen.

Gegen diese Angst kann nur vorbeugend helfen, so früh wie möglich offenzulegen, was alles den Weg durch meinen Mund hinein durch meinen Körper hinaus und hinten wieder heraus findet und was draußen bleiben muss. Wem das nicht passt, der braucht mir ja gar nicht erst zu folgen.

Ich befinde mich in einer Gewichtsreduktionsphase und werde das nicht bis an mein Lebensende so fortführen. Ich darf das!

So, nachdem wir das geklärt haben: Quark. In allererster Linie esse ich Quark und zwar Magerquark mit derzeit pro 250g-Portion 15g braunem Zucker und einem Schluck Zitronensaft. Nach dem Workout fettfrei und an Regenerationstagen gerne mit  zwei bis drei Gramm Leinöl oder Olivenöl. Dazu gerne frisches Obst wie Bananen oder Weintrauben.

Mein Frühstück gibt es entweder direkt nach dem Workout oder, an den anderen Tagen, sobald ich Hunger habe. Das hilft mir auch, den Sport nicht unnötig lange herauszuschieben und gibt mir zudem das Gefühl, mir mein Essen verdient zu haben und jetzt bewusst genießen zu dürfen.

Warm esse ich gerne einmal am Tag, idealerweise Garnelenschwänze oder Geflügel und dazu frisches Gemüse. Wichtig ist für mich in dieser Muskelaufbauphase (wegen der 90-Tage-Challenge),  sehr viel Protein aufzunehmen und zwar das anderthalbfache bis doppelte Idealgewicht in Gramm. Bei meinen 175cm entspricht das 150 Gramm.

Die Zeit meiner Hauptmahlzeit liegt am Nachmittag so gegen 17 Uhr. Es kann also durchaus passieren, dass ich um zehn Uhr aufstehe und um 15 Uhr oder auch erst um halb fünf die erste Mahlzeit überhaupt zu mir nehme. Mit diesem intermittierenden Fasten habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. (Bereits zu der Verteilung meiner Mahlzeiten über den Tag habe ich die Rückmeldung „Das ist ja total unausgewogen!“ erhalten.)

Das sieht dann häufig so aus, dass ich morgens Quark, mittags Tier und abends Quark esse. Damit fühle ich mich wohl und verzichte auf nichts, weil ich mich auf die von mir bevorzugten Speisen beschränke. Nie wieder werde ich mir irgendetwas reinzwingen, nur damit ich mir damit den Nachtisch verdiene oder Ähnliches.

Dabei habe ich die Beobachtung gemacht, dass ich mit vergleichsweise kohlehydratarmer Ernährung (etwa zwischen 150 und 200 Gramm pro Tag) keine Heißhungerattacken mehr habe. Die eiweißreichen Speisen sättigen mich gut und ich werde nicht mehr ständig von meinem Appetit in meiner Zielerreichung behindert.

Durch das Mitschreiben fällt es mir leichter, nicht dem Appetit nachzugeben, weil ich ja etwas Schickes aufschreiben will. In meinem ersten Dreivierteljahr fiel mir das sehr schwer, weil ich oft Höllenqualen litt, während ich vor dem Ernährungstagebuch saß und mein Ichwillichwillichwill!!! mit dem Istaberdochsooooooooooolecker!!!!! rang. Stets musste ich mich dazu zwingen, auf bestimmte Speisen zu verzichten – dies hat sich inzwischen gründlich gewandelt. Das Kalorienzählen ist mir einfach ein hilfreiches Werkzeug geworden, das ich zur Hand nehmen oder im Koffer lassen kann.

Und ich werde auch nicht nochmal so blöd sein und mein restliches Kalorienbudget mit leeren Kalorien durch Süßigkeiten auffüllen, nur weil ich das Budget noch nicht voll ausgeschöpft habe – ich plane jetzt langfristiger mit der Gesamtkaloriensumme von 140.000 kcal, die in 20kg Körperfett gebunkert sind,und nicht mehr pro Tag anhand eines zu erreichenden Defizits. Vom Ding her esse ich weiterhin intuitiv, schreibe aber dabei mit.

Da durch die Reduktion der Kalorienmenge pro Tag insgesamt und meine Faulheit, mir jeden Tag was Neues einfallen zu lassen, meine Ernährung unterm Strich recht einseitig ausfällt, nehme ich Nahrungsergänzungsmittel zu mir, um nicht doch irgendwo zu kurz zu kommen. (Spätestens jetzt schreit bestimmt der ein oder andere Zeter und Mordio. So einseitig und dann auch noch Nahrungsergänzungsmittel – wie uuuuuuuungesund!)

Wenn ich nun in einem Restaurant essen gehen möchte, dann finde ich vielleicht noch Scampis oder Fisch und Gemüse auf der Karte. Spätestens bei einem Hotelfrühstück hat es sich jedoch erledigt: Kohlehydrate und Zucker bis zum Abwinken. Mit Glück finde ich da einen Quark der Vollfettstufe mit Früchten aus der Dose.

Die Vorstellung aber, nun bei beliebigen sozialen Anlässen gemeinsam zu kochen und zu essen, ist für mich zur Zeit der totale Horror. Das fängt ja schon bei einer Grillparty an, dass man nicht einfach nur Fleisch essen darf, sondern auch mindestens noch einen Muffin aufgequatscht bekommt, damit ich auch ja nicht vom Fleisch falle. Mit dem Verzicht darauf falle ich höchstens vom Fett und genau das will ich ja.

Deshalb scheint es für mich der geringste Weg des Widerstands, einfach Einladungen mit Verweis auf die zur Zeit laufende 90-Tage-Challenge und damit vorübergehende Muskelaufbauphase abzulehnen und mich so aus der Affäre zu ziehen. Problem sind nur spontane Einladungen, denn da bin ich unvorbereitet und kann schlecht Nein sagen.

Mitwochabend in der Bar habe ich den Fehler gemacht und anstatt Wasser etwas Alkoholisches  bestellt. Deshalb habe ich danach in der Nacht dann noch zwei Burger gegessen, denen eine Tafel Schokolade folgte. Das ist jetzt allerdings ein einmaliger Einbruch in zwei Wochen und damit tatsächlich eine Ausnahme.

Im nüchternen Zustand ziehe ich es mittlerweile tatsächlich vor, der Bequemlichkeit halber einfach zu fasten, wenn ich unterwegs bin. Denn zu Hause finde ich auf jeden Fall etwas, das mir schmeckt und dort kann ich es auch bequem in mein Ernährungstagebuch eintragen. Und eigentlich ist diese Regel für mich eine prima Generalantwort auf sämtliche Verlockungen  und Verführungen außer Haus: Gegessen wird zu Hause.

Ich müsste sie nur einhalten. 😉

Solltest Du mich also in der nächsten Zeit fragen wollen:

GEHST DU MIT MIR ESSEN?
Postkarte, Konzept und Design: DASHOCHHAUS.DE, Köln

Dann ist meine Antwort: Danke für Deine Einladung, aber jetzt nicht!

Ein Mann sitzt zu Tisch. Text: Ohne mich! Ich lasse mir nicht alles auftischen. Ich entscheide selbst.
Postkarte von Hein und Fiete http://www.heinfiete.de http://www.playsafe.de
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